Doppeldecker - welcher Typ? = (Heinkel He 46)

  • Hallo an die Spezialisten,


    anbei ein Bild vom Winter 1939-40, vermutlich in Böblingen.

    Da hat ein Flugzeugführer den vor ihm sitzenden Copiloten fotografiert.

    Ich konnte bislang keinen Flugzeugtyp herausfinden.


    1 = In die obere Fläche eingebauter Kreiselkompass (noch nie so gesehen)

    2 = Rückspiegel !

    3 = was ist das?

    4 = Fadenkreuz ! (welchen Sinn machte das, der Flugzeugführer konnte nicht durchschauen und nachsteuern...)

    5 = vermutlich ein in der Frontscheibe eingelassenes Vergrößerungsglas für das Fadenkreuz?

    6 = Blechbeule in der Verkleidung, des ansonsten offenen Sternmotors


    Der Co-Polit hatte, soweit ich herauszoomen konnte, keinerlie Instrumente vor sich.


    Bin gespannt ob das Rätsel gelöst wird.


    Viele Grüße

    ZAG

  • Guten Morgen Peter !!


    Bist du sicher, dass der Pilot nicht doch vorne sitzt? Kenne solche Beschreibungen von Beobachterflugzeugen aus dem 1. WK. Da würde der Rückspiegel auch dazu passen.

    Nr.5 würde ich als Loch in der Frontscheibe sehen, als z.B. letzte Sehmöglichkeit bei verölter Scheibe.



    Gruß Gregor

  • Hallo,


    das Loch dürfte das "Gegenstück" zum Fadenkreuz sein, der Lochrand mußte mit dem Fadenkreuz deckungsgleich sein, denn sonst wäre das Fadenkreuz allein als Visier unbrauchbar.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Liebes Forum,


    ich kann es leider nicht mit Vergleichsmotiven belegen - aber ich bleibe an der Heinkel He 50 "hängen". Die hatte, neben Sternmotor und zwei Sitzplätzen, ein starres MG 17 - was die Beule auf der Motorhaube erklären könnte.


    Hier müssten Heinkel-Spezialisten noch mal genauer schauen...


    Gruss aus berlin


    Henry

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Euere Einschätzungen.


    Das mit dem Piloten vorne oder hinten verstehe ich auch nicht so recht.

    Im I.WK waren bei 2-sitzern der Pilot vorne, und der Bordschütze,Beobachter,Bombenwerfer hinten.


    Manche 2-sitzer Doppeldecker (zivile) der 1930er Jahre hatten den Piloten hinten sitzen, und den Co-Piloten vorne.

    Warum das so war, weiss ich nicht.

    Unter wiki habe ich auch mal ein schönes Bild dieser Anordnung bei einer restaurierten Maschine gesehen,

    finde es aber nicht mehr.


    Fadenkreuz - Danke für die info!


    Bei He50, He46 bin ich mir nicht sicher, da habe ich schon oft geschaut.


    Bin gespannt ob das noch aufgeklärt wird.


    Definitiv hat bei meinem Bild der vorne Sitzende keinerlei Instrumente vor sich, war also "untätig".


    Grüße, ZAG

  • Hallo ZAG!

    ...hier mein laienhafter Deutungsversuch für die Sitzanordnung von Pilot und Co-Pilot/Fluggast in kleineren historischen Zivilmaschinen. Der Platz des Fluggastes, der bei manchen Flügen dabei war, bei anderen aber nicht, war im Schwerpunkt des Flugzeuges angeordnet. Insoweit kam es zu keiner Vertrimmung der Maschine, und es war egal, ob dieser Platz besetzt war oder nicht. Lasten, die immer mitflogen, wie z.B. der Pilot, waren higegen in der Gewichtsverteilung der Maschinen bereits berücksichtigt. Der Pilot konnte jedoch nicht vor dem Schwerpunkt untergebracht werden, da sich dort schon das im Vergleich zum Rest des Flugzeuges relativ schwere Antriebsaggregat in dem kurzen Vorderrumpf befand. Insoweit war es für die Flugperformanz der eher leistungschwachen historischen Maschinen besser, den Piloten hinter dem Schwerpunkt des Flugzeuges zu positionieren, als z.B. bei Flügen ohne Fluggast/Copilot dessen fehlendes Gewicht durch zusätzlich mitgeführten Ballast auszugleichen, um so die erforderliche Schwerpunktlage einzuhalten. Bei militärisch genutzten Maschinen war hingegen immer die gesamte Besatzung an Bord und des wegen konnte der Pilot auch vor dem Beobachter seinen Platz finden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Schorsch

