FPN 04271 A

  • Hallo,


    mein Onkel, Heinrich Köster, ist am 20.08.1944 mit 17 Jahren bei Karkli/Lettland gefallen. Er gehörte vom 14.08. - 20.08.44 zum 5. Gren. Reg. 463 (lt. Wehrpass).

    Er wurde nicht geborgen, seine Erkennungsmarke (A0 7784) wurde ihm nicht abgenommen.

    Kann mir jemand etwas genaueres zu dem an diesem Tag statt gefundenen Kampf nordwestlich von Madona sagen? Wie groß war seine Einheit und was ist aus ihr

    geworden? Gibt es Hoffnung auf ein Kriegsgrab?


    Vielen Dank !

    P.S. Gerne gebe ich hier noch seinen letzten unter der o.g. FPN aufgegebener Brief wieder:


    Osten, d. 16.8.44


    Liebe Eltern !


    habt sicherlich schon auf Post von mir gewartet, konnte aber nicht eher schreiben, denn die Schlacht ruft. Macht Euch keine Sorgen, mir geht es jetzt noch immer gut. Habe schon meinen ersten Einsatz hinter mir. Mit meinen Kameraden bin ich nicht mehr mit zusammen. Wo sie sind, weiss ich nicht!? Die meisten sind schon verwundet. Ich habe aber immer Glück gehabt. Bin in Lettland !!!? Wo die Hauptfront ist an die ich bald zurückkehre. Ich verlasse mich auf Gott.


    Es grüßt Heinrich, südlich Karkli

  • Hallo,

    hier die Belegung

    04271

    (Mobilmachung-1.1.1940) Stab II Infanterie-Regiment 463,

    (28.4.1940-14.9.1940) Stab II u. 5.-8. Kompanie Infanterie-Regiment 463,

    (25.1.1943-31.7.1943) Stab II u. 5.-8. Kompanie Grenadier-Regiment 463,

    (7.11.1944-Kriegsende) 9.11.1944 gestrichen.04272

    (28.4.1940-14.9.1940) höherer Artillerie-Kommandeur 301,

    (1.8.1943-23.3.1944) 25.11.1943 General der Artillerie Heeresgruppe D (Oberbefehlshaber West),

    (7.11.1944-Kriegsende) 11.12.1944 General der Artillerie Heeresgruppe I (Oberbefehlshaber West),

    (7.11.1944-Kriegsende) 16.1.1945 General der Artillerie Oberbefehlshaber West I.


    Gruss

    Rainer

    P.S.: Ist diese Feldpostnummer richtig?

    Suum cuique

  • Guten Abend bartleby,


    herzlich willkommen hjier im Forum der Wehrmacht !


    Das Gren Rgt 463 , gehörte zur 263. Infanterie -Division,

    https://www.lexikon-der-wehrma…teriedivisionen/263ID.htm

    siehe auch..Gefechtskalender !

    http://www.maparchive.ru/divis…3_Infanterie-Division.pdf


    Der Zusatzbuchstabe A gehörte eigentlich zum Stab


    Hier etwas zu der Gliederung eines Infanterie Regiments...

    https://www.lexikon-der-wehrma…r/Infanterie-Regiment.htm


    Ist Heinrich Köster hier gelistet,

    https://www.volksbund.de/erinn…enken/graebersuche-online


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

    Edited once, last by Eumex ().

  • Hallo "barleby",


    Heinrich Köster beim Volksbund und unter den Grabkarteikarten bei Ancestry nicht

    aufgeführt.

    Zwei seiner Kameraden von der 5.Kp. sind bei Ancestry mit dem Todestag 20.08.44

    aufgeführt: Josef Reuber und Ewald Metz.

    Diese beiden Soldaten habe ich beim Volksbund auch nicht gefunden.


    Die Grablage der beiden Kameraden: In der Stellung ..


    Heinrich Köster wird wahrscheinlich ein vergleichbares Grab in seiner letzten Stellung

    haben.

    Karkli.jpgKarkli.heute.jpg

    Wenn Du bei Google den Namen des Sees eingibst >Lideres< kannst Du dir das Gebiet

    anschauen.


    Eine theoretische Moglichkeit besteht, daß die drei Soldaten noch geborgen werden.


    Gruß

    Dieter


    Nachtrag:

    Grüß Gott Eumex,

    ich habe diesen Heinrich Köster mit dem Todestag 20.08.44 nicht gefunden.

    Servus

    Dieter

  • Hallo zusammen,


    die FPN scheint zu stimmen. In der VBL sind die vermissten Angehörigen des II./Grenadier-Regiment 463 in Band BU ab Seite 291 aufgelistet. Heinrich Köster ist aber leider nicht dabei.


    Bei dem Volksbund habe ich ihn mit den genannten Daten ebenfalls nicht finden können.


    Viele Grüße

    Nicco


    Edit:

    Ich glaube, ich habe ihn doch gefunden:

    Name: Heinrich Koester,

    Geburtsdatum: 19.10.1926,

    Geburtsort: Dortmund,

    Todes-/Vermisstendatum: 19.08.1944,

    Todes-/Vermisstenort: 6 km ostw. Kursenai,

    Dienstgrad: Grenadier.

