Lesehilfe Wehrpass & Personenkartei des Großvaters

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor einiger Zeit alte Unterlagen meines Großvaters, Großonkels und Urgroßvaters erhalten und bereits beim Bundesarchiv nach Unterlagen gefragt und die zentralen Personenkarteien erhalten (außer für meinen Urgroßvater, da die Unterlagen für ihn aus dem 1. WK offenbar nicht vorliegen).

    Leider kann ich nicht wirklich viel entziffern, was im Wehrpass und in der PK enthalten ist und hoffe, dass ich hier im Forum Unterstützung finde.


    Den Unterlagen meines Großvaters kann ich entnehmen, dass er dem Panzergrenadierregiment 11 und somit in seinem einzig vermerkten Einsatz (17.7.43 - 30.8.43) der 9. Panzerdivision angehörte.


    WP1-Angaben zur Person.png

    Was steht hier unter Punkt 12? Radfahren (interessant, dass sowas vermerkt ist) kann ich lesen, aber den Punkt darüber nicht.


    WP6-Verwundungen 2.png

    Hier lese ich bei Verwundungen

    30.7.43 Granatsplitter re. Schulter --- 7/Pz. Gren. Rgt. 11 ?Snamenskoje?

    8.4.44 Lazarett - krank --- 5/Pz. Gr. Rgt. 11 ?Rumänien?

    Erfrierungen bd. vordere Füsse (ihm sind Zehen abgefroren)


    Unter Nachträge erkenne ich das in rot geschriebene Wort nicht. ?twf?

    Und das mit dünner Spitze geschriebene? Reserve I ?Ged. K.V. 2 N.U. 30.11.44?


    PK Kopie 3.png

    Hier muss ich leider sagen, dass ich nur den untersten Punkt einigermaßen entziffern kann....

    31.1.62 / 15.8.44 Res.-Hpt-Laz II Lemberg ?-Lkb 492- (29.7.43)? Gr. Spl. verl. re. U'schenkel, Rücken u. li. Ohr - ?31b? von Laz.-Zug ?Warschau?



    WP3-Dienststellen3 Kopie 2.png

    Aus seinen Dienststellen werde ich nicht so wirklich schlau. Er hatte laut Wehrpass "nur" einen Einsatz vom 17.7.43 - 30.8.43, danach war er die meiste Zeit bei Marsch- oder Genesungskompanien, mit Ausnahme von 27.3.44 - 8.5.44. In der Zeit befand sich die 9. PzDiv offenbar in Südfrankreich zur Umbildung und Auffrischung. Danach ging es offenbar wieder in Genesungskompanien und Auffangstäbe. Kann sich jemand erklären, was dies zu bedeuten hat? Ist es möglich näheres darüber zu erfahren, wo (geographisch) er die Erfrierungen erlitten hat und wo müsste ich nachfragen.


    Er hat seinen RAD bereits in Russland geleistet und wo müsste ich nachfragen, wenn ich die genaueren Einsatzorte herausfinden möchte. Im Wehrpass steht nur "im Rahmen der Luftflotten Süd vom 5.5.42 - 12.8.42" und "Südrußland und Kaukasus vom 13.8.42 - 30.12.42". Bilder von ihm zeigen auch Flugplätze und Verladebahnhöfe mit Bomben.


    Ich bedanke mich bereits im Voraus.

  • Hallo jbohl,


    herzliche willkommen im Forum der Wehrmacht.


    Im 1. Bild ist bei Punkt 12 Flugbuch Nr. 1 und, wie richtig ausgeführt, Radfahren vermerkt.


    Deine Ausführungen zu Bild 2 kann ich bestätigen. Das lese ich ebenfalls.


    Ganz unten steht: Reserve I bedingt (bed.) kriegsverwendungsfähig (k.v.) ? Nachuntersuchung (N.U.) 30.11.1944.


    Soviel erst einmal auf die Schnelle.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hi Nicco,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Was kann es mit einem "Flugbuch Nr. 1" auf sich haben? Bekam man dies nach einem Lehrgang oder ähnlichem?

    bed. kv. und Nachuntersuchung ergibt Sinn, da er am 30.12.44 als Dienstunfähig entlassen wurde.

  • Hallo jbohl,


    hat sich dein Großvater vor dem Wehrdienst mit Segelflug beschäftigt?


    Gruß


    Reinhard

  • Sehr unwahrscheinlich, dass dies im privaten Bereich geschehen ist.

    War es möglich, dies im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes zu machen? Hier könnte ich mir es erklären, da er offenbar bei der Luftwaffe eingesetzt war.

