Gab es einen Staffelkapitän Oberleutnant Franz Schmidt im Kampfgeschwader 55 im Mai 1944? War das KG 55 da an Angriffen in der Gegend v. Welikije Luki beteiligt?

  • Hallo,

    ich habe einen Bericht eines Oberleutnant Franz Schmidt, der den Verlust einer Maschine mit 5 Besatzungsmitgliedern im Raum Welikije Luki am 6.5. 1944 beschreibt. Einer der zu diesem Zeitpunkt als tot angenommenen Soldaten war Günter Dölling, der zuvor nachweislich beim KG 55 in Djion gedient hatte. Leider geht aus dem Bericht (an die Hinterbliebenen) nicht hervor, ob er zum Zeitpunkt des Abschusses der Maschine noch bei einer der Staffeln des KG 55 (dann im Osten) war. Der Oberleutnant Franz Schmidt war zu dem Zeitpunkt sein Staffelkapitän.

    Die Frage daher, ob jemand sagen kann, ob es zu diesem Zeitpunkt einen Staffelkapitän Olt. Franz Schmidt beim KG 55 gegeben hat und ob dieses im Raum Welikije Luki tätig gewesen ist. Das Flugzeug war am 06.05. 1944 in der Abenddämmerung auf ein Eisenbahnziel ostwärts von Welikije Luki angesetzt. Wahrscheinlich wegen Motordefekts konnte der Flugzeugführer nicht in den Tiefflug gehen, sondern bombardierte das Ziel aus 3-4000 m Höhe. Laut abgesetzter Funkmeldung flog der Flugzeugführer nach erfolgreichem Angriff mit einem Motor einige Minuten zurück und errichte noch eigenes Gebiet in 4000 Meter Höhe. Dann verlor es laut Bericht anscheinend stark an Höhe. Daraufhin entschloß sich der Flugzeugführer zur Notlandung, die den Verlust des Flugzeuges und der 5 Besatzungsmitglieder zur Folge hatte. Einen Günter Dölling habe ich bei gräbersuche-online allerdings nicht gefunden.

    Wenn jemand etwas zu meinen Fragen beitragen kann, oder eventuell sogar mit einer Verlust/Schadensmeldung helfen kann, wäre ich dankbar.

    Schöne Grüße,

    JR

  • Hallo JR,


    ein Franz Schmidt vom KG55 ist hier gelistet


    Klick


    hier noch was


    Klick


    hier seine Soldbuch (in der Beschreibung steht Staffelkapitän 9/KG55 später 14/KG55)


    Klick



    Gruß

    Dominik

    Edited 5 times, last by Nik74 ().

  • Moin Dominik,

    klasse. Vielen Dank. Das paßt mit dem Bericht sehr gut zusammen und hilft sehr weiter. Außer, dass er bei seinem Kondolenzschreiben noch als Oberleutnant firmiert, nicht als Hauptmann.

    Schönen Sonntag!

    JR

    Edited once, last by IR75 ().

  • Hallo JR,


    Gerade bei ww2.dk einen DOLLING Günther gefunden. Ob dass der Gesuchte ist und nur ein Schreibfehler vorliegt?


    Gruß

    Dominik

  • Hallo Dominik,

    danke fürs "Dranbleiben". Ich habe mehrere Briefe an und von ihm. Er war Gefreiter und schrieb sich Günter Dölling.

    Kommt also nicht ganz hin, es sei denn bei ww2.dk hat man sich geirrt.

    Hast Du einen link für mich? Es scheint keine Suchfunktion auf der Seite zu geben?

    Besten Dank und schönen Sonntag!

    JR

  • Hallo JR,


    hier die Links


    Klick


    Klick


    Aber ich glaube der Gelistete ist nicht Dein Gesuchter, da er einen viel höheren Dienstgrad hat.


    OT Du kannst als Suchfunktion dort in den Listen nur über Strg+F einen Suchbegriff eingeben.


    Gruß

    Dominik

  • Hallo Dominik,

    danke Dir nochmal, aber das ist er sicher nicht.

