Karfreitag/Ostern 1945: Ermordung deutscher Soldaten in Borchen durch Amerikaner

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    Unvorstellbar und grausam muß auch die anschließende Säuberung in und um Borchen durch die Amerikaner gewesen sein, denn der Tod ihres Generals Rose in unserem Frontabschnitt muß geradzu eine Mordlust in ihnen hervorgerufen haben. So wurden gefangene, wehrlose Kameraden einfach erschlagen. Meine häufigen Besuche in Borchen und Gespräche mit Bewohnern, die diese Tage miterlebt haben, sagen dies übereinstimmend aus.


    (Quelle: [URL=http://books.google.de/books?id=fKeiwSY_WJgC&printsec=frontcover&source=gbs_summary_r&cad=0#PPA132,M1]Der Harz im April 1945: Zeitzeugen[/URL], S. 132 u.)


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    Am 30. März 1945 stießen die Alliierten bei ihrem Vormarsch auf Paderborn wie an mehreren Orten südlich der Stadt auf heftigen Widerstand der aus mehreren SS-Ersatzeinheiten formierten SS-Panzerbrigade „Westfalen“.
    Dieser Kampf um Paderborn fordert Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Etwa 20 Sherman-Panzer und ebenso viele Schützenpanzerwagen der Amerikaner wurden an diesem Karfreitag im Raum Borchen abgeschossen und wir sind heute betrübt über diese Toten. Ebenso betrübt sind wir über den Tod von Maurice Rose, dem bei seinen Kameraden außerordentlich beliebten Kommandeur der 3. US-Panzerdivision “Spearhead“.
    Als Rose sich vor Ort über die Lage informieren will, wird sein Jeep plötzlich von einem deutschen Panzer gestoppt. Rose und zwei ihn begleitende Sergeanten sollen gefangen genommen werden. Ob Rose dem Befehl, seine Waffe niederzulegen, nur zögerlich Folge leistet oder ob sein Griff zur Waffe missdeutet wird, liegt im Dunkeln: Der 46-jährige Kommandant Maurice Rose gehört zu den beklagenswerten Opfern dieses grausamen Krieges und sein Tod betrübt uns auch heute sehr.
    An den beiden folgenden Tagen kommt es zu Erschießungen und Erschlagungen in Sonderheit von zuvor festgenommenen Angehörigen der „‚Waffen-SS“ durch US-Soldaten.


    (Quelle: Landrat Dr. Wansleben , Ansprache zur Enthüllung des Gedenksteins im Haxtergrund am 11.07.2002)

  • Hallo,

    ich bin Student an der Uni Paderborn im Fachbereich Geschichte.

    Die oben angeführten Quellen sind bisher authentisch. Jedoch möchte ich an dieser Stelle sagen, dass neueste Forschung in naher Zukunft zeigen wird, dass es in Borchen kein Kriegsverbrechen dieser Art gegeben hat.

    Vielmehr wird vermutet, dass dieses Massaker seitens von Neonazis propagiert wurde, weshalb auch ein Gedenkstein aufgestellt wurde.

    Sobald die Forschungsergebnisse veröffentlicht worden sind, werde ich den Sachverhalt vollständig aufklären.

    Beste Grüße an alle, die dieses Forum lebendig gestalten!

    Gilchrist

  • Hallo Gilchrist,

    Danke für Deine Grüße und Dir ein herzliches Willkommen bei uns im Forum, wie ich sehe kannst Du sicher einen Teil zum "lebendigen Forum" beitragen.

    Viele Grüße,
    Arnold

  • Hallo Jürgen,

    da hätte ich für Dich noch folgende Buchempfehlung:

    Willi Mues (Erwitte): Der große Kessel
    Selbstverlag, ca. 640 Seiten

    Dort sind die letzten Kampfhandlungen um Paderborn recht ausführlich beschrieben.

    Schönen Gruß
    Peter

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    Original von Gilchrist
    Die oben angeführten Quellen sind bisher authentisch. Jedoch möchte ich an dieser Stelle sagen, dass neueste Forschung in naher Zukunft zeigen wird, dass es in Borchen kein Kriegsverbrechen dieser Art gegeben hat.

