Wo blieben Waffen und Gerät?

  • Und noch einen hinterher, ich habe einen amerikanischen Stahlhelm, an den seitlich schräg ein Rohrstück angeschweißt wurde. Da kam eine Bohnenstange rein und fertig war die Schöpfkelle für Jauche auf einer kleinen Landwirtschaft hinter einer sogenannten Reichsheimstätte. Das waren Siedlungshäuser aus den 30ern, die staatlich geregelt waren und zwingend einen Stall und Möglichkeit zu ein wenig Landwirtschaft bieten mussten

  • Hallo,

    im Gewerbegebiet Brinkum-Nord ist gestern bei Bauarbeiten eine Granate gefunden worden, durch die Evakuierung des Fundortes und die Einrichtung des Sperrbereichs kommt es derzeit dort zu erheblichen Verkehrsbehinderungen - auch die A1 ist betroffen: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepho…t-92736546.html

    Gruß, J.H.

    Edit: Die Granate konnte inzwischen durch den Kampfmittelräumdienst erfolgreich gesprengt werden.

  • Hallo,

    vor kurzem lief in der Themenreihe "Hidden Places" in der Doku-Serie "Galileo" bei Pro7 im TV ein Beitrag zu dem Keltereibetrieb Possmann, der u.a. das hessische Nationalgetränk "Äppelwoi" herstellt. Die damaligen Firmeninhaber sind nach dem Kriegsende auf der Suche nach geeigneten Weintanks zum Wiederaufbau der im Krieg schwer beschädigten Produktionsstätte in Frankfurt im dortigen Hafen auf die Überreste der Baukörper mehrerer U-Boote der Kriegsmarine, die nicht mehr fertig gestellt werden konnten, gestoßen. Nach dem Erwerb der inneren U-Boot-Druckkörper mit anschließendem, aufwendigem Umbau einschließlich der Zerlegung zum Transport quer durch die Stadt wurden die Druckkörper dieser U-Boote dann am Firmenstandort in Rödelheim unterirdisch eingebaut und verschweißt und stehen dort seither in der Nutzung als Weintanks. In der Doku wird berichtet, dass die Tankwände aus bestem, 25mm starkem Stahl gefertigt sind, der eine Befüllung mit Kohlenstoff bis zu einem Druck von 10 bar erlaubt - dies ist zur Lagerung des Weins unter Sauerstoffabschluss erforderlich.

    Die Sendung in der Mediathek, es gibt auch weiterführende Presseberichte in verschiedenen hessischen Tageszeitungen. Der Beitrag zu den "U-Boot-Tanks" beginnt ca. ab Minute 4:38: https://www.prosieben.de/serien/galileo…-v_4vahuzl7ni9g

    Die Firma bietet auf ihrer Homepage auch Kellereiführungen an, ob die Weintanks im Rahmen der Führungen auch zu besichtigen sind, ist dort leider nicht vermerkt.

    Gruß, J.H.

  • Hallo Johann Heinrich,

    das ist Interessant, weil ich vermute, dass die in Frankfurt am Main aufgefundenen U-Boot Druckkörper (Segmente),
    bei der Firma Noell in Würzburg hergestellt wurden, und per Lastkähnen auf dem Main in Richtung Rhein transportiert wurden.

    Es gibt auch ein Bild wo man Lastkähne, beladen mit "großen Stahltonnen" im Hafen liegen sieht.

    Auf dem Weg zum Rhein kamen sie automatisch an Frankfurt Vorbei.

    Grüße, ZAG

  • Hallo,

    beim Sender Kabel1Doku lief heute ab 20.15 Uhr noch einmal in der Sendereihe "Verborgen im Sand - Geheimnisse der Vergangenheit" der Filmbeitrag zum Fund eines Jagdflugzeugs vom Typ P-40 Kittyhawk in der ägyptischen Wüste, der hier im Forum wohl bisher noch nicht Thema war. Der Pilot, Flight Sergeant Dennis Copping, musste 1942 in der abgelegenen Region des Fundortes vermutlich nach Flakbeschuss oder technischen Problemen notlanden. Das Wrack seiner Maschine wurde erst im Jahr 2012 in erstaunlich gutem Zustand entdeckt, durch italienische Archäologen untersucht und konnte später dann anhand einer Seriennummer und entsprechender Archivunterlagen eindeutig identifiziert werden. Der Pilot überlebte die Notlandung anscheinend zunächst, sein Schicksal und Verbleib konnte aber nie eindeutig geklärt werden. In einiger Entfernung zu dem Flugzeugwrack wurden wenige menschliche Überreste gefunden, die sich aber wohl nicht mehr zweifelsfrei dem vermissten Piloten zuordnen ließen. Die Sendung in der Mediathek: https://video.kabeleinsdoku.de/serien/verborg…r-vergangenheit

