Informationssuche zu Großonkel – IR171/GR171 & GR456

  • Hallo zusammen,


    der Thread dreht sich um meinen Großonkel, Joachim Katzschner, geb. 20.09.1922, gefallen 07.01.1945.



    Ich habe zu seinem militärischen Werdegang bis jetzt folgende Informationen zusammengetragen:


    10.08.1941 Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 4, Dresden à Heimatstadt, direktes Einberufungsdatum unbekannt

    22.08.1941 Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 4 zur 2. Kompanie Feld-Ersatz-Bataillon IV/2

    15.10.1941 14. Panzerjäger-Kompanie IR171

    05.08.1942 14. Panzerjäger-Kompanie GR171, Erhalt Ostmedaille

    16.08.1943 14. Panzerjäger-Kompanie GR171, Erhalt EK2

    Sep. 1943 Obergefreiter (nur Meldung, keine direkte Beförderugsdaten vorhanden)

    17.11.1943 14. Panzerjäger-Kompanie GR171, Erhalt Infanteriesturmabzeichen in Silber

    24.02.1944 14. Panzerjäger-Kompanie GR171

    05.03.1944 Genesendenkompanie Grenadier-Ersatz-Bataillon 31, Plauen, Zugang von unbekannt

    16.05.1944 14. Panzerjäger-Kompanie GR171, Zugang von Genesenden-Marsch-Kompanie IV/56/24

    23.06.1944 Verwundung beim GR171 in Dobcja

    25.07.1944 14. Panzerjäger-Kompanie GR171, Zugang von Ersatztruppenteil

    14.12.1944 14. Panzerzerstörer Kompanie GR456

    07.01.1945 14. Panzerzerstörer Kompanie GR456 (Todesdatum, Obergefreiter)


    Ich habe hierzu schon ein paar Originaldokumente, zwei Antworten der Abteilung PA des Bundesarchivs, die Seiten zu den entsprechenden Einheiten im Lexikon und zuletzt jetzt auch die Geschichte der 56. Infanterie-Division (sehr interessant) durchgearbeitet.

    Die Grablage ist bekannt.


    Die Antwort aus dem Militärarchiv Freiburg steht noch aus, wurde im Juli 2022 gestellt.


    Folgende Fragen sind bis jetzt bei mir aufgetaucht:

    • Kann mir jemand bei der Entzifferung der nachstehenden Zahlen helfen: z. B. IV/56/24 (Wehrkreis IV, 56. ID, …?)?
    • Gibt es zu den ersten beiden Einheiten übergeordneten Verbände?
    • Was könnte der Grund für den Einheitenwechsel vom GR171 zum GR456 sein, da in der Geschichte der 56. ID keine größeren Kontingentabgaben zu diesem Zeitpunkt vermerkt wurden. Wie oft kam es vor, dass einzelne Soldaten aus ihren angestammten Verbänden herausgelöst und neu eingesetzt wurden?
    • Was bedeuten die Litzen an den Schulterklappen? Die breitere von beiden hätte ich jetzt schon als Unteroffiziersanwärter gedeutet.
    • Wie lange war in der Regel die Dauer eines Heimaturlaubes? Waren hier die Längen sehr flexibel oder gab es Standardlängen?
    • Habe ich es richtig verstanden, dass die Panzerjäger eher mit PaK-Geschützen unterwegs waren und die Panzerzerstörer eher mit „Handwaffen“ (z. B. Panzerschreck, …)? So genau habe ich dazu nichts gefunden.
    • Er wurde bei der russischen Offensive bei Wizebsk (Dobcja bzw. heute Dobeya) verwundet und zum Hauptverbandsplatz verbracht. Ist es hier noch möglich herauszufinden, wo dieser genau gelegen hat? Ich habe eine Vermutung, habe aber bis jetzt noch nichts dazu gefunden.
    • Gibt es ähnlich zur Geschichte der 56. ID auch Dokumente zur Geschichte des GR 456 bzw. 256. Volksgrenadier Division oder Ähnliches?
    • Hat vielleicht noch jemand Bildmaterial zu den Einheiten (in den aufgezeigten Zeiträumen)? Vielleicht ist ja durch unverschämtes Glück mein Großonkel mit drauf…


    Es tut mir leid, dass es so viel Text ist, aber so habe ich alles gebündelt.


    Viele Grüße

    Eric

  • Hallo Eric,

    zum Grenadier-Regiment 456 lassen sich nur wenige Hinweise finden.

