Luftkampf bei Ansbach 9.4.1945

  • Hallo miteiander!


    am 9. April 1945 führte die 315. Fignter Squadron einen Luftangriff auf einen Zug im Bereich Neunkirchen - WIedersbach (dive bomb and strafe) aus. 8 P-47D Thunderbolt griffen an und wurden während des Angriffs, aus der Sonne von 10 Me109 und 8 Fw190 überrascht. Drei P-47 der 315. Squadron (2Lt. Harry Shafer, 2Lt. Earl Gooding und 1Lt. David Brown) wurden abgeschossen. Eine weitere Thunderbolt wurde beschädigt und ging bei der Landung im Heimatfliegerhorst Luneville zu bruch. die anderen meldeten "claims" an.


    Meine Frage nun: Aus den MACRs der drei US-Piloten (MACR 13699, MACR 13700, MACR 13701 hab ich erst erfahren, dass es überhaupt zu einem größeren "LUftkampf", mit immerhin 20-30 Flugzeugen über Ansbach im APril 1945 gekommen war, bei welchem eine US-Staffel immerhin vier Flugzeuge verloren hat. Was mich nun interessieren würde: Welches deutsche Geschwader war beteiligt und welche Piloten hatten davon an diesem Tag Abschüsse gemeldet? Jemand muss die drei US-Piloten ja abgeschossen haben.


    Ich hatte auf das im fränkischen Raum aktive JG 53 Pik-As getippt, aber laut Geschwaderchronik verlegten die an diesem Tag und führten keine Angriffe durch. Eines der KG (J), etwa 51 oder 54 kann es nicht gewesen sein, die flogen ja Me 262. Kann mir vielleicht einer der Experten helfen? Manche der Kollegen haben doch Zugriff auf deutsche Verlustmeldungen aus dem APril 1945, wobei ich nicht glaube, dass die claims, welche die Amis angemeldet hatten, wirklich stattgefunden haben.


    Mit Grüßen aus Franken,


    Georg

  • Hallo,

    Bei Dill ist für den 09.04.1945 der Abschuss einer Fw 190 der 7./JG 300 durch eine P-47 bei Cadolzhofen vermerkt. Cadolzhofen liegt einige Kilometer nördlich von Wiedelsbach.


    Quelle: Dill, Harald / Hetz, Karlheinz: Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel - ein militärisch-technisches Feature zur Heimatgeschichte Nordbayerns, 3 Bände, Weißenstadt 2014, S. 936/937


    Grüße
    Jörg

  • Moien,

    die drei gefallenen US-Piloten sind in Lorraine American Cemetary beigesetzt. Die 315th FS besteht immer noch, fliegt aktuell F-35.

    Die angegebene Koordinate ist südlich von Leutershausen, gab es da eine Bahnlinie?

    h.

  • Hallo,

    ca. 1500 m südlich von Leuterhausen verläuft immer noch die Eisenbahnlinie Ansbach - Schnelldorf - Crailsheim, hier gibt es z.B. den Bahnhof Leuterhausen-Wiedersbach.
    1945 existierte auch noch die hier nach Süden abzweigende Stichbahn Herrieden - Bechhofen

    Grüße
    Jörg

  • Hallo Jörg und h. vielen Dank für die Hinweise.


    In den MACR steht bei den drei gefallenen US-Pioten drin, dass sie eine Bahnlinie bzw. einen Rangierbahnhof beschossen haben, als sie von den deutschen Fliegern überrascht wurden.


    Dann ist es also sehr wahrscheinlich, dass eine oder zwei Staffeln des JG 300 die deutschen Flieger waren. Ich habe zum JG 300 leider keine gescheite Literatur, geschweige denn eine Abschussliste gefunden. Wenn dann müssten die drei US-Piloten ja am 9.4.1945 drin stehen.


    Laut JG300.de sind am 9.5. der Leutnant Heinemann von der 8. Staffel und der Oberfähnrich Poppe auch 9. Staffel in Oberfranken nach Luftkampf abgeschossen worden- das käme von der Entfernung schon hin.


    Der 3. wäre demnach oben erwähnter VErlust dere 7. Staffel bei Cadolzburg. Weiß mann vielleicht was über den Piloten? Ist irgendwie zu erfahren, welche Piloten vom JG 300 an diesem Tag ABschüsse meldeten?


