Lesehilfe Schwiegervaters Personenkartei

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,

    auch ich habe Entzifferungsprobleme mit den Angaben auf der P-Kartei meines Schwiegervaters Josef, die ich vom Bundesarchiv erhalten habe.

    Im Wesentlichen handelt es sich im Angaben über Verwundungen und Orte.

    Ich erhoffe mir weitere Erkenntnisse über Josefs Beteiligung an Kämpfen aus denen die Verwundungen resultierten, also die Orte des Geschehens bzw. die dazugehörigen Zeitpunkte.

    Josef gehörte bis 1942/43 zum I.R. 346, was der 217. I.D. unterstellt war, dann der Korps-Abteilung C und anschließend der 68. I.D. (Angaben nur wegen der Erhellung möglicher Namen der Ortschaften u.ä.)


    Das was ich bisher mit meinen Kenntnissen über alte Schriftarten und Abkürzungen herausgefunden habe, findet ihr in der ersten Wordatei. Was mir fehlt ist mit 'XXX' gekennzeichnet.

    Dann folgen 3 Dateien als Ausschnitte aus der P-Karte. Die Qualität der Kopien sind nicht besonders.


    Es ist wirklich nicht viel - aber das würde mir sehr weiterhelfen.


    Vielen Dank schon mal und herzliche Grüße


    Reinhard


    P.S. Ich habe diese Lesebarkeitsfrage aus meinem thread rausgelöst und hoffe, dass dies der richtige Ort ist. Falls nicht bitte ich um Nachricht. Reinhard

  • grüß dich,

    zu den ersten beiden Zeilen:


    27.02.43 | (V2) | 29.01.43 Reserve Lazarett Schierke Harz (Lazarettkrankenbuch 1114) Zellgewebsentzündung

    .................................? Kinn? - v.L.k. Z 606 (vom Leichtkranken-Zug 606)


    lg, Waltraud

  • Hallo,


    anbei ein Versuch. Beim ersten Res. Laz. könnte es sich um das in Schielo (Harz) = Ortsteil von Harzgerode gehandelt haben. Das wird in Gräberkarteikarten mehrfach genannt.


    Viele Grüße

    Bernhard

  • grüß euch,


    mit Verwendung obiger Beiträge - Ausschnitt Teil 3:

    ..................... 09.12.43 gvH (garnisonsverwendungsfähig Heimat) dfg (dienstfähig) Grenadier-Ersatz-Bataillon 346

    20.06.45 | | 05.02.44 Wolka Bosowska circa 15 km SO Chmielnik (Schreibweise lt. g..maps: Wólka Bosowska)

    ..................... Distrikt Radom Gen(eral) Gouv(ernement) leicht verwundet Granatsplitter rechtes

    ...................... Gesäß abg(egeben) H.V.Pl. (Haupt-Verbands-Platz) 2./San. Kp. (Sanitätskompanie) 168 lt. V(erlust)? Meld(ung) ?

    ..................... lfd. Nr. 1


    Semmering A lese ich auch.

    Rest lese ich auch nicht besser als in den anderen Beiträgen #3 und #4 geschrieben.


    lg, Waltraud

    Edited 3 times, last by WMeier ().

  • Liebe Waltraud, lieber Bernhard und Thomas,

    ihr seid großartig. Herzlichen Dank!


    WMeier / Waltraud

    Auf Zellgewebsentzündung wäre ich im Leben nicht gekommen. Das Wort kannte ich bis eben noch nicht einmal auf Neudeutsch. Passt trotzdem - ich habe es mal gegoogelt - Spätfolgen Tuberkolose. Die hatte Josef auch noch nach dem Kriege.


