Militärgeistliche

  • Hallo Niki,


    Ich bezog meine Frage auf Dein Statement:


    Quote

    Wehrmachtshilfspfarrer, Kriegspfarrer a.K.: wie Hptm. (im 1. Dienstjahr) wie Mjr. (nach 1. Dienstjahr)


    Wehrmachtoberpfarrer..........................wie Obstlt.
    Wehrmachtsdekan................................wie Obst.
    Feldbischof..........................................wie Gen.Mjr


    ( H.Dv. 373/41 )


    Danach haben die Geistlichen einen eindeutig Rang zugewiesen bekommen!
    Der Text im unteren Feld meines Anhangs vom vorigen Post spricht nur von Offiziersstatus OHNE genaue Rangbezeichnung.
    Steh ich auf der Leitung, oder betrifft es lediglich die Marine-Geistlichen ( ?(), da offensichtlich von der Kriegsmarine die Rede ist.
    Denn nach Deiner Auführung, Niki, gab es sehr wohl genau zugewiesene Ränge!

    Schönen Gruß,
    Bernd

  • Hallo Bernd,


    die Wehrmachtspfarrer hatten auch keine Ränge ( außer die der Kirche mit dem Papst als OB ;) ).


    Deshalb steht auch : Dienstbezeichnung..........wie XX


    Das bezieht sich auf ihre Einstufung als Beamte des höheren Dienstes und hat nichts mit einem militärischen Rang zu tun.


    Liebe Grüße


    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Hi,


    unter dem Begriff "Kriegspfarrer" finden sich jede Menge informative Seiten;
    hier eine Seite zu Geistlichen der Amerikaner/Briten/Kanadier,
    jedoch mit einigen für uns interessanten Beiträgen, etwa dieser oder auch dieser hier.


    Auf nachstehender Seite sind die Erinnerungen eines Pfarrers vollständig eingestellt;
    überaus beeindruckend, wie ich finde; Link.


    Dort findet sich folgender Satz:

      Freilich, es gab in diesem Kriege viel zu wenig Kriegspfarrer, denn seit 1942 (ich glaube,
      es war dieses Jahr) wurden keine mehr ernannt, und es fielen viele aus. Für mich war
      das eine besondere Verpflichtung, die Kameraden in den Stellungen zu besuchen.
      Link

    Kann jemand mit näheren/weiteren Angaben helfen?


    Gruß, Kordula

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Das bezieht sich auf ihre Einstufung als Beamte des höheren Dienstes und hat nichts mit einem militärischen Rang zu tun.


    Wichtig beim Protokoll und bei der Besoldung

    Gruss Dieter

  • Quote

    Original von Augustdieter


    Wichtig beim Protokoll und bei der Besoldung


    Hi Dieter uaa.,
    habe nachstehendes gefunden:

      Heres a brief tale of a priest in the German Army Father Josef Perau who was reported to have kept a detailed diary of his thoughts and service;-
      ...
      Perau called these casualties "worthless blood sacrifices" and was fairly certain that Germany had lost the war He also recorded only seeing other chaplains rarely or not at all.s not surprising due to Goebbels' 1942 order that the vacancies within the chaplaincy would no longer be filled After February, 1943 Himmler and Hitler insisted that all army chaplains become grenadiers, otherwise they would be dismissed. The news filtered back to the front of the large scale executions of so called deserters and he records privately how he rejoiced when they heard the news of Hitler's death, noting that he was thankful for "that life which is newly given to us," but kept these feelings to himself as "such words were still very dangerous.
      (alles lesen)

    Und dies hier:

      Seit Oktober 1942 schließlich wurden keine weiteren Militärgeistlichen mehr eingestellt (Verbot weiterer Neuernennungen von Kriegspfarrern). Eine Verfügung Heinrich Himmlers aus dem Jahre 1944 bestimmte, dass die Planstellen für Kriegspfarrer bei den Volksgrenadierdivisionen aus „Einsparungsgründen“ nicht mehr besetzt werden sollten. Es bestand die Absicht, allmählich alle Infanteriedivisionen in Volksgrenadierdivisionen umzuwandeln. Für die Militärseelsorge hätte die konsequente Durchführung dieser Absicht über kurz oder lang deren Wegfall bedeutet. (alles lesen)

    Quellen sind in beiden Texten nicht ausgewiesen.


    Es gibt danach also mind. drei Verfügungen: Oktober 1942, 1943 und 1944.
    Gründe seien beamtenrechtlicher Art bzw. Kostengründe.
    Meine Annahme, daß es weitere/andere Gründe geben könnte, ist dadurch nicht ausgeräumt.
    Bleibe dran an der Frage.


    --------------------------
    Geistliche in der SS - in SS-Uniform?
    Einen Buchtitel habe ich gefunden:
    Hans-Friedrich Lenz, Sagen Sie, Herr Pfarrer, wie kommen Sie zur SS?
    Bericht eines Pfarrers der Bekennenden Kirche über seine Erlebnisse im Kirchenkampf
    und als SS-Oberscharführer im Konzentrationslager Hersbruck, Brunnen Verlag, Gießen/Basel 1982


    Werde es ausleihen und querlesen.
    Viell. gibt es dort eine Antwort zur o.a. Frage.


