Fragen nach Bundesarchiv Auskunft zu meinem Opa

  • Liebe Mitglieder,

    ich habe zu meinem Opa Bernhard Hassemer, geboren am 14.12.1924, eine Anfrage beim Bundesarchiv gestellt und zwischenzeitlich eine Rückmeldung erhalten.

    Die Auskunft habe ich angehängt, ebenso wie die Lazarettakten und die Karteikarte.

    Kann mir einer von Euch etwas zu den Einheiten, insbesondere zur Heeres-Festungs-Artillerie-Abteilung 1522 sagen?

    Laut Tessin wurde die Abteilung im September 1944 aufgestellt und dann der 1. Armee im Saarland unterstellt.

    In welchem Lazarett war er nach seiner Verwundung im Raum Metz untergebracht?

    Insgesamt ist mit der Lebenslauf während seiner Wehrdienstzeit nicht ganz klar. Wer kann hier etwas helfen?


    Vielen Dank im Voraus!

    Franziska




    Hassemer, Bernhard 14.12.1924 Scan Karteikarte Kopie.jpg

    Hassemer.Bernhard Kasper.14.12.1924 II.jpg

    Hassemer.Bernhard Kasper.14.12.1924 III.jpg

    Hassemer.Bernhard Kasper.14.12.1924 I.jpg

  • Guten Abend Franziska


    und herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht. Dank Deiner Vorarbeit (Auskunft aus dem Bundesarchiv) wirst Du auf Deine Fragen sicherlich in den nächsten Tagen fundierte Auskünfte erhalten, zumal der Eintrag zu der von Dir angefragten Einheit im Lexikon der Wehrmacht https://www.lexikon-der-wehrma…/ArtAbtFest/FAA1522-R.htm nicht ergiebig ist.


    Viele Grüße

    MP


    Ergänzung:

    Zum Kriegsdienst eingezogen wurde Dein Opa am 12.12.42 zur Stammbatterie Artillerie-Ersatz-Abteilung mot.(orisiert) 105

    Nach seiner Verwundung am 16.11.1944 in Metz war er in den beiden Lazaretten in Tübingen, die auf den Anlagen zur Auskunft des BA ganz oben angegeben sind. Dort entlassen wurde er am 01.01.1945.

    pasted-from-clipboard.png

    Gr.(anat) Splitter li(nkes) Auge li(nker) Oberschenkel aI 31b


    pasted-from-clipboard.png

    Minen-Spl.(itter)-Verl.(etzung) im Gesicht

    Ich bin ständig auf der Suche nach Informationen zu: I. GJR 98 - Hochgebirgsjäger-Bataillon 3 (Hoch 3) - GJR 296 - 157. Geb.Div. - 8. Geb.Div.

    Edited once, last by Monte Pelmo ().

  • Hallo Franziska,


    herzlich willkommen im Forum der Wehrmacht.


    Den militärischen Werdegang deines Opas kann man in Kürze wie Folgt zusammenfassen:


    Er wurde 1942 eingezogen und erhielt in der Artillerie-Ersatz-Abteilung 105 seine Grundausbildung. Im Anschluss daran wurde er 1942/43 in die Reserve-Artillerie-Abteilung 105 versetzt. Dort blieb er bis zur Versetzung zum Artillerie-Regiment 179, ebenfalls im Jahre 1943. Nach dem Lazarettaufenthalt von Mitte Februar 1943 bis Mitte März 1943 wurde er zur weiteren Ausheilung in die Genesenden-Batterie der Artillerie-Ersatz-Abteilung 69 versetzt. Danach kam er 1943/44 über die Marsch-Batterie(n) dieser Abteilung zu dem Artillerie-Regiment 416. Danach war er 1945 dann noch Angehöriger der Festungs-Artillerie-Abteilung 1522.


    Viele Grüße

    Nicco


    Edit: Schon wieder der Eumex ;)

    Edited once, last by Nicco ().

  • Guten Abend Eumex Eumex und Nicco Nicco


    was könnte denn die Erklärung dafür sein, dass der Angefragte lt. Krankenbuch am 01.01.1945 als k.(riegsdienst) v.(erwendungsfähig) zur Volksgrenadierdivision ??? abgegangen ist, diese dann aber in der Auskunft des BA nicht genannt wird?


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    Schönen Abend

    MP

    Ich bin ständig auf der Suche nach Informationen zu: I. GJR 98 - Hochgebirgsjäger-Bataillon 3 (Hoch 3) - GJR 296 - 157. Geb.Div. - 8. Geb.Div.