    Die Claims der 315. FS sind m. E: übertrieben, ich habe da eine Liste gefunden, da haben doch tatsächlich alle 10 P-47 claims angemeldet. Ich hänge sie auszugsweise an, sie stammt von http://raf-112-squadron.org/324thfghonor_roll.html


    Falls mir jemand Abschussdaten oder nähere Hinweise zum JG 300 für den 9. April 1945 mitteilen könnte, wäre das super!


    Gruß aus Franken,


    Georg

  • Moien,

    die Angabe der Absturzstelle für Ltn. Gooding liegt bei Neunkirchen b. Leutershausen ca. 200 Meter von einem Sportgelände entfernt im Acker.

    Die Ltn. Brown und Shafer stürzten in ein Waldgebiet 1 km östlich von Schwanstetten in Richtung A-9 unter Anwendung der US-Angaben.

    h.

  • Guten Morgen,

    Der 3. wäre demnach oben erwähnter VErlust dere 7. Staffel bei Cadolzburg. Weiß mann vielleicht was über den Piloten?

    Dill gibt als Piloten der abgeschossenen Fw 190 einen "Uffz H. Aengenvoort" an.

    Grüße
    Jör

  • Hallo,


    Quote


    Dill gibt als Piloten der abgeschossenen Fw 190 einen "Uffz H. Aengenvoort" an.


    Quote


    Von der 7./JG 300 fiel Uffz. Heinz Aengenvoort nahe Cadolzhofen bei Rothenburg, von der 8. Staffel Ofhr. Friedrich-Wilhelm Poppe nahe Ramsenthal (N Bayreuth) und Ofw. Josef Mittelmair nahe Stimpfach. Zwei weitere Flugzeugführer der II.Gruppe sprangen mit dem Fallschirm ab.

    siehe hier:



    Der Volksbund-Eintrag ist recht dürftig:


    Heinz Angenvoort

    Geburtsdatum-

    Geburtsort-

    Todes-/Vermisstendatum 09.04.1945

    Todes-/Vermisstenortnicht verzeichnet

    Dienstgrad-


    Heinz Angenvoort ruht auf der Kriegsgräberstätte in Krefeld-Hauptfriedhof .Endgrablage: Grab 823


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Georg,


    es wurden wohl folgende Ansprüche anerkannt.


    314th FS -

    2/Lt. Vincent P. Ford 1.0

    1/Lt. George V. McClintic 1.0

    1/Lt. Joseph A. Miller 1.0

    2/Lt. William C. Potter 0.5

    2/Lt. James L. Spencer 0.5


    315thFS -

    1/Lt. Jack T. Hasling 1.0

    2/Lt. Paul G. Long 1.0

    2/Lt. Herman F. Pilsbury 1.0


    Wenn man die 8 (10) Verluste des J.G. 300 vom 9.4.45 anschaut scheint das schon zu passen.


    Grüße,

    Z.S.

    Buinnigear buaidh le foighidinn.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten- ich dachte es handelt sich hier nur um drei US-Versluste, jetzt kommt raus, dass es noch zig Abschüsse von deutschen Fliegern gibt. Was ich mich frage, wie kann es sein, dass die Flieger des JG 300 die Thunderbolts aus der Sonne überraschten und dann trotzdem soviele Verluste erlitten- das passt doch nicht zusammen- sicher die Thunderbolts waren gute Flugzeuge, aber die Fw190 zumindest waren ihnen doch ebenbürtig oder? Wenn ich den Bericht aus dem MACR von 1Lt Brown richtig interpretiere, waren zwei Staffeln Thunderbots im Einsatz- eine die Deckung gab und eine die den Zug angegriffen hat. Ich hänge den Bericht an.


    Hat jemand Zugriff auf die Abschusstabelle des JG 300? Wer könnte denn die US-Piloten erwischt haben?


    Laut Denkmalprojekt.org (Verlustliste JG 300 fielen am 9.4.1945 Oberfeldwebel Josef Mittelmaier und Oberfähnrich Friedrich Poppe, Obergefreiter Fritz Bernau gilt als vermisst.


    Dann käme also Uffz. Heinz Aengenvoort hinzu. Ein Lt. Heimann wurde auch abgeschossen, sprang jedoch mit dem Fallschirm ab. Hat jemand Hinweise zu den anderen, also (3-5) der angeblich 8-10 Verlusten des JG 300?



    Ich überlege mir die Chronik von Bethke und Henning zu besorgen- Ist das diesselbe wie von Lorant/Goyat? Lohnt sich der Kauf, oder ist das nur ein "Bilderbuch"?


