KdF-Schiffsunglück 1943 auf der Ostsee

  • Hallo zusammen,
    bei Familienforschung bin ich auf einen Eintrag in einem Kirchenbuch gestoßen... demzufolge ist ein Verwandter von mir 1943 ums Leben gekommen. Wörtlich heißt es
    "Ertrunken als Soldat auf der Ostsee. KdF-Erholungsfahrt (Boot ist gekentert)"
    Mehr Angaben macht das Kirchenbuch leider nicht, v.a. nicht zum Datum, oder zu näheren Umständen (nach Feindeinwirkung klingt es ja nicht).

    Meine Frage: Wo kann man sowas recherchieren (ohne jetzt gleich das Bundesarchiv zu strapazieren)? Gibt es eine Verlustliste der KdF-Flotte? Oder ist das die Suche nach der Nadel im Heuhaufen?

    Lieben Dank für eure Hinweise

    Peter

  • Hallo Peter,


    herzlich Willkommen bei uns im Forum.


    um überhaupt einen Ansatz zu haben wäre das genaue Datum nicht schlecht

    Gruss Dieter

  • KdF-Erholungsfahrt

    Hallo,

    es gab vor dem Krieg Urlaubskataloge für das KDF Angebot. Ob auch im Krieg müßte man prüfen.

    Das Datum des Kirchenbucheintrag gäbe schon mal einen Anhalt "ante quem", also bis spätestens...

    Gruß,

    JR

  • Hallo Dieter,

    Hallo JR,

    Danke für eure Anregungen, aber beim Datum gibt es leider keine Anhaltspunkte. Der Kirchenbucheintrag ist kein Eintrag im Sterberegister, sondern eine Ergänzung im Geburtsregister, und trägt als solche kein Datum.
    Bleiben für meine Recherche wohl nur die Personenstandsdaten:

    Hamm, Emil, geb. 20.10.1891 in Hochgarth, Kreis Graslitz (Sudetengau), gest. 1943 - und die Vermutung, dass er Offizier war. Wenn der Eintrag korrekt ist und er mit 52 Jahren noch im aktiven Dienst war, dürfte er keinen Mannschaftsdienstgrad gehabt haben. Oder wie seht ihr das? Bei militärischen Dingen bin ich kein Experte ;-)
    Danke und liebe Grüße
    Peter

    Emil.jpg

  • Hallo Peter,

    es scheint sich bei der Fahrt um eine Tour für genesende Soldaten gehandelt zu haben und keine zivile Tour. Bin mir beim Dienstgrad nicht sicher. Hätte man nicht "Offizier" geschrieben wenn er Offizier gewesen wäre?

    Gruß,

    JR

  • Hallo Peter,


    ich habe den Eindruck daß dein Verwandter nicht im Zuge eines Unglücks des KdF-Schiffes selbst sondern während einer KdF-Schiffsreise im

    Rahmen eines Bootsausflugs ertrunken ist.....


    Gruß,

    Gerhard

  • Hallo Gerhard,

    genau (wie ich schrieb) "eine Tour für genesende Soldaten".

    Gruß,

    JR

  • Hallo JR,


    aber dann wird es für den threat-Eröffner besonders schwer wenn nicht unmöglich Näheres zu dem Unglück zu erfahren.

    Ich wüsste z.B. nicht wo ich (ausser einer Anfrage beim BA) ansetzen könnte....


    Gruß,

    Gerhard

  • Hallo Peter,


    Dein Verwandter - immerhin im 51./52. Lebensjahr - konnte auch erst kürzlich als altgedienter WK1-Teilnehmer beispielsweise zu den Landesschützen eingezogen worden sein.


    Grüße

    george

  • Hallo zusammen,

    ich denke, ich werde um eine Anfrage beim Bundesarchiv wohl nicht herumkommen. Was aber völlig o.k. ist, mit dem Bundesarchiv habe ich - wenn man Zeit mitbringt - eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht.

    Nochmal danke an euch alle. Ich war hier schon mal angemeldet und aktiv, vor rund 15 Jahren (meine Anmeldedaten von damals ließen sich leider nicht mehr rekonstruieren). Damals habe ich für zwei Großväter und einen Großonkel - alles WKII-Teilnehmer - Biografien geschrieben. Dabei habe ich schon einmal sehr von euren Fachwissen profitiert.
    Liebe Grüße

    Peter
    P.S. Demnächst kommt nochmal was von mir, eine Frage zur SS-Akte meines Großvaters. Kein Drama, aber ebenfalls erst kürzlich im Bundesarchiv aufgetaucht

  • Hallo Leute,
    wie versprochen wollte ich mich nochmal melden, falls ich Neues erfahre. Das ist jetzt der Fall.
    Das Bundesarchiv war zügig unterwegs, und fand Unterlagen. Mein Verwandter war SS-Unterscharführer, und als solcher im KZ Dachau beschäftigt. Da schluckt man natürlich erstmal.
    Meldungen liegen allerdings nur für die Jahre 1941 bis 1943 vor. Er hatte ein heftiges Magenleiden, und wurde deswegen auch operiert. 1941 hatte er eine Kur in Karlsbad, und 1943 einen Erholungsaufenthalt in Grömitz (Schleswig-Holstein). Am 02.07.43 begab er sich in Neustadt i.H. auf eine Segeltour, bei der er verunglückte. Am 10.10.43, also gut drei Monate später, wurde er in Bradau bei Neustadt i.H: angeschwemmt.

    Alles in allem keine schöne Geschichte, aber trotzdem danke für eure Expertise

    Peter

  • Hallo Peter,

    vielen Dank, dass Du uns an den neuen Erkenntnissen hast teilhaben lassen.

    Gruß,

    JR

  • Hallo,

    ... Das Bundesarchiv war zügig unterwegs, und fand Unterlagen ...

    dabei handelt es sich vermutlich um die im Bestandsverzeichnis in B-Lichterfelde genannte Sachakte?

    Quelle: Bundesarchiv/Invenio


    Gruß, J.H.


    R 9361-III/312215

    Hamm, Emil

    Bestandsbezeichnung:Sammlung Berlin Document Center (BDC): Personenbezogene Unterlagen der SS und SA
    Geburtsdatum: 20.10.1891

    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur: VBS 284 / 6206006415
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo J.H.,
    nein, die Auskunft kam von der Abteilung BE ... allerdings hat man mir empfohlen, in der Abteilung PA in Lichterfelde nochmals nachzufragen. Kann man auf die Sachakte online zugreifen (was ich mir fast nicht vorstellen kann)?

    Gruß

    Peter

  • Hallo,

    ... die Auskunft kam von der Abteilung BE ... allerdings hat man mir empfohlen, in der Abteilung PA in Lichterfelde nochmals nachzufragen ...

    wenn die o.g. Signatur R 9361-III/312215 der Sachakte in den Dir übermittelten Unterlagen nicht erscheint, solltest Du in einer weiteren Anfrage an die Abteilung PA auf diese Akte hinweisen!


    ... Kann man auf die Sachakte online zugreifen (was ich mir fast nicht vorstellen kann)? ...

    Dieser Bestand ist leider - noch nicht - digitalisiert, d.h. Du kannst die Akte nur vor Ort einsehen oder Dir (gebührenpflichtig, Kosten je nach Umfang u. Rechercheaufwand) über den archivfachlichen Dienst in B-Lichterfelde oder einen dort tätigen, externen Dienstleister Kopien bestellen. Es kann sein, dass diese Akte nur aus einer Karteikarte (Personalstammblatt) mit einigen wenigen Personenangaben besteht.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!