    Das, was ich finden konnte, habe ich in Auszügen im Anhang beigefügt.

    Sollte ich zu oben genannten GR 456 noch weiteres finden, stelle ich es hier ein.


    Lg Andre


    Quelle: Fold3

  • Hallo Eric


    Zur Verwundung am 23 juni 1944 Dobcja bzw. heute Dobeya.


    Die Datenlage für diesen Zeitraum ist sehr dünn


    Der Hauptverbandsplatz der 1./Sanitätskompanie 156 war am 23.06.1944 in Poskowa 43 km wstl. Witebsk

    am 30.06.1944 war er auch noch dort Hans Rintelmann


    Habe den Ort gefunden der passt perfekt liegt fast neben Dobeya


    Gruß Stefan

  • Hallo zusammen,


    vielen lieben Dank für die Informationen.


    Andre: Hast du vielleicht noch Informationen, die Zeitlich etwas eher liegen? Da er im Februar schon tot war, ist es für mich nicht mehr ganz so von Interesse. Mich würde hier der Zeitraum von September 1944 (Neuaufstellung in Königsbrück, laut LdW) bis zum 07.01.1945 interessieren.


    stefan: Da lag ich dann wohl doch falsch... Ich hatte ihn schon in Beschenkowitschi (heute: Beshankovichy) vermutet. Spannend, dass der Hauptverbandsplatz längere Zeit so nah an der Front gelegen hat (wo prinzipiell schon die russischen Truppen überall durch kamen). Darf ich fragen, was der Inhalt des Dokumentes aus dem ersten Bild ist, geht es dort um Hans Rintelmann?


    Viele Grüße

    Eric

  • Hallo Eric


    Das Dokument stammt aus der GräberKartei (ancestry) von


    Johann Josef Kipfer beim Volksbund nicht verzeichnet


    Rang: Obergefreiter

    Geburtsdatum: 10. Feb 1920

    Geburtsort: Obersdorf/N. D.

    Militärische Einheit: 2./Pi. Btl. 156

    Sterbedatum: 23. Jun 1944

    Sterbeort: H. V. Pl. Sankp. I/156 Boskowa


    zu Rintelmann gibt es diese Kartei nicht


    und hier noch etwas zum Korps-Abteilung D diese wurde am 22.06.1944 zerschlagen das erklärt auch zum Teil den Wechsel nach seiner Verwundung zum Grenadier-Regiment 456


    Gruß Stefan

    Suche alles zu Gerätepark 661 und Sturm-Bataillon AOK 8.

  • Hallo Stefan,


    vielen Dank für die Info, hätte ja sein können, dass es für mich interessant ist.


    Zur Zerschlagung der Korps-Abteilung D: Ja, den Gedanken hatte ich auch schon, ich bin mir hier bloß nicht mehr ganz so sicher, da es sich für mich im Buch zur Geschichte der 56. ID so darstellt, als wäre sie nicht wirklich zerschlagen worden, sondern, es hört sich eher nach einem nicht ganz so geordneten Rückzug an. Außerdem ist er ja im Juli nochmal zu seiner Stammeinheit im GR 171 zurückgekehrt (leider kann ich hier keinen genauen Ort nennen), bevor er dann versetzt wurde. :/


    Viele Grüße

    Eric

  • Hallo Eric,

    unten im Anhang das was ich ab 22.11.1944

    aus dem KTB des LXXXIX AK finden konnte.

    Zur Neuaufstellung, die ja im Osten war, geben die KTB,s nichts wieder,

    da diese sich nur auf die Offensive der Amerikaner im Westen beziehen.


    Lg Andre


    Quelle: wie oben erwähnt.

  • Hallo Andre,


    vielen Dank, dass du mir die Informationen zur Verfügung stellst, das freut mich sehr und ich bin gespannt, was ich hier noch für Informationen finde.


    Viele Grüße

    Eric

  • Hallo Eric,

    gerne geschehen.

    Schaue mal, ob sich noch weitere Infos finden lassen, bezüglich der Ostfront.

    Wenn ja, melde ich mich wieder.


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Guten Tag,


    hier etwas aus der Divisionsgeschichte.

    (...)

    Am frühen Morgen des 21.06.1944 setzte sich eine ganze russische Heeresgruppe – die 1. Baltische Front – gegen das IX. AK, bei dem rechts die Korps-Abt. D und links die 252. Infanterie-Division eingesetzt waren, in Bewegung. Das russische Angriffsverfahren hatte sich immer mehr verbessert. Die Erkundungsvorstöße bzw. Täuschungsmanöver in den Tagen zuvor behielt der Russe bei. Dein eigentlichen Hauptangriff eröffnete er mit einem weit gesteigerten mehrstündigen Artillerie-Vernichtungsfeuer, das mit einem ebenso ungewöhnlichen starken Einsatz von Fliegerverbänden verbunden war.

