Benötige Lesehilfe von Aufzeichnungen von Erlebnissen meines Großvaters zum Ende des Krieges

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe sehr, dass Ihr mir helfen könnt.

    Leider kann ich meinen Großvater nach vielen Dingen nicht mehr fragen, vor allem nach den Erlebnissen während des Krieges. Beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Ahnenforschung und auch jetzt damit verbunden mit den Kriegserlebnissen.

    Ich habe ein Buch von meinem Großvater gefunden. In diesem Buch werden Erlebnisse während des Krieges aufgezeigt bzw. mit Fotos und Texten wird gezeigt, an welchen Standorten bzw. welche Orte er in den Jahren 1940 bis 1945 besucht hat.

    Leider kann ich nur sehr schwer die damalige Schrift lesen. Die drei letzten Seiten sind für mich leider zu 90 % nicht lesbar, da scheinbar ein sehr dicker Stift verwendet wurde und die Schrift leider für mich nicht lesbar ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir da weiter helfen könntet. Habe die drei Seiten abfotografiert und befinden sich im Anhang.


    Erkenntnisse, die mir vorliegen durch eine Auflistung von meinem Großvater:


    Oktober 1940 - Januar 1941Hannover-B.Kanonier Ausbildung
    Januar 1941 - Januar 1945
    Flakgruppe Catania
    Geschütz - Zugführer
    Januar 1945 - Februar 1945
    L.K.S. Göppingen
    L.K.S.
    Februar 1945 - Mai 1945
    11, Flak div.
    Zugführer
    Mai 1945 - September 1946
    KaukasusArbeit - Lararett


    Nach Recherchen im Internet bin ich zur Zeit der folgenden Meinung:

    - Die Flakgruppe Catania habe ich so nicht direkt gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich um die Reserve Flak Abteilung 237, die 1942 nach Sizilien (Catania) verlegt worden ist.

    - Möglicherweise durch die Operation "Husky" der Allierten, vielleicht aber auch schon früher, hat die Einheit meines Großvaters Sizilien verlassen.

    - Das Buch mit den Erlebnissen vom Krieg von meinem Großvater hat vor diesen im Anhang befindlichen Seiten keine Aufzeichnungen aus dem Jahr 1944. Vielleicht war er mit seiner Einheit verwickelt in den Kampf um Anzio bei Rom? 1944 startete die Operation Shingle der Allierten.

    - Im Bereich 1945 nennt mein Großvater die 11. Flak Division. Allerdings wurde die zum Ende hin aufgelöst und ging in die 10. Flak Division laut Recherche im Internet auf. Von den Orten, die ich halbwegs entziffern kann auf diesen drei Seiten, müsste er in Schlesien im Ort Schweidnitz gewesen sein. Dort handelt es sich dann vermutlich um das Flak Regiment 48. Nicht auszuschließen ist allerdings auch das Flak Regiment 229. Allerdings kann ich das leider nicht von den Ortsnamen identifizieren.

    - Absolut nicht nachvollziehen kann ich, wo er gefangen genommen wurde und wo er hin gebracht wurde. Es gibt von einem vermutlichen Bekannten von Ihm einen Nachruf bzw. eine Gedenkkarte, dort ist die Rede von einem Lazarett Newicka (Kaukasus). Dieses Lazarett "Newicka" finde ich allerdings nicht.


    Ich hoffe, dass ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Neben der Lesehilfe wäre ich auch sehr dankbar, wenn mir jemand mit fehlenden Informationen aushelfen könnte bzw., wenn es der Fall sein sollte, meine Informationen korrigiert.


    Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar.


    Viele Grüße

    Zandor

  • Grüß Gott Zandor,


    herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht !


    kann es sein, dass ich im letzten Kapitel Gefangenschaft 1945 , Sudetenland und die Stadt Pilgrams lese.....?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pelh%C5%99imov


    Hier im Bundesarchiv gibt es eine Datei, RL 12 /258 zur ,,Flakuntergruppe Catania"

    Siehe Anhang und hier,

    http://www.ww2.dk/ground/flak/abt/s237.html


    Es gab ein Gefangenenlager 7147/3 Nedwinka, ist eventuell das gemeint....??

    https://vbl.drk-suchdienst.online/Lagernummer/LN.aspx

    Suche mit Band KB Seite 20


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

    Files

    Edited 5 times, last by Eumex ().

  • Hallo Zandor,


    die 11. FlakDiv. war Ende April/Anfang Mai 1945 im Grossraum zwischen Mährisch- Ostrau und ostwärts Brünn stationiert. Ihre Aufgabe, im Rahmen des I. Flak-Korps bei der HGr. Mitte, war u.a. der Schutz der 1. PanzerArmee.

