Landesschützen-Bataillon 806, suche Informationen Rothenburg 1945

  • Hallo miteinander,

    Das LSB 806 wurde wohl zur Bewachung von Gefangenen eingesetzt. Zumindest 1944 war der Ganisonsort Rothenburg, auch wenn die 2. Kompanie wohl auch mit Tauberbischofsheim in Verbindung gebracht wird. Der Eintrag im LdW ist etwas dürftig. Meine Frage nun: hat jemand Informationen wo das Bataillon 1945 eingesetzt war? Wer war sein Kommandeur? War es Oberstleutnant Rosenau?

    als die Amerikaner 1945 auf Rothenburg vorrückten, wurde aus der restlichen Garnison und Lazaretten eine Alarmkompanie gebildet- kann es sein, dass dort auch Landesschützen eingesetzt waren?

    Vielen Dank für die Hilfe!

    Gruß aus Franken,

    Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.

  • Servus Georg,

    hier aus dem Forum.

    Hier etwas über einen Adolf Gump:

    1942 meldete er sich mit 52 Jahren freiwillig zum Militär, nach mehreren altersbedingten Abweisungen wurde er doch noch zu einem Landesschützen-Bataillon (3. Komp. Landesschützen-Bataillon 806 Tauberbischofsheim) in der Nähe von Würzburg eingezogen, wo er ein Gefangenenlager zu bewachen hatte. Er starb 1944 in einem Reservelazarett. Seine Todesumstände sind ungeklärt, offizielle Begründung für den Tod war ein Fahrradunfall, andere zweifelten dieses aufgrund der schweren Kopfverletzungen an und vermuteten, dass Gump von französischen Kriegsgefangenen erschlagen wurde.

    Gruss, Holger

  • Servus Holger,

    danke für die Infos. Ich frage mich nur warum diese Kompanie in TBB stationiert war wenn das Batl. eigentlich in Rothenburg liegt.

    Gruß aus Franken,

    Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.

  • Hallo Georg,

    auch wenn ich die Geschichte dieses LSB nicht konkret kenne, so erscheint mir im Sinne einer vergleichenden Betrachtung folgende Erklärung in die richtige Richtung zu weisen.

    Die Landesschützen wurden Abteilungsweise zur Bewachung von Kriegsgefangenenlager eingeteilt, die in der Region eingerichtet waren. Und da Tauberbischofsheim nun von Rothenburg ob der Tauber nicht soo weit entfernt liegt, halte ich diesen Erklärungs-Ansatz für durchaus naheliegend: In Rothenburg ist der Sitz des LS-Bataillons, in der Umgebung werden die einzelnen Abteilungen eingesetzt.

    Ich kenne das konkret von den Landesschützen-Abteilungen, die hier bei uns die verschiedenen Kriegsgefangenenlager bewacht haben. So etwa eines am Bahnhof von Waldenburg (Württ.) , in dem sowjetische Soldaten untergebracht waren, die tagsüber bei der örtlichen Bahnmeisterei für Streckeninstandsetzungsarbeiten eingesetzt waren und wiederum von Landesschützen bewacht wurden. Das LSB lag in Ludwigsburg.

    Das mal so als Anregung,

    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Augustdieter May 7, 2023 at 12:31 PM

    Changed the title of the thread from “Suche Informationen zum Landesschützenbataillon 806 Rothenburg 1945” to “Landesschützen-Bataillon 806, suche Informationen Rothenburg 1945”.
  • Hallo Uwe,

    danke für die Anregung. Ja das ist sicher so- die waren bei Kriegsgefangnenkompanien und -kommandos eingesetzt. Unter anderem konnte ich Bewachungsmannschaften dieses Bataillons in Ochsenfurt und Marktheidenfeld nachweisen. Mich interessiert jedoch, welche Teile des Bataillons im Apri 1945 noch in Rothenburg selbst ansässig waren. Der Stab sicher, Kommandeur war ja anscheinend Oberstleutnant von Rosenau.

    Gruß aus Franken,

    Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.

  • (...) Mich interessiert jedoch (noch) , welche Teile des Bataillons im Apri 1945 noch in Rothenburg selbst ansässig waren. Der Stab sicher, Kommandeur war ja anscheinend Oberstleutnant von Rosenau. (...)

    Hallo Georg,

    dies wiederum wird sich wohl nur durch alte Schriftstücke oder (Kriegs-)Tagebuch-Aufzeichnungen genau ermitteln lassen.

    Wenn nicht zufällig jemand so etwas in der "Sammlung" hat, dann hilft wohl nur der Gang in die Archive bei Stadt, Kreis, Land und beim BA / MA...., letztere haben es dann zumeist genau.