    Heinrich Koester wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den, dem Volksbund, vorliegenden Informationen, befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Raudenai - Litauen.

    Edited once, last by Nicco ().

  • Hallo Nicco,


    beide Orte liegen in Litauen. In der DRK-Bildliste sind die Orte mit 08.44 in Lettland.

    Beide Grabkarteikarten von der 5.Kompanie weisen ebenfalls "Karkli" in Lettland aus.


    Gruß

    Dieter

  • Habt vielen Dank für Eure Recherchen!
    Das ist sehr informativ und hat mir sehr geholfen, seine letzten Tage (er war ja nur 6 Tage im Kriegseinsatz) zu rekonstruieren.

    Ja, leider wird er in keiner Grabkartei aufgeführt und wurde "in der Stellung" von Deutschen oder Russen begraben.
    @ Nicco Der Heinrich Köster ist es leider nicht, mein Onkel wurde 10 Tage später am 29.10.26 in Schwarme geboren
    Bleibt ja eigentlich nur die vage Hoffnung, dass irgendwelche Hobbyarchäologen, Such- und Geschichtsvereine irgendwann mit einem Metalldetektor
    auf seine Erkennungsmarke stoßen...
    Gibt es vielleicht irgendwo im Netz auch eine Liste mit den Erkennungsmarken der Wehrmachtssoldaten und den dazugehörigen Namen?


    Nochmals Danke an Rainer, Eumex, Nicco und Dieter und liebe Grüße aus Schwarme!

    Bartleby

  • Hallo,

    ... Bleibt ja eigentlich nur die vage Hoffnung, dass irgendwelche Hobbyarchäologen, Such- und Geschichtsvereine irgendwann mit einem Metalldetektor
    auf seine Erkennungsmarke stoßen...

    zufällig muss dies aber nicht sein, wenn Dir detaillierte Angaben zum Verbleib Deines Onkels vorliegen könntest Du Dich mit der Bitte um Hilfe direkt an den lettischen Verein Legenda wenden - zu deren Tätigkeit (auch in Zusammenarbeit mit dem deutschen Volksbund) gibt es auch schon mehrere Forumsbeiträge.

    Stammen Deine o.g. Informationen aus den Unterlagen/einer Auskunft der ehem. WASt (heute Bundesarchiv/Abt. PA)?


    Gruß, J.H.

    Edit:

    ... Er wurde nicht geborgen, seine Erkennungsmarke (A0 7784) wurde ihm nicht abgenommen ...

    ... Kann mir jemand etwas genaueres zu dem an diesem Tag statt gefundenen Kampf nordwestlich von Madona sagen? ...

    Die Beschriftung der Erkennungsmarke ist unvollständig, normalerweise müsste dort ein Truppenteil (in der Regel der Ersatz-/Ausbildungstruppenteil) genannt sein, bei dem der Träger eingestellt und ausgebildet und von dem dabei auch die Erkennungsmarke gestempelt und ausgegeben wurde. Da die Grablage aber anscheinend noch nicht gefunden wurde, solltest Du die vollständige Beschriftung der EKM besser nicht im Internet veröffentlichen. Es gibt hier im Forum auch schon mehrere Suchanfragen nach Soldaten, die im August 1944 in der Region Madona / Modohn gefallen oder vermisst sind, zu finden z.B. in der Forumssuche mit dem Suchbegriff Modohn.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 2 times, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo "bartleby",


    wie Johann Heinrich richtig anführte, ist die "Legenda" sicher der richtige Ansprechpartner.

    Ich habe seit einiger Zeit direkten Kontakt und recherchiere für "Legenda" auch im Raum

    Modona/ Ergli (Legenda in Zusammenarbeit mit dem Volksbund).


    Ich stelle zunächst einige Auszüge vom AOK.18 ein, die den Zeitraum 19.08.-21.08.44 be-

    treffen (ich muß die Anlagen verteilen, die folgenden sind dann in Anrede und Gruß ver-

    kürzt).

    Von der Gruppe Wegener (r50.AK) muß ich die Kriegstagebücher erst sichten.


    Klar ist, daß Heinrich Köster in der Absetzbewegung in die "Walk.Stellung" gefallen ist,

    die ab dem 19.08.44 erfolgte.

    Da am 20.08.44 keine Stärke-Meldung vom II./463 vorliegt, ist anzunehmen, daß der

    russ. Angriff im Bereich 263.ID besonders stark dieses Bataillon (mit der 5.Kp.) getroffen

    hat.


    Zum Einlesen Auszüge aus den KTB´s des AOK.18 zu der Gruppe Wegener mit der 263.ID:

    19.08.44-AOK.18 957.0107.jpg19.08.44-AOK.18 957.0108.jpg19.08.44-AOK.18 957.0118(a).jpg19.08.44-AOK.18 957.0118(b).jpg19.08.44-AOK.18 957.0119.jpg


    Gruß

    Dieter


    Ps: Es folgen No.2 und No.03

  • Danke auch Dir Johann Heinrich!


