Bilder Besatzungszeit Frankreich und Russlandfeldzug -Stab III. Abteilung Artillerie Regiment 246

  • Hallo Dmitry,

    auch von mir ganz herzlichen Dank für deine Mühe. Für mich ist das auch sehr interessant.

    Hallo Wolfgang,

    vielleicht bringt dir die Google Übersetzer App brauchbare Ergebnisse? Darin hat man auch eine Kamera Funktion. Das funktioniert nicht ganz perfekt, ist aber ggf eine Hilfe.
    Wenn du die Dateien übersetzt hast, wärst du so nett sie hier einzustellen? Ich wäre auch daran interessiert.

    Danke euch und viele Grüße

    Thorsten

    Gruß Thorsten

    Ich suche alles zum Artillerie Regiment 246, insbesondere Stab III, sowie zur ID 246

  • Hallo Thorsten und alle Interessenten,

    ein guter Tipp, aber ich denke eher an OCR. Es gibt einige kostenlose Angebote im Web, z.B. hier:

    https://convertio.co/de/ocr/russian/

    , aber da muß man sich bei Dropbox etc. anmelden. Ich habe früher mit freier OCR-Software für Frakturschrift experimentiert, aber da mußte viel manuell nachgearbeitet werden. Jetzt habe ich eine Webseite gefunden, wo man kostenlos ein „free AI image tool" zur Zeichenerkennung verwenden kann. Anschließend füttert mit der dort erzeugte Ausgabe den Google Translator, oder deepl, wie Uwe vorgeschlagen hat. Natürlich muß auch hier wieder stark manuell nachbearbeitet werden, aber man erspart sich das Abtippen und erhält eine gewisse erste Übersicht. Dmitry wird sich sicher wundern, was manchmal erkannt und übersetzt wird. Im Anhang die verwendete Datei von Dmitry, danach der OCR-Output und die Übersetzung durch den Google Translator.

    https://www.i2ocr.com/free-online-russian-ocr

    Wer Besseres findet, bitte bekannt geben. Viribus Unitis, mit vereinten Kräften!

    Danke und Gruß

    Wolfgang

    .

  • Guten Abend,

    ich habe jetzt die erste von Dmitry eingestellte Meldung, mittels des in meinem vorherigen Beitrag erwähnten OCR-Programms, in eine bearbeitbare Textdatei umgewandelt. Etliche manuelle Nacharbeit war aber notwendig. Mit einem vergrößerten Original hätte sich diese Arbeit sicher reduzieren lassen - das nächste Mal. Erstaunlicherweise wurden aber diese Zeichen einwandfrei erkannt:

    Weich_hart.jpg

    Bei Google Xlate kann man eine russische Tastatur einblenden. Dann kopiert man die vom OCR-Programm erzeugte Textdatei in das linke Textfeld von Google Xlate und vergleicht mit der Originaldatei. Am Besten druckt man sich diese vergrößert aus, dann muß man nicht zwischen den Fenstern umschalten. Falsche Zeichen markiert man und tippt das richtige über die virtuelle Tastatur ein. Das kann manchmal langwierig sein, bis man sich durch das Dokument durchgearbeitet hat, daher ist diese Tätigkeit nicht unbedingt für Choleriker geeignet.

    Die erzeugte Textdatei habe ich dann schrittweise mit Google Xlate und mit deepl übersetzt. Wie man aus der PDF-Datei sieht haben beide Übersetzer Probleme. Russische militärische Abkürzungen werden z.B. nicht bzw. falsch übersetzt. Manchmal ist die Übersetzung von Google Xlate plausibler, als die von deepl, andererseits gibt es Teile die von deepl wesentlich besser übersetzt werden. Die besseren Übersetzer sind allerdings: Dmitry, Kirill ! - gibt es ein Verzeichnis russischer militärischer Abkürzungen? - im Web konnte ich bisher nichts finden. Beschreibung und Abbildungen der Rangabzeichen der Roten Armee findet man dagegen.

    Danke und gute Nacht

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    RESPEKT!

