Krieg in der Ukraine

  • Hallo uwys,

    d.h. also die Ukraine soll sich aufgeben, das Baltikum, Polen usw. direkt dem neuen russischen Reich anschließen, was ja ungefähr den Forderungen von Putin, Lawrow und Kollegen entspricht. Entschuldige bitte, aber was für ein Weltbild hast du? Es gibt auch Informationsquellen außer RT!

    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,

    Hallo allerseits,


    wie bekommst Putin und Kollegen nach Den Haag?


    Wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht, hat der Haager Gerichtshof damals nach dem Jugoslawienkrieg auch einen der beiden Kriegsverbrecher (Milosevic? Karadzic?) in Abwesenheit verurteilt und erst später gefasst. Der Gerichtshof kann auch jemandem den Prozess machen, wenn er seiner noch nicht habhaft ist. (Vielleicht können die Historker hier helfen?)


    Ich habe auch Bauchschmerzen, wenn ich das Wort "Verhandlungen" hier lese. Mit jemandem, den man als Kriegsverbrecher erachtet, verhandelt man doch nicht. Das haben die Allierten nach dem Ende des 2. Weltkriegs ja auch nicht getan und das, wie ich meine, zu recht.


    Auch wenn man viel an den Nürnberger Prozessen kritisieren kann, so haben sie im Ergebnis doch eine Vorbildfunktion für die Behandlung von Kriegsverbrechen und Kriegsverbrechern. Ich sehe darin eher eine Chance zu zeigen, wie wichtig uns unsere demokratischen Werte sind.


    Warum also nicht Blauhelmtruppen in die Ukraine schicken und zunächst mal die örtlichen russischen Befehlshaber verhaften und sich dann langsam nach oben hoch arbeiten?


    Gruß

    Vom Anhalter

  • Hallo,

    entweder bin ich fern jeder Realität oder ihr.

    Keine Ahnung


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Lieber Anhalter,


    Wieso schlagen wir nicht mit den Stärken unserer Demokratien zurück

    China, Indien*, Rußland, Brasilien uvm. sind im Ranking der Demokratien eher im unteren Bereich** zu finden (hybrides System bzw. moderate/harte Autokratie). Andererseits stellen diese Länder den Großteil der Fläche der Erde und eine deutliche Mehrheit der Weltbevölkerung. Putin ist nicht allein.


    *siehe auch hier

    **und hier


    Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass funktionierende Demokratien nicht mehr das Maß aller Dinge sind. Wenngleich ich jeden Tag froh und dankbar bin, in einer solchen zu leben - und sie mit allem, was ich habe und kann, verteidigen werde.


    Beste Grüße,

    Justus

  • Hallo Justus,


    ja, ich weiß. Guck Dir die Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrates an. Russland ist eines der 5 ständigen Mitglieder (neben China) und hat volles Veto-Recht. Da Russland sich aber nicht an die von ihm selber bzw. der Sowjetunion ausgehandelten Resolutionen hält, sollten die anderen Staaten den Mut und das Rückgrat haben, Russland da rauszuwerfen. https://de.wikipedia.org/wiki/…at_der_Vereinten_Nationen


    Für mich sind die von Dir verlinkten Seiten eher ein Argument dafür, alles zu tun, um die Demokratien zu stärken anstatt die demokratischen Grundsätze einfach dranzugeben, bloß weil da ein Herr Putin seinen Testosteronhaushalt nicht im Griff hat und unter einem unbehandelten ADHS leidet.


    Wenn Trump im Jahr 2024 wieder an die Macht kommt, dann knallt's hier sowieso. Das wäre ziemlich dumm.


    Wir haben mit der UN-Charta und den Resolutionen der UN Mittel in der Hand. Wir sollten sie gefälligst auch nutzen, anstatt tatenlos zuzusehen bzw. mit noch mehr Waffen einen Krieg, in dem Zehntausende sterben, immer weiter anzuheizen und damit die Aggressionen auch noch auf uns zu ziehen.


    Ich will unsere Demokratie nicht aufgeben!


    Gruß

    vom Anhalter

  • Lieber Anhalter,


    in Deutschland und leider auch hier unter den Mitgliedern dieses Forums sind Anzeichen von Korrosion der Demokratie zu verzeichnen, wahrscheinlich ist das normal und nichts fürchterlich Neues! Gerade deswegen sind Kenner, Freunde und Verteidiger unserer Verfassung (wie Du!) so immens wichtig. Demokratie - und das impliziert sogar unser Grundgesetz - muss gleichwohl wehrhaft sein. Auch wenn sie nicht mit denselben Mitteln wie ihre Gegner arbeiten kann und darf. Dies wird gelegentlich an den (virtuellen) Stammtischen außer acht gelassen.


    Zu Putin habe ich heute - ebenfalls auf t-online - eine aufschlussreiche Einschätzung des Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenboom gelesen. Es lohnt sich, darüber einmal nachzudenken.


    Hold Di!

    Justus

  • Hallo Anhalter,

    z.B. auch dich.