  • Guten Abend MP,


    möglicherweise konnte der im Krankenbuch verzeichnete Abgang zur VGD aufgrund des Kriegsverlaufes und der Geschehnisse nicht wie geplant stattfinden und stattdessen erfolgte der Abgang zu der in der BA-Auskunft genannten Festungs-Artillerie-Abteilung 1522.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo MP,


    weil das BA nur die Ermittlungsergebnisse anhand der vorhandenen Erkennungsmarkenverzeichnisse mitgeteilt hat. Zu den KBL-Einträgen hat sie nichts geschrieben. Zu seinem Wechsel in die nicht genannte VGD gibt es vermutlich keine Einträge oder evtl. auch keine Verzeichnisse. Evtl. wurde die Einheiten auch vorher zerschlagen und er kam zu dieser FAA 1522.


    Evtl. gibt es noch die Möglichkeit über die Entnazifizierungsakten an weitere Informationen, auch zum Ende des Krieges zu kommen. Im zuständigen Staatsarchiv für den damaligen Wohnort könnten Unterlagen vorhanden sein.


    Gruß Alex

  • Zunächst vielen Dank für die Eure Rückmeldungen und Mühe!


    Anbei noch zwei Fotos. Er war wohl Fernmelder (Rechtes Foto) und ein Foto von seinem Lazarettaufenthalt 1943.

    Welcher Einheit lässt sich die Feldpostnummer zuordnen? Was bedeuten S / 3 / A?


    Henry Jones Die Entnazifizierungsakten liegen wenn ich es richtig verstehe im jeweiligen Landesarchiv?

    Nicco Wie lange dauerte die "Grundausbildung" 1942? Wo fand die Ausbildung statt?

    Monte Pelmo Die Lazarette an sich konnte ich noch nachvollziehen. Schwer tue ich mich damit, zu recherchieren wo das Reservelazarett IV war bzw. das Teil-Lazarett W-Sch oder Balbr über Ludwigsburg lagen.


    Ein Rätsel bleibt mir auch der Karteikarteneintrag zum 12.03.1943.




    Opa 1 Kopie.jpg

  • Franziska,


    das Reservelazarett IV bzw. das Teil-Lazarett W-Sch war die Wildermuth-Schule, das heutige: https://de.wikipedia.org/wiki/…h-Gymnasium_T%C3%BCbingen


    pasted-from-clipboard.png


    Die FPN 17196 D war die FPN der "D-Kompanie" / "D-Batterie" der schweren Reserve Artillerie Abteilung 105.

    Aber mit dem Vermerk S -3- A kann ich selbst nichts anfangen.


    Und den Karteikarten-Eintrag vom 08.04.1943 betreffend die Meldung vom 12.03.1943 kann ich nicht lesen.


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    Dafür wird sich hier im Forum aber sicher noch jemand finden. Eine Lese- und Entzifferungsspezialistin ist hier im Forum z.B. Diana natu02


    Viele Grüße

    MP

    Ich bin ständig auf der Suche nach Informationen zu: I. GJR 98 - Hochgebirgsjäger-Bataillon 3 (Hoch 3) - GJR 296 - 157. Geb.Div. - 8. Geb.Div.

  • Hallo Franziska,


    die Dauer der Grund- und Vollausbildung variierte je nach Waffengattung und Kriegslage zwischen 8 und 16 Wochen, bis zu 21 Wochen in der Panzertruppe. Es gab auch verkürzte Grundausbildungen von lediglich 4 Wochen.


    Hier zwei Einträge aus dem LdW und dem FdW zu dem Themenkomplex Grund- und Vollausbildung in der Wehrmacht:


    https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Wehrdienst.htm,


    Grundausbildungablauf.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hi, Monte,


    dieser Eintrag vom 8.4. bzw. 12.3.43 besagt lediglich: dfg. k.v. z. Tr. = dienstfähig kriegsverwendungsfähig zur Truppe


    War mir wie immer eine Freude :)


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Anbei noch zwei Fotos. Er war wohl Fernmelder (Rechtes Foto

    Guten Morgen Franziska,


    woraus schließt Du, dass Dein Großvater Fernmelder war?


    Gruß vom Bodensee

    MP

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  • Guten Morgen zusammen,


    woraus schließt Du, dass Dein Großvater Fernmelder war?

    vermutlich auf Grund des Ärmelabzeichens eines Funkers.


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Guten Morgen Diana natu02 Die Freude ist ganz meinerseits!


    Guten Morgen Alex Henry Jones


    Vielen Dank für Eure Hilfe zur Beantwortung der Fragen von Franziska. Damit rundet sich das Bild zu ihrem Großvater immer weiter ab.