    "lt. Kinn" weist das auf die Stelle der Entzündung hin oder ist das ein Name oder eventuell eine Abkürzung? (mal geraten: 'l(au)t K(ranken) Inn(ere)')

    Bernhard meint, könnte auch Riga heißen - ?? waren dort zu dem Zeitpunkt Kampfhandlungen? das folgende Wort ist wohl eher ein

    'v'

    korpowo / Thomas

    danke auch für den Zusammenhang von Sanitätskompanie 168 mit der 68. I.D. - die 68. I.D. war wohl seine letzte Einheit bevor er im 3./4. Quartal 1944 eine weitere Verwundung erhielt und das Kriegsende wohl im 1. Kriegslazarett, Abteilung 603 (letzte FPN Weihnachten 1944/Januar 1945) verbracht hat. Josef hat den Krieg überlebt, sonst hätte ich nicht seine Tochter heiraten können :saint:.

    Bernhard_63 /Bernhard

    Schielo / Harz, jetzt wo du's schreibst, kann ich es auch so lesen:D. Danke!

    Genauso mit 'Wolka Bosowska', das liegt ziemlich genau 15 km südöstlich von 'Chmielnik'. Klasse!


    Falls ihr Probleme mit der Auflösung der Scans hattet, vielleicht bekommt ihr technisch etwas Besseres raus als ich. Ich würde sie euch auch per PN im Original-Scan vom BAMA zukommen lassen, mit der Bitte um Vertraulichkeit. Es geht ja nicht nur um mich. Auf der P-Karte geht es auch um einen weiteren Soldaten und seine Versorgungsansprüche. Deshalb.


    Ich hänge hier auch noch die Liste der Truppenteile an, die mir das BAMA überlassen hat und die, die ich über Josefs FPN rausgefunden habe. Selbstverständlich fasse ich eure Angaben nochmals zusammen in der Word-Datei.


    Ich danke euch nochmals - ihr habt mich aus dem Zustand monatelanger Grübelei und Hilflosigkeit befreit.

    Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende


    Reinhard

  • WMeier , Bernhard_63


    Hallo Waltraud, hallo Bernhard,

    ich möchte nochmal auf eure Schriftkenntnisse zurückgreifen:

    ich habe einmal mit meinem Sütterlin Schriftfond die Buchstaben der 2. Zeile nachgeschrieben und komme zu dem Ergebnis, dass das 1. Kürzel lt. = laut bedeutet (da sind wir uns wahrscheinlich einig) und das 2. Wort/Kürzel

    = Kuw oder Kuv ergeben könnte. Von der Schrift könnte das sehr gut sein, allerdings kann ich noch keinen Sinn darin erkennen (ich kenne kv und KU)?

    Was denkt ihr?


    Schon mal Dank im voraus.

    Liebe Grüße Reinhard

  • grüß dich,


    - mit "lt." kann ich mich nicht anfreunden - es stört mich der Haken zwischen l und t, und mich stört der Haken rechts oben, wenns ein t sein soll.

    Ich kann aber keine andere Lesart anbieten, sorry.

    - Kuw kann man lesen, wenn kein i-Punkt, sondern ein Strich über dem u - ich habe aber keine Erklärung zu der Abkürzung.


    lg, Waltraud

  • Hallo,


    ist schon jemand auf die Idee gekommen, dass das "lk. Knie" heißen könnte? Das wäre dann eine Zellgewebsentzündung im linken Knie.


    Gruß aus der Mittagspause

    Dinah

    Edited once, last by Dinah ().

  • Liebe Grüße zurück,


    Linkes Knie macht Sinn.

    Danke Dinah und Waltraud.


    Restlos zufrieden grüßt


    Reinhard

  • Liebe Waltraud, WMeier , Lieber Bernhard Bernhard_63 , liebe Forumsmitglieder,


    ich habe in den letzten Tagen nochmals versucht die verschiedenen Informationen in einen logischen Zusammenhang zu bringen.

    Da tun sich was die Lesbarkeit der Akte angeht noch 2 Widersprüche auf, was die Zeitangaben betrifft (Datum).


