Kennzeichen des Heeres

  • Hallo alle zusammen,

    ich bin neu hier und habe gleich mal eine spezielle Frage.

    Mein Vater fuhr in der Zeit von 1941 bis 1945 einen PKW mit dem Kennzeichen WH 659P (Beleg durch Fotos). Er soll zeitweise Minister Speer gefahren haben. Ich weiß, dass er zeitweise in Augsburg stationiert war, wohl in dem dortigen Flugzeugwerk. Bisher ist es mir nicht gelungen, dieses Kennzeichen einer Einheit zuzuordnen.

    Deshalb meine Frage, kennt sich jemand damit aus? Ich würde mich freuen, wenn ich Klarheit bekomme.

    Allen ein schönes Wochenende Franz

  • Hallo Franz,


    Interessante Geschichte, interessante Frage!


    Nur wirst Du, ohne uns mit Bildern zu 'füttern', vermutlich nicht weit kommen. Denn nicht nur das Kennzeichen an sich, sondern auch das Fahrzeug und unzählige mögliche Begleitmotive können bei der Beantwortung Deiner Frage hilfreich, sogar entscheidend sein.


    Vor ab soviel: Das bemerkenswert kurze Kennzeichen mit dem 'P' am Ende scheint mir sehr ungewöhnlich zu sein; auch, dass Dein Vater mit einem Pkw. des Heeres den Rüstungsminister Speer gefahren haben soll. Allerdings wäre das anlässlich eines Truppenbesuches o.ä. durchaus denkbar.


    Viel Erfolg und schönen Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo Thomas, Bild soll kein Problem sein.

    Daten noch, er ist eingezogen 1.9.39, war in Posen stationiert und hat ab 1941 diesen PKW gefahren.

    1943/44 etwa war er in Augsburg, mehr ist mir nicht bekannt.

    Gruß Franz

  • Hallo zusammen,


    auf dem Foto sehen wir eine Opel Kapitän der der Truppe irgendwie zugefallen ist.

    Das Nummernschild ist von der Truppe selbst gefertigt, keine offizielle Registrierung.

    Dieser Art der aktiven Eigentumsveränderungen gab es in Frankreich während und

    nach dem Westfeldzug.Hintergrund war das die Einheiten, manche mehr manche weniger,

    ein großes Talent entwickelt haben sich Fahrzeugen zu besorgen. Um der "Beute" den

    Anschein der Legalität zu geben wurden Nummernschilder kreiert mal eine Feldpostnummer

    oder die Ordnungsnummer der Einheit.

    Diesen Praxis wurden zum Ende 1940 unterbunden und die Verwaltung/Verteilung des Beutegut

    Korrekt bürokratisch geregelt.


    Mein Tipp ist das es sich hier um eine Ordnungsnummer handelt. Das taktische Zeichen "sagt" das

    es zu einem Stab gehört. Gibt es ggf. eine Feldpost-Nummer ?

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    Dank an Eumex für die Links! Es isteindeutig der Chevrolet, wenn man die anders angeordneten Kühlerschlitze und die Form der Windschutzscheibe betrachtet. Dabei hätte ich es ad hoc auch für den Kapitän gehalten.


    Für Augustdieters Einordnung sprechen der offenbar noch zivile Lack, die chromglänzende Stoßstange und die fehlenden Tarnscheinwerfer. Später, nach der offiziellen Vereinnahmung des schönen Autos, wird das Erscheinungsbild in Wehrmachtgrau deutlich weniger repräsentativ gewesen sein - was dann ja auch der gewünschte Effekt war. Auch ein neues, offizielles Kennzeichen wird der Chevy erhalten haben.


    Tolles Bild - danke, Franz!


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo, soweit ich aus Erzählungen weis, ist es ein Chevy. P für Posen könnte stimmen, denn er war 1940 in Posen stationiert (existieren Bilder von). In Frankreich war er definitiev nicht, er hielt sich zwischen Posen und Augsburg auf. Allerdings ist in der Augsburger Zeit auch das P auf dem Kennzeichen. Er hatte ab 1943 nichts mehr mit Polen zu tun.

