Kennt jemand das Kriegsgefangenenlager "Radjanka"

  • Hallo zusammen,


    ich benötige euer Wissen und eine kleine Hilfestellung oder einen Hinweis. Mein Urgroßvater ging als Angehöriger des Landesschützen Battalion 224 am 1. März 1945 in Danzig in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Laut Auskunft des Bundesarchivs wurde er am 10. Mai 1945 zunächst nach Deutsch-Eilau verbracht und anschließend nach "Radjanka, UDSSR" transportiert. Er wurde dann am 9. März 1948 aus dem Gewahrsam entlassen.


    Ich werde zum Ort oder Lager "Radjanka" nicht schlau. Zudem ist "UDSSR" natürlich auch ein ziemlich weitläufiger Raum. Kennt diesen Ort jemand von euch?


    Über eine kurze Info oder einen Ansatzpunkt würde ich mich sehr freuen.



    Vielen Dank vorab und viele Grüße

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    in dem Buch "Orte des Gewahrsams von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion" findest du eine Auflistung aller (?) russischen KGF Lager. Allerdings ist es vergriffen. Sollte kein anderer Forumsnutzer dir weitergehende Informationen zukommen lassen, werde ich heute Abend mal darin blättern und dir statistische Informationen geben können. Eventuell könntest du aber vorher die Auskunft des BA hier einstellen. Das schwärzen der wichtigen Dinge wie Bearbeiter, Adresse usw nicht vergessen.


    Viele Grüße

    Sten

    2.FlaRakGrp.38 VersStff 38 in der Truppenküche.

  • Hallo Sten,


    danke für deine schnelle Antwort! Die Informationen, die ich oben schon genannt habe, stellen schon die gesamte Auskunft des BA dar. Einzig die Ergänzung, dass mein Urgroßvater Jahrgang 1900 war und von 1940-1945 als Obergefreiter bei der genannten Einheit eingesetzt war fehlt oben. Er stammte selbst aus Westpreußen (Krs. Rosenberg).


    Viele Grüße

    Jonas

  • grüß euch,


    Jonas, hast du in diesem Thema

    forum-der-wehrmacht.de/index.php?thread/9563/

    bereits gesucht?

    Gefunden habe ich nur Rakitjanka im Ural - ob richtig?


    Bei russischer Kriegsgefangenschaft liegt beim DRK-Suchdienst in München evtl. eine Akte vor. Die könntest du dort anfragen.

    Stell die Anfrage am besten im Namen eines zum Urgroßvater näheren Verwandten. Bei Urgroßvater - Urenkel läuft das bei denen unter Familienforschung und da sind sie nicht zuständig.


    Die umfangreichste Liste zu Lagern hab ich mir mal unter diesem link gemerkt - Am Ende alphabetisch - Radjanka nicht gefunden.

    https://www.cia.gov/readingroo…-00373R000200070012-9.pdf


    VG, Waltraud

  • Hallo Waltraud,


    danke für deinen Hinweis. Beim DRK habe ich bereits angefragt, aber es liegt dort leider nichts über ihn vor (über andere Angehörige schon). Rakitjanka könnte natürlich - zumindest phonetisch - hinkommen.


    Viele Grüße

    Jonas

  • Hallo Jonas


    Du schreibst,

    (über andere Angehörige schon)

    ist Dir darüber was genaueres bekannt ?


    Es gibt Vermisste zu den von mir genannten Lagernummern in der VBL vllt. kann man anhand dessen was ableiten - bzw. ausschließen.


    Band: KA Seite: 331 und Band: KH Seite: 309 - DRK


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich meinte damit, dass ich über andere Angehörige mithilfe des DRK rausbekommen habe, wo sie genau interniert waren. In dem Lager, in dem mein Urgroßvater war, war niemand anders aus meiner Familie. Die waren alle sowohl während des Krieges als auch während der Gefangenschaft ziemlich verteilt. Lediglich von meinem Großvater weiss ich nicht, wo er interniert war. Er war bis August 1946 in britischer Gefangenschaft; das sagt das BA. Das DRK hat über ihn aber keine Aufzeichnungen. Er ist der Nähe des Schwarzwaldes in Gefangenschaft gegangen.


    Viele Grüße

    Jonas

  • Hallo Jonas,


    also in dem oben genannten Buch gibt es kein "Radjanka". Das einzig ähnlich klingende Lager wäre in der Tat Rakitjanka. Allerdings war Rakitjanka kein Lager, sondern der Friedhof zu einem Arbeitsbataillon. Deshalb schließe ich das aus. Es gibt viele Orte die auf Janka enden. Es wird also spannend bleiben. Eventuell kannst du ja trotzdem das Antwortschreiben einstellen. Vielleicht wurde etwas übersehen.


    Viele Grüße


    Sten

    2.FlaRakGrp.38 VersStff 38 in der Truppenküche.

  • Hallo zusammen,

    nahe Rakityanka (Ракитянка) gab es Erzbergwerke, in denen offenbar auch Kriegsgefangene beschäftigt wurden.

    Zitat von der Seite http://cbs.ucoz.ru/index/poselok_rakitjanka/0-128 , die ich mit Google Translate übersetzt habe:

    "Es gibt also keine weiterführenden Schulen Nr. 8 und Nr. 9 mehr, die sich im Dorf Rakityanka befanden, [...]

    Das Gebäude der Schule Nr. 8 beherbergte zunächst ein Lazarett für die Soldaten der Roten Armee, dann ein Lager für Kriegsgefangene."

    Viele Grüße

    Harm / Tetris L

    Suche alles zu: ● 22. Inf.-Div. (insbes. Sanitätsdienste) ● 58. Inf. Div. (insbes. Inf./Gren.Reg. 220) ●




  • Hallo Jonas,


    ich habe im Internet mal ein bisschen geforscht...


    Auf dieser Seite https://ua.geoview.info/rusavaradyanka,7425623 ist ein Ort, eine Gegend oder sonstiges vermerkt. Es ist von"Rusava-Radyanka" die Rede. In der Ukraine.


    Vielleicht hilft das weiter!?


    Nachtrag: Hier https://ua.geoview.info/rusavaradyanka,7425623 ist auch der Ort Winnyzja im Zusammenhang mit Rusava-Radyanka erwähnt.


    Laut Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Winnyzja


    Am 20. März 1944 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert.

    In Winnyzja bestand das Kriegsgefangenenlager 253, Vinnica, für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[11] Schwer Erkrankte wurden hier im Kriegsgefangenenhospital 2081 versorgt.


    Gruß


    Jonas

  • Hallo zusammen,


    danke für eure Hilfestellungen!


    @ Sten: Ich habe die Bilder der Akteneinsicht im Anhang hochgeladen. In dem Antwortschreiben vom BA steht lediglich "aus östlichem Gewahrsam kommend". Ich bin auf das Feedback gespannt.

    Beim DRK gibt es keine Aufzeichnungen über ihn.


    Viele Grüße

    Jonas