SS-Angehörige in Oranienburg

  • Hallo zusammen,

    Zur Hausnummer meines Opas,

    Auf der Geburtsurkunde meiner Mutter steht:

    Vater: SS Führer Gerhard, Stephanus, Dominik Swoboda,

    wohnhaft in Oranienburg, Adolf Hitler Damm 136.

    Geboren am 28.06.1939.

    Vom Standesbeamten beurkundet am 29.Juni 1939

    Also war meine Mutter zur damaligen Zeit ein Hausgeburt in Oranienburg.

    Hier wird auch die unterschiedliche Schreibweise der Vornamen wieder mal deutlich.

    Viele Grüße aus Sachsen

    Roland

  • Servus Roland,

    sind Dir Daten zu Deinem Großvater vor dem 15.11.1934 bekannt? Mich würde interessieren, ob Dein Großvater 1933 im Sonderkommando Sachsen war.

    Und was war Dein Großvater von Beruf?

    Vielen Dank für das Teilen Deiner Dokumente und Informationen!

    Hallo Westermann,

    Mein Opa ist erst nach dem 17.Oktober 1934 in die SS eingetreten.

    Und zwar in die 3. Standarte der Politischen Bereitschaften Sachsen.

    Das Schreiben wurde unterschrieben von Karl Otto Koch, damals SS Hauptsturmführer im Schutzhaftlager in Sachsenburg. (ab Dez. 1934 KZ Sachsenburg).

    Vor dem 15.11.1934 war mein Opa Musiker, Pianist

    und Sänger in verschiedenen Konzerthäusern in Deutschland.

    Deswegen hat er sich für die neu zu gründende Stelle des Musikzugführers beworben.

    Und deshalb war er danach auch Musikzugführer in Dachau und dann ab

    1. April 1938 Musikzugführer des 2. SS-Totenkopfverbandes Brandenburg ernannt worden.

    Viele Grüße aus Sachsen

    Roland

  • Hallo zusammen,

    im Bundesarchiv gibt es unter R 9361-III/565907 eine Personalakte von Karl Thier, geb. 10.06.1911. Sollte es dieser Karl Thier sein, dann wäre das ja ein Lösungsansatz.

    Viele Grüße

    Sten

    2.FlaRakGrp.38 VersStff 38 in der Truppenküche.

  • Servus Roland,

    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Der Zeitpunkt des Diensteintrittes Deines Großvaters, scheint in eine Zeit der Umorganisation stattgefunden zu haben.

    Ein Johannes Miksch schreibt u.a., daß er am 1.10.1934 dem Musikzug des SS-Sonderkommando in Dresden beitrat. Und er schreibt weiter, daß am 28.10.1934 die Versetzung zum Konzentrationslager Sachsenburg stattfand.

    Somit könnte es sein, daß Dein Großvater noch in Dresden gemustert, eingestellt und eingekleidet wurde. Sein Vorgänger müsste ein Walter Stetefeld gewesen sein. Sind zufällig noch andere Personen aus dem Musikzug durch Deinen Großvater überliefert?

    Gruß, westermann

  • Hallo Westermann,

    Namen habe ich leider nicht, aber dafür viele Bilder.

    Ich stelle mal eins mit ein, das war ein Platzkonzert auf dem Markt in Frankenberg.

    März 1935.

    evtl. sind da ja Leute zu erkennen.

    Mein Opa ist der mit dem Dirigentenstab.

    Viele Grüße aus Sachsen

    RolandHö 1935.03-1.jpg

  • Servus Roland,

    vielen Dank für das Teilen dieser Fotoaufnahme! Wenn Du noch mehr Fotos besitzt, dann könntest Du doch einmal überlegen, ob Du nicht ein etwas zu Deinem Großvater veröffentlichen möchtest. Dies würde bestimmt auf ein breiteres Interesse stoßen.

    Im Anhang stelle ich noch einen Zeitungsausschnitt ("Der Freiheitskampf", 23.11.1935) ein, hier wird Dein Großvater ebenfalls erwähnt.

    Bei anderen abgebildeten Personen könnte ich nur Vermutungen aufstellen. Jedenfalls ein sehr interessantes Foto!

  • Hallo Roland,

    anbei die heutige Ansicht des Frankenberger Marktes.

    Die Häuserzeile geradezu ist die hinter deinem Opa.