    Gruß, Kordula

  • Quote

    Original von Feldpostmeister_at
    Hallo!
    Sehe ich auf dem Bild hier einen "Geistlichen" in SS Uniform ?(


    http://i33.tinypic.com/r1lngj.jpg


    Grüße
    Feldpostmeister


    Hallo Feldpostmeister!


    Wie kommst du darauf?
    SS-Uniform mag ich auch erkennen, aber wieso Geistlicher?


    Gruß, Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

  • Quote

    Original von terminus
    Wie kommst du darauf?
    SS-uniform mag ich auch erkennen, aber wieso Geistlicher?


    Na dann eben ein Pfarrer, Prister oder Seelsorger.
    Außerdem glaube ich einen weißen Ringkragen zu erkennen.


    Grüße
    Feldpostmeister

    Feldpostmeister_at


  • Hallo,


    Ich habe das Buch vor einiger Zeit gelesen und in anderem Zusammenhang folgendes hier im Forum geschrieben:


    Ein Beispiel für einen LW-Angehörigen der zur SS kam, ist Hans-Friedrich Lenz, der als BK-Pfarrer 1940 zur Luftnachrichtentruppe einberufen wurde. Zuletzt war er als Kompaniefeldwebel auf dem Flugplatz Hagenow eingesetzt. Nach kurzem Aufenthalt in Jüterborg wurde er am 17.8.1944 zusammen mit 47 Soldaten seiner Kompanie ins Außenlager Hersbruck (KL Flossenbürg) kommandiert und am 1.9.1944, im Range eines Oberscharführers, in die SS überführt. (Lenz, S. 66-75)


    Er war aber in keiner Weise als Geistlicher in der SS formal eingegliedert, sondern als "normaler" Soldat.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

    Edited 2 times, last by Papa ().

  • Quote


    Na dann eben ein Pfarrer, Prister oder Seelsorger.
    Außerdem glaube ich einen weißen Ringkragen zu erkennen.


    Hallo Feldpostmeister,


    also nach einem Kollar (weißen Ringkragen) sieht mir das nicht aus. Ich denke auch nicht, daß ein Kollarhemd unter der Uniform getragen wurde und wird.


    Aber meine Nachfrage zielte eher auf die Umgebung ab. Da sind eine Menge Rotkreuzschwestern und drei Ordenschwestern zu sehen, was daraus schließen läßt, daß es sich um eine medizinische Einrichtung (z.B. Lazarett) in den Örtlichkeiten eines Klosters handeln könnte. (Beispiel hierfür Maria Laach/ da waren es aber Männer).
    Die auf dem Bild anwesenden Männer müssen deshalb jedoch nicht automatisch Geistliche sein.
    Da die Kreuze (bis auf auf Schürzen der Schwestern angebracht sind, handelt es sich hier nicht unbedingt um Ordenstrachten.


    Wo hast Du denn dieses Bild gefunden, stand da irgendetwas dabei?


    Gruß, Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

  • Quote

    Original von terminus
    Wo hast Du denn dieses Bild gefunden, stand da irgendetwas dabei?


    Quelle / Foto:
    Reibert.info/ Forum


    Bildbeschreibung:
    Exhaust of the sisters of mercy of the Red Cross, Riga October 1943. By to first from the right Bruno Pavasars (Ministry of Foreign Affairs of Latvia)


    Grüße
    Feldpostmeister

    Feldpostmeister_at

  • Der NS-Staat wollte ja in letzter Konsequenz einen Staat schaffen, der
    atheistische Grundzüge trägt. Die SS war in dieser Entwicklung schon
    ziemlich weit fortgeschritten.


    Man fragt sich dann aber doch, was hat Hitler dazu bewogen, auf das
    Koppelschloss der Wehrmacht, den Spruch "Gott mit uns" prägen zu lassen;
    die Heranziehung von Pfarrer beider Konfessionen als Feldgeistliche im
    Kriege zu befürworten und im Felde Divisonsgottesdienste udgl. abhalten
    zu lassen wie zu Zeiten des I. Weltkriegs?


    Handelte Hitler (er war Katholik bis zu seinem Lebensende) aus Überzeugung
    oder war dies nur eine raffinierte Taktik des Systems?
    Andererseits wurden aufmüpfige Geistliche beider Konfessionen recht
    schnell verurteilt und verschwanden in Zuchthäusern oder KZs bzw. mussten
    ihr Leben lassen, weil sie Glaubensgrundsätze vertraten, die nicht NS-konform
    waren!


