Oberfeldarzt Dr. Erwin Graf von Neipperg (377. Infanterie-Division)

  • Hallo,


    gesucht werden militärische Ergänzungen zu dem ersten Divisionsarzt der 377. Infanterie-Division:


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    Erwin Graf von Neipperg

    *15.01.1897 in Schwaigern

    Vater: Reinhard von Neipperg (1856-1919)

    Mutter: Gabrielle von Waldstein (1857-1948)


    28.04.1927:

    Heirat mit Hissa Gräfin von Hatzfeld (*26.02.1906, +04.06.1985)


    1925:

    Promotion, Universität Erlangen

    Dissertation: Geschichte der Syphilis-Therapie (85 Seiten)


    1929+1930:

    Praktischer Arzt, Staltacherstr. 120

    Anstalt für Elektrotherapie, Hausnr. 25 [1]


    Da seine Ehefrau gemäß der Nürnberger Rassengesetze als "Viertel-Japanerin" galt, sei er aus SA und Deutsche Adelsgenossenschaft nach 12jähriger Mitgliedschaft ausgeschlossen ("was expelled from the SA and from the nobility after twelve years of membership", S. 50) und seine medizinische Tätigkeit beendet worden [2].


    01.04.1942:

    von der Sanitätsabteilung Straßburg kommend zum Divisionsarzt (IVb) der 377. Infanterie-Division ernannt (in Aufstellung befindlich)


    25.11.1942:

    als Oberfeldarzt in der 377. Infanterie-Division in die Führerreserve OKH, Standort Oels in Schlesien versetzt [3]


    09.04.1943:

    als Oberfeldarzt in der FR OKH zum Divisionsarzt (IVb) der 387. Infanterie-Division ernannt; Friedensdienststelle: Sanitätsabteilung 28 [4]


    28.04.1945:

    als Oberstabsarzt eines Lazarettes an der Übergabe der Stadt Abensberg beteiligt [5]


    05.12.1957:

    verstorben in Stuttgart [6]


    Bundesarchiv (invenio):

    Lastenausgleichsbehörden - Negativ beschiedene oder sonstwie erledigte Feststellungsakten nach dem Feststellungsgesetz (FG) und Reparationsschädengesetz (RepG), Gemeinde Trebnitz [Signatur: ZLA 3/3205527]

    desgleichen von der Ehefrau Hissa Gräfin von Neipperg


    Quellen:

    [1] Amtliches Fernsprechbuch München

    [2] Furuya, H. S. (1995). Nazi racism toward the Japanese. Nachrichten der Gesellschaft für Natur-und Völkerkunde Ostasiens, Nr. 157-158, S. 17-75.

    [3] NARA T77 R957-00344

    [4] NARA T77 R961-1191

    [5] https://www.wochenblatt.de/arc…-schlimm-zerstoert-116343

    [6] Auf ancestry.de von einer Privatperson erstellter Stammbaum, dort auch Foto

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    Danke für jeden Hinweis.


    Grüße


    Jörg

  • Hallo Jörg,


    sein vollständiger Name war Erwin Joseph Sidonius Benediktus Franziskus von Sales Petrus von Neipperg,


    In den AVL des 1.Wk. taucht er einmal auf, als Leutnant in der 2. MG-Kompanie Ersatz-Infanterie-Regiment 51, verletzt. Da er damals erst 19 Jahre alt und trotzdem schon Leutnant war, dürfte er eine Kadettenanstalt besucht haben.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo zusammen,


    in voller Länge hieß der Herr sogar


    Maria Erwin-Joseph Sidonius Benedictus Franciscus Salesius Petrus Friederich Ignatius Hubertus Johannes v. Nepomuk Felix Maurus von Neipperg.


    Unglaublich .... wer wollte sich das merken?


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo,


    zuletzt hat er in Stuttgart-Vaihingen gewohnt, aber den 1/4 Japaner finde ich im Stammbaum seiner Frau nicht.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Jörg,


    1943 war der Mann Oberfeldarzt, 1945 nur noch Oberstabsarzt.

    Schreibfehler deinerseits oder Degradierung?


    Gruß aus dem Norden