    Ich war fast geneigt nur einen Einzeiler oder nur ein Smiley zu posten.

    Gutes Beispiel dass 'fleißige Arbeiter' die Künstliche Intelligenz nutzen sollten, aber durch diese wohl so schnell nicht ersetzt werden.

    Viele Grüße

    Uwe

  • Hallo zusammen,

    Ich habe die restlichen Dokumente analysiert und alles wieder zusammengestellt. Das Hauptthema sind Scharfschützen. Um das Gesamtbild besser zu verstehen, habe ich mehr als ein Datum, den 21.12.1942, ausfindig gemacht. Dies sind Zahlen auf der Skala einer Infanteriedivision.

    20.12.1942 Scharfschützen zerstörten 19 Soldaten und Offiziere
    21.12.1942 Scharfschützen zerstörten 10 Soldaten und Offiziere
    22.12.1942 Scharfschützen zerstörten 20 Soldaten und Offiziere
    23.12.1942 Scharfschützen zerstörten 24 Soldaten und Offiziere. Ein deutscher Scharfschütze schoss vom "roten Haus" aus.
    24.12.1942 Scharfschützen zerstörten 20 Soldaten und Offiziere
    25.12.1942 Scharfschützen zerstörten 18 Soldaten und Offiziere
    27.12.1942 Scharfschützen zerstörten 15 Soldaten und Offiziere
    28.12.1942 Scharfschützen zerstörten 27 Soldaten und Offiziere
    29.12.1942 Scharfschützen zerstörten 22 Soldaten und Offiziere
    30.12.1942 Scharfschützen zerstörten 26 Soldaten und Offiziere. Ein deutscher Scharfschütze schoss vom "roten Haus" aus.
    31.12.1942 Scharfschützen zerstörten 25 Soldaten und Offiziere

    Schlussfolgerungen. An diesem Frontabschnitt waren sowjetische Scharfschützen aktiv. Es kam zu einem Scharfschützengefecht, bei dem es auf beiden Seiten Tote gab. In 11 Tagen werden 11 Mal sowjetische Scharfschützen und nur 2 Mal deutsche Scharfschützen erwähnt.
    Ihr Angehöriger ist in der Statistik der durch Scharfschützen getöteten Personen enthalten 21.12.1942

    Dokument "Scharfschütze" 26.12.1942: dies ist ein Befehl über die Arbeit der Scharfschützen. Dort heißt es, dass die Scharfschützenbewegung in der Division in einem schlechten Zustand ist und die Mängel beseitigt werden müssen. Es steht geschrieben, dass "deutsche Soldaten ruhig an ihrem Vorderkante der Verteidigungslinie herumlaufen". D.h. die deutschen Verluste durch Scharfschützen hätten ohne diese Unzulänglichkeiten größer sein können.

    Und ein weiteres interessantes Dokument 20.12.1942. Darin wird ein deutscher Angriff am 20.12.1942 um 21-40 Uhr erwähnt, bei dem deutsche Soldaten betrunken waren. Der Rauschzustand war stark: "selbst die Leichen rochen nach Alkohol".
    Sie sagten, es herrsche Verwirrung über das Todesdatum Ihres Verwandten. Vielleicht war das der Grund dafür ?

  • Hallo Dmitry,

    danke für Deine umfangreichen Forschungen. Das mit den Scharfschützen hatte ich schon vermutet, weil mein Onkel durch Kopfschuß gefallen ist. Gesichert ist aber, daß es der 21.12.1942 war. Was mir aber weiterhin rätselhaft ist, daß die Verwandten bis zum Juni 1943 nichts davon erfahren haben. Das weiß ich aus einem Brief seines Bruders, der ebenfalls in Rußland war. Eine Erklärung wäre, daß die gesamte Kompanie, einschließlich des Troßes, bei den Angriffen ums Leben kam und keiner mehr da war, der darüber berichten konnte. Eine Todesnachricht kam aber dann doch noch nach fast 6 Monaten. Zu dieser Zeit hatte die Rote Armee schon längst dieses Gebiet besetzt und die Wehrmacht hatte sich ab März 1943 um ca. 300 km nach Westen in die sogen. Büffelstellung zurückgezogen. Siehe Skizze.