  • Hallo jbohl,


    war dein Großvater bei der HJ?. Wenn ja, ist er vielleicht dort mit Segelflug in Berührung gekommen.


    Bezüglich Bild 3:

    31.1.62 / 15.8.44 Res.-Hpt-Laz II Lemberg ?-Lkb 492- (29.7.43)? Gr. Spl. verl. re. U'schenkel, Rücken u. li. Ohr - ?31b? von Laz.-Zug ?Warschau?

    Meldung vom 31.1.62 / 15.8.43 Reserve-Lazarett II Lemberg - Lazarettkrankenbuch (Lkb) 492 Eintrag vom 29.7.1943 Granatsplitter verletzt rechter Unterschenkel, Rücken und linkes Ohr (31b ist die Schlüsselnummer für Verwundungen und Erkrankungen durch Feindeinwirkung: 31 a = Infanterie Geschoss, 31 b = Handgranate, Granatwerfer, Minenwerfer, Ari.) von Lazarettzug (Laz.-Zug) Warschau.


    Hier noch einmal die Meldungen in chronologischer Reihenfolge:


    Meldung vom 9.11.43 / 6.8.43 Reserve-Lazarett IV Warschau Lazarettkrankenbuch 2497 Eintrag vom 29.7.1943 Granatsplitter verletzt rechter Unterschenkel, Rücken und linkes Ohr. ???

    Meldung vom 9.11.43 / 13.8.43 ? mit Lazarettzug (L.zg.) 1135

    Meldung vom 6.1.44 / 30.7.43 ??? abgegeben: Hauptverbandsplatz (H. V. Pl.) II/11. ??? Nr. 15. lfd. Nr. 744.

    Meldung vom 6.1.44 / 15.8.43 siehe Meldung vom 31.1.62

    Meldung vom 6.1.44 / 30.9.43 ? kriegsverwendungsfähig (k.v.) Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 10 (?)

    Meldung vom 27.5.59 ? von April 44 liegt in der 5. Kompanie Panzer-Grenadier-Regiment 11 nicht ??? Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillon 10 nicht ?

    Meldung vom 29.5.59 Im Auffangstab 417 Wien keine Verlustmeldung.

    Meldung vom 31.1.62 / 15.8.43 siehe oben.


    Die 1. Gen.Komp. / Pz. Gren. Ers. Btl. 10 war hier im Forum auch schon einmal Thema. Die Beiträge sind möglicherweise von Interesse:


    1. Gen. Komp. / Panzer-Grenadier-Ersatz-Batallion 10.


    Viele Grüße

    Nicco

    Edited once, last by Nicco ().

  • Hallo,


    Quote


    Was kann es mit einem "Flugbuch Nr. 1" auf sich haben?

    es dürfte sich um ein Flugbuch des NSFK handeln, war das 1. Flugbuch voll mit Eintragungen, gab es das 2.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Vielen Dank nochmals für die Überführung in lesbare Schrift :) Ich werde es mir später noch genauer ansehen, da ich aktuell bei meinem Vater bin und ihn auch nach Flugerfahrungen/-interessen meines Großvaters gefragt habe. Anscheinend war tatsächlich an der Fliegerei interessiert, da er laut meines Vaters wohl erwähnt hatte geflogen zu sein bzw. sogar ein Segelflugzeug besessen zu haben. So genau weiß mein Vater es leider nicht und auch nicht, ob dies vor oder nach dem WK war (und ob er in der HJ war), da mein Großvater nicht viel über diese Zeit geredet hat, höchstens mal Andeutungen.

    Muss ich beim nächsten Familientreffen mal nachfragen.


  • Für mich unheimlich schwer die Schrift zu entziffern...


    In seinem Wehrpass steht zum 30.7.43 Granatsplitter re. Schulter. In der Personenkartei steht zum 15.8.43 Granatsplitter rechter Unterschenkel, Rücken und linkes Ohr. Vermutlich wird es sich hier um die gleiche Verletzung handeln, aber mit unterschiedlichen Diagnosen. Oder kam es vor, dass man innerhalb von zwei Wochen zwei Granatsplitterverletzungen erleidet ohne Erholung zwischendurch (und ohne separaten Eintrag im Wehrpass).

    Edit: Gerade die Besitzurkunde über das Verwundetenabzeichen gesehen. Es geht um die einmalige Verwundung am 29.7.43, datiiert ist die Urkunde auf den 29.8.43 in Lemberg. Somit wird es sich um die selbe Verletzung handeln


    Wenn ich es richtig gelesen habe, können keine Auszüge aus Lazarettkrankenbüchern angefordert werden, oder?


    Kopien von Flugbüchern wurden vermutlich auch nicht angelegt, welche man heute anfordern könnte, oder?