Eingegrabene Panzer in Berlin 1945

  • Letztendlich waren alle Maßnahmen doch nur ein Spiel auf Zeit?

    Hallo,

    genau das war der Sinn.

    Es gab genügend Fanatiker, welche geglaubt haben das Berlin noch irgendwie durch die Armee Wenck befreit wird,

    oder das amerikanische Truppen bis nach Berlin vorstoßen. Viele haben sich noch "abgesetzt" um die russische Gefangenschaft zu vermeiden.

    ich wünsche einen schönen Tag

    Jürgen

  • Hallo, Hauptmann Peter Rettich, Kommandeur II.Bataillon, Grenadier-Regiment Scharnhorst 1, schrieb in seinem leider verschollenen Tagebuch, dass er im April 1945 mit den an der Elbe zerschlagenen Resten seines Bataillons Richtung Berlin "gegen die Russen" zog und die Russen für ein paar Stunden aus einem Dorf in Brandenburg rausdrängte, wo "die Russen gegenüber der Zivilbevölkerung übel gehaust hatten". Seine Truppe wurde aber von der russischen Übermacht zurückgeworfen und rettete sich in amerikanische Gefangenschaft.

    Peter Wittig, Elbe-Operationen, S. 107: ..verursacht durch das Stillhalten der Amerikaner an der Elbe und die Einstellung der Luftangriffe verbreitete sich unter den deutschen Truppen das Gerücht,

    die Amerikaner hätten die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion abgebrochen.

    Sie richteten sich angeblich auf einen Kampf gegen die Russen ein."

    Das Gerücht verbreitete sich auch in Nordhausen.

    Der Pimpf jostdieter hörte von einem Soldaten, der an sich vom Krieg die Nase gestrichen voll hatte:

    "Gegen die Russen würde ich auch noch mal mitgehen."

    Der Hass auf die Russen war allgegenwärtig...

    Weitere Hoffnung glomm auf, als der amerikanische Präsident starb. Wiederholte sich das Wunder, dass Friedrich der Zweite den Sieg errang, als sein russischer Gegenspieler starb und ein deutschfreundlicher Zar nachfolgte?

    An die Wunderwaffen glaubte 1945 niemand mehr.

    Quote from arnd

    Ich lese hier die ganze Zeit mit, und frage mich hat das Ganze einen militärischen Sinn gehabt?

    Außer irgendwelchem Aktionismus, den der Krieg war sowieso verloren!

    Soweit ich das damals mitgekriegt habe, machten viele Soldaten und Zivilisten einfach aus Pflichtgefühl weiter.

    Resignierend sagte man damals:

    "Geniest den Krieg, der Frieden wird fürchterlich".

    Edited 3 times, last by jostdieter: Datum "m April 1945" ergänzt. Doppel-Text gelöscht. ().

  • Hallo,


    Quote

    Ich lese hier die ganze Zeit mit, und frage mich hat das Ganze einen militärischen Sinn gehabt?

    Außer irgendwelchem Aktionismus, den der Krieg war sowieso verloren!

    sicher war es auch gegenüber den Russen schwieriger, den Absprung zu schaffen und sich zu ergeben. Bei den Westallierten konnte man weitgehend darauf vertrauen, wenn ich mich ergebe, wird mir nichts weiter passieren. Bei den Russen sah das schon anders aus.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    ich gehe mal davon aus, hätte der Krieg mit all seinen Begleiterscheinungen einschließlich dem Umgang mit den Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung im Westen so getobt wie im Osten bzw. hätte er sich in dieser Form auch auf das Gebiet Großbritanniens und der USA erstreckt, dann wären die Westallierten sicher nicht so gut gewesen....



    Grüße


    Ulf

  • Hi

    Kann es sein das wir das Thema etwas verlassen haben?

    Jan

    Suche alles über die Endkämpfe, III.SS-Panzerkorps, 11.SS-Pz.Gren.Div.Nordland und die letzten Gliederungen von Divisionen, Kriegsgliederungen der Armeen

  • Moin,


    ja, Jan, das ist schon richtig. Ich empfinde es aber als hilfreich, wenn sich Diskussionen weiterentwickeln, hin zu der Frage, warum war es so wie es war? Das ist für ein Forum, das sich vorrangig mit der Geschichte der Wehrmacht auseinandersetzt, zentral. Völlig korrekt aber auch, wenn zu dem "engeren" Thema zurückgekehrt wird.


    Beste Grüße


    Horst

  • Hallo zusammen


    Vielen Dank für eure zahlreichen Beiträge

    Wenn von oben Befehle kommen, werden sie ausgeführt.

    Oder man läuft Gefahr, für Befehlsverweigerung noch kurz vor Kriegsende bestraft zu werden.


    Gruß aus dem Norden

    Achim

    das ist natürlich klar


    Wenn der General befiehlt die Fenster zu streichen dann werden sie gestrichen


    Die Soldaten wussten was im Osten abgegangen ist und wussten die Rache wird fürchterlich sein!

    Die "saubere" Wehrmacht war hier ja schon Thema!

    Deshalb haben sie verbissen gekâmpft.

    Das ist natürlich ein Aspekt der einleuchtend ist.


    Noch mal danke für eure Hilfe


    Gruß Arnd

  • Hallo,


    offenbar war die Ausführung der Aufstellung recht unterschiedlich. Einige Panzer wurden bodentief eingegraben, andere nur leicht und mit einem Schuttwall umgeben. Im Anhang der Panther in der Müllerstraße am Weddingplatz vor der Dankeskirche. Handelt es sich bei dem 2. Bild um denselben Panther, da auch hier die Mündungsbremse fehlt?