    Vielmehr wird vermutet, dass dieses Massaker seitens von Neonazis propagiert wurde, weshalb auch ein Gedenkstein aufgestellt wurde.


    Hallo Gilchrist,

    die beiden, in ihrem Zustand gänzlich unterschiedlichen, ja konträren Aussagen verwirren:

    Einerseits "wird neueste Forschung in naher Zukunft zeigen, dass es in Borchen kein Kriegsverbrechen dieser Art gegeben hat" und andererseits wird lediglich vermutet, dass dieses Massaker seitens von Neonazis propagiert wurde" ...
    Auf der Basis von Vermutungen kann man schließlich nichts belegen ... ?(

    Und wie passen der eine wie der andere Zustand mit der im Bericht erwähnten eindeutigen Feststellung "Meine häufigen Besuche in Borchen und Gespräche mit Bewohnern, die diese Tage miterlebt haben, sagen dies übereinstimmend aus" zusammen?

    Provokative Frage:
    Sind möglicherweise all diese erwähnten Zeit- und Augenzeugen inzwischen verstorben und kann man daher ihre Angaben nun ohne Gefahr eines Widerspruchs anzweifeln?

  • Also, ich sehe ein, ich muss ein wenig präziser werden:

    Ich selber bin es nicht, der in dieser Richtung forscht, sondern ich stehe nur mit dieser Person in Kontakt. Meine Äußerungen beziehen sich also auf die Informationen die ich von ihm habe.
    Ich werde den Forscher auf deine Quelle 1 ansprechen.

    Jetzt vorab nur soviel;
    Dem Forscher liegen Materialien z.B. vom letzten Kampfkomandanten von Paderborn vor, woraus ersichtlich ist, dass z.B. die Zahl von 98 Toten auf deutscher Seite nicht stimmen kann.
    Dies wurde wohl auch von Seiten des Paderborner Heimatvereins bestätigt, der die Gedenksteine aufstellen ließ.

    Ein zweites Indiz will ich noch erwähnen:

    Alle Toten der Kämpfe in der Nähe von Paderborn wurden nach Ende des Krieges auf den Soldatenfriedhof/Gedenkstätte Böddeken überführt.
    Aus den Informationen des Kreises Paderborn über Fundort der Leichen und Datum des Todes geht hervor, dass im betreffenden Zeitraum um den 30. März ´45 nicht annähernd soviele Soldaten im gesamten Kampfgebiet um Paderborn gefallen sind, wie angeblich bei dem Kriegsverbrechen umgekommen sein sollen.

    Wie gesagt, Belege für diese Behauptungen gibt es, wenn die Forschungen endgültig veröffentlicht sind.

    Mehr will ich dem Autor aber auch nicht vorwegnehmen.

    Beste Grüße

    Gilchrist

  • Quote

    Original von Gilchrist
    Wie gesagt, Belege für diese Behauptungen gibt es, wenn die Forschungen endgültig veröffentlicht sind.

    Mehr will ich dem Autor aber auch nicht vorwegnehmen.


    Das kann ich gut verstehen. Kannst du ein ungefähres Zeitfenster geben,
    wann die Ergebnisse veröffentlicht werden sollen?

    Glück Auf!
    "Basil"

    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Hallo,
    habe kürzlich dass Buch von Wingolf Scherer "Vergeblicher Widerstand" gelesen. Der geht sehr umfangreich auf die Umstände ein. Auf Grund der dort gemachten Aussagen überzeugen mich Gilchrists Behauptungen in keiner Weise.
    An Lieratur führt Scherer auf:
    Cavangh (1994) A History of the 99th Infantery Divisin
    Rantzau (o.J.) Teilnahme an den Kämpfen im Ruhrkessel 25.3 - 27.4.45 (III Flakkorps) BA/MA Freiburg ZA 1/664
    Seidler & Zayas (2002) Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert

    Im Buch ist ferner ein Schreiben des MGFA Potsdam abgedruckt. Im Schreiben des MGFA vom 6. Sep. 2006 (TgbNr FAB 06-0927):
    "Dies veranlasste die Amerikaner zur Erschießung von mehr als 100 Kriegsgefangenen."