    Schöne Grüße,

    JR

  • Hallo,


    es handelt sich um einen Verlust der 14.(Eis.)/KG 55. Die Staffel war im Sommer 1943 mit Besatzungen der 9./KG 55 zur Eisenbahn-Bekämpfung (daher die Bezeichnung "Eis.") neu formiert worden.

    Die Staffel flog als selbstständiger Verband im Bereich der Luftlotten 1 und 6 (Schnittstelle Mittel-/Nordabschnitt), und lag im Juni 44 auf dem lettischen Einsatzhafen Jakobstadt (Jekabpils). Die Einsätze wurden meist Nachts durchgeführt, die Aufträge bestanden im Abfliegen von Bahnabschnitten im feindlichen Hinterland um den gegnerischen Nachschubverkehr zu bekämpfen. Ziel war die Zerstörung von beladenen Eisenbahnzügen auf dem Weg zur Front. Die Zerstörung der Strecken war nicht so interessant, die waren schnell wieder repariert. Aber ein Truppentransport oder ein Munitionszug waren schon lohnende Ziele.

    Die Ziele wurden in mittlerer Höhe (guter Überblick) gesucht, und dann im Tiefangriff bekämpft (Bomben-Reihenwurf), wobei die Besatzung aufpassen musste, nicht von den Splittern der eigenen Bomben oder von explodierender Munition getroffen zu werden.


    In Dijon-Longvic lag die IV.Gruppe (Ergänzungsgruppe) des Geschwaders. Alle Nachwuchsbesatzungen die zum KG 55 versetzt wurden, kamen zuerst zur Ergänzungsgruppe, bevor sie zum endgültigen Einsatzverband (Stab, I. bis III. Gruppe oder 14.(Eis.)) an die Ostfront versetzt wurden.


    Zum fraglichen Verlust:

    - Start der He 111 H-16 (161612, G1+EY) um 20:15, Auftrag: Eisenbahnjagd an der Bahnstrecke Welikije-Luki - Rshew.

    - Notlandung infolge Motorstörung um 22:45 Uhr


    Besatzung:

    (F) Fhj.-Ofw. Opitz, Alfred

    (Kb) Gefr. Dölling, Günter

    (Bf) Uffz. Wenz, Fritz

    (Bw) Ogfr. Brunner, Max

    (Bs) Fw. Geesmann, Theodor


    Alle fünf sind vermisst, Fritz Wenz ist im DRK-Bildband LH auf Seite 618 aufgelistet.


    Anmerkung: "Kb": ist ein Kampfbeobachter, also ein Beobachter mit verkürzter Ausbildung im Mannschafts- oder Unteroffiziersrang. Nicht-Offiziere wurden - je nach Kampfverband als Kampfbeobachter oder Bombenschütze bezeichnet. Und ein "Bw" ist ein Bordwart, also ein technischer Flugzeugwart vom Bodenpersonal, der aktiv Einsätze mitflog und als Bordmechaniker fungierte. Jedoch ohne formale Ausbildung zum Bordmechaniker.


    Schöne Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,

    toll, danke für die Infos. Das Schicksal der 5 Besatzungsmitglieder scheint tatsächlich bis heute ungeklärt. Darum findet man zu ihnen wohl auch nichts bei Gräbersuche-online. In einem Bericht mutmaßt der Staffelkapitän Franz Schmidt, da sie über "eigenem" Gebiet runtergekommen wären, könnten sie Partisanen in die Hände gefallen sein. Man scheint das Flugzeug wohl nicht gefunden zu haben.

    Danke auch für den Hinweis über den Ausbildungsweg im KG 55. Es haben sich einige Briefe von G. Dölling aus Frankreich erhalten. Es schien ihm dort recht gut gefallen zu haben. Kein Wunder, im Gegensatz zur Ostfront.

    Die Besatzung war wohl laut Schmidt relativ neu zusammengestellt. Es war der 13. Feindflug von G. Dölling, der ihm zum Verhängnis wurde.

    Schönen Sonntag!

    JR