    Die nach Beendigung der Feuervorbereitung hervorbrechenden Infanterieverbände wurden durch sehr wirksame, lang anhaltende Luftangriffe gegen die deutsche Artillerie unterstützt und abgeschirmt. Die feindliche Luftüberlegenheit war zu dieser Zeit grotesk groß, wie sie der deutsche Soldat noch nie erlebt hatte.

    Die der Heeresgruppe Mitte unterstützende Luftflotte 6 verfügte in diesen Tagen über nur 40 einsatzbereite Jäger. Nachdem also das feindliche Vernichtungsfeuer den ganzen Divisions-Abschnitt – mit besonderer Wucht aber den Raum um Schumilino – erfasst hatte, stürmte der Feind gegen den linken Abschnitt der Korps-Abteilung, Grenadier-Regiment 171, an. Gegen immer wiederkehrende Angriffe in dichten Wellen konnte dieses Gren.Rgt. 171 tapfer in wechselvollen Kämpfen seine Stellung den gesamten ersten Angriffstag über behaupten. Schwächere Angriffe wurden von der Div.Gruppe 262 abgewehrt, während es bei dem Grenadier-Regiment 234 zu keinen wesentlichen Kampfhandlungen kam.

    Trotz der andauernden Luftangriffe gegen die Stellungen der Batterien konnte die Artillerie die hart ringenden Infanteristen durch die wendig geführte Feuerzusammenfassungen immer wieder wirkungsvoll unterstützen, so dass eigentlich die Korps-Abt. hoffnungsvoll dem nächsten Kampftag hätte entgegen sehen können, wenn nicht der linke Nachbar weniger erfolgreich der Wucht des russischen Angriffs standgehalten hätte. Die 252. Infanterie-Division stand in einer noch größeren Breite als die Korps-Abteilung D.

    Der Korps-Abschnitt galt eigentlich von der Mitte bis zum linken Flügel wegen der Sümpfe und Moore als angriffssicher, in dem man deshalb von deutscher Seite die Verteidigung nur stützpunktartig führte.


    Als nun im Abschnitt unseres linken Nachbarn im Schwerpunkt beiderseits Ssirotino dem Feind erhebliche Einbrüche gelangen und er die im Sumpfgelände nur stützpunktartig aufgebaute Verteidigung an mehreren Stellen aus den Angeln hob, begann diese Division bereits am ersten Angriffstag zu wanken.


    Die Verbindung des linken Flügels der Korps-Abteilung D riss in der Nacht vom 21./22.06. mit den an der Naht eingesetzten Teilen der 252. Infanterie-Division ab. Alle Bemühungen des Grenadier-Regiments 171, diese Lücke im Abschnitt des Nachbarn von sich aus zu schließen, waren vergeblich. Ausgesandte Stoßtrupps stießen hinter der bisherigen Stellung auf den Feind. Die Dunkelheit machte die Lage an unserem linken Flügel noch unübersicht-licher, so dass ernste Sorge wegen der Entwicklung bei unserem Nachbarn die Aussichten auf einen erfolgreichen zweiten Kampftag trübte.


    Es kam nun darauf an, irgendwie die Stellung der 252. Inf.Div. nördlich und nordwestlich Schumilino zu stützen. Zu diesem Zweck wurde dem Gen.Kdo. IX. AK eine hinter der Naht zur Heeresgruppe Nord in Auffrischung stehende Division zum Einsatz im Abschnitt der 252. Inf.Div. freigegeben.


    Die Lage nördlich und nordwestlich Schumilino entwickelte sich gegen Morgengrauen dennoch immer gefahrvoller, da der Feind auch während der Dunkelheit nicht nachließ, starke Kräfte in die Einbruchslücken nachzuschieben. Somit stand die Korps-Abteilung D plötzlich vor der Notwendigkeit, die eigene linke Flanke durch Festhalten des Raumes um Schumilino selbst zu sichern. Eigene Reserven waren dafür nicht mehr verfügbar, die Lage hatte sich andererseits aber so unheilvoll schnell in der linken Flanke zugespitzt, dass das Grenadier-Regiment 234 nach Mitternacht den Befehl erhielt, so schnell wie möglich zur Verfügung der Division zu stehen. Die Ablösung sollte durch Verbreiterung des rechten Nachbarn erfolgen. Es war abzusehen, dass bei einer planvollen Ablösung das Grenadier-Regiment 234 vor Hellwerden noch nicht aus den Stellungen herausgelöst sein konnte. Da vor dessen Abschnitt aber weiterhin keine Feindangriffe sich abzeichneten, wurde in jedem Kompanieabschnitt eine Gruppe zurückgelassen, bis die Kräfte des rechten Nachbarn eingetroffen waren.