    Grüße


    Ulf


    Panther_Weddingplatz_chausseestrasse.jpg  Panther_Weddingplatz_chausseestrasse_1.jpg

    Edited once, last by Ulf71 ().

  • Hi

    Denke schon.

    Jan

    Suche alles über die Endkämpfe, III.SS-Panzerkorps, 11.SS-Pz.Gren.Div.Nordland und die letzten Gliederungen von Divisionen, Kriegsgliederungen der Armeen

  • Hallo Arnd,

    Wenn der General befiehlt die Fenster zu streichen dann werden sie gestrichen

    ich sehe da schon einen gewissen Unterschied, ob es um die Verteidigung einer Stadt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geht oder um die "Verschönerung eines Fensters". Ich halte Ironie hier für falsch! Oder habe ich da etwas mißverstanden?


    Gruß aus dem Norden

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Ich halte Ironie hier für falsch! Oder habe ich da etwas mißverstanden?


    Gruß aus dem Norden

    Achim

    Hallo Achim


    Ich meine damit das in der Situation jeder Befehl ausgeführt werden musste!

    Egal wie unsinnig er war, ansonsten waren die fliegenden Standgerichte nicht weit!

    Allerdings sollte das in diesem Thread nicht weiter diskutieren werden, ich denke das würde endgültig zu weit vom Urthema führen!


    Gruß Arnd

  • ich sehe da schon einen gewissen Unterschied, ob es um die Verteidigung einer Stadt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geht oder um die "Verschönerung eines Fensters". Ich halte Ironie hier für falsch! Oder habe ich da etwas mißverstanden?

    Hallo zusammen,


    es ist schwierig aus heutiger Sicht die damaligen Ereignisse zu verstehen. Wie sagte Generalfeldmarschall Keitel als Reaktion auf die Anklage im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess:

    "Für einen Soldaten sind Befehle Befehle".


    Grüße

    Jockel

    Suche alles zu Bau-Pionier-Bataillon 257 ab Oktober 1944

  • Hi

    Nun sie haben alle ihren Eid auf dem Führer geschworen, als der tot war sah das ganz anders aus.


    Kurz!

    Berlin war ein eigener Verteidigungs Bereich. Unterstand also der HGr Weichsel direkt.

    Also mußten die sich selber um alles kümmern.

    Bei den schweren Kämpfen im Vorfeldt von Berlin wurden Einheiten getrennt.

    Die 9.Fj.Div. zog nach norden, was noch lebte kam irgendwie noch nach Berlin rein, das LVI.PzK stand allein im Osten und die 9.Armee wurde so langsam eingekesselt.

    Der Plan sah vor das sich das 56. mit der 9. zu vereinigen. Also zog das 56. Richtung Südwesten.

    Als Hitler befahl das Berlin verteidigt wird befahl er das 56. nach Berlin rein.

    Nur so konnten die sich halten.

    Nachteil, die Versorgungslager waren im Aussenbereich des Bereiches.


    Das 56. hatte über Spähtrupps zur 9. Verbindung aufgenommen. Aber der Befehl und der Eid zwangen das 56. nach Berlin herein.

    Befehl ist Befehl.


    Jan

    Suche alles über die Endkämpfe, III.SS-Panzerkorps, 11.SS-Pz.Gren.Div.Nordland und die letzten Gliederungen von Divisionen, Kriegsgliederungen der Armeen

  • Hallo,


    auch hier am Kaiser-Wilhelm-Platz/Hauptstraße in Schöneberg ist ein kompletter Panther-Schadpanzer eingegraben worden. Man sieht deutlich die Griffe am Heck bzw. die Klappen am Boden.



    Grüße


    Ulf


    Panther_Kaiser-Wilhelm_Platz.jpg  Panther_Weddingplatz_chausseestrasse_Vergleich.jpg

  • Hallo Ulf,

    wenn ich mir die beiden Bilder so ansehe muss ich dir wohl recht geben.


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Ich lese hier die ganze Zeit mit, und frage mich hat das Ganze einen militärischen Sinn gehabt?

    Außer irgendwelchem Aktionismus, den der Krieg war sowieso verloren!

    Hallo Arnd,

    ganz neu war das mit den eingegrabenen Panzern ja nicht.

    Das haben z.B. die Sowjets schon in Stalingrad praktiziert.

    Man sieht die Panzer halt auch nicht (oder spät). Und sie sind dementsprechend aus größerer Entfernung wohl kaum zu bekämpfen.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo,


    Quote


    auch hier am Kaiser-Wilhelm-Platz/Hauptstraße in Schöneberg ist ein kompletter Panther-Schadpanzer eingegraben worden. Man sieht deutlich die Griffe am Heck bzw. die Klappen am Boden.

    wobei ich mich frage, warum man ihn so "liebevoll" vergraben hat. Kein Erdaushub zu erkennen, die Fläche sauber geglättet, der Zaun nahm das Schußfeld.


    Grüße

    Thilo.

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,

    vielleicht war die Schussrichtung ja entgegengesetzt.

    Dafür spricht meiner Meinung nach auch das das Denkmal stehen geblieben ist.


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Hallo,


    dass kein Schutt mehr zu sehen ist liegt m. E. am späten Zeitpunkt der Aufnahme. Die Straßen sind bereits beräumt und sauber. Man erkennt, dass der Zaun nur provisorisch aufgestellt ist. Die Spitze des Platzes ist bereit wieder begrünt, in den letzten Tagen des Krieges sah es da noch anders aus.


    Die Schussrichtung ging am Denkmal vorbei, der Panzer ist etwas versetzt eingegraben, direkt auf die sehr gerade verlaufende Hauptstraße, also gegen in das Zentrum vorrückende Kräfte.



    Grüße


    Ulf


    Hauptstrasse_Schöneberg.jpg