Recherche zu meinem Großvater

  • Hallo zusammen,

    nach 3- jähriger Recherche zur Militärzeit meines Großvaters (Uffz. Albert Schimmel, geb. 08.08.1917 in Alzey) in der Luftwaffe, bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weiter komme. Leider konnte die WAST die Personalunterlagen ( Wehrstammbuch, Flug-, und Soldbuch) nicht ermitteln. Aufgrund der Personen Karteikarte der WAST mit Krankenhausaufenthalten, Vermisstenanzeige und Gefangenenunterlagen sowie diversen Fotos und Aussagen von meiner Oma konnte ich folgendes in Erfahrung bringen. Mein Opa hat am 1. März 1938 seine Ausbildung als Flieger begonnen und war unter anderem im Mai 1940 bei der großen Kampffliegerschule 4, zweite Schülerkompanie in Thorn. Zudem war er in den Fliegerhorsten Berlin-Henningsdorf (November 1941), Flensburg, Leeuwarden, Afrika, Quedlinburg und Theville (1.1.43-3.6.44) stationiert.

    Er war bis zu seinem ersten Abschuss im Juni 1942 bei einem Nachtjagdgeschwader die Me 110 geflogen und kam nach einem Krankenhausaufenthalt in Hamburg nach Theville zur 5. Kompanie, 2. Bataillon, 90 Flieger - Ausbildungsregiment als Ausbilder.

    Am 3.6.1944 würde er während eines Einsatzes (Fugzeugtyp unbekannt) durch eine eigene Flak, nahe Cherbourg ein zweites Mal abgeschossen und trieb dann eine Woche lang mit dem Schlauchboot im Ärmelkanal, bis die Engländer ihn gefangen genommen haben.

    Trotz intensiver Suche ist es mir nicht gelungen festzustellen, in welchen Flugschulen A/B und C und in welcher Nachtjagdgruppe er war. Erkennt jemand den Fliegerhorst anhand der Fotos?

    Der Ort, an dem der Absturz im Juni 1942 war, ist mir nicht bekannt. Bei dem Flugzeugabsturz im Juni 1944 würde mich der Flugzeugtyp interessieren.


    Kann mir jemand Hinweise oder Informationen zu meinen Fragen bzw. den Aufenthalten meines Opas geben?

    Mit fliegerischen Grüßen

    StefanFoto 1.jpg

    Foto 2.jpg

  • Hallo Ebby,


    herzlich willkommen im Forum der Wehrmacht.


    Hinsichtlich des Flieger-Ausbildungs-Regiments 90 kann etwas nicht stimmen. Entsprechend der Liste der Flieger-Ausbildungs-Regimenter aus dem Lexikon der Wehrmacht, sofern diese vollständig ist, gab es dieses Regiment nicht:


    https://www.lexikon-der-wehrma…/GliederungAusbildung.htm.


    In Theville lagen u. a. Teile des Jagdgeschwader 2 (Frühjahr 1941) und der Aufklärungsgruppe 123 sowie Teile des Luftgau-Nachrichten-Regiment Westfrankreich und des Luft-Nachrichten-Regiment 53:


    https://www.lexikon-der-wehrma…tsverzeichnisKasernen.htm.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Ebby,


    ist das erste Foto in Henningsdorf (Schönwalde) aufgenommen worden?


    Das Flugzeug könnte eine Junkers W 33 (34?). Diese beiden Typen wurden

    zur Pilotenschulung in Schönwalde eingesetzt.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Nico,

    ich habe die Info von der WAST. Das Regiment wurde im Sommer aus dem Fluganwärter-Bataillone 1-4 und Teilen des Flieger-Regiments 63 aufgestellt. Die Bataillone waren wie folgt verteilt: I. Bataillon bei Chartres, im September Thiancourt, II. Bataillon in Cherbourg. Das mein Opa am 3.Juni durch eigene Flak bei Cherbourg abgeschossen wurde hat er im Fotoalbum selbst vermerkt.

    Viele Grüße

    Stefan

  • Hallo Dieter,

    das erste Foto konnte in Hennigsdorf (Schönwalde) aufgenommenen worden sein, er war für einige Wochen dort stationiert. Ich habe noch 3 Fotos mit Aufnahmen von Fliegerhorsten aber aufgrund der Dateigröße konnte ich diese noch nicht hochladen.