    Die jugoslawischen Kriegsverbrecher kann man wohl nicht mit Putin vergleichen.

    Ein komplett abgewirtschaftetes System indem die ehemaligen Strippenzieher, im eigenen Land

    kaltgestellt wurden.

    Dem gegenüber steht Russland, in erster Linie geht es nach den Sanktionen Otto Normalverbraucher schlecht.

    Ein Land mit allen Rohstoffen.

    Wie willst du die in die Knie zwingen?


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Tag allerseits,


    bei Putins Krieg geht es allem Anschein nach nicht nur um die Ukraine. Putins "Unternehmungen" laufen in Richtung Entzweiung der EU. Gewisse Ergebnisse gibt es, die Putin beklatschen wird, nämlich das Ausscheren der

    Ungarn bei den wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Russland, Und in der NATO sieht es ähnlich aus, wenn man sich das Handeln des türkischen Präsidenten betrachtet. Auch die Reaktion der Deutschen auf die massiven

    Einschränkungen bei den Gaslieferungen wird in Putins Medien als Erfolg gesehen und buchstäblich beklatscht. Dass die Europäer die Auswirkungen des Ukraine-Krieges immer deutlicher bei der allgemeinen inflationären

    Entwicklung bemerken, das ist ganz im Sinne Putins. Er hofft, dass es in der EU "Umfaller" geben wird, denen er dann günstigst Rohstoffe anbietet. Genau genommen will Putin die EU und auch die Nato entzweien und vielleicht

    sogar zerstören. Er hat ja neuerdings für diese Vorgehensweise Unterstützer z.B. in China und auch im Iran gefunden. Weitere "Willige" meint er auch in Indien un Brasilien gefunden zu haben.


    Wer die Einschränkungen einer Kriegszeit noch nicht erlebt hat, der muss sich darauf vorbereiten, das wir nicht nur einen Winter mit Heizungsproblemen erwarten, sondern auch massive wirtschaftliche Probleme.

    Wenn wir unsere westlichen Demokratien erhalten wollen, dann hilft uns nur Stärke und das Bewältigen kommender Probleme. Die allgemeine Jammerei, die man teilweise auch in Deutschland schon bemerkt, ist gegenwärtig

    fehl am Platze!


    Grüße

    Bert


    NS: „Wenn wir kein Gas mehr bekommen, sind wir mit Volksaufständen beschäftigt“

    Vorstehende Aussage stammt von unserer Außenministerin

  • Hallo,


    Russland ist nur ein Gigant in Sachen Landesfläche und - somit zwangsläufig - Rohstoffen.


    Das BIP ist gerade mal so groß wie das von Spanien, Einwohnerzahl 144 Mio, rückläufig.


    Überhaupt keine diversifizierte Industrie; das BIP wird dieses Jahr um 10% sinken, die Inflation beträgt 17%.


    Nein, dadurch wird Russland nicht zusammen brechen, aber Russland leidet wesentlich mehr als wir.


    Nur ein Beispiel: fast die komplette Aeroflot-Flotte besteht aus Boeing und Airbus. Keine Ersatzteile, keine Wartung mehr.


    Die Belegschaft kann bald der russische Staat durchfüttern, die halbe Welt kann ohnehin nicht mehr angeflogen werden.


    Über die "militärische Leistung" in der Ukraine schweige ich mich hier Mal aus.


    Warum halten manche Russland für eine unbezwingbare Großmacht?


    Es geht nicht darum in Moskau einzumarschieren, sondern Russland Verluste beizubringen, die Sie auf den Rückzug auf das eigene Staatsgebiet zwingen (analog Afghanistan).


    Die momentane traurige Zukunft für die Russen ist eine Rohstoffkolonie Chinas zu werden.


    LG

    Flo

  • Moin,


    meine persönliche Sympathie gehört dem russischen Volk, Menschen die seit Generationen entmündigt, der Meinungsfreiheit beraubt und wirtschaftlich auf dem Niveau eines Entwicklungslandes gehalten werden. Es ist nicht das Staatsziel der russischen Regierung, seinem Volk Frieden und Wohlstand zu bringen, vielmehr geht es um die Stabilisierung eines Oligarchensystems, an der Spitze Putin. Die Vermehrung sagenhaften Reichtums durch Kleptokratie, Ausbeutung des Volkes und ablenkende Kriege, so geht das System. Das uralte Muster spielt Putin: geht im Inneren vieles den Bach runter, wird ein Krieg ausgelöst. Und wie im "3. Reich", die Bevölkerung läßt sich blenden, Ausgang offen. Bei aller Kritik an den Zuständen in der postsowjetischen Ukraine: Helfen wir diesem Land in ihrem Freiheitskampf gegen die Invasion Putins.