    Das Nummernschild ist auf allen Fotos, die ich von ihm mit Auto habe, an verschiedenen Orten. Gleiches Auto, gleiches Kennzeichen von 1940-1945.

    Ein Foto existiert, da sind sämtliche Scheiben zerschossen, muss aber wieder repariert worden sein, denn danach ist er mit dem gleichen Wagen (gleiches Kennzeichen) unterwegs.


    Danke für die Meldungen. Ich bin weiter auf der Suche. Finde ich was, melde ich mich hier.

    Schönen Sonntag.

  • Hallo Thomas,


    Quote

    Es ist eindeutig der Chevrolet, wenn man die anders angeordneten Kühlerschlitze und die Form der Windschutzscheibe betrachtet

    natürlich hast du recht ich hätte besser hinsehen sollen, da hilft auch nicht das die beiden Fahrzeuge eigentlich Cousins waren. ;)

    Gruss Dieter

  • Hallo Franz und die mitratenden Kollegen,


    ein interessanter Beitrag, der auch thematisch wieder "etwas Abwechslung" in die aktuellen Beitragsthemen bringt....


    Das Auto wurde ja schon zugeordnet ( als "Alt-Opel-Fahrer" kann ich das Fabrikat Chevreolet bestätigen. )


    Was die "Truppenzugehörigkeit" angehört solltest Du, Franz, bitte in den Unterlagen schauen, ob eventuell eine Feldpostnummer ( "FPN" ) vorhanden ist. Vielleicht kannst Du auch eine Aufstellung mit den Daten machen, die Dir zum dienstlichen Lebenslauf deines Vaters im Kriege bekannt sind. Das würde sicherlich weiterhelfen.

    Danke und einen schönen Sonntag,

    Gruß Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo,

    ... Er soll zeitweise Minister Speer gefahren haben ...

    liegt Dir bereits eine Auskunft des Bundesarchives/Abt. PA in Berlin zu dem (militärischen?) Werdegang Deines Vaters vor?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    könnte das P für genehmigte Privatnutzung stehen? Es fällt auf, daß dem Wagen die seit 01.10.1940 vorgeschriebenen Schlitzblenden fehlen, auch der Tarnlack an der Stoßstange (hält auf Chrom schlecht) ist schon stark abgeblättert.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • J.H Nein.


    Thilo: Kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass er Besuchsweise nach Hause kam, bzw. einen Kameraden mit Lebensmitteln etc. bei meiner Mutter vorbeischickte.


    Hallo, ich habe mal einen Teil des Lebenslaufes hochgeladen. Ist jemand in der Lage, das sachgerecht zu "übersetzen"? Es ist dort wohl auch eine Einheit angegeben, so richtig sehe ich da aber nicht durch.
    Meine Übersetzung:
    "Am 26.August 1939 wurde ich zur Wehrmacht eingezogen und nun als Kraftfahrer zum Stellv. Gen. Kdo. XXI A.R. (Heeresgruppe „Nord“) Wir waren bis zur Beendung des Krieges gegen Polen St. z. b. V.(Sitz zur besonderen Verwendung?) und kamen damit nach Posen. Ich wurde dann als O. Gefr. am 20.12.44 abgestellt zu Pr Speer und kam von Posen nach Augsburg (Bayern) zu den Flugzeugwerken Messerschmidt. Wir waren im Transport eingesetzt. "
    Das ist aber mit vielen Fragezeichen zu sehen.

    Der Lebenslauf ist leider von sehr schlechter Qualität, ich habe versucht, das Beste rauszuholen.

    Vorab herzlichen Dank

    Franz

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  • Hallo Franz,

    Danke für das Erfüllen des Wunsches. Die eingestellten Details lassen die Zusammenhänge schon besser erkennen.


    Zu den noch offenen Fragen kann ich leider nichts beitragen.

    Eine große Hilfe würde die entsprechene Auskunft von der WAst / Bundesarchiv zum militärischen Lebenslauf sein...


    Viel Erfolg und herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Vielen Dank für hilfreichen Antworten.

    Ich werde die WAst. kontaktieren. Vielleicht bringt das mehr Licht in das Dunkel.

    Herzliche Grüße und eine schöne Woche an alle

    Franz