    - das ist das unwichtigere: die Meldung über den Streifschuss am 28.09.43 und die Übermittlung an die Lazarette in Wien kann nicht vor der Verwundung schon am 02.06.1943 geschehen sein.

    Da müssen wir uns beim Datum getäuscht (logischer Fehler) haben. Gut das ist das Datum des Eintrags, nicht so bedeutend.


    - das (mir) wichtige Datum ist jedoch der letzte Eintrag (05.02.44 Wolka Borowska circa 15 km SO Chmielnik Distrikt Radom). Zu diesem Zeitpunkt müsste Josef G. noch zur Korps Abteilung C am Rande des Kessels von Tscherkassy oder in der Rückwärtsbewegung gewesen sein, etwa bei Rivne. Der "Weg zurück" hat sicherlich noch etwas gedauert bis Chmielnik. Dazwischen lagen laut BA noch ein Truppenteilwechsel von der Korps-Abteiung C hin zur 7. Kompanie des 169. I.R. unterstellt der 68. I.D. Dorthin erhielt Josef seine Feldpost mindestens bis Ende September 1944, ab 12/1944 dann ins 1. Kriegs-Lazarett Abt. 603. Dieses könnte zu diesem Zeitpunkt eben weiter westlich bei Chimielnik stationiert gewesen sein.


    Also 05.02.44 ist voraussichtlich falsch. 05.12.1944 würde jedenfalls mehr Sinn machen, oder alles was zeitlich bis zu 3 Monaten davor liegt.


    Bernhard, du wolltest doch nochmal checken, ob aus dem Scan nochmal Deutlichkeit, Klarheit rauszuholen ist. Jetzt wäre ich dir beonders dankbar dafür.


    Liebe Grüße euch beiden


    Reinhard

  • grüß dich Reinhard,


    erst mal zu "das ist das unwichtigere":

    Mit Datum 02.06.44 wird eingetragen die Meldung vom 18.11.43 Reservelazarett Südbahnhotel Semmering A ...


    Ist das deiner Meinung nach stimmig?


    zu "das (mir) wichtige Datum":

    ich lese weiterhin "5.02.44"


    VG, Waltraud

    Edited once, last by WMeier ().

  • Liebe Waltraud WMeier ,

    herzlichen Dank für deine schnelle Info. Die habe ich natürlich gestern noch gelesen.

    Zum 1.: Ja, das ist stimmig!

    Zu 2.: Ja, auch da lese ich den "5.02.44", aber es lässt mich weiter ratlos.


    Wie oben beschrieben, ist Chmielnik in Polen/Generalgovernement zu diesem Zeitpunkt des WKII noch ca. 300 km weit weg. Da wird man nicht von einem Granatsplitter (leicht) verwundet und an einem Hauptverbandsplatz aufgenommen, um dann in einer anderen Einheit bis 09/1944 weiter zu kämpfen.

    Zumindest leuchtet es mir (!) noch (!) nicht ein. Vielleicht gibt es aber doch eine Erklärung.


    Aber der Eintrag wurde auch am "20.06.45" gemacht.


    Vielen lieben Dank und noch einen schönen 4. Advent.


    Reinhard

  • hallo Reinhard,


    die einzige Erklärung für mich ist, dass die Verwundung noch auf dem Transport vom Infanterie-Ersatz-Bataillon 346 zur Front also in der

    Marsch-Kompanie Infanterie-Ausbildungs-Bataillon 346 erfolgte.

    Es ist auch keine Info/Meldungen vorhanden, wie es genau nach der Verletzung weiterging (Lazarett? zurück zur Truppe?).