    Ein Pressebericht aus der Basler Zeitung von 2012 zum Fund und mit einem Bild des Flugzeugwracks: https://www.bazonline.ch/historischer-f…ra-388706504454

    Gruß, J.H.

    Edit: Personendaten aus der Datenbank der CWGC ergänzt, bei Youtube gibt es auch einige Filmbeiträge zum Fund dieser Maschine, z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=JHcB7jQj0T0

    Quelle: Commonwealth War Graves Commission

    Name: Copping

    Vorname: Dennis Charles Hughmore

    Dienstgrad: Flight Sergeant

    Einheit: 260. Squadron

    Todesalter: 24 Jahre

    Todesdatum: 28.06.1942

    Dennis Copping ist auf dem Alamein Memorial in Ägypten verzeichnet.

  • Moien Johann,

    die Kittyhawk III wurde geborgen und steht jetzt in einem fürchterlichen Bemalungszustand vor einer Kaserne der ägyptischen Luftwaffe. Der Versuch eines europäischen Luftfahrtmuseum (bin mir nicht sicher ob IWM) die Maschine nach Europa zu bringen scheiterte leider! Schade!!

    Gruß

    hans

  • Hallo,

    ... die Kittyhawk III wurde geborgen und steht jetzt in einem fürchterlichen Bemalungszustand vor einer Kaserne der ägyptischen Luftwaffe ...

    Danke zu dem Hinweis, über ein Bergungsvorhaben von britischer Seite lässt sich auch noch einiges weitere im Netz finden.

    Gruß, J.H.

  • Hallo zusammen,

    hier das Foto eines "Schrottplatzes" auf dem zwei oder drei He 219 ihr Ende fanden.

    Von der Maschine im Vordergrund lässt sich das halbe Stammkennzeichen erkennen.
    Es ist nur eine He 219 mit ??+DL als Stammkennzeichen überliefert. Es könnte sich um
    die Reste der He 219-A 045 WNr. 190116, DV+DL handeln

    Hallo Dieter,

    die He 219 A-0 mit WNr. 190 116 war es nicht. Die Maschine flog bei der II./NJG 1 als G9+DC und wurde beim Nachteinsatz 19./20.5.1944 um 01:25 Uhr bei s'Hertogenbosch/NL abgeschossen.
    Die Besatzung Ltn. Fries überlebte verletzt und rettete sich mit dem Fallschirm. Ltn. Fries betätigte beim Absturz den Schleudersitz. Die Maschine wurde beim Aufprall total zerstört.
    Anbei als Beleg Teile der Namentlichen Verlustmeldung. Die 190 116 ist auch in zahlreichen Sekundärquellen als Verlust aufgeführt.

    Für einen Totalverlust durch Absturz sieht die auf dem Foto abgebildete He 219 noch viel zu intakt aus. Das sieht aus wie zerstört durch Sprengladung im Kabinenbereich - alle 3 Flugzeuge auf Foto. So wie üblich beim Rückzug. Dabei wurden zurückgelassene Maschinen zerstört bzw. für den Gegner unbrauchbar gemacht.

    Der sichtbare Teil der Kennung (DL) muss ja nicht unbedingt ein Stammkennzeichen sein. Möglich wäre ja auch Teil einer Verbandskennung. D = Maschine "Dora", "L" = 3. Staffel.
    Das Foto zeigt entweder beim Rückzug zurückgelassene He 219 auf einem Nachtjagd-Fliegerhorst in Niederlande oder Nordwestdeutschland, oder den letzten Standort bei Kriegsende.