    Habe inzwischen einen genaueren Gefechtskalender der 263. Infanteriedivision gefunden. Demnach hatte diese sich am 20.08.44 bereits weiter nördlich bis ostwärts von Ergli zurückgezogen. So ist es ja ein großes Gebiet in dem mein Onkel irgendwo begraben liegt.

    Ich habe meine Informationen zum Gefallenenort (bei Karkli) aus der Mitteilung über seinen Tod aus dem Schreiben seines Lt. u. Reg.führers an meine Großeltern
    (25.08.44 / Einheit 04271 B). Die müssen aber ja nicht unbedingt stimmen (wie die Mitteilung, das er "nicht zu leiden brauchte"). Am 20.10.44 ergänzte der Reg. führer (auf Anfrage meines Grossvaters) seine Auskunft noch dahingehend, dass mein Onkel "mit seiner Gruppe bei einem anderen Regiment unseres Bataillons eingesetzt (war). Diese wurde an jenem Tage vollkommen aufgerieben." Die Nr. dieses Regimentes nannte er nicht.
    Die Nr. der von mir genannten Erkennungsmarke stimmt nicht (ist die Nr. der Kennkarte:(). Ich habe aber auch die Beschriftung und Nr. der Erkennungsmarke (im Kriege).
    Warum sollte man sie nicht im Internet veröffentlichen? Das verstehe ich nicht. Es ist doch die einzige Möglichkeit etwas über seinen genauen Todesort zu erfahren (falls sie irgendwann gefunden werden sollte). Oder sollte ich die Nr. nur bei einer Anfrage beim Bundesarchiv/Abt. PA nennen? (bisher noch nicht erfolgt)

    Gleichwohl beabsichtige ich im nächsten Jahr mal nach Lettland zu fliegen und in memoriam an meinen Onkel mir die Gegend seiner letzten sechs Lebenstage einmal anzuschauen.


    Liebe Grüße

  • Hallo "bartleby",


    im Anhang fünf von ~40 Seiten aus den KTBs des r50.AK´s.


    Alle Seiten stelle ich nicht ein. Bei Bedarf weniger über PN (Datengröße), sonder über

    eine bielibige Mail-Anschrift.


    Am 21.08.44 verlief die Front grob von Ergli bogenförmig zum Südufer Lideres-See.

    Am 20.08.44 wird Karkli erwähnt, insgesamt nur einmal. Auf den weiteren Seiten

    ist neben der 263.ID das GR.463 und auch das II./463 zu finden.


    Wenn man sich in den Überlieferungen vertieft, wäre der Standort des II./463 zu

    ermitteln.

    1250.0158 19.08.44.jpg1250.0153 20.08.44.jpg1250.0432 Karkli 20.08.44.jpg1250.0423 GR.463 21.08.44 !.jpg1250.0428 GR.463 21.08.44 !.jpg


    Gruß

    Dieter

  • Bleibt ja eigentlich nur die vage Hoffnung, dass irgendwelche Hobbyarchäologen, Such- und Geschichtsvereine irgendwann mit einem Metalldetektor
    auf seine Erkennungsmarke stoßen...

    Hallo bartleby


    Wenn es offizielle Sucher sind wird es dokumentiert und er gilt als gefunden!

    Wenn es Grabräuber sind, davon gibt es leider zu viele, wird er weiter als vermisst geführt!

    Warum sollte man sie nicht im Internet veröffentlichen? Das verstehe ich nicht. Es ist doch die einzige Möglichkeit etwas über seinen genauen Todesort zu erfahren (falls sie irgendwann gefunden werden sollte).

    weil du damit den Markt für Raubgräber befeuerst.

    Sollte jemand diese Marke finden und im Internet anbieten wird es es bestimmt nicht umsonst tun!

    Außerdem woher willst du wissen ob es die richtige EM ist?


    Der richtige Weg zur Identifizierung geht nur über die offiziellen Stellen!

    Spondler und Konsorten sind hier im Forum nicht gerne gesehen!

    Sie machen, wie ich oben geschrieben habe, vieles kaputt und wo gekämpft wurde ist meist auch Munition!

    Die kann auch heute noch tötlich sein!


    Gruß Arnd

  • Hallo,

    ... Die Nr. der von mir genannten Erkennungsmarke stimmt nicht (ist die Nr. der Kennkarte:(). Ich habe aber auch die Beschriftung und Nr. der Erkennungsmarke (im Kriege).
    Warum sollte man sie nicht im Internet veröffentlichen? ...

    wie Arnd schon schreibt, musst Du nach einer Veröffentlichung der Erkennungsmarkenbeschriftung leider damit rechnen, dass Dir dann entweder eine Fälschung dieser EKM oder - im schlimmsten Fall - sogar die originale EKM, möglicherweise auch mit Beifunden aus der Grablage, für viel Geld zum Kauf angeboten wird.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!