    Ich besitze diverse Chroniken von Kampfgeschwader, dort sind, etwa beim KG 51 (J) sauber die Einsätze mit Maschinenverlusten und Personalverlusten aufgelistet- sollte dies bei der Chronik JG 300 nicht der Fall sein bringt sie mir leider nichts.


    Das ganze finde ich unheimlich spannend, da mir nicht bekannt war, dass es Anfang April 1945 noch einen so großen Luftkampf über Mittelfranken gab.


    Das Werk von Dill haber ich mir bestellt, bin schon gespannt, was da so drin steht.


    Zu den gemeldeten Abschüssen. Ich glaube da inzwischen wirklich nur noch das, was sich durch richtige Vorfallbeschreibungen bzw. amtliche Schreiben in einer AKte bestätigen lässt, etwa in den MACR oder von der WAST. In der Chronik JG 53 etwa, stehen ständig Abschüsse drin, die sich laut US-Quellen gar nicht bestätigen lassen-. ich denke halt, dass wird umgekehrt genauso gewesen sein. Z. B. am 5. APril 1945, hat angeblich ein Uffz. Herbert Rollwage von der II./ JG 53 über Würzburg eine THunderbolt abgeschossen-. die aber in den MACR-Berichten gar nicht auftaucht- dort ist nur am 1. APril eine gelistet- ob das dieselbe war? Kurzum es gibt viele Schnipsel, die mühsam zusammengefügt werden müssen, weshalb ich froh über jede Hilfe bin, noch dazu, weil ich mir eigentlich nicht so sehr mit der Luftwaffe befasse :).


    Gruß aus Franken,


    Georg











  • Moien,

    der US-Bericht beschreibt das Standardverfahren von zwei Flights bei Tiefangriffen. Warum trotz Angriff aus der Überhöhung so viele deutsche Verluste? Hauptgrund dürfte die längere und gründlichere Ausbildung der US-Flieger im Vergleich zu dem deutschen Nachwuchs sein. Mein Vater sagte immer, der Nachwuchs konnte Starten, Landen und Geradeausfliegen und wurde eigentlich verheizt. Mir sind zahlreiche, ähnlich verlaufende Luftkämpfe zwischen deutschen und amerikanischen Jägern/Jagdbombern bekannt.

    h.

  • Hallo h.


    danke für die Antwort- das war mir nicht so klar- ich hatte da eher die "Asse" auf deutscher Seite im Gedächtnis.


    Gruß aus Franken,


    Georg

  • Hallo Georg,


    wie H. schon schrieb, waren die deutschen Nachwuchs-Flugzeugführer zu diesem Zeitpunkt den US-Piloten in Sachen Ausbildung und Erfahrung unterlegen. Ende 44 gab es bei der Luftwaffe sie sog. "Windhundausbildung" für Jagdflieger. Das sagt ja eigentlich schon alles. Man darf aber nicht vergessen das die USAAF auch eine quantitative Überlegenheit in der Luft hatte. Respekt vor jedem dt. FF der sich dieser Tatsache bewußt, trotzdem dem entgegengesetzt hatte. Man kann wirklich sagen, mit dem Mut der Verzweiflung.


    Eine Abschußliste des J.G. 300 ist mir in den letzten Jahrzehnten nicht begegnet. Es gibt die Abschriften der Mikrofilme der Abschußmeldungen der Luftwaffe aus dem Bundesarchiv von Tony Wood. Diese enden aber im Dezember 44.


    Die Bände von Bethke/Henning bezeichnen sich als texbegleitender Bildband. Einer der Autoren war seinerzeit im LBB sehr aktiv und verfügt über einen großen Wissensschatz bzgl. des J.G. 300. Schon allein durch die Aufklärung zahlreicher Vermisstenfälle. Die beiden Bände von Lorant/Goyat sind wohl aktuell das beste was es zum Thema gibt. Sowohl qualitativ als auch inhaltlich. Aber auch hier gilt, krtisches Hinterfragen sollte erlaubt sein. Sie sind wohl noch zu entsprechend hohen Preisen beschaffbar. Da muss jeder selbst wissen, ob es einem das wert ist. Ich besitze nur die H./B. Die Bände von L./G. hatte ich leihweise im Besitz.


    Es gibt auch eine Website von Herrn Burkhard Otto zum Thema J.G. 300.


    Grüße,

    Z.S.

    Buinnigear buaidh le foighidinn.