    Die nächsten Meldungen sind die Einsätze in den Einheiten - s. deine Tabelle:

    - Feld-Ersatz-Bataillon Panzer-Armee-Oberkommando 1

    https://www.lexikon-der-wehrma…/FeldersatzBtlPAOK1-R.htm

    - 7. Kompanie Infanterie-Regiment 169

    https://www.lexikon-der-wehrma…terieregimenter/IR169.htm

    wobei da ja schon eine Umbenennung erfolgt war:

    https://www.lexikon-der-wehrma…terieregimenter/IR169.htm

    (da stimmt was nicht bei den links, ist 2x das Gleiche)

    Da wird man nicht von einem Granatsplitter (leicht) verwundet und an einem Hauptverbandsplatz aufgenommen, um dann in einer anderen Einheit bis 09/1944 weiter zu kämpfen.

    wie ich geschrieben habe, keine Info. Und Ersatz wurde oft genommen, wo man dessen habhaft werden konnte


    VG, Waltraud

    Edited once, last by WMeier ().

  • Hallo Waltraud,

    momentan versuche ich Josefs Weg anhand der Truppenteile, deren Beteiligung an Kampfhandlungen / Einsatzorten und seinen Verwundungen nachzuvollziehen. Die präzisen Daten der Versetzungen kenne ich (noch) nicht. Aber mit der 217.ID war er in der 3. Welle beim Polenfeldzug, danach beteiligt beim Kampf um Modlin, anschl. kurz in Belgien/Frankreich, wieder an der Ostfront (Baltikum und vor Leningrad), Wolchow, dann die 1. Verwundung (Lazarett Harz) und 2. Verwundung (Wien) mit dem Ende der 217.ID und 'Übergang' in die Korps-Abteilung C bei Tscherkassy und Rückzug bis Rowno/Rivne, wo die 3. Verwundung erfolgte und weiter westlich (Wolka Borowska) behandelt wurde. Da es sich 'nur' um eine leichte Verwundung handelte, ist es wahrscheinlich, dass er dann über das IR 169 in der 68.ID weiter machen musste. wie du sagst, Ersatz wurde oft genommen. Ab 09/44 - 12/44 muss es eine weitere Verwundung gegeben haben, weil er ab 15.12.44 seine Feldpost in ein Kriegslazarett bekam. Und die 68.ID machte dann auch das Licht aus bei Jägerndorf/Schlesien, ich nehme an, auch das Lazarett. Josef taucht dann im 01/46 wieder bei Schwerin auf. Schwierige Zeiten, aber wohl 'Glück im Unglück'.

    Irgendwo habe ich die Tage gelesen, dass die Verwundeten auch teilweise in rückwärtige Lazarette verbracht wurden. Verletzt bei Rowno, ab nach Wolka Borowska, Pflaster drauf und weitermachen in der 7. Kp des I.R. 169 bei der 68.I.D. Das kann also auch eine Erklärung sein.


    Jetzt muss ich nur noch rausbekommen, wo das 1.Kriegslazarett Abt. 603 zu Ende 11/44 und bis Mitte 12/44 stationiert war und was aus denen bis zum 08.Mai 45 geschah. Das sollte wohl auch hier im FdW ausfindig zu machen sein. Ich muss nur noch den richtigen Ort für die Frage im FdW finden. Hast du eine Empfehlung?


    Ich danke dir aufrichtig für deine Unterstützung.


    Frohe Festtage und ev. bis demnächst


    Reinhard

  • Grüß Gott Reinhard,


    danke für den Hinweis auf die SanEinheiten und die FPN stimmt auch überein.


    Danke dir auch ganz besonders für deine früheren Hinweise, die mich haben - zumindest im Groben - Josefs Daten in einen Ablauf bringen lassen, der mir realistisch erscheint und beim derzeitigen Datenstand auch so nachvollziehbar ist. Würdest du das auch so sehen?


    Ich warte noch auf (weitere) Antworten vom Bundesarchiv bezüglich der Daten der Zuordnung/'Versetzungen' zu den diversen Truppenteilen und vom DRK. Dann könnte es genauer werden.


    Vivat Rhenania, schöne Feiertage


    Reinhard