IR 315: Juli/August 1941

  • @Raúl


    Am 15.7. 1941 richteten sich schwere Angriffe gegen die 52. ID beiderseits der Rollbahn Rogatschew-Bobruisk, am 16.7. mit besonderer Heftigkeit um den Ort Lyskowskaja.



    IR 315 wurde zur Unterstützung der 52. ID zugeteilt. Bereits am 18.7. trat die gesamte 167. ID (damit auch IR 315) unter das Kommando des LIII. AK. Das Regiment marschierte über eine Pflasterstraße aus dem Raum Sjelnik-Lipnizy zum Ortsrand von Bobruisk. II./315 biwakierte auf dem dortigen Flugplatz. Aber noch am gleichen Tag wurde beschleunigtes Vorrücken richtung Rogatschew zum Bach Ola befohlen, um dort in Bereitstellung zu gehen. Dazu wird die I./AR 238 unterstellt. IR 315 übernimmt also die Sicherung von Bobruisk nach Osten, während IR 339 als Sicherung nach Süden eingesetzt wird.



    Am 19.7. marschiert IR 315 durch Bobruisk und überschreitet die Beresina. Das zerstörte Stadtbild ist neben Holzhäusern durch eine unzerstörte Kriche geprägt, während die Eisenbahnbrücke durch eine Spregung beeinträchtigt ist. Als Ersatz ist eine Beresina-Hozbrücke erstellt, auf der in schmalen Kolonnen marschiert werden kann. Der russische Vorstoß bei der 52. ID, Nordflügel. hat inzwischen Sabolje erreicht und befindet sich im Vorgehen auf Maniki. Dort steht ein Bat. der 52. ID in Reserve, IR 315 wird daher 20.7.1941 in Nord-Südrichtung zum Flußlauf Ola vorgezogen, um dort nach Osten zu sichern. Die Ola-Brücken sind zur Abwehr eines möglichen Panzervorstoßes zur Sprengung vobereitet, Kommando des Pio. Btl. 238. Feinkontakt besteht jedoch nicht.



    Am 21.7. gibt es von Südosten her Artelleriefeuer, nach Gefangenenaussagen bei der 52. ID und 255. ID soll ein Großangriff am 22.7. beginnen, beide stehen östlich der 167. ID. IR 315 mit unterstellter I./AR 238 rückt daher weiter nach Osten bis in den Raum Lyskowkaja, sw Tichinitschi vor, dass ursprünglich südlich der rollbahn eingesetzte III./315 wird verlastet und nach Saboldoje transportiert. Die Bewegungen laufen planmäßig, am



    22.7.1941 steht das IR 315 in einer 12 km breiten Front nördlich und südlich der rollbahn: Rgt.Stab und I./315 am Ostrand des Waldes sw Olapischtscha; II./315 ist IR 181 unterstellt und in gegend Satschje,; III./315 ist der 52.ID unm ittelbar unterstellt trifft gegen 6.oo ein und bezieht in Kopowja Quartier. Verlauf des Tages:


    5./315 wird von IR 181 gegen Sabolodje eingesetzt und bringt den Ort wieder in die Hand. Dabei fällt Oberlt. Regler.


    Für den 23.7. ist kein Weitermarsch befohlen. Die Einheiten der 167. ID bleiben in jeweiligen Räumen zur Sicherung. Das verstärkte IR 315 bleibt bei 52. ID unterstellt. In Sabolodje liegen nun 5. und 7./315 unter schwerem Artilleriefeuer, drei Angriffe erfolgen im Laufe des Tages. In der Nacht vom 26.7. zum 27.7.41 löst IR 315 das in der Front stehende bedrängte IR 181 ab, Rgt.stand in Gussarowka, die Btl. hart nördlich (III.) und südlich (II.) der Rollbahn (I. ist in Reserve um Krutschpolje).


    Während des gesamten 27.7.41 werden schwere Angriffe abgewehrt, die von heftigem Artilleriefeuer unterstützt sind. Morgens am 28.7. werden die Angriffe ab 5.oo fortgesetzt. An dem Tag unterstützen erstmals Bomber der Luftwaffe die Abwehrkämpfe. Die russischen Angriffe werden am 29.7. wieder um 5.oo begonnen. Die russische Artillerieunterstützung wird dabei von mindestens 15-20 Batterien durchgeführt, TRommelfeuere jeweils ca. 1,5 Stunden zur Vorbereitung. Die Angriffe sollen insgesamt in Divisionsstärke durchgeführt worden sein., Schwerpunkte bei Strenki, Kostjaschowo und Myk. Dabei erfolgte auch der einsatz von Begleitpanzern, von denen 3 durch Artillerie abgeschossen werden.