    Das sich im Kreis Paderborn nicht die Übereste der Soldaten finden erklärt Scherer einleuchtent.
    Scherer schreibt:
    "Ein Teil der bei Paderborn und Schloss Neuhaus ums leben gekommenden deutschen Soldaten ruhte auf dem Friedhof in Ittenbach/Siebengebirge, wohin amerikanische Fahrzeuge auch die eigenen Toten transportierten."

    Dies wiederspricht eindeutig der Behauptung von Gilchrist:
    "Alle Toten der Kämpfe in der Nähe von Paderborn wurden nach Ende des Krieges auf den Soldatenfriedhof/Gedenkstätte Böddeken überführt." Diese wiedersricht Indiz 2 von Gilchrist.

    Zudem liegt der Kampfraum nicht gänzlich im Kreis Paderborn. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass der Kampfkomandat überhaupt noch Verbindung zu allen Truppen hatte und bestimmt nicht mehr voll informiert war. Dies erschüttert auch Indiz 1 von Gilchrist.
    Gilchrist schreibt ferner:
    "Dies wurde wohl auch von Seiten des Paderborner Heimatvereins bestätigt, der die Gedenksteine aufstellen ließ."
    Ein "wohl auch" ist mit den Regeln dieses Forums wohl kaum in Einklang zu bringen.

    Bisher sind die Äußerungen von Gichrist schlicht nicht belegte Behauptungen, während hier von mir eindeutige Quellen benannt wurden. Gilchrist möge sich bitte mal die Regeln durchlesen.

    Gruß Martin

    ML

  • Hallo Gilchrist,

    an den Kämpfen um Kirchborchen waren u.a. auch ca. 200 Hitler-Jungen mit Panzerfäusten beteiligt, die sich mit der US-Armee eine fürchterliche Schlacht geliefert haben müssen.

    Dieser Ort wurde in den Amerikanern später nur noch Bazooka-Town genannt.

    Ich gehe einmal davon aus, dass diese Toten später nicht wie Soldaten beerdigt wurden und damit auch nicht in der Statistik aufgetaucht sind.

    Schönen Gruß
    Peter

  • Ich befürworte es eindeutig, dass mit den mir bekannten Forschungsergebnissen hier so kritisch umgegangen wird!

    Ich denke das sollte meinen Kontakt dazu bewegen bei manchen Aspekten eine vielgerühmt "historische Tiefenbohrung" vorzunehmen.

    Also danke auch an Falkmart!

    Die Veröffentlichung ist derzeit wohl für Oktober/November geplant.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass mich das Argument mit dem Soldatenfriedhof in Ittenbach doch ein wenig stutzig macht.

    Nochmal möchte ich betonen, dass nicht ich in dieser Richtung forsche!

    Gute Nacht für heute...

    Edited once, last by Gilchrist (August 13, 2008 at 10:07 PM).

  • Guten Morgen!

    Ich habe mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen.
    Ich hätte besser formulieren sollen, dass die oben gemachten Aussagen dem mir bekannten "Stand der Dinge" seitens des Forschers entsprechen.
    Mein Anliegen war und ist es, diese Angaben mittels eurer Hilfe auf Authetizität zu überprüfen. Mir geht es nicht darum, ein Kriegsverbrechen der Amerikaner, so es denn stattgefunden hat, zu relativieren oder zu negieren. Selbiges würde für deutsche Kriegsverbrechen gelten.
    Ich bin allein an der Warheit interessiert, und daran, dass mein Bekannter mit der Veröffentlichung seiner Ergebnisse nicht "Schiffbruch" erleidet.

    Ich werde ihn auf alle hier genannten Einwände gegen seine Aussagen ansprechen, und die Ergebnisse hier posten.

    Provokative Frage:

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    Sind möglicherweise all diese erwähnten Zeit- und Augenzeugen inzwischen verstorben und kann man daher ihre Angaben nun ohne Gefahr eines Widerspruchs anzweifeln?

    Da ich in Borchen wohne kann ich Dir versichern, dass etwaige Zeitzeugen noch leben, wennauch nicht mehr allzu viele...

    Beste Grüße

    Gilchrist

    PS Beiträge zusammen gefügt, Raffael

    Edited once, last by Gilchrist (August 14, 2008 at 10:31 AM).