  • Hallo Z.S.


    vielen Dank für die Infos- wie gesagt, ich habe mich bisher eher mit dem Heer beschäftigt, höchstens ab und zu mit dem Fliegerhorst Giebelstadt, bzw. dem KG (J) 51 und 54. und dem KG 53, also den Einheiten, die in Giebelstadt lagen.


    Danke für die Infos, ich habe gerade nochmal beim JG 53 nachgesehen, da sind schon auch viele Verluste verzeichnet, aber eben auch etliche Abschüsse, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann- naja, manches wird wohl gar nicht mehr zu rekonstruieren sein.


    In meinem Bereich (ca. 50 Km um Würzburg) habe ich an Flugzeugabstürzen für das Frühjahr 1945 bisher gefunden:


    Absturz einer Mosquito bei Lenzenbrunn am 7.1.1945

    Absturz einer Me 262 der 1./ KG (J) 51 nach Abschuss durch Mustang bei Giebelstadt am 13.1.1945

    Absturz einer Me 262 der 3./ KG (J) 51 nach Start aufgrund Tragflächenbrand 6 Km westlich Giebelstadt am 2.2.1945

    Absturz einer Me 262 der 1. / KG (J) 54 nach Luftkampf in Platznähe bei Wolkshausen am 17.2.1945

    Absturz einer Me 262 der 3./ KG (J) 54 nach Alarmstadt durch Jabo-Abschuss in Platznähe am 21.2.1945

    Absturz einer Lancaster nach Abschuss, vermutlich abgeschossen von Wilhelm Johnen bei Aufstetten am 16.3.1945

    Absturz einer Lancaster bei Randersacker, vermutlich nach Zusammenstoß am 16.3.1945

    Absturz einer Lancaster bei Sulzdorf-Moos, vermutlich nach Zusammenstoß am 16.3.1945

    Absturz einer Me 262 der 3./ KG 51 (J) nach Beschuss durch Thunderbolt während des Landeanflugs in Giebelstadt am 21.3.1945

    Absturz einer Me 262 der 2./ KG (J) 51 bei missglücktem Landeanflug in Giebelstadt am 22.3.1945

    Absturz einer B-26 der 597. BG während einer Bombardierungsmission des WIFO-Lagers bei Ebrach am 28.3.1945 bei Burgstall/Creglingen

    Absturz einer A-26 der 416. BG während derselben Mission am selben Tag bei Schönaich

    Absturz einer P-47D der 10th FG über Würzburg am 1.4.1945

    Absturz einer Me 109G des JG 53 (Uffz Karl Goller) bei Zimmern-Vilchband am 1.4.1945

    Absturz einer Ju-88 des NJG 6 durch Flak bei Erlach am 4.4.1945

    Absturz einer Ju-88 des NJG 6 durch Flak bei Würzburg am 4.4.1945

    Absturz einer P-47D der 365th FG während eines Angriffs auf LKW an der Straße von Ansbach nach Neustadt Aisch am 6.4.1945

    Absturz einer P-47D der 313th FG während eines Angriffs auf LKW an der Straße von Röttingen nach Creglingen am 6.4.1945

    Absturz der drei oben erwähnten P-47D am 9.4.1945


    Vemutlich gibt es noch mehr Abstürze- aus den US-Reports gehen oft gemeldete Abschüsse von deutschen Fliegern in den ersten beiden Aprilwochen aus dem Gebiet Ochsenfurt-Bad Mergentheim-Ansbach hervor, aber sie sind immer schwer zu finden.


    Grüße aus Franken,


    Georg

  • Moien,

    die von Johnen abgeschossene Lancaster könnte diejenige sein, welche im Zusammenhang mit dem Fliegermord in Sommerhausen steht. (49 Sqn., 5PoW, 2 + ). Das NJG 6 verlor noch weitere Maschinen im Rau Gerolzlhofen, von einem Bruch habe ich Bilder. Am 1. April 45 sind fünf P-47 über Deutschland verloren gegangen, alle von der 9th Airforce. Eine 10FG gab es allerdings nicht. Schreibfehler? Für den 6. April 45 finde ich nur Verluste der 50th FG, (zwei) und eine von der 358 FG. Die Mosquito vom 7. Januar 1945, wenn es eine ist, gehörte schon mal nicht zum Bomber Command RAF.

    h.

  • Hallo h,


    danke für die Infos,


    also das am 1. April war die 10th Fighter Squadron- das war ein Scheibfehler, danke für den Hinweis. Es war die P-47 von Lt. Rollman. am 6.4. habe ich Peterson der 415th Squadron der 50th Group und Carrels der 365th FS der 458. Group. Anfang April muss im Raum Würzburg auch eine P-47 mit der Leitwerksnummer 421030 bei Waldbrunn notlanden, da habe ich aber keinen MACR gefunden.


