Nachträgliche Verleihungen von EK´s des I. WK

  • Hallo,


    Vielleicht interessant:


    In dem Buch von Albert Praun, General der Nachrichtentruppe a. D. : "Soldat in der Telegraphen und Nachrichtentruppe" habe ich gelesen, dass er nach dem I. WK während seiner Dienstzeit in der Reichswehr im Jahr 1922 als Oberleutnant folgenden Auftrag bekam:

    " Dafür bekam ich vom IIa Berge von Personalakten - die zu bearbeitenden Anträge auf nachträgliche Beförderungen von aktiven und Reserveoffizieren und für

    nachträgliche Verleihungen von Eisernen Kreuzen.


    Bearbeitung, noch nicht Verleihung, 3 1/2 Jahre nach Kriegsende !


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,

    das scheint damals üblich gewesen zu sein. Ich habe in den Kriegsstammrollen der bayerischen Armee in vielen Fällen nachträgliche Beförderungen sowie Verleihung des Eisernen Kreuzes oder des Verwundetenabzeichens gefunden. Auch in diesen Fällen wurden die Anträge erst lange nach Kriegsende gestellt. Man findet noch um 1921 recht obskure nachgeholte Einträge. So waren 1918 eine Reihe von bayerischen Truppen im Kaukasus zum Schutz der damals neu gegründeten "Demokratischen Republik Georgien" eingesetzt, Viele dieser Soldaten erhielten dann den georgischen "Orden der Heiligen Tamara". Als im November 1918 der Erste Weltkrieg endete, mussten sich diese Truppen durch das in Auflösung begriffene Rußland bzw. desssen Nachfolgestaaten zurückziehen und trafen teilweise erst im Frühjahr 1919 in Deutschland ein. Natürlich hatte in diesem Chaos keiner auf die Einträge der Ordensverleihungen in den Kriegsstammrollen geachtet. Als dann in den 1920er Jahren in vielen Gemeinden die sog. "Ehrenbücher" der Kriegsteilnehmer angelegt wurden, in denen auch die Auszeichnungen vermerkt wurden, legten manche Soldaten eben Wert darauf, dass sowohl Beförderungen wie auch Orden in den amtlichen Unterlagen nachgetragen wurden. Manchmal hatte das auch mit der Gewährung von Versorgungsansprüchen zu tun.

    Grüße
    Jörg