    Der 30.7.41 bringt eine spürbare Abschwächung der Angriffe, zunächst nur durch wieder sehr heftiges Artilleriefeuer unterstützt. An den beiden letzten Tagen gab es außerdem bereits zahlreiche Überläufer. Spät in der Nacht werden die Kompanien des IR 315 wieder durch IR 181 abgelöst, Ablösung und rückmarsch verlaufen ohne besondere Ereignisse. Am 31.7. und 1.8.41 sind Ruhetage für das IR 315.



    aus: Mayerhofer, Geschichte des GR 315 der bayerischen 167. ID - Almhütten-Division - 1939-1944.




    P.S. August 1941 folgt nach ....!!

    Edited once, last by cpa95 ().

  • Hallo Raúl,



    bist Du bzgl der 52. ID weitergekommen, bevor ich das IR315 mit dem august 1941 abschließe?


    Wenn ja, könntest Du das dazustellen?



    Grüße
    Thomas

  • Hallo Raúl,


    Vielen Dank für das interessante Material.


    Ist bekannt, welche sowjetischen Einheiten in dem Bereich Rogatschew-Kessel Gomel eingesetzt waren?



    Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas :). Ich denke, dass es gab Truppen der Russe 63 Armee korps - 21 Armee :


    154 SD - 61 SD - 102 SD und 167 SD.


    Sehen sie Hier


    Grüße. Landser 8).

    Edited 2 times, last by landser162 ().

  • Die Schlacht um Rogatschew spielte sich (sowjetische Sicht) am linken Flügel der Kesselschlacht um Smolensk ab. Die 21. Armee hatte die Aufgabe, möglichst in die Flanke der HG Mitte, ihr gegenüberliegend Teile der 2. Armee zu stoßen.



    LAGEKARTEN OKH:
    Am 15.7.1941
    117., 167. und 61. SD vor Rogatschew im Angriff, Flanke des XXIV. AK mot


    unveränderte Lage bis 16.7., dann zusätzlich 154. SD im Angriff Rogatschew nach Nordwesten


    17.7. nördöstlich Rogatschew hinter Dnjepr zusätzlich 154., 151., 143.187. SD in Front bis Nowi Bychow.


    19.7. zwei Linien im Halbkreis um Rogatschew: 61., 167. 117. SD, dahinter 157., 115., 154. SD, recht anschließend 151. SD



    22.7.1941 zusätzlich auftretend 1/3 der 220. SD, Rest wie zuvor. Gros ehört zum 63. Schützenkorps, daneben auftretend "25. Panzerkorps", Teile 102. SD.

  • Hallo Thomas, hallo Raúl,


    zurzeit sichte ich T501 R002 (Befehlshaber des rückwärtigen Heeresgebietes 102/Mitte)
    und möchte in Ergänzung Eurer Ausführungen den Bericht des Befehlshabers
    von Schenkendorff über die Kampfhandlungen westlich von Bobruisk
    vom 24.07.41 bis 11.08.41 einstellen.
    Zuerst die Lagekarte mit der Truppeneinteilung (Anhang Korpsbefehl Nr.36 vom 01.08.),
    dann folgt der Bericht über die Kämpfe.


    Bei den angreifenden sowjetischen Truppen handelte es sich nach den vorliegenden
    Angaben um die
    32. Kav.Div.
    43. Kav.Div.
    47. Kav.Div. und die
    121. Schtz. Div.


    Gruß Christa

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  • Fortsetzung folgt:

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  • Hallo,


    hier noch die Lageskizze zu den abgelaufenen Kämpfen.
    Die rote Linie zeigt den Bereich der Rollbahn R1
    zwischen Sluck und Bobruisk.
    (Gesamtverlauf der R1: Terespol-Brest-Kobryn-Sluck-Bobruisk
    (-Rogatschew)).


    Im Anschluß noch die Kriegsgliederung vom 01.08.1941
    des rückwärtigen Heeresgebietes Mitte.


    Gruß Christa

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  • Hallo Christa,


    mir liegt eine Gefallenen Mitteilung vom 7.8.41, geschrieben vom Oberleutnant u. Kompanieführer vor, die sich mit dem Kampfbericht Seite 6 zu. Pkt.4 deckt.


    "22 km ostwestl. Sluck Straße (genannt Rollbahn I) von Sluck nach Bobruisk am 6. 8.41 .. gefallen"


    Grüße
    fdw56