    V. Grüße, Uwe K.

    He219_190116_a.jpg He219_190116_b.jpg

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,

    Quote

    die He 219 A-0 mit WNr. 190 116 war es nicht. Die Maschine flog bei der II./NJG 1 als G9+DC und wurde beim Nachteinsatz 19./20.5.1944 um 01:25 Uhr bei s'Hertogenbosch/NL abgeschossen.

    danke für die Info, dann wäre diese Maschinen(WNr. 190 116) ausgeschlossen.

    Möglicherweise ergibt sich aus deinen anderen Informationen einen Weg zur Zuschreibung.

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,

    auf dieser Internetseite: http://horseformer.blogspot.com/2014/03/the-st…t-and-bird.html

    ist das gleiche Bild in Farbe abgebildet (ziemlich unten im Text).
    Dort wird etwas von Munster als Ort der Aufnahme geschrieben.
    Es müsste sich um den Fliegerhorst Münster-Handorf handeln - denn in Munster (-> Lüneburger Heide, Truppenübungsplatz) verorte ich aus eigener W-15 Erfahrung eher die Panzertruppen.

    Der Platz Münster-Handorf passt auch zur I./NJG 1, diese war ja mit He 219 ausgerüstet. Die Gruppe lag nach dem 5.9.1944 in Handorf, also nach Räumung des Platzes Venlo/NL. In Venlo blieben 2 gesprengte He 219 zurück.

    In Münster-Handorf blieb die Gruppe dann mindestens bis 22.3.1945. Für diesen Tag meldet das KTB der I./NJG 1 (BA-MA, RL 10/539) insgesamt 7 durch Tiefangriff zerstörte He 219 A in Handorf.
    Danach verlegte die Gruppe nach Westerland/Sylt, wo sie bis Kriegsende blieb. Bereits für den 28.11.44 meldet die Gruppe 2 weitere He 219 durch Tiefangriff als Totalverlust.
    Hinzu kommen noch rund eine Hand voll Brüche der Gruppe in Handorf durch Landeunfälle, Rollschäden usw. im Zeitraum Januar - März 45 in Handorf.
    Leider sind für die Totalverluste durch Tiefangriffe keine Werknummern oder Kennungen in meinen Quellen genannt.

    Zwischenergebnis: Ich tippe auf Maschinen der 3./NJG 1 in Münster-Handorf. Das Foto dürfte durch Besatzer (Briten) aufgenommen worden sein.

    Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Dieter,

    und bei gezielter Suche nach He 219 und Münster habe ich gleich noch folgende Internet-Referenz gefunden:
    https://www.asisbiz.com/il2/He-219/He-…rf-1945-01.html

    Als Fototitel steht da: Heinkel He 219A 3.NJG1 (G9+DL) Munster Handorf 1945-01
    Dies unterstreicht meine Vermutung. Leider finde ich dazu keine wirklich zitierbare Quelle (Archivquelle oder Druckpublikation mit ISBN/ISSN Nummer bzw. doi Nummer bei Internet Publikationen).

    Grüße, Uwe K.

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  • Hallo Uwe!

    Ich lese mit Interesse eure Beiträge. Wie kommt man denn nun auf die Bezeichnung G9-DL, zu sehen ist auf dem Bild ja wirklich NICHTS.

    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Hallo Stephan !!


    Wenn du auf den Link von Uwe klickst und dann etwas runter scrollst, siehst du das gleiche Bild wie oben nur mit dem Text G9-DL.


    Gruß Gregor

  • Hallo Stephan,

    Quote

    Wie kommt man denn nun auf die Bezeichnung

    Uwe hat das nach dem Ausschluss-Prinzip hergeleitet was natürlich einem sehr tiefen und langem Verständnis der
    Strukturen der fliegenden Verbände der Luftwaffe, plus die nötigen Archivarien bedarf.

    Quote

    siehst du das gleiche Bild wie oben nur mit dem Text G9-DL.

    stimmt, die Seite gibt aber nicht an woher die Zuschreibung kommt. Uwes Herleitung ist da erheblich valider
    und die Zuschreibung auf der Seite wir dann zu einem zusätzlichen Indiz.

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen!

    Tja, ich danke euch mal. Stimmt etwas scrollen hätte geholfen, zu stark auf das Foto konzentriert.....

    Gruß Stephan

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