  • Moien,

    wenn genau hinsieht erkennt man vor dem FF ein eingebautes Instrument, ich denke einen Wendehorizont erkennen zu können. (rechts vom FF aus gesehen. Was die Anordnung der Besatzung im 1. Weltkrieg angeht, war es zu Beginn so das der FF hinten saß, der Beobachter vorn. Der FF war nur einen besserer "Kutscher".

    h.

  • Hi,


    aufgrund der Position des Magnetkompasses (Tragfläche) würde ich auch auf eine Henschel tippen.


    Grüße

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Euere Einschätzungen.


    Nach der Beschreibung von Schorsch dachte ich durchzublicken, nach der Beschreibung von Avia und der nochmaligen Sichtung aller meiner

    Doppeldeckerfotos 1912-1940 und wiki nicht mer.....


    Mal FF vorne (meist in den 1920-30ern) , Copilot hinten und umgekehrt (meist 1912-14).

    Nur in einem Fall konnte ich einen Rückspiegel wiederfinden, jedoch nie den Kreiselkompass in der Fläche.


    Bei einer anderen Maschine (unbek) sind beide Sitze sehr gut zu sehen, beide haben Instrumente, Steuerknüppel,

    nur der hintere hat mehr Instrumente und den Kreiselkompass vor sich, also gehe ich von FF aus (wie in meinem Fall oben).

    Der vordere nur 4 Instumente und ein Prellkissen für den Kopf, Stabvisier vor der Scheibe.


    Wenn man die Fantasie einschaltet könnte man bei meinen eingestellten Bild evtl zwei Instrumente erkennen wollen......

    Bild geschärft, aufgehellt, umgekehrt usw.


    Henschel 123 nicht (die einzige mit Sternmotor) weil nur Einsitzer, Motorverkleidung.


    Vielleicht kommt noch was?


    Viele Grüße

    ZAG

  • Hallo zusammen,


    an die He46 als Hochdecker habe ich auch gedacht, und tatsächlich kommts der Lösung nahe.


    Allerdings war bei der He46 der Pilot vorne, und bei meinem Bild fehlen mir sichtbare Instrumente....


    Grüße, ZAG

  • Hallo,
    Ich denke, die Instrumente sind da, sie sind nur wegen eines tiefen Schattens unsichtbar. Die fotografische Emulsion hat im Vergleich zum menschlichen Auge einen ziemlich begrenzten Helligkeitsbereich, daher denke ich, dass die Instrumententafel einfach zu dunkel ist, um auf dem Foto im Detail sichtbar zu sein.


    Grüße

    Grzesio

  • Hallo zus.


    also gut, dann gehe ich mal von dem Hochdecker Heinkel He46 aus.

    Solange keine weiteren Erkenntnisse das aufheben.


    Danke Euch

    Grüße, ZAG

  • Halllofür die He 46 spricht, dass der Führersitz des Flugzeugführers vorne war und seitlich recht hoch geschlossen. Der hinten sitzende Beobachter musste sich seitlich herauslehnen können, um z. B. mit einer Handkamera fotografieren zu können.

    Beste Grüße

    G. Aders

  • Hallo,


    das ist eindeutig eine He 46, zu identifizieren auf anderen Fotos sind:


    der dicke Flügel mit den drei Streben zum Rumpf

    die schwarzen Streben der Kanzelverglasung

    die runden Zugangsklappen (3) an der Flächenhinterkante links und rechts

    der Rückspiegel (4) bei Schleppflugzeugen (die He 46 schleppte DFS 230)

    das Visier (4) und (5) bei Einbau eines starren MG 15 ab Version He 46E

    die Beule (6) bei Einbau eines starren MG 15 ab Version He 46E

    das Zusatzinstrument (1) habe ich nur auf einem einzigen anderen Foto gefunden.

    mit Gruß
    Gerhard Stemmer

  • Augustdieter

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