Wehlau/Ostpreußen um 1941

  • Hallo zusammen,

    ich versuche mich daran, etwas über meinen Urgroßvater herauszufinden. Leider sind die Informationen, die ich habe, eher dürftig und „mündlich überliefert“.

    Ich hoffe, mein Beitrag hier ist richtig platziert und vielleicht kann mir jemand helfen, einzelne Puzzelteile zusammenzusetzen.

    Ich habe Grund zur Annahme, dass mein Urgroßvater um 1941 in Wehlau/Ostpreußen stationiert (nennt man das so?) war. Dort lernte er meine Urgroßmutter kennen, obwohl er selbst aus einem ganz anderen Eck Deutschlands (Saarland) stammte.

    Ich weiß, dass er Angehöriger der „Totenkopf-SS“ war. Mir ist klar, dass diese Bezeichnung zu pauschal ist, um eine genaue Zuordnung vorzunehmen, aber so nannte es meine Großmutter.

    Ich erinnere mich auch an das Hochzeitsfoto, auf dem er eine Uniform mit diesem Totenkopf trug. Außerdem hat er aufgrund einer Verwundung einen Arm verloren.

    Ich konnte nun herausfinden, dass um 1941 folgende Truppenteile in Wehlau stationiert waren:

    III./SS-Totenkopf-Infanterie-Regiment (motorisiert) 5

    und

    Genesenden-Kompanie SS-Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon "Nord"

    Könnte er (einarmig) Teil von ersterem gewesen sein oder hätte ihn die Verwundung ausgeschlossen?

    Kann ich irgendwo nachlesen, was dieses Regiment dort genau gemacht hat? Woher kamen sie, wohin wollten sie? Ich habe wenig Vorstellung davon, was ein Soldat macht, wenn er nicht an der Front ist.

    Das Genesenden-Bataillon klingt für mich alternativ auch stimmig, da er offenbar diese schwere Verwundung hatte und sich dort eventuell davon erholen sollte.

    Aber passt die Totenkopf-Uniform dazu oder hätte er dann etwas anderes getragen?

    Und, im Prinzip die gleiche Frage, wie oben: was macht so ein Genesenden-Bataillon? Kann ich mir das etwa so wie ein Krankenhaus vorstellen, in dem Kranke und Verletzte versorgt werden, bis sie wieder „fit“ sind? Was wurde aus Soldaten, die nicht wieder hergestellt werden konnten?


    Der besagte Urgroßvater ist ein blinder Fleck in meiner Familie. Es wurde praktisch nie über ihn gesprochen und ich habe keine Ahnung, was zum Ende des Krieges oder danach mit ihm passierte. Leider gibt es auch niemanden mehr, den ich fragen könnte.

    Deswegen würde ich mich freuen, wenn mir jemand meine Fragen beantworten könnte. So bekäme ich wenigstens ein bisschen Vorstellung davon, wie der Lebensweg dieses Mannes ausgesehen haben könnte.

    Herzlichen Dank!

    Heps

  • Hallo Heps

    herzlich Willkommen hier im Forum der Wehrmacht.

    Wenn Dir der Name und das Geburtsdatum bekannt sind würde ich hier am besten einen Antrag zu Deinem Urgroßvater stellen - Bundesarchiv

    Da Dir fast nichts bekannt ist wird dies der beste Weg dazu sein. Am besten den Werdegang und sein Verbleib erfragen.

    Ansonsten hier mal der Eintrag zum Totenkopf-Standarte 5 "Brandenburg" und dann weiterführend zum SS-Infanterie-Regiment 5 "Brandenburg"

    Gibt es vielleicht Briefe oder sonstige Dokumente ... Bilder ?

    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo korpowo,

    danke für die Links! Ich lese schon seit einigen Tagen kreuz und quer, aber bei der Masse an Bezeichnungen, Umbenennungen, Auflösungen verliere ich immer wieder den Faden :/

    Es ist wohl nicht so, dass man anhand einer „Station“ den Werdegang rekonstruieren kann? Beispielsweise, wenn ich weiß, dass er 41 in Wehlau war, dann muss er vorher in XY gewesen sein und danach in Z?

    Ich habe leider nur seinen Nachnamen gesichert. Beim Vornamen hätte ich eine Vermutung, aber keinesfalls Sicherheit. Und beim Geburtsdatum hört’s ganz auf.

    Meine Urgroßmutter ist 1921 geboren, ich glaube er war etwas älter als sie.

    De facto dürfte er nur eine kurze Zeit „in der Familie“ gewesen sein. 41 lernten sie sich kennen, Anfang 42 kam das Kind (noch unehelich), kurz darauf heirateten sie.

    Ich denke mal, danach war er dann an der Front oder sonstwo - es gab jedenfalls keine weiteren Kinder und zur Flucht war meine Urgroßmutter allein. Direkt nach dem Krieg nahm sie wieder ihren Mädchennamen an. Ob wegen Scheidung oder Tod des Mannes, kann ich nicht sagen. Da endet dann mein Wissen über ihn.

    Die Standesamtunterlagen aus Wehlau wurden leider zerstört, da ist nichts zu holen.

    Parallel wurschtele ich mich durch die Kirchenbücher seines Geburtsortes, aber die einsehbaren Geburten enden 1910. Mit ganz viel Glück finde ich noch die Trauung seiner Eltern…

    Ich kenne den Geburtsort und seinen Nachnamen (kein „Meyer“, aber auch kein einzigartiger Name) - reicht das für eine Anfrage beim Bundesarchiv?