    Es ist sehr wahrscheinlich, dass ab dem 8. Mai abends noch motorisierte(!!) Truppenteile auch der 11. FlakDiv. bis in den Raum Pibrams (Pelhrimov- ca. 20 km westlich Iglau) gelangten. Im Laufe des 9. Mai wurde westlich Iglau der sowjetische Kessel im die HGr Mitte in Mähren geschlossen. Die Abschlussgefechte dauerten noch zT bis zum 13. Mai.


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Vielen vielen Dank für die Informationen. Die helfen mir sehr weiter.

    Ja, Sinn gibt es dann wirklich, dass die noch versucht haben mit den motorisierten Truppenteilen zu fliehen. Super, dass Ihr da einiges an Hintergrundinformationen habt.

    Ich hatte bisher gedacht, dass er in Polen gefangen genommen wurde. Tschechien gibt dann durchaus Sinn.


    Das mit dem Gefangenenlager zum Beispiel kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Bei dem Link vom DRK habe ich die 5 Namen (Städte?) gegoogelt. 4 von 5 finde ich als Städtenamen in der Kaukasusregion in Russland. Nedwinka finde ich leider nicht. Ist die Frage, ob mit Newicka wirklich Nedwinka gemeint ist. Durchaus möglich. Allerdings finde ich leider keine Stadt, die so heißt bzw. hieß.

  • Hallo,

    mit Hannover-B. könnte Hannover-Bothfeld gemeint sein, in Hannover waren u.a. auch mehrere Flak-Ersatz-u.-Ausbildungsabteilungen stationiert: https://www.lexikon-der-wehrma…11/KasernenHannover-R.htm

    Welche Informationen zum militärischen Werdegang Deines Großvaters liegen Dir denn bereits aus dem Bundesarchiv/Abt. PA (ehem. WASt) in Berlin vor?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Bisher liegen mir aus dem Bundesarchiv keine Informationen vor. Habe dort bisher nicht angefragt.

  • Hallo,

    Bisher liegen mir aus dem Bundesarchiv keine Informationen vor. Habe dort bisher nicht angefragt.

    dann solltest Du im Bundesarchiv anfragen, mit einer Auskunft von dort lässt sich evtl. der Weg Deines Großvaters im Krieg nachvollziehen. Zur genannten Kriegsgefangenschaft könnten auch Unterlagen und Aufzeichnungen (Gefangenenakte?) mit weiteren Informationen über den Suchdienst des DRK zu finden sein.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Zandor,


    ich gebe dir mal die erste Seite, soweit ich sie lesen kann:

    1945

    Göppingen b/Stuttgart

    Ich wollte auf jeden Fall noch einmal nach Hause, wenn ich auch keinen Fahrtausweis und keine Fahrtunterbrechung hatte und ich fuhr. 1 1/2 Tage konnte ich rausschlagen trotz der ungünstigen Bahnverbindung Ende Januar 1945. Schöne Stunden, schwerer Abschied, die Alliierten im Vormarsch zwischen Aachen und Köln. Ungewisses Schicksal.

    Göppingen LKS 8-1. Inspektion, 3. Aufsicht.

    Garten Dienst-schöne Stunden-viel Freiheit, bin wenn es denn ging rausgegangen.

    Anfang Februar Auflösung der LKS -Ostfront. Das fehlte gerade noch, kurz vor Schluß an die Ostfront. Ich kam zum Transport, der zum I. Flakkorps ging, Süden der Ostfront. Nach 14 Tagen Fahrt über Schlesien u. Prag fanden wir in Waldenburg unseren gesuchten Stab. Es war eine herrliche Fahrt, zwar nicht die Fahrt als solche an sich, wohl reich an neuen Eindrücken und nett gemacht durch Freiheiten die sie uns nahmen. 3 mal habe ich mit 4 Kameraden, u.a. Pausin den Transport verloren doch am Ende kamen wir doch pünktlich mit an und waren keinmal der Feldgendamerie in die Finger gefallen.

    Bei der Aufteilung kam ich zu einer erf. Abt. bei Schweidnitz, die im Luft u. Erdzielbeschuß lag. Der BChef (Batteriechef) übertrug mir nach kurzer Einweisung den 2 cm-Zug. Mehr wollte ich ja auch nicht.


    Soweit erst einmal. Ist schon spät, morgen geht es weiter.


    Gruß Armin

  • Grüße dich Armin.