    Viele Grüße aus dem Badischen

    MP

    Ich bin ständig auf der Suche nach Informationen zu: I. GJR 98 - Hochgebirgsjäger-Bataillon 3 (Hoch 3) - GJR 296 - 157. Geb.Div. - 8. Geb.Div.

  • Hallo,


    das Bild aus dem Lazarett stammt nicht aus Tübingen, sondern aus dem Lazarett in Nancy. Darüber gibt es aber keinen KBL Eintrag. Von Februar bis März 1943 war er dort wegen eines Mandelabszess in Behandlung. Das passt auch zum Krankheitscode - 3 - (Mandelentzündung). Die Datierung zur FPN passt ja auch zum Zeitraum der EM-Meldung vom Bundesarchiv.


    Die Entnazifizierungsakten könnten sich im Landeshauptarchiv in Koblenz befinden. In Rheinland Pfalz kenne ich aber nicht aus. Aber frag doch mal an.


    Viele Grüße

    Alex

  • Hallo,


    das Bild aus dem Lazarett stammt nicht aus Tübingen, sondern aus dem Lazarett in Nancy. Darüber gibt es aber keinen KBL Eintrag. Von Februar bis März 1943 war er dort wegen eines Mandelabszess in Behandlung. Das passt auch zum Krankheitscode - 3 - (Mandelentzündung). Die Datierung zur FPN passt ja auch zum Zeitraum der EM-Meldung vom Bundesarchiv.


    Die Entnazifizierungsakten könnten sich im Landeshauptarchiv in Koblenz befinden. In Rheinland Pfalz kenne ich aber nicht aus. Aber frag doch mal an.


    Viele Grüße

    Alex

    Guten Tag Alex


    dass das Foto im Lazarett von 1943 stammt und damit nicht in einem der Lazarette in Tübingen entstanden ist, in denen der Großvater erst Ende 1944 war, weiß Franziska. Denn sie schreibt anlässlich der Vorlage des Fotos ausdrücklich "... Lazarettaufenthalt 1943".

    Anbei noch zwei Fotos. Er war wohl Fernmelder (Rechtes Foto) und ein Foto von seinem Lazarettaufenthalt 1943.


    Die Lazarette in Tübingen wurden vorliegend deshalb näher erörtert, weil Franziska bereits in Ihrem Eingangspost #1 danach gefragt hatte, in welchem Lazarett er nach seiner Verwundung im Raum Metz war.

    In welchem Lazarett war er nach seiner Verwundung im Raum Metz untergebracht?

    Das waren die beiden Lazarette in Tübingen, nachdem er am 16.11.1944 in Metz verwundet worden war.


    Viele Grüße

    MP

    Ich bin ständig auf der Suche nach Informationen zu: I. GJR 98 - Hochgebirgsjäger-Bataillon 3 (Hoch 3) - GJR 296 - 157. Geb.Div. - 8. Geb.Div.

  • Hallo MP,


    der Hinweis auf das Bild war als Hinweis zu verstehen, auch wenn es oben schon richtig "gedeutet" wurde. Fühl dich nicht immer gleich angegriffen ;)


    Viele Grüße

    Alex

  • Grüß Gott Franziska,


    Fernmelder gibts bei der Bundeswehr...bei der Wehrmacht waren es die Nachrichteneinheiten...,


    Dein Großvater war bei der Artillerie, dort gab es beim Stab eines Artillerie Regiments , einen Nachrichtenzug und bei den Batterien eine Nachrichtenstaffel, dort wurden die Funker eingesetzt, es kam aber auch vor, dass ein Funker zusammen mit einem Offizier als ,, Vorgeschobener Beobachter vor den eigenen Linien eingesetzt war..


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

    P.S. Beim Abzeichen für Nachrichtenpersonal gab es den Blitz in der jeweiligen Waffenfarbe, hier Artillerie dann rot !

  • Hallo!


    Vielleicht kann ich bei der Karteikarte helfen.

    Natürlich ohne Anspruch auf Richtigkeit, da die Handschriften doch sehr speziell sind.


    Also ich erkenne ein:

    dsg ?w z.Tr.


    Den Buchstaben in der Mitte konnte ich leider nicht entziffern.
    Letzteres heißt dann wohl zur Truppe.

    Herzliche Grüße aus der Eifel 🤗

    Informationen über die 296I.D./A.R.296/11.Batterie, 79.I.D./Panzerjäger-Abteilung 179/1. Kompanie, Infanterie-Abteilung 226/14.Pak-Kompanie, Schützen-Regiment 115/Panzergrenadier-Regiment 115/9.Kompanie wären mir sehr willkommen!