    Aber wahrscheinlich reagieren Diktatoren immer so, wenn sie Probleme
    haben. Auch Stalin, der die russ. Kirche massiv bekämpfte, führte 1942
    Gespräche mit dem Patriarchen von Moskau, um ihn für den "Großen
    Vaterländischen Krieg" zu gewinnen. Im Gegenzug wurde der russ.-
    orthodoxen Kirche wieder mehr Freiheiten bei der Religionsausübung
    zugebilligt. Und dieser Deal Stalins war durchaus erfolgreich.


    Gruß
    Bert

    Edited 2 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo Bert!


    das mit dem "Gott mit uns"- Koppelschlössern ist richtig ,galt aber nur für die Wehrmacht.
    Bei der allg. SS, SS-VT und der Waffen-SS stand jedoch schon "meine Ehre heißt Treue" drauf. Dies waren ja Institutionen, die erst mit der neuen Weltanschauung der Nationalsozialisten gegründet wurden. Hier hat man rigoros den neuen nicht-christlichen "Zeitgeist" eingeführt.


    Die Wehrmacht kam aus einer ganz anderen Tradition, die selbst Hitler nicht einfach wegdrücken konnte. Jedenfalls nicht so schnell.
    Das wäre sicherlich dann später gekommen, hätte das Reich länger als 12 Jahre existiert.


    Gruß, Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

  • Hallo Klaus,


    Quote

    das mit dem "Gott mit uns"- Koppelschlössern ist richtig ,galt aber nur für die Wehrmacht.


    .....und die Polizei. ;)


    Liebe Grüße aus Wien


    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Quote

    Original von knaff


    .....und die Polizei. ;)


    Na, die Jungs brauch(t)en ja immer göttlichen Beistand ;)


    Gruß aus Thüringen, Klaus

    Im Gedenken an Veteran Werner (12. SS-Pz.Div 26)
    +11.07.2009

  • Hallo!


    Es gibt zum Thema ein Buch.


    Priester in Uniform von Hans Jürgen Brandt (Kirchenhistoriker an der Bundeswehrhochschule in München). Herausgeber ist das "Katholische Militärbischofsamt. Pattloch Verlag 1995


    Heinz-Jürgen

    Arbeitsgemeinschaft Zeitzeugen Treptow-Köpenick

  • hallo allerseits,


    im Zuge meiner Recherchen für meine Facharbeit bin ich auf das Buch "Und auch Soldaten fragten" von Hans Jürgen Brandt gestoßen. In dem Teil, in dem die Militärseelsorge in der Wehrmacht behandelt wird, las ich soeben, das in Stalingrad die meisten Militärgeistlichen gefallen sind, viele in Gefangenschaft geraten. Dazu zwei Fragen:


    1. Gibt es in der Genfer Konvention bzw. in der Haager Landkriegsordnung einen Artikel, der im speziellen darauf eingeht, wie man mit gefangenen Militärgeistlichen zu verfahren hat, und wenn ja wie lautet er?


    2. Soweit mir bekannt, sollen ja Militärseelsorger keine Waffen betragen, bzw. nur Pistolen zur Selbstverteidigung. Auch ist ihnen ja aufgrund ihres Amtes Gewaltanwendung mehr oder weniger verboten. Wie konnten dann bitte die meisten von ihnen in Stalingrad fallen? Haben die da Widerstand geleistet oder sind sie quasi in dem allgemeinen Chaos unabsichtlich getötet worden?


    gruß
    tom

    "Man muß sich bemühen, die Mehrheit der Stimmen auf seiner Seite zu haben: Also beleidigt mir die Dummköpfe nicht!" Alexander Sergejewitsch Puschkin

  • Hallo Ratschbumm,


    Quote

    ....sind sie quasi in dem allgemeinen Chaos unabsichtlich getötet worden?


    ich nehme mal stark an, daß das Kreuz der Pfarrer von den Sowjets im gleichen Maße respektiert wurde wie das Rote Kreuz... ;) :(


    Zum Thema "Kirche und Waffen-SS" habe ich im Anhang die Verordnung Nr.268 /42 der Waffen-SS v. 01.08. 1942 beigefügt.


    Liebe Grüße


    Niki

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    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Hallo, mal ein wenig Statistik:


    evangelische Pfarrer bei der Panzergruppe 1 (umbenannt in Pz.A.O.K.1)


    1.10.-31.12.41


    Stand 1.10.41:
    gesamt 9 ev. Pfarrer - davon 7 Divisionspfarrer und 2 Korps-Pfarrer


    Stand 31.12.41:
    gesamt 13 ev. Pfarrer - neu hinzugekommen - 1 Armeepfarrer (Stelle wurde am 26.09.41 neu geschaffen) - 1 Lazarettpfarrer und 2 Divisionspfarrer (von neu hinzugekommenden Divisionen)


    --


    11 Pfarrer (ohne die beiden neuen Div.Pfarrer) führten


    236 Gottesdienste


    durch, davon waren 217 Feldgottesdienste (nach Ziffer 7 Merkblatt über Feldseelsorge), 19 nur für Evangelische und 4 Abendmahlfeiern


    Uwe