    (...)


    Gruß

    Elrik

  • Hallo Eric


    Zu den Informationen von Elrik

    Hier noch die Tagesmeldungen der Corps vom 22.06.1944 bis 23.06.1944 an die 3 Panzerarmee. Für dich interessant sind die Meldungen des

    IX. AK, und Korps-Abt. D und die Lagekarten dazu


    Teil 1


    Quelle NARA T313 R317 3. Panzerarmee


    Gruß Stefan

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Fülle an Informationen, da hab ich jetzt noch gut was zum Auswerten.


    Viele Grüße

    Eric

  • Hallo zusammen,


    hat denn jemand noch eine Idee zu den Litzen? Passt meine Vermutung zum Unteroffiziersanwärter?


    Viele Grüße

    Eric

  • Guten Abend,


    kann hier nur dieses dazu beitragen:


    Unterführeranwärterabzeichen

    a) für Unterführeranwärter, die sich zu 12-jähriger Dienstzeit verpflichtet haben:

    eine 0,9 cm breite, gemusterte Aluminiumtresse am unteren Rand der Schulterklappe,

    b) für Unterführeranwärter, die sich nicht zu einer 12-jährigen Dienstzeit verpflichtet haben:

    eine 0,4 cm starke, gedrehte Baumwollkordel in der Waffenfarbe am unteren Rand der Schulterklappe.

    Zum Tragen des Unterführerabzeichens sind nur die Mannschaften berechtigt, die einen Unterführerlehrgang

    erfolgreich besucht haben oder auf Grund ihrer in der Truppe nachgewiesenen Eignung auf Vorschlag des

    Kompanie- usw. -Führers vom Btl.- usw. Kdr. zum Unterführer ernannt sind.

    Unterführeranwärter, die nicht innerhalb eines Jahres nach Besuch des Unterführerlehrgangs als Gruppenführer

    eingesetzt sind, haben das Abzeichen abzulegen.

    (V.Bl. d. W.-SS, 15. Febr. 1941 / Kdo.Amt d. W.-SS IIb)


    Daher denke ich, dass es bei der Wehrmacht auch so gehandhabt wurde.


    Gruß

    Elrik

  • Hallo Eric


    Hie mal ein Paar Fotos von der 56 ID. im Einsatz Die Aufnahmen stammen von 1941/1942

    Die hatte ich mir mal vor ein Paar Jahren abgespeichert


    Zu erkennen sind darauf auch die Division Friedhöfe in Kirejkowo und Jagodnaja


    Um wenn du dich noch Intensiver mit der 56 ID beschäftigen willst gibt es noch einige Kriegstagebücher auf NARA für das Jahr 1941/1942 und 1943 zur freien Verfügung

    Bei Interesse Einfach melden


    Gruß Stefan

  • Hallo zusammen,


    @ Elrik: Vielen Dank für die Information zu den Litzen! Dann kann ich jetzt mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass die breitere Litze wohl die für einen Unterführeranwärter ist. Interessant finde ich dann nur, dass er zum Schluss immer noch Obergefreiter war. Da die zweite Litze zwar gedreht, aber nicht einfarbig ist, gehe ich davon aus, dass sie wohl nichts mit einem Unterführeranwärter zu tun hat (er hat ja auch sowieso die breite Litze). Leider habe ich aber auch noch keine anderen Informationen gefunden. Kann es sein, dass es vielleicht etwas mit Truppenzugehörigkeit zu tun hat, da die Truppenbeschriftung auf den Schulterklappen ja abgeschafft wurde (z. B. in die Richtung, dass die Angehörigen des GR171 grün-weiße Litzen trugen)?


    @ Stefan: Vielen Dank für die Bilder! Beim schnellen Schauen hab ich ihn jedoch noch nicht gefunden ;)

    Ich kann dir aber mit Gewissheit sagen, dass ich sehr an den Kriegstagebüchern interessiert bin!


    Viele Grüße

    Eric