    Gruß

    TiloMarkt_Frankenberg_Sa..jpg

    Ehre die Toten

  • Danke euch für die Informationen,

    ich stelle hier mal ein Bild von meinen Großeltern ein.

    Hö 1935.06-2.jpg

    Das war im Frühjahr 1935, entweder in Lichtenwalde, wo er mehrere Konzerte gegeben hat oder im Zschopautal.

    Welchen Dienstgrad zeigt der Kragenspiegel hier an? Dann könnte ich die Zeit besser zuordnen.

    Viele Grüße aus Sachsen

    Roland

  • Hallo,

    ich habe ein Schreiben des ehemaligen Häftlings Karl Ries an den Hauptausschuss Opfer des Faschismus vom 30.6.1947 in meiner Sammlung gefunden (Kopie aus einen Archiv mit der Signatur Rep 35H KZ Sachsenhausen 8/4).

    Auf einen Aufruf des o.g. Ausschusses über Dr. Helmut Wolf SS-Sturmbannführer antwortete Karl Ries:

    mir ist der Dr. Wolf als früherer als früherer Häftling bzw. als Lagerhandwerker für die SS-Siedlung Oranienburg gut bekannt.

    1.) Dr Wolf war eine Zeitlang Kommandant der SS-Standarte und stand im Range eines Hauptsturmführers.

    2.) Soweit mir bekannt, war Dr. Wolf niemals SS-Arzt, sondern bereitete eine 2. Doktorarbeit vor, u.zw. in Leipzig. Wie die Dissertation lautete, weiss ich nicht.

    3.) In dem Hause von Dr. Wolf habe ich durch Vermittlung der Schwiegereltern von Dr. Wolf illegal Besuch aus dem Rheinland empfangen. Die Besprechung fand im Heizungskeller in diesen Haus statt. Die Frau Wolf erhielt Kenntnis von diesem illegalen Besuch und teilte dies ihrem Manne mit. Dr. Wolf veranlasste, dass seine Schwiegereltern das Haus verlassen mussten. Dr. Wolf hat mich aber nicht zur Meldung gebracht und machte mir persönlich keine Vorwürfe. Im Bezug und im Umgang mit Häftlingen war er stets sehr korrekt und anständig. Das er s. Zt. als Kommandant der SS- Standarte abgelösst wurde , ist nur darauf zurückzuführen, dass er als zu weich galt. Frau Wolf, die in Düsseldorf wohnt, hat mir des öfteren geschrieben, und mich gebeten, ihr ein Zeugnis über ihren Mann auszustellen, eine Antwort meinerseits ist nicht erfolgt, da ich es ablehnen muss, als OdF für einen Sturmbannführer ein Zeugnis auszustellen.


    In wie weit die die ersten beiden Punkte der Realität entsprechen müßte man noch überprüfen. Werden und wurden Doktorarbeiten bei den Universitäten registriert und archiviert ??

    Ein frohes und gesundes neues Jahr wünscht Uwe

  • Hallo Frank, vielen Dank für den Link

    der Marco Pukrop hat da eine echte Fleißarbeit abgelegt, auf Seite 613 und 614 findet man die Kurzbiografie von Helmut Wolf. Nur über Dr. Josef Hub (Zahnarzt) sind keine Informationen in diesen Werk vorhanden.

    Gruß Uwe

  • Hallo Uwe,

    ein bißchen habe ich zu Hub - von Moore und den DALs

    Dr. Josef Hub (*31. 3.1902 Oberkratzau/Sudetenland, SS #276 919, NSDAP #276919)

    01.03.1937 SS-Ustuf
    00.00.0000 SS-Ostuf
    00.00.0000 SS-Hstuf (Waffen-SS, aktiv)
    30.01.1944 SS-Stuba (Waffen-SS, aktiv)

    05.1937 IV/SS-VT "Deutschland"
    12.1937 San.Abt. SS-VT/KL
    12.1938 San.Abt. SS-VT/KL
    06.1941 II/SS-Inf.Regt. 3
    07.1943 II/SS-Art.Regt. 3
    01.1944 SS-Pz.GrenRegt. 6 IVb
    10.1944 SS-San.Ers.Abt.
    02.1945 7.SS-Frw.Geb.Div.

    Viele Grüße
    Frank