    Beste Grüße


    Horst

  • in Deutschland und leider auch hier unter den Mitgliedern dieses Forums sind Anzeichen von Korrosion der Demokratie zu verzeichnen, wahrscheinlich ist das normal und nichts fürchterlich Neues! Gerade deswegen sind Kenner, Freunde und Verteidiger unserer Verfassung (wie Du!) so immens wichtig. Demokratie - und das impliziert sogar unser Grundgesetz - muss gleichwohl wehrhaft sein. Auch wenn sie nicht mit denselben Mitteln wie ihre Gegner arbeiten kann und darf. Dies wird gelegentlich an den (virtuellen) Stammtischen außer acht gelassen.

    Hallo zusammen,


    da hat Justus eine entscheidende Sache angesprochen.


    Mykola Borovyk wurde1972 in Rudnytske/Ukraine geboren. Er ist Dr. phil., Historiker und Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter der Gedenkstätte KZ Sachsenburg. Auszugsweise aus seiner Veröffentlichung "Von der Geschichtsfälschung zum Angriffskrieg":


    "Ich bin davon überzeugt, dass auch die Wertekrise im Westen ein grundlegender Faktor für die aktuelle Situation in der Welt ist. Diese Krise manifestierte sich vor allem im Widerspruch zwischen dem deklaratorischen Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie und der Tolerierung diktatorischer Regime in der Praxis.


    Wir müssen uns bewusst werden, dass Diktaturen für alle gefährlich sind. Auch für diejenigen, die nicht unter dieser Diktatur leben. Wenn die Ukraine fällt, wird das nicht das Ende, sondern der Beginn der Tragödie sein.


    In der deutschen Verfassung ist verankert, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Dieses Recht steht vor dem Recht auf Leben.


    Die Ukrainer, die jetzt an der Front sterben, gehören zu den wenigen, für die dieses Prinzip nicht bloß leere Worte sind. Sie werden bis zum Letzten kämpfen. Letztendlich bleibt der Ukraine keine andere Wahl, als zu kämpfen."


    »Die Ukraine ist nicht einmal ein Staat« | Blätter für deutsche und internationale Politik


    Grüße

    Jockel

  • Mir bekannte Ukrainer - Familien mit Kindern aus Odessa und der Nähe von Kiew haben so schnell wie möglich Arbeit in Deutschland aufgenommen. Die zwei Schwestern aus dem Management eines deutschen Sportartikel-Herstellers stehen jetzt für weniger Geld am Band. Ihre deutsche Firma hat den 50 ukrainischen Firmenangehörigen und ihren Angehörigen Unterkünfte verschafft. Sie brauchen keine "Eingliederungs - Almosen". Den deutschen Mindestwortschatz haben ihnen auch Englisch sprechende Kolleginnen und Kollegen beigebracht. In Abendkursen vertiefen sie ihn. Ihre vier Kinder lernen mit Erfolg Deutsch in bayrischen Sprachklassen. Ein perfekt deutschsprechender Hörgeräte-Spezialist durfte nach Deutschland ausreisen. Warum die ukrainische Militär-Verwaltung ihn ausreisen ließ trotz Wehrfähigkeit, hängt vermutlich mit seiner Kenntnis der Elektronik-Hersteller und ihrer Elektronik-Lieferanten zusammen... Ihm wurde sehr schnell nach kurzer Einarbeitung in die deutsche Krankenkassen- und Versicherungs - Bürokratie die vakante Leitung einer Niederlassung des Hörgeräte-Herstellers übertragen. Alle wollen so schnell wie möglich in die Heimat zurück. Sie beten, dass ihre Wohnungen und Gärten erhalten bleiben.

    Kann ich verstehen. Ein junger DDR-Schüler siedelte in den 50er Jahren in den Westen um. Er ist bald vor Heimweh gestorben. Irgendwann ist er in die Heimat zurückgekehrt, als die sowjetischen Besatzer hinter ihren 4 Meter hohen Bretterwänden im Ghetto des ehemaligen Landratsamts aus dem ersten Weltkrieg hervorkamen. Nach der Wende verschaffte ihnen der ehemalige DDR-Hygiene-Arzt und erster frei gewählter Oberbürgermeister neumodische Großküchen-Anlagen und Sanitär - Anlagen aus Bundeswehr-Beständen. Nach insgesamt drei Jahren zogen sie ab, nicht auf den Panje-Wagen von 1945, sondern auf geputzten US- Trucks von 1943.Sie wirkten trauriger als die aufatmenden DDR-Insassen. Die Anwohner haben nicht die abendlichen Chöre aus dem Russen-Ghetto vermisst. Ich bete mit den Ukrainern, dass sich die Geschichte von 1989/90 wiederholt mit einem Friedensstifter wie Gorbatschow, frustrierten russischen Generälen und westlichen Geheimdiplomaten mit Koffern voller Westgeld.

    Gruss vom Optimisten jostdieter.


  • Hallo an alle


    Ich bin großer Anhänger der Meinungsfreiheit und habe nie verstanden, warum Politik aus Foren ferngehalten wird normalerweise. Allerdings hat sich meine Meinung mittlerweile geändert, bei einigen (prorussischen) hier hätte ich lieber nie erfahren, was sie denken. Vielleicht ist an der "Verbannung" der Politik aus Foren doch was dran.