    Vielen Dank für auch deine Hilfe. Vor allem für die schon was umfangreiche "Übersetzung". Dem Text sind nochmal einige Eindrücke zu entnehmen, die mir nicht bekannt waren.

    Freut mich, dass einem hier so umfangreich geholfen wird und ihr die Texte so gut lesen könnt.

    Edited once, last by Zandor ().

  • Hallo Zandor,


    gut zu lesen ist es nicht, er schreibt doch schon sehr eng, darum gleich mal eine Korrektur für die erste Seite.

    Göppingen LKS 8: Garten Dienst korrigiere ich in: Harter Dienst.

    (macht mehr Sinn).


    Seite 2:

    -1945-

    Schlesien


    Schweidnitz i. Schlesien:

    Sehr gutes Essen, es war ja alles da in den geräumten Gebieten, selbst genug Vieh, viel zu viel Krepierte vor Hunger. So nehmen wir uns, was wir brauchen, denn was wir nicht nehmen nehme ja doch der Russe. Rehjagd.


    Striegau:

    Entsatz, Befreiung von Striegau, tolle Bilder russ. Kultur und Humanität, Rehjagd, Hasenjagd.

    Sehr starke mittlere u. schwere Artillerietätigkeit in unserem Abschnitt, gefährliche Fliegerangriffe.


    Fortsetzung folgt

    Gruß Armin

    Edited 2 times, last by Hohlladung: Korrektur ().

  • Hallo Armin,


    könnte mit "Steingau" nicht eher "Steinau an der Oder" gemeint sein?

    Dieses Steinau liegt nicht weit entfernt von Schweidnitz.


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Guten Morgen zusammen,


    Armin, magst Du folgende fehlenden Worte noch ergänzen?


    Schweidnitz i. Schlesien: .... viel zu viel Krepierte vor Hunger .....


    Striegau: .... tolle Bilder russ. Kultur und .....


    -------------


    Waldenburg: Schutz der Hütten- u. ehem. Werke von Waldenburg, sehr netter Einsatz, Privatquartiere, immer

    Besuch in der Stellung auf einer Kohlenhalde, unterirdische Stollen, an die wir Kohlebunker

    bauten in jedem Bunker Radio und Unterhaltung


    Weizenrodau bei Schweidnitz: Das war erst das Richtige für mich aber auch für die Jungs. Nur eine

    leichte Batterie am Flugplatz, die Züge weit auseinander, die B. Befehls-

    stelle weit weg am anderen Ende des Platzes


    Flugmeldeposten zugleich Erdspäher für inneren Feind, Chef v. Kommandeur, Radio in jedem Zelt

    1 Koch vom Zug, der nur für's leibliche Wohl sorgte, gemeinsames Abendessen in 2 .... in

    meinem Zimmer, laufend, vor allem Sonntags weiblicher Besuch aus Waldenburg, sehr gutes

    Essen, Suppe, Kartoffel, Gemüse, Fleisch, Nachtisch (Pudding), Kuchen, Bier en masses, Zucker-

    fabrik in der Nähe, dazu harte Flakabwehr im Beschuß der schweren (17,2) Artillerie.


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    Armin, gern geschehen. Vielleicht kannst Du mir bei den fehlenden Worten behilflich sein?


    Ottmachau bei Neiße, in der Nähe des Neiße-Stausees am 2. Mai versetzt zur Einweisung zu einer

    3,7 cm Batterie. Knapp eine Woche später Kapitulation der gesamten Schörner-Armee.

    Nach Vernichtung des Kriegsmaterials Absetzen zum Westen Richtung Winterberg.

    Schörner: Und ich werde Euch in Eure Heimat zurückführen.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Diana,


    es könnte heißen:

    ...dazu feste Flakabwehr im Beschuß....


    Schöner: Und ich werde Euch in .....


    Gruß Armin

  • Danke, Armin,


    bei der Flakabwehr bin ich völlig bei Dir, aber bei "feste" nicht. Da denke ich jetzt, daß es eher "harte" heißt. Das "st" im Wort wurde in Sütterlin doch ganz anders geschrieben (siehe Flugmeldeposten).


    Opa hatte aber auch die berühmte Sauklaue ;)


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Die Schrift ist sehr dolle.^^ Dieser Stift war allerdings wohl auch nicht die beste Wahl.^^

    Edited once, last by Zandor ().

  • Hi Diana,

    ich glaube ich hab's. Was hältst Du von:


    .... gemeinsames Abendessen u. 2 Polen in meinem Zimmer,...


    Gruß Armin