    In dem von Dir eingestellten Dokument vom 21.12.1942 sind Teile davon unterstrichen. Ich kann leider nur russisch Buchstaben lesen, die Handschrift kann ich noch nicht. Sind das die Stellen, über die Du geschrieben hast, oder bedeutet das etwas anderes? Im letzten Dokument, mit den Berauschten, konnte ich die unterstrichene Stelle gut übersetzen.

    Danke und Gruß

    Wolfgang

    Quelle hier

    800px-Rschew_Operation_Bueffelbewegung-1.jpg

  • Hallo Wolfgang,

    vielen Dank für die Übersetzungen. Wie gesagt ist das auch für mich sehr interessant.

    Ich habe von einem Hauptmann Weiß noch einen Brief im Nachlass meiner Großeltern, der ein Geschehen an Weihnachten 1941 im Osten (Vmtl 215 ID) beschreibt und einen Poststempel auf dem Couvert vom 14.06.42 trägt.
    Ich würde vermuten, dass er die Nachricht bald nach dem Geschehen geschrieben und abgeschickt hat, von daher war ggf. so ein langer Postlauf je nach Umständen normal?

    Viele Grüße

    Thorsten

    Gruß Thorsten

    Ich suche alles zum Artillerie Regiment 246, insbesondere Stab III, sowie zur ID 246

  • Hallo Thorsten und Interessierte,

    das mit den langen Laufzeiten habe ich noch nicht bedacht. In einem Brief seines Bruders vom März 1943 habe ich allerdings jetzt gelesen, daß die Angehörigen bis dahin erfahren hatten, daß er angeblich auf einem Panzer ins Lazarett gebracht wurde. Er bezweifelte das aber stark, weil sich dann schon längst das Lazarett gemeldet haben würde. Mit einem Kopfschuß ist das auch sehr unwahrscheinlich. Außerdem wurden alle vier Panzer beim Angriff außer Gefecht gesetzt - wie in den russischen und deutschen Kriegstagebüchern vermerkt ist.

    Ich habe nochmals mit verschiedenen OCR-Programmen herumgedoktert und dazu das von Dmitry eingestellte Dokument von den berauschten Soldaten verwendet. Die Zeichenerkennung ist schon recht gut. Ohne vorher manuelle Korrekturen vorzunehmen habe ich gleich mit Google Xlate und mit deepl übersetzt. Die Übersetzungen sind für einen ersten Überblick gut brauchbar. Jeder der beiden Übersetzer hat allerdings Schwächen. Mit manuellem Eingriff könnte man aber die Ausgabe noch wesentlich verfeinern. Jetzt wäre nur noch ein OCR-Programm gefragt, welches die russische Handschrift auch so gut erkennen -, wie Diana die unleserlichsten Kurrent- und Sütterlindokumente „übersetzen“ kann. Die russische Schreibschrift ist völlig anders, als die Blockbuchstaben. Zu sehen hier. Dazu kommt noch die individuelle Note, siehe Kurrent- und Sütterlindokumente.

    Gute Nacht

    Wolfgang

  • In dem von Dir eingestellten Dokument vom 21.12.1942 sind Teile davon unterstrichen. Ich kann leider nur russisch Buchstaben lesen, die Handschrift kann ich noch nicht. Sind das die Stellen, über die Du geschrieben hast, oder bedeutet das etwas anderes? Im letzten Dokument, mit den Berauschten, konnte ich die unterstrichene Stelle gut übersetzen.

    Hallo Wolfgang uaa,

    Ja, genau das steht dort geschrieben (über Scharfschützen).

    Auch in sowjetischen Dokumenten wurde das geografische Objekt "Runder Hain" häufig erwähnt. Aber dieses Objekt war auf den Karten nicht eingezeichnet. Es stellt sich heraus, dass es ein "Eier-waldchen" ist.