    Zum Krieg selbst: Ich bin nach wie vor völlig verwundert über dessen Ablauf. Ich hätte nicht gedacht, Bilder von Geschützen auf freiem Feld zu sehen. Das war laut den lange zurückliegenden Erzählungen meines Vaters kaum im zweiten Weltkrieg möglich. Auch die selbstfahrenden Geschütze feuern lustig, machen aber keinen schnellen Stellungswechsel. Wo ist eigentlich die russische Luftwaffe ? Und warum sehe ich Videos von 2-3 Panzern, die dann durch Artillerie vernichtet werden ? Panzer setzt man doch in großen Mengen ein, um Durchbrüche zu erzielen ? Und das unter einem Luftschirm.

    Wenn das, was ich bisher gelesen habe, einigermaßen korrekt ist, haben die Russen ca. 3000 EINSATZBEREITE Panzer. davon sind 800 -1400 je nach Quelle verloren. Große Mengen an Panzern stehen wohl in Russland herum, aber vermutlich dürfte das Jahre dauern, die einsatzbereit zu machen bzw. sind die ja auch wirklich veraltet.

    Und heute lese ich vermehrt, das die Russen mehr und mehr unter Druck kommen.


    Da fragt man sich natürlich wirklich, wie das enden wird. Ich kann diese Nazi Vergleiche nicht hören, denn weder die Russen noch die Ukrainer sind Nazis, aber der Vergleich Putin mit Hitler drängt sich mir geschichtlich doch etwas auf. Putin spielt das gleiche Va banque Spiel wie einst Hitler, denke ich. Und er überspannt den Bogen, bis alles zusammenbricht.

    Nur was passiert, wenn er es realisiert, bzw. realisiert er es überhaupt ? Ich wundere mich heute noch, das Hitler damals kein Giftgas eingesetzt hat, ich würde mich ebenfalls wundern, falls die Ukrainer die Russen signifikant zurückschlagen, wenn Putin keine taktische Atomwaffe einsetzt.


    Ich hoffe immer noch auf einen (erfolgreicheren) Stauffenberg aus dem Geheimdienst oder der Armee, sonst dürfte wohl kaum jemand an Putin herankommen.


    Nachdenkliche Grüße an alle


    Hans



    PS: Keine Ahnung, ob das erlaubt ist: Hier finde ich oft interessante Videos, aber natürlich schwer zu erkennen, was da echt oder gestellt bzw. gefakt ist. Heute ein Bild eines pro russischen Kämpfers mit MP-40 8|


    🇺🇦Ukraine_Weapons Observer (@UW_Observer) / Twitter
    Monitoring and identification of weapons and other military equipment in Ukraine.
    twitter.com

  • Hallo,


    bei lokalen Quellen auf "Twitter" wurde es schon länger verkündet, jetzt wird auch in größeren Medien berichtet.


    Nach einen Angaben hat die ukrainische Armee eine russische Kräftegruppe mit ca. 1000 Mann in Vysokopillya südlich von Kriwoi Rogeingekesselt:


    Die Nacht in der Ukraine: Offenbar mehr als 1000 russische Soldaten bei Cherson eingekesselt
    In Cherson sollen russische Soldaten in eine „taktische Umzingelung“ geraten sein. Und der ukrainische Präsident sieht die Getreide-Vereinbarung mit Russland…
    www.faz.net


    Bin gespannt, ob da was wahres dran ist.


    LG

    Flo

  • Hallo zusammen,


    Nach einen Angaben hat die ukrainische Armee eine russische Kräftegruppe mit ca. 1000 Mann in Vysokopillya südlich von Kriwoi Rogeingekesselt:


    Die Nacht in der Ukraine: Offenbar mehr als 1000 russische Soldaten bei Cherson eingekesselt In Cherson sollen russische Soldaten in eine „taktische Umzingelung“ geraten sein. Und der ukrainische Präsident sieht die Getreide-Vereinbarung mit Russland… http://www.faz.net


    Bin gespannt, ob da was wahres dran ist.

    Die Meldung, in diesem Fall bei faz.de - aber auch in einigen anderen Onlinemedien - ist ein gutes Beispiel, wie unbestätigte Nachrichten ohne eine Einschätzung und Bewertung kommuniziert werden.

    In unserer Gesellschaft allgemein und bei den Medien ist militärisches Grundwissen verbunden mit einer Fähigkeit zur nüchternen Einordnung leider kaum mehr vorhanden. Dies schliesst in diesem Fall auch die FAZ ein (die sich immer noch punktuell positiv abhebt, welt.de z.B. ist da m.M. völlig indiskutabel)


    Der Begriff "taktische Umzingelung" bedeutet nicht automatisch eine vollständige Einkesselung.

    Als Anfang Juli die ukrainischen Truppen in Lyssytchantsk an drei Seiten zu 70-80% eingekreist waren und nach hinten nur noch ein Korridor von ca. 10km im Wirkbereich der russischen Waffen frei war, wurde der Begriff "taktische Umzingelung" ebenfalls verwendet. Den Ukrainern gelang aus dieser Situation die Räumung und der Rückzug.


    Im Morgenbriefing des ukrainischen Generalstabs , Stand 23.07.2022 6:00 Uhr, ist von einer Einschliessung russ. Truppen in diesem Frontbereich nicht einmal andeutungsweise die Rede.

    Bleibt im Moment die Behauptung des ukrainischen Präsidentenberaters.


    In Kanälen wie z.B war in Ukraine bei YouTube, der sich in den letzten Monaten mit täglichen nüchternen und detaillierten Analysen einen seriösen Ruf erarbeitet hat, wird darauf hingewiesen, dass in diesem auf beiden Seiten eher dünn besetzten Frontabschnitt die Einschliessung eines Verbandes in Größenordnung mindestens eines verstärktem Bataillons im Bereich einer einzelnen kleineren Ortschaft eher unwahrscheinlich ist.


    Abwarten ....


    Gruss

    Hubert

  • Hallo zusammen,

    Hallo Hubert,


    Quote

    Abwarten ....

    genau das ..... wir Wissen nichts und das zu 100% :/

    Hallo,

    die Medien spielen eine erhebliche Rolle, was da an Meldungen durchgeht ist zuweilen Haarsträubend.

    Herr Selensky selbst ist ja aufgrund seiner Beruflichen Karriere ein Kind der Medien und weiss diese geschickt zu nutzen.

    ich wünsche einen schönen Tag

    Jürgen

  • Hallo Justus,


    da du damals meinen Einwurf zu einer Amnesty Quelle nicht verstehen wolltest, siehe dein Beitrag #1.208 vom 24.06.2022 und #1.221 vom 26.6.2022, ja mir sogar recht abenteuerlich "Relativierung" und "Missbrauch" etc. vorgeworfen hast, heute ein neuer Versuch.


    Wieder ein Amnasty-Bericht!


    Ukrainische Kampftaktik bringt Zivilbevölkerung in Gefahr


    - Wohngebiete, Schulen und Krankenhäuser dienen als Militärstützpunkte

    - Angriffe aus dicht besiedelten zivilen Gegenden provozieren Vergeltungsschläge

    - Diese Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht rechtfertigen allerdings nicht die wahllosen Angriffe Russlands mit zahllosen zivilen Opfern


    Ukrainische Truppen gefährden Zivilpersonen, indem sie im Kampf gegen die russische Invasion in besiedelten Wohngebieten, unter anderem in Schulen und Krankenhäusern, Stützpunkte einrichten und von dort Waffensysteme einsetzen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International auf der Grundlage umfassender Recherchen.


    Solche Taktiken verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährden das Leben von Zivilpersonen, da dadurch zivile Objekte als militärische Ziele ins Fadenkreuz geraten. Bei darauffolgenden russischen Angriffen auf diese Wohngebiete wurden Zivilpersonen getötet und zivile Infrastruktur zerstört.


    "Wir sehen hier ein Muster, mit dem die ukrainischen Truppen bei ihren Einsätzen aus Wohngebieten heraus die Zivilbevölkerung in Gefahr bringen und das Kriegsrecht verletzen", so Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International. "Dass sich die Ukraine in einer Verteidigungsposition befindet, entbindet das ukrainische Militär nicht von der Pflicht, sich an humanitäres Völkerrecht zu halten."


    Nicht alle russischen Angriffen, die Amnesty International dokumentiert hat, folgten jedoch dem oben geschilderten Ablauf. An einigen Orten, an denen Russland nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Kriegsverbrechen begangen hat, fanden sich keine Hinweise auf eine Präsenz ukrainischer Truppen in den rechtswidrig durch Russland attackierten zivilen Gegenden – so zum Beispiel in einigen Gegenden in Charkiw.


    Zwischen April und Juli verbrachten Expert*innen von Amnesty International einige Wochen damit, russische Angriffe in den Regionen Charkiw und Mykolajiw und im Donbass zu untersuchen. Sie untersuchten Orte, an denen Angriffe stattgefunden hatten, sprachen mit Überlebenden, Zeug*innen und Angehörigen der Opfer, und führten Fernerkundungen und Waffenanalysen durch.


    Bei diesen Untersuchungen fanden die Amnesty-Mitarbeiter*innen in 19 Städten und Dörfern dieser Regionen Belege dafür, dass ukrainische Truppen aus dicht besiedelten Wohngebieten heraus Angriffe durchführten und Stützpunkte in zivilen Gebäuden einrichteten. Das "Crisis Evidence Lab" von Amnesty International hat einige dieser Geschehnisse zusätzlich durch die Auswertung von Satellitenaufnahmen bestätigt.


    Die meisten der als Stützpunkte genutzten Wohngebiete befanden sich mehrere Kilometer hinter der Front. Es wären tragfähige Alternativen verfügbar gewesen, die keine Gefahr für die Zivilbevölkerung bedeutet hätten – wie zum Beispiel nahegelegene Militärstützpunkte oder Waldstücke oder andere weiter entfernte Gebäude. In den von Amnesty International dokumentierten Fällen liegen keine Hinweise darauf vor, dass das ukrainische Militär die Zivilpersonen in den Wohngegenden aufgefordert oder dabei unterstützt hätte, Gebäude in der Nähe der Stützpunkte zu räumen. Dies bedeutet, dass nicht alle möglichen Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen wurden.


    Angriffe aus besiedelten zivilen Gegenden


    Überlebende und Zeug*innen russischer Angriffe im Donbass und um Charkiw und Mykolajiw berichteten Amnesty-Vertreter*innen, dass das ukrainische Militär zum Zeitpunkt der Angriffe in der Nähe ihrer Häuser aktiv war, was diese Gegenden zur Zielscheibe russischer Vergeltungsschläge machte. Die Expert*innen von Amnesty International konnten dieses Muster an zahlreichen Orten beobachten.


    Das humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, militärische Ziele – soweit praktisch möglich – nicht innerhalb oder in der Nähe dicht bevölkerter Gebiete anzulegen. Es gibt zudem weitere Verpflichtungen zum Schutz von Zivilpersonen vor den Folgen möglicher Angriffe, zum Beispiel durch Evakuieren der Umgebung oder wirksame Warnung vor Attacken, die sich auf die Zivilbevölkerung auswirken könnten.


    Amnesty International sprach mit der Mutter eines 50-jährigen Mannes, der am 10. Juni 2022 in einem Dorf südlich von Mykolajiw bei einem Raketenangriff getötet wurde: "Das Militär hatte sich in einem Nachbarhaus eingerichtet und mein Sohn brachte den Soldat*innen oft Mahlzeiten. Ich habe ihn mehrmals angefleht, sich von dort fernzuhalten, weil ich Angst um ihn hatte. Am Nachmittag des Angriffs hielt sich mein Sohn im Hof auf und ich war im Haus. Er war sofort tot. Sein Körper wurde in Stücke gerissen. Unser Haus wurde teilweise zerstört." Ermittler*innen von Amnesty International fanden in dem Nachbarhaus militärische Ausrüstung und Uniformen.


    Mykola wohnt in einem Stadtteil von Lysychansk (Donbass) in einem Hochhaus, das mehrfach von russischen Angriffen getroffen wurde. Mindestens ein älterer Mann wurde dabei getötet. Mykola sagte Amnesty International: "Ich verstehe nicht, warum unser Militär von den Städten und nicht den Feldern aus feuert." Ein 50-jähriger Mann, der ebenfalls in dem Hochhaus wohnt, sagte: "In der Nachbarschaft kommt es definitiv zu militärischen Aktivitäten. Wenn in die andere Richtung geschossen wird, hören wir danach Schüsse in unsere Richtung." Amnesty-Vertreter*innen sahen, wie Soldat*innen ein Wohnhaus nutzten, das etwa 20 Meter von dem Eingang zu einem unterirdischen Bunker entfernt lag, der von den Bewohner*innen genutzt wurde und in dessen Nähe der ältere Mann getötet wurde.


    Am 6. Mai 2022 nahmen russische Truppen in einer Stadt im Donbass eine Wohngegend, aus der ukrainische Streitkräfte Artillerie abfeuerten, mit Streumunition ins Visier. Streumunition kann – wie der Name schon sagt – aufgrund der Streuung unterschiedslos sowohl Zivilpersonen als auch Soldat*innen treffen und ist daher weithin verboten. Granatsplitter beschädigten das Haus, in dem die 70-jährige Anna mit ihrem Sohn und ihrer 95-jährigen Mutter lebt.


    Anna berichtete: "Granatsplitter flogen durch die Türen. Ich war im Haus. Die ukrainischen Geschütze waren in der Nähe meines Feldes (...) Die Streitkräfte waren hinter dem Feld, hinter dem Haus (...) Seit Ausbruch des Krieges habe ich sie immer mal wieder gesehen (…) Meine Mutter ist (...) gelähmt, daher konnte ich nicht fliehen."


    Anfang Juli wurde ein Landarbeiter verletzt, als die russischen Streitkräfte ein Lagerhaus in der Gegend um Mykolajiw angriffen. Wenige Stunden nach dem Angriff beobachteten Mitarbeiter*innen von Amnesty International ukrainische Militärangehörige und -fahrzeuge in dem Getreidelager. Zeug*innen bestätigten, dass das Lagerhaus, das gegenüber einem bewohnten Bauernhof lag, von der Armee als Stützpunkt genutzt worden war.


    Während Amnesty-Vertreter*innen entstandene Schäden an Wohnhäusern und angrenzenden öffentlichen Gebäuden in Charkiw und in Dörfern im Donbass und östlich von Mykolajiw untersuchten, hörten sie Schüsse aus ukrainischen Militärstellungen in der Nähe.


    In Bachmut berichteten mehrere Anwohner*innen, dass das ukrainische Militär ein Gebäude als Stützpunkt genutzt hatte. Es lag keine 20 Meter von einem zivilen Hochhaus entfernt. Am 18. Mai 2022 schlug eine russische Rakete in die Fassade des Gebäudes ein, zerstörte fünf Wohnungen teilweise und beschädigte benachbarte Gebäude. Kateryna, eine überlebende Bewohnerin, sagte: "Ich verstand nicht, was vor sich ging. [Da waren] zerbrochene Fenster und eine Menge Staub in meiner Wohnung (…) Ich bin hier geblieben, weil meine Mutter nicht weg gehen wollte. Sie hat gesundheitliche Probleme."


    Drei Anwohner*innen berichteten, dass die ukrainischen Streitkräfte vor dem Angriff ein Gebäude gegenüber dem bombardierten Wohnhaus genutzt hatten, und dass zwei Militärfahrzeuge vor einem anderen Haus geparkt waren, das beim Einschlag der Rakete ebenfalls beschädigt wurde. Amnesty International fand innerhalb und außerhalb des Gebäudes Anzeichen für eine Militärpräsenz, zum Beispiel in Form von Sandsäcken und schwarzen Plastikplanen zum Verdunkeln der Fenster sowie neue, in den USA hergestellte Erste-Hilfe-Ausrüstung.


    "Wir können nicht bestimmen, was das Militär tut, aber den Preis dafür zahlen wir", sagte ein Anwohner, dessen Haus bei dem Einschlag beschädigt wurde.


    Militärstützpunkte in Krankenhäusern


    Mitarbeiter*innen von Amnesty International konnten an fünf Orten beobachten, wie ukrainische Streitkräfte Krankenhäuser faktisch als Militärstützpunkte nutzten. In zwei Städten wurden Krankenhäuser von Dutzenden Soldat*innen dazu genutzt, sich auszuruhen bzw. sich dort aufzuhalten und Mahlzeiten zu sich zu nehmen. In einer anderen Stadt feuerte das Militär aus der Nähe des Krankenhauses Geschosse ab.


    Am 28. April wurden in einem Vorort von Charkiw bei einem russischen Luftangriff zwei Mitarbeiter*innen eines medizinischen Labors verletzt, nachdem die ukrainischen Streitkräfte auf dem Gelände einen Stützpunkt eingerichtet hatten.


    Die Nutzung von Krankenhäusern für militärische Zwecke ist ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.


    Militärstützpunkte in Schulen


    Auch Schulen werden in verschiedenen Städten und Dörfern im Donbass und in der Gegend um Mykolajiw von ukrainischen Streitkräften regelmäßig als Stützpunkte genutzt. Die Schulen sind seit Beginn des Konflikts zwar vorübergehend geschlossen, doch in den meisten Fällen befinden sich die Schulgebäude in der Nähe von bewohnten zivilen Vierteln.


    In 22 der 29 von Amnesty-Vertreter*innen besuchten Schulen wurden die Räumlichkeiten entweder gerade von Streitkräften genutzt oder es fanden sich Belege für aktuelle oder frühere militärische Aktivitäten wie etwa Militärkleidung, verbrauchte Munition, Essensrationen und Militärfahrzeuge.


    Das russische Militär griff zahlreiche der von den ukrainischen Streitkräften genutzten Schulen an. In mindestens drei Städten zogen ukrainische Soldat*innen nach russischem Beschuss in andere Schulen in der Nähe um, sodass die umliegenden Stadtteile der Gefahr ähnlicher Angriffe ausgesetzt waren.


    In einer Stadt östlich von Odessa beobachtete Amnesty International ein Schema, nach dem ukrainische Streitkräfte zivile Gebiete als Unterkünfte und Bereitstellungsräume nutzten. So wurden beispielsweise Panzerfahrzeuge unter Bäumen in Wohngebieten abgestellt und zwei Schulen in dicht besiedelten Wohngegenden militärisch genutzt. Zwischen April und Ende Juni schlugen in der Nähe dieser Schulen mehrmals russische Geschosse ein, die mehrere Zivilpersonen verletzten oder töteten. Darunter auch ein Kind und eine ältere Frau, die am 28. Juni ums Leben kamen, als ihr Haus von einer Rakete getroffen wurde.


    In Bachmut nutzten die ukrainischen Streitkräfte ein Universitätsgebäude als Stützpunkt, das am 21. Mai 2022 bei einem russischen Angriff getroffen wurde. Berichten zufolge wurden dabei sieben Soldat*innen getötet. Die Universität grenzt an ein Mehrparteienhaus, das bei dem Angriff beschädigt wurde, sowie an weitere zivile Wohnhäuser in etwa 50 Metern Entfernung. Amnesty International fand ein zerstörtes Militärfahrzeug im Innenhof des bombardierten Universitätsgebäudes.


    Das humanitäre Völkerrecht verbietet es Konfliktparteien nicht ausdrücklich, sich in Schulen einzuquartieren, die nicht in Betrieb sind. Streitkräfte sind jedoch verpflichtet, Schulen, die sich in der Nähe von zivilen Häusern bzw. Wohngebäuden befinden, nach Möglichkeit nicht zu nutzen, es sei denn, es besteht eine zwingende militärische Notwendigkeit. Wenn dies der Fall ist, haben sie die Zivilbevölkerung zu warnen und den Menschen gegebenenfalls bei der Evakuierung zu helfen. Dies scheint in den von Amnesty International untersuchten Fällen nicht geschehen zu sein.


    In bewaffneten Konflikten wird das Recht von Kindern auf Bildung ernsthaft beeinträchtigt. Die militärische Nutzung von Schulen kann zu Schäden an den Schulen führen, die das Recht auf Bildung auch nach Beendigung des Krieges weiter beeinträchtigen. Die Ukraine gehört zu den 114 Ländern, die die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten unterzeichnet haben. Diese Erklärung erlaubt den Konfliktparteien die Nutzung verlassener oder evakuierter Schulen nur dann, wenn es keine umsetzbare Alternative gibt.


    Wahllose Angriffe der russischen Streitkräfte


    Viele der russischen Angriffe, die Amnesty International in den vergangenen Monaten dokumentiert hat, wurden mit unterschiedslos wirkenden Waffen, einschließlich international geächteter Streumunition, oder anderen explosiven Waffen mit großflächiger Wirkung durchgeführt. Bei manchen Angriffen wurden Fernlenkwaffen mit unterschiedlicher Zielgenauigkeit eingesetzt; in einigen Fällen waren die Waffen präzise genug, um bestimmte einzelne Objekte ins Visier zu nehmen.


    Die Praxis des ukrainischen Militärs, zivile Objekte für militärische Zwecke zu nutzen, rechtfertigt in keiner Weise die wahllosen russischen Angriffe. Alle Konfliktparteien müssen jederzeit zwischen militärischen Zielen und zivilen Objekten unterscheiden und alle realisierbaren Vorkehrungen treffen, um den Schaden für die Zivilbevölkerung zu minimieren. Hierzu zählt auch die Auswahl der geeigneten Waffen. Wahllose Angriffe, bei denen Zivilpersonen getötet oder verletzt oder zivile Objekte beschädigt werden, sind Kriegsverbrechen.


    "Die ukrainische Regierung sollte unverzüglich dafür sorgen, dass ihre Streitkräfte nicht in bewohnten Gebieten stationiert werden. Sie sollte Zivilpersonen aus Gebieten evakuieren, in denen das Militär operiert. Streitkräfte dürfen Krankenhäuser nicht zur Kriegsführung nutzen. Schulen und zivile Wohnhäuser dürfen lediglich als letztes Mittel militärisch genutzt werden, wenn es keine anderen gangbaren Alternativen gibt", so Agnès Callamard.


    Amnesty International kontaktierte das ukrainische Verteidigungsministerium am 29. Juli 2022 und legte die Ergebnisse der Untersuchung vor. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 4. August 2022 hatte das Ministerium noch nicht darauf reagiert.
    (Quelle: https://www.amnesty.de/allgeme…-gefaehrdet-zivilpersonen)


    Kiew ist natürlich empört über diese Ergebnisse, genau wie du damals. ;)

    (Quelle: https://www.tagesschau.de/news…raine-donnerstag-147.html)


    Es gibt nur einen Unterschied zwischen den beiden Quellen. Der erste Amnesty-Bericht beinhaltete nur am Rande das Problem, auf das ich schon damals versucht habe hinzuweisen. Dieser zweite Bericht ist dazu natürlich viel detaillierter.


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Moin,


    und was soll uns dieser Beitrag sagen? Ich habe große Hochachtung vor der Arbeit von AI und zweifele nicht an deren Aussagen. Die Ukraine ist in einer verzweifelten Lage: ein diktatorisches Regime mit ungeheuren Militärkapazitäten und revisionistischen und imperialistischen Hintergründen greift sie an und jetzt muß sich nun mit allen Mitteln verteidigen. Klar, wenn das ukrainische Militär in dieser Situation aus strategisch/taktischen Gründen gegen Menschenrechtsregeln verstößt, ist das zu verurteilen, ohne wenn und aber.


    Aber alles das ändert nichts, aber auch gar nichts, an den Putinschen Kriegsverbrechen auf breiter Ebene und von Anfang an. Seine ständigen Lügen, Menschenrechtsverletzungen am eigenen Volk , die Ausbeutung der Menschen, alles ist doch nur der Anfang. Kriegsverbrechen prägen die russische Militärgeschichte. Und die kennen wir auch von unserer Wehrmacht, aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Ich hoffe sehr, dass dieser unerträgliche Krieg bald ein Ende findet und sich das Putinregime auf seine früheren Grenzen zurückzieht.


    Beste Grüße


    Horst