    Danke und viele Grüße!

    Heps

  • Hallo Heps

    Es ist wohl nicht so, dass man anhand einer „Station“ den Werdegang rekonstruieren kann? Beispielsweise, wenn ich weiß, dass er 41 in Wehlau war, dann muss er vorher in XY gewesen sein und danach in Z?

    Das stellst Du in Frage und hast leider recht damit. So einfach ist es leider nicht. Einheiten wurden umbenannt, umstrukturiert und befanden sich auch im Aufbau. Zudem musste es der Situation angepasst werden usw.


    Ich kenne den Geburtsort und seinen Nachnamen (kein „Meyer“, aber auch kein einzigartiger Name) - reicht das für eine Anfrage beim Bundesarchiv?

    Das wird leider nicht reichen.

    Also muss dort angefangen werden was Dir bekannt ist. Sind Dir die Daten Deiner Urgroßmutter bekannt, Name und Geburtsdatum.

    Es gibt hier Mitglieder die Dir evtl. hierbei weiterhelfen können um mehr heraus zubekommen.


    VG Thomas

    Nachtrag : Ich habe Dir noch eine PN geschickt, siehe oben rechts.

  • Hallo Heps,

    Wie Thomas schon fragte, gibt es irgendwelche Schriftstücke, Fotos? Es ist nicht das erste Mal, daß eine SS-Uniform mit der der Panzermänner

    (schwarz mit Totenkopf auf den Kragenspiegeln) verwechselt wurde.

    Ist irgendein Dienstrang bekannt?

    Gibt es im Geburtsort oder Umgebung noch lebende Personen mit dem gleichen Nachnamen? Ist es ganz sicher der Geburtsort oder die letzte Wohnadresse?

    Zitat: „Parallel wurschtele ich mich durch die Kirchenbücher seines Geburtsortes, aber die einsehbaren Geburten enden 1910.“

    Nach 1910 nicht einsehbar wegen Datenschutz? Hier erscheint es mir aber am ehesten ein Schritt weiterzukommen.

    Grüße

    george

  • hallo Heps,...

    wir sind ein paar Sarländer hier,..

    schreib uns doch den Familiennamen und Wohnort,...

    da sollten wir schon was finden,....

    Grüße

    Joschi

  • Moin Heps und alle anderen,

    Heps, da haben wir einige Parallelen bei unsern Vorfahren. Mein Großvater war in Finnland bei der Division Nord und wurde dort im November 41 verletzt, kam dann irgendwann vermutlich noch Ende 1941 oder Anfang 1942 zur Genesenden-Kompanie SS-Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon "Nord" nach Wehlau, wo er auch seine zukünftige Ehefrau kennenlernte. Über das WASt kam der erste Hinweis über die Genesendenkompanie, das Bundesarchiv hatte aber bzgl. der Kompanie in Wehlau keine weiteren Informationen für mich. Über Wehlau direkt hatte mein Großvater mir leider auch nichts berichtet, gibt auch keine Bilder.

    Also neben Bundesarchiv, lohnt es sich auch mal bei der WASt nachzufragen, auch wenn er Angehöriger der SS war.

    Viele Grüße , Stefan

  • Ihr Lieben, ich danke euch für die Antworten!

    Ich bin leider zwischendurch „verunfallt“, deswegen melde ich mich erst jetzt wieder :rolleyes:

    nach Wehlau, wo er auch seine zukünftige Ehefrau kennenlernte

    Vielleicht waren die Wehlauerinnen besonders hübsch?

    (Oder die Versehrten leichte Beute :P)

    Mittlerweile gibt es auch große Neuigkeiten und (für mich) eine unerwartete Wendung in der Sache.

    Ich habe seinen Namen, das Geburtsdatum, seine SS-Nummer und weiß grob, was er im Frühjahr/Sommer 43 und im Herbst 44 gemacht hat.

    Damit kann man ja arbeiten.

    Allerdings…

    Ich bin ehrlicherweise davon ausgegangen, dass er irgendwann zwischen 42 und 45 gefallen oder verschütt gegangen ist und ich mich bei der Recherche austoben kann.

    Nun ist das aber nicht so.

    Er hatte nach dem Krieg eine neue Familie und starb vor nicht allzulanger Zeit.

    Ganz komische Situation irgendwie, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet :/

    Ich habe keine Ahnung, was damals vorgefallen ist und ob „die neue Familie“ eigentlich von dem ganzen Bumms weiß.

    Jedenfalls, nun habe ich Hemmungen, die mir bekannten Daten hier öffentlich zu posten.


    Gibts hier vielleicht jemanden, der mir unter „ärztlicher Schweigepflicht“ weiterhelfen könnte? :saint:

    Es geht um jemanden, der einen Fahnenjunker-Lehrgang mitmachte, damit Untersturmführer wurde und ein Jahr später als Adjutant des Kommandanten eines Regiments in der Panzerdivision Hohenstaufen eingesetzt war.

    Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig zusammengesetzt :S

    Konkret interessiert mich, was seine Aufgaben dort gewesen sein könnten und wie das mit dem amputierten Arm zusammengeht.


    Danke euch und einen schönen Restsonntag!