    Danke und viele Grüsse

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    hier im Forum gibt es einen Hinweis zum Verkleinern von Anhängen oder Du spricht

    einen Moderator des Forums über PN an, die helfen gerne weiter.


    Falls ein Foto von den Flugplätzen Schönwalde zeigt, kann ich Dir dazu weitere

    Einzelheiten nennen.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Dieter, hallo zusammen,

    kann jemand eine Aussage zu den u.a. Fotos machen. Mich würde interessieren an welchen bzw. welche Fliegerhorsten die Fotos aufgenommen worden sind.

    Danke und viele Grüße

    Stefan

    Files

    • Fot1.jpg

      (159.52 kB, downloaded 72 times, last: )
    • Fot2.jpg

      (235.56 kB, downloaded 65 times, last: )
    • Fot3.jpg

      (158.39 kB, downloaded 65 times, last: )
  • Moien,

    es könnte sich bei der Einheit um die V./KG 40 bzw. spätere I:/ZG 1 handeln. Die flogen für den Fl. Fü. Atlantik mit der Ju 88C U-Bootschutz und andere Einsätze. Es gibt ein Buch darüber, kommen aber im Moment nicht daran. Möglicherweise hat einer der Mitleser das Buch und kann mal nachsehen.

    h.

  • Hallo AviaB.33,

    danke für die Info. Mein Opa ist die Me110 geflogen, deshalb bin ich mir nicht sicher ob die Einheit passt.

    Viele Grüße

    Stefan

  • Moien,

    da stellt sich die Frage welche Einheit zu Beginn der Invasion noch mit der 110 in Frankreich rumflog. Nachtjäger war er wohl nicht mehr, da es keinen entsprechenden Verlust für diese Tag im genanntgen Bereich gibt.

    h.

  • Hallo,


    die 4.(F)/123 nutzte 1944 noch den Platz Theville.


    Bis 1942 war bei der (F)/123 noch Bf 110 im Einsatz, die dann aber durch die deutlich "flottere" Bf 109 (teilweise Fw 190) abgelöst wurde.

    Im Jahre 1944 bei Tage in der 110 über England Aufklärung zu fliegen wäre glatter Selbstmord gewesen.

    Andererseits fehlt in der '109 der zweite Mann zur Funkerei, Navigation und zur Unterhaltung. Bei langen Flügen über der Biscaya ist ein zweiter Motor auch beruhigend - dafür hatte die (F)/123 zu dieser Zeit aber Ju 88.


    Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Stefan,


    das erste Foto zeigt eine W34 für die nur die Kennung NG+KO passt. Diese Maschine ist als Trainer 1939/40 auf der FFS (See) Pütnitz gewesen und nach dem Umbau als Scheibenschleppmaschine (erkennbar an dem eckigen Kasten unter dem Rumpf im Bereich des "K") habe ich sie im Frühjahr 1943 beim Luftdienstkommando 65 in Rahmel bei Danzig und im Sommer 1943 beim Luftdienstkommando 64 in Kiel-Holtenau.


    Der Aufenthalt in Quedlinburg dürfe sich auf die Zeit nach der Genesung bei der Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg beziehen wo Angehörige des fliegenden Personals nach der Wiederherstellung auf eine neue Verwendung warteten.


    In Theville lag 1943/44 als einzige fliegende Einheit die Aufklärerstaffel 4.(F)/123 mit Bf 109G. Diese Staffel hat im Juni 1944 nur zwei Totalverluste gehabt, deren Piloten namentlich bekannt sind.

    mit Gruß
    Gerhard Stemmer

  • Hallo Gerhard,

    vielen Dank für deine wertvollen Informationen. Dank deiner Infos bin ich wieder ein Stück weitergekommen.

    Viele Grüße

    Stefan

  • Hallo zusammen,

    kann mir jemand erläutern was man unter einem Scheibenschleppflugzeug versteht.

    Danke und Grüße

    Stefan

  • Hallo Jan-Bernd,

    Danke für die Beschreibung. Jetzt habe ich den Sinn eines Scheibenschleppflugzeuges verstanden.

    Viele Grüße

    Stefan