Kriegsverdienstkreuz 2 Klasse mit Schwertern

  • Moin,

    Ich hab ne Frage zu der Verleihung des Kriegsverdienstkreuz zweiter Klasse mit Schwertern.

    Aufgrund welcher Kriterien wurde das Kriegsverdienstkreuz an medizinisches Hilfpersonal ausgegeben, und wie sah der entsprechende Orden in der Zeit aus?

    Ich habe im Nachlass meines Opas eine entsprechende Verleihungsurkunde gefunden, weiß aber nicht wofür er den Orden erhalten hat und wie der Orden ausgesehen hat.

    2022-06-26-12-19-47-082.jpg


    Leider kann ich den Unterzeichnenden Kommandeur wie auch den Zusammenhang zur 3 Komp der Kr Transp Abt. 703 nicht ganz nachvollziehen.

    Soweit ich bislang weiß, war die einheit der 2 Panzerarmee unterstellt.

    Warum der Orden durch den Befehlshaber der 1 Panzerarmee vergeben?


    Die Abkürzung konnte ich auch nicht klären:


    " A.Gef.St "


    Kann mir einer von euch was dazu sagen?

    Mfg Torsten

    Das muss das Boot abkönnen!

  • Hallo Torsten,


    Das KVK mit Schwertern 2.Klasse so genauso auf wie das KVK 1.Klasse auf der Verleihungsurkunde.

    Nur befand sich oben eine Öse für das rot-weiss-schwarze Ordensband.

    Verliehen wurde dieser Orden mit Schwertern für "den Einsatz unter feindlicher Waffenwirkung oder besonderer Verdienste in der Kriegführung".

    Damit konnte er praktisch an jeden Soldaten des Feldheeres (dh. Nicht Heimat oder Etappe) verliehen werden, der im weiteren Frontbereich tätig war.


    A.Gef.St. bedeutet "Armee-Gefechtsstand".


    Gruss

    Ingo

  • Hallo !


    In Ergänzung zu allem was bereits korrekt gesagt wurde, findest Du noch weitere Informationen

    zum Orden (Inkl. Fotos) hier :

    https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Orden/kvk.html


    Verleihungsberechtigt waren nur hochrangige Offiziere vom Divisionskommandeur aufwärts.

    Eine KTA hatte aber vermutlich nur einen Major als Kdr.

    Daher hat oft ein General von einer Armee unterschrieben, welcher die Abteilung zu der Zeit unterstellt war.


    In dem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass Du ja bereits einen sehr umfangreichen Thread zu Deinem

    Grossvater am Laufen hast. Da wäre es doch sicher sinnvoll, einen Moderator zu bitten, diesen hier dort anzuhängen,

    damit alle Informationen zusammenbleiben.

    Feldpostnummer 36233


    Die Urkunde schliesst doch z.B. eine wichtige zeitliche Lücke.

    Du hattest ja gefragt, warum die Urkunde vom Kdr. der 1.Pz.Armee unterschrieben wurde und nicht von der 2. Pz.Armee.

    Die 2. Pz.Armee wurde Mitte August 1943 auf den Balkan verlegt.

    https://www.lexikon-der-wehrma…ArmeenPz/Panzerarmee2.htm

    Offensichtlich blieb die Einheit Deines Opas aber an der Ostfront und unterstand dann der 1. Pz.Armee.

    Grober Einsatzraum im November 1943 hier :

    https://www.lexikon-der-wehrma…/Korps/Karte/XXIX1143.jpg


    Beste Grüsse,

    Uwe

    Seltsam, die Infanterie ! Sie fährt nicht, sie reitet nicht und unser himmlischer Vater bewegt sie doch...

  • Moin,

    Besten Dank für eure Hilfe zu diesem und dem anderen Themenbeitag!


    Die bisherigen Einsatzorte der 3 Komp. der Kr.Trsp. Abt 706 lassen sich zwar nur stichpunktartig zusammenfügen, aber immerhin bin ich durch eure Hilfe schon deutlich weiter als ich zu hoffen gewagt hatte.

    Dafür allen Wissengebern nochmal ein riesiges Dankeschön.


    Der Vergabegrund :

    "den Einsatz unter feindlicher Waffenwirkung"

    lässt eine der wenigen mündlich überlieferten Erzählungen meines Opas an seine älteste Tochter (meine kürzlich verstorbene Tante) auf einmal mit einer anderen Relevanz erscheinen.


    Der Erzählung nach, hat sich mein Großvater freiwillig gemeldet, um nicht mehr selber gehfähige Verwundete eines Eliteverbandes aus einem inszwischen von der Front überrollten Verbandsplatz oder eines Krankenreviers zu holen, die beim Absetzen der Sanitätseinheit nicht rechtzeitig abtransportiert werden konnten.

    Beim Transport von zwei nicht mehr gehfähigen Verletzen Soldaten, auf einem Schlitten, wurde mein Opa auf dem Rückweg durch einen Russischen MG Trupp aufgehalten und beschossen.

    Da mein Opa Waffenverweigerer war und deshalb als Sanitäter diente, war es ihm nicht möglich den Weg frei zu machen um die Soldaten durchzubringen.

    Einen der beiden Soldaten hat er dann wohl soweit an die Stellung heran geschleppt das dieser "Kampferpropte Kämpfer "( Zitat aus der Schilderung meiner Tante) , die MG Stellung mit Handgranatenwürfen ausschalten konnte.

    Dadurch war zwar der Weg frei, aber bei der Kontrolle der Stellung hat er wohl drei sehr junge Soviets vorgefunden die durch die Granaten getötet worden sind.

    Der Anblick hat ihn wohl sehr belastet, es war eine der wenigen Geschichten die er erzählt hat.

    Nebenbei die einzige mit direkten Kamphandlungen dieser Art.

    Vielleicht war diese Begebenheit Grund für die Auszeichnung.


    Alle anderen "Geschichten" liegen eher bei der Bergung und Betreuung von Verwundeten sowie mithilfe bei Notoperationen oder davon daß er bei vielen Soldaten in deren letzten Minuten bei Ihnen war und viele schwer Verletzte nach ihren Müttern gerufen haben, wenn eine lebensrettende Versorgung nicht mehr möglich war und die letzen Minuten gekommen waren.

    Einige persönliche Briefe von Kameraden, die ihm nach dem Krieg für ihre Rettung dankten , lassen klar werden welches Grauen auch die Sanitäter durchmachen mussten.






    Das muss das Boot abkönnen!

  • Guten Tag,


    auch für das Kriegsverdienstkreuz (KVK) gab es in der rauen Soldatensprache einige despektierliche Ausdrücke, so Kriegsverlängerungskreuz, Feldküchensturmabzeichen oder Kantinenorden.

    Das nur als kurze Ergänzung zum Thema.


    Freundliche Grüße


    Peter

    (PH)

  • Die Ausdrücke waren mir noch nicht bekannt ° Danke

    Beide Großväter von mir haben das KVK 2 Klasse Schwerter erhalten (Flak und Infanterie Nachschub ) , denke das war der am häufigsten verliehene Kriegsorden in der NS Diktatur .