    Die Mosquito unter Fligth Lieutenant Bonakis ist von der 169. Squadron aus Great Massingham, Norolk des Bomber Command- "Shot Down by a Night Fighter near Aufstetten" sind die am Ende sogar vom NGJ 6 abgeschossen worden?


    Meine Infos stammen von Ancestry.


    Gruß aus Franken,


    Georg

  • Absturz einer Ju-88 des NJG 6 durch Flak bei Erlach am 4.4.1945

    Absturz einer Ju-88 des NJG 6 durch Flak bei Würzburg am 4.4.1945

    Das N.J.G. 6 flog am 3., 4. und 5.4.45 keine Einsätze.

    Die Mosquito unter Fligth Lieutenant Bonakis ist von der 169. Squadron aus Great Massingham, Norolk des Bomber Command- "Shot Down by a Night Fighter near Aufstetten" sind die am Ende sogar vom NGJ 6 abgeschossen worden?

    Das N.J.G. 6 meldete in der Nacht 7./8.1.45 keinen Abschuß einer Mosquito.


    Grüße,

    Z.S.

    Buinnigear buaidh le foighidinn.

  • Moien,

    der Mosquitoverlust dürfte andere Ursachen haben, weder Flak noch Nachtjäger melden für diese Nacht einensolchen (zumindest nach meinen Unterlagen). Die Einheit flog in der No, 100 Group Intruder-Einsätze.

    Ich kenne eine Fotoserie einer bruchgelandeten P-47 an einem kleinen Hang, in der Ferne ist eine für Franken typische Kirche zu sehen. Die Fotos sind auch im Web verfügbar.

    Verluste NJG 6 in Mainfranken


    2. Januar 45

    12./NJG 6

    Angeltürn Ju 88G-6 2Z+PW Nr. 620 752

    Besatzung vier Mann +


    15. Januar 45

    Markbreit nach Bauchlandung in den Main gerutscht Ortsbeginn

    6./NJG 6 Ju 88G-6 2Z+AP Wnr. 620978

    Abschuß durch P-51

    Beobachter gefallen Rest teilweise verletzt



    19. Januar 45 Wetterkundungsflug Bodenberührung Hundsdorf bei Obertrubach neben einem Bauernhof

    12./NJG 6 Ju 88G.-6 2Z+IW

    Besatzung gefallen einschließlich RR Justus Klein, Gruppenemteorologe Stab IV./NJG 6








    6. Febr. 1945

    Markt Bibart

    12./NJG 6 Absturz wegen Instrumentenausfall, Besatzung FSA, in der Nähe muß ein Forsthaus sein


    15./16. Febr. 45 Stockheim-Rügland bei Ansbach neben einem Bauerhof

    Ju 88G-6 2Z+AF WNr. 620 886

    Abschuß durch Mosquito, bis auf den BMF Besatzung gefallen

  • Hallo H.Z. und h,


    vielen Dank für die Infos- die Abstürze bei Erlach bzw. Würzburg waren nicht am 4.4- da waren die Bodenkämpfe um Erlach- das habe ich verwechselt, sondern am 7.4.1945. An diesem Tag sind wohl drei Ju 88 des NJG 6 über Mainfranken abgeschossen worden. Vermutlich von der Flak? Ich komme für das Frühjahr 1945 nun schon auf über 20 FLugzeugabstürze für die Monate Januar bis April 1945 im fränkischen Raum. Hauptsächlich NJG 6, KG 51 (J), KG 54 (J), JG 53 , JG 300 und die oben erwähnten Alliierten Verluste.


    Eine Frage noch- laut Veeh wurden während der Kämpfe in Mainfranken auch diverse Austers abgeschossen- die sind aber nicht in den MACR erwähnt- wenn ich nicht irre, zählten die zur Artillerie. GIbt es dazu INfos? Ich fand eine Auster die am 7.4.1945 in der Gegend von Bad Mergentheim von Günther Seeger vom JG 53 abgeschossen wurde.


    http://www.aircrewremembered.com/LuftwaffeVictoriesByNameDatabase/?q=Auster&qand=&exc1=&exc2=&search_only=&search_type=exact


    Das Thema Luftkriegsverluste über Franken ist echt sehr interessant, ich wusste nicht, dass es soviele Abstürze alleine im Jahr 1945 gab.


    Gruß Georg