    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,

    ja das fürchte ich auch- ich bin darum auch kommende Woche im Stadtarchiv, aber ehrlich gesagt verspreche ich mir davon nicht viel. Es gibt in den seltensten Fällen originale Akten von deutscher Seite zum April 1945 in Franken- es sei denn es sind Gerichtsverhandlungen oder akten des Oberkommandos der Wehrmacht bei NARA. Meist gibt es für diese Zeit nur die US-Periodic Reports, die recht genau die Truppenteile der Gefangenen auflisten.

    Gruß aus Franken,

    Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.

  • Hallo zusammen,

    ich wollte kurz meine neuesten Rechercheergebnisse aus dem StA Rothenburg präsentieren.

    in Rothenburg lag bis März 1945 nur der Stab des Landesschützenbataillons 806. Der Kommandeur war ein Major Müller. Hat irgendjemand eine Ahnung wer das war? Geburtsdatum und Vorname?

    In der Stadt gab es keine Kaserne, die Soldaten und Offiziere waren in Privatquartieren untergebracht. Einzig die Zahlmeisterei und das Geschäftszimmer waren in städtischen Gebäuden, etwa in der Herrnstraße 17 untergebracht.

    Außer Major MÜller gab es noch drei Offiziere im Stab, im Range eines Oberleutnants. Der Stabsfeldwebel und Spieß war ein gewissen Banschbach.

    DIe Standorte der Kriegsbewachungskompanien variierten während des Krieges.

    die 1./806 konnte ich 1942 in Crailsheim feststellen. 1945 war sie dann jedoch in Mittelfranken stationiert. DIe 2./ 806 lag 1944 in Marktheidenfeld und 1945 in Kitzingen. Diese Kompanie bestand aus 34 einzelnen Kriegsgefangenen-Bewachungskommandos verteilt im Landkreis Ochsenfurt und Kitzingen.

    DIe 3. Kompanie lag wohl in Tauberbischofsheim

    die 4. Kompanie bekomme gerade nicht zam, aber irgendwo habe ich auch was dazu gefunden.

    Oberstleutnant von Rosenau taucht in den Abrechnungen der Zahlmeisterei ab Januar 1945 auf, ist jedoch augenscheinlich nicht der KOmmandeur. Dennoch wird er beim LSB mit abgerechnet. Welche Rolle er spielte, ausser, dass er Standortältester war, ist mir noch nicht so recht klar.

    ALs die Amerikaner kamen, wurden die einzelnen Kriegsgefangenen-Bewachungskompanien nach Hinten verlegt, da ein Kamfpeinsatz aufgrund der weiten Verstreuung übers Land gar nicht möglich war. Nur vereinzelt wurden Mannschaften des LSB 806 Kampfgruppen zugeteilt und in US-Gewahrsam genommen und tauchen dann in den Periodic Reports auf.

    Soviel für diejenigen die es interessiert über das LSB 806.

    Generell bleibt zum Standort Rothenburg zu erwähnen, dass am 1. APril 1945 der örtliche Volkssturm unter dem Kommandeur Unbehauen aktiviert wurde und dem XIII. SS-AK unterstellt als Kampfgruppe eingesetzt war. Eine Volkssturmkampfgruppe wurde von den Amerikanern als CT Marquardt identifiziert. Der Rothenburger Volkssturm, bzw. seine Reste sind Ende April 1945 in die 79. VOlksgrenadier-Division integriert worden.

    ALs weitere Wehrmachtseinheitr lag in Rothenburg das Heeres-Museum unter dem Major Karl von Seeger.

    Eine weitere WH-DIenststelle bildeta das Reserve-Lazarett in der Spitalgasse. Kommandeur des Res. Laz Rothenburg war Oberstabsarzt Dr. Beck. Ihm zur Seite standen zwei-drei Stabsärzste.

    Mit Volkssturm, Stab LSB 806, Heeresmuseum und Reservelazarett kann Rothenburg doch als kleine Garnison betrachtet werden. Bei Interesse kann ich gerne zur Ergänzung im Lexikon beitragen.

    Grüße aus Franken,

    Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.

  • Guten Morgen Georg,

    das sind ja erfreuliche Ergebnisse. Du warst ja richtig fleißig in der Recherche - mein Glückwunsch und ein Dankeschön für die Bekanntgabe hier.

    Ich wünsche Dir einen vergnüglichen Vatertag.

    Gruß Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,

    vielen Dank für die Blumen. Ja, so ein Archivbesuch vor Ort ist immer zu empfehlen. Leider sind immer noch viele Fragen ungeklärt, aber vielleicht ließt ja irgendjemand mal diese Einträge, der etwas zu Major Müller sagen kann.

    Eine schöne Zeit,

    Gruß Georg

    Mitte des Jahres erscheint unser neuers Werk im GENDI-VErlag:

    "nördlich Uffenheim blieb dem Gegner größerer Bodengwinn versagt" - Der Einsatz der 79. Volksgrenadier-Division zwischen Ochsenfurter Gau und Frankenhöhe vom 31. März bis zum 18. April 1945.