Ahnenforschung zu meinen beiden Grosseltern

  • Hallo liebes Forum,


    also ich befinde mich jetzt schon gut drei Tage mehr oder weniger den ganzen Tag in diesem Forum und Lexikon um zu recherchieren.

    Wahnsinn, was hier ein Wissen rumgeistert! Zudem bin ich total begeistert von der Freundlichkeit und den Umgangsformen.


    Da ich mich jetzt hier schon etwas verlaufen habe, dachte ich mir ich frage mal "persönlich" nach. Ich habe vor ein paar Tagen vom Bundesarchiv Informationen zu meinen Großvätern erhalten. Jetzt bin ich dabei diese, wenn möglich zu kanalisieren. Leider sind die Infos nicht so umfangreich wie ich erhofft habe. Ich würde gerne meine Daten teilen um vielleicht den ein oder anderen interessanten Hinweis/Info zubekommen.

    Ich fange mal mit einem meiner Großväter an:


    1. Infanterie Division

    FPNr.: 23650b


    Stamm-Kompanie Grenadier-Ersatz-Bataillon 3, Braunsberg
    gemeldet: 1943

    3. Kompanie Reserve-Infanterie Bataillon 312
    gemeldet: 1943

    1. Kompanie Infanterie-Regiment 43

    gemeldet: 1944

    Kampf-Marsch-Bataillon 1018

    gemeldet: 1944


    Des Weiteren habe ich aus Antrag auf Kriegsgefangenschaftsentschädigung folgende Informationen:

    Bildschirmfoto 2022-01-12 um 16.52.10.png


    Die Fragen die noch habe:

    So wie ich es aus den Daten (s.Screenshot) entnehme, ist er im März 1943 eingezogen worden. Laut der Auflistung, des Bundesarchiv hat er dann zur Stamm-Kompanie Grenadier-Ersatz-Bataillon 3 in Braunsberg gehört. "Stamm Kompanie" heißt doch immer Mitarbeiter der Kompanie, kein direkter Ersatz oder in Ausbildung. Sehe ich das richtig? Oder kann ich davon ausgehen, dass er dort doch nur seine Ausbildung absolviert hat?

    Dann ist er aber auch direkt in eine andere Reserve 3. Kompanie Reserve-Infanterie Bataillon 312 gerutscht (auch 1943). Also doch nur eine Ausbildung da gehabt oder versetzt worden?

    Mich würde generell interessieren, wo sich mein Opa während des Krieges aufgehalten hat zwischen 1943 in Braunsberg und der Gefangennahme 1945 in Neu Bentschen. Und/oder hat jemand noch interessante Informationen zu dem Kampf in Neu Bentschen? Ich konnte einen Artikel von Karl Hielscher finden, wo etwas über die Schlacht zu finden war. Neu Bentschen befindet sich ca. 1Std westlich von Posen, gehörte das vielleicht mit zudem Abwehrring?

    Wie ihr merkt, habe ich eigentlich keine Ahnung, aber mich würde allerdings alles interessieren, was man rausfinden kann. Falls jemand mehr weiß oder mir auf die Sprünge helfen kann, wäre ich mehr als dankbar. :)


    Beste Grüße

    Jansen



    Gibt es die Möglichkeit zu schauen wo welche Batallione oder Kompanien stationiert waren? Zum Beispiel anhand der Feldpostnr.? Vielleicht gibt es ja eine Website oder so.




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  • Hallo Jansen,


    herzlich willkommen im Forum der Wehrmacht.


    Die FPN 23650 war folgenden Einheiten zugeordnet:


    (Mobilmachung-1.1.1940) Stab I Infanterie-Regiment 43
    (28.4.1940-14.9.1940) Stab I u. 1.-4. Kompanie Infanterie-Regiment 43
    (24.8.1943-5.4.1944) 2.12.1943 Stab I u. 1.-4. Kompanie Grenadier-Regiment 43
    (6.4.1944-9.11.1944) 13.11.1944 gestrichen, wurde Fp.Nr. 36378.


    Der Buchstabe B bedeutet 1. Kompanie.


    Dein Großvater war demnach in der fraglichen Zeit Angehöriger der 1. Kompanie des Grenadier-Regiment 43 das der 1. Infanterie-Division unterstellt war.


    Die Division wurde im April 1945 im Samland zerschlagen.


    Viele Grüße

    Nicco

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  • Hallo Nicco,


    vielen Dank für deine Begrüßung und schnelle Antwort.

    Dass er in der Infanterie/Grenadier Regiment 43 war und zur 1. Kompanie gehörte, wusste ich. Kannst du vielleicht etwas Näheres über die Einsatzorte sagen?

  • Servus Eumex,


    das ist großartig, vielen Dank! Gerade die Feldpostnummer Suche beim DRK ist eine riesige Hilfe.

    Wenn ich mir die Vermisstenlisten so anschaue, kommen mir Fragen auf.

    Alle Personen aus der Kompanie (23650 b), die zw. 11.44 - 2.45 vermisst oder verschollen sind, sind in der Ecke Kaliningrad verschwunden. Allerdings ist mein Opa laut seines Antrags in Neu-Bentschen in Gefangenschaft geraten. Ergibt das Sinn? Oder hat es vlelleicht etwas damit zu tuen das er im Laufe 1944 zum Kampf-Marsch-Bataillon 1018 gehörte und deswegen weg von seiner Kompanie stationiert war?


    Beste Grüße

    Jan

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  • Hallo Jansen,


    da sich die 1. ID im Juli 1944 zwischen Brody und Lemberg befand und im August 1944 nach Ostpreußen verlegte, kann dein Großvater nicht als Angehöriger der 1./Grenadier-Regiment 43 in Neu-Bentschen, das ca. 90 km östlich von Frankfurt (Oder) liegt, in Gefangenschaft geraten sein. Einzelheiten über das Kampfmarschbataillon 1018 sind mir leider nicht bekannt und im Einheitenverzeichnis der Marscheinheiten, hier im Forum, ist diese Einheit zwar aufgelistet, aber ein weiterführender Link existiert nicht:


    Einheiten-Verzeichnis der Marscheinheiten - Verweise.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hi Nicco,


    vielen Dank für die Antwort! Ja, das wundert mich auch sehr. Allerdings hat er es so in seinem Entschädigungsantrag so geschrieben. Am 02.02.1945 in Neu-Bentschen. Es gibt doch eigentlich keinen Grund deswegen eine Falschaussage in einem Entschädigungsantrag niederzuschreiben. Zudem hat er noch geschrieben, dass er bis zum 26.01.45 der Division angehörte und danach vom 26.01.1945 bis zu seiner Gefangennahme am 02.02.1945 einer "neu zusammengestellten Truppe" angehörte. Posen wurde am 26.01. von den Russen erobert. Könnte es sein, dass er aus dem Kessel entkommen konnte? Die Frage wäre dann nur, warum war er dort und nicht in Ostpreußen.


    Ich habe heute noch mit meiner Tante (seiner Tochter) darüber gesprochen. Sie meinte er hat ihr erzählt, dass sie in einem Waldstück aufgegriffen worden sind. Da Rauchschwaden sie verraten haben. Sie hatten es angezündet, weil es so kalt war.

  • Hallo !


    Hier mal ein kurzer Überblick, wie der Ablauf vermutlich war :


    Einberufung 1943 (evtl. zum 24.3.43) zum Grenadier-Ersatz-Bataillon 3 (WK I).

    (In der Stamm-Kompanie wurde er verwaltungsmässig aufgenommen, erhielt

    sein Soldbuch, seine EKM und wurde einer Ausbildungseinheit zugeteilt.

    Aufenthalt ca. 1-2 Wochen).


    Danach erhielt er in der 3. Kp. des Reserve-Infanterie-Btl. 312 seine Grundausbildung.

    Dieses befand sich zu der Zeit ausserhalb der Reichsgrenzen, im Raum Minsk.

    Alle Ausbildungs-Einheiten ausserhalb der regulären Wehrkreise erhielten die Bezeichnung :

    "Reserve -" xyz.


    Nach seiner Ausbildung (typisch 2-4 Monate) wurde er dann zu einer Feldeinheit versetzt.

    In diesem Fall zum Gren.Rgt. 43, das zur 1. Infanterie-Division gehörte.

    Die Links dazu hast Du bereits erhalten.


    Das Kampf-Marschbataillon 1018 wurde vermutlich im März/April 1944 aufgestellt (aus dem Vergleich

    mit anderen Einheiten des gleichen Typs). Weitere Einzelheiten dazu sind nicht bekannt.


    Nach seinen Angaben wurde er entweder wieder der 1. Inf.Division zugeteilt oder der zugehörigen

    Ersatzeinheit.


    Danach kam er zu einer neuen Einheit, mit der er im Raum Neu-Benschen gefangen genommen wurde.

    Welches die letzte Einheit war, wird vermmutlich sehr schwierig herauszufinden sein.


    Beste Grüsse,

    Uwe

    Files

    Seltsam, die Infanterie ! Sie fährt nicht, sie reitet nicht und unser himmlischer Vater bewegt sie doch...

  • Hallo A.M.,


    großes Dankeschön! Das ist super interessant. Aber können Sie nachvollziehen, warum er im Raum Posen (Neu-Benschen) zu diesem Zeitpunkt war, wenn alle aus seiner Division in Ostpreußen gefallen oder verschollen sind in der Zeit?

    Und denken Sie, dass er bei der Verteidigung von Posen dabei war?

    Die "neu zusammen gestellte Truppe" (26.01.45) hat sich genau nach der vollständigen Einkesselung von Posen (25.01.45) formiert.

  • Grüß Gott Jansen,


    da in russischer Gefangenschaft....... hast Du schon beim DRK-Suchdienst,seine Gefangenenakte angefordert..??

    https://www.drk-suchdienst.de/…nfrage-zweiter-weltkrieg/


    Schreib ins Textfeld bei Grund der Suche

    Benötige die Gefangenenakte zu meinen Großvater XY


    Die Akte kommt als Kopie in russisch, wird also nicht übersetzt, aber es wird sich jemand finden der das kann.......

    Darin müßte auch der Ort der Gefangennahme und die letzte Einheit stehen,eventuell sind darin dann noch mehr Informationen erhalten....


    Diese Auskunft ist für Familienangehörige kostenlos


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Ah super! Das ist wunderbar! Das mache ich sofort. Das die Akte in Russisch kommt, macht nichts, meine Frau kann kyrillisch lesen. ;-)

  • Hallo Jan,


    es besteht auch die Möglichkeit, dass dein Opa, vom Heimaturlaub kommend, unterwegs einer anderen Einheit zugeteilt wurde. So ist es einem Zeitzeugen (Angehöriger 1.ID) ergangen, als er Anfang 1945 aus dem Urlaub kam.


    Woher kommt denn dein Großvater?


    Grüße,

    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Hallo Ralf,

    ob er im Heimaturlaub war, kann ich leider nicht sagen.

    Darüber finde ich keine Infos - leider. Aber vielen Dank für den Hinweis. Mein Großvater kam aus dem Sauerland in Nordrhein-Westfalen.

    Beste Grüße

  • Könnte es sein, dass er dem Kampf Marsch Bataillon beigetreten ist, weil er aus dem Urlaub kam und "seine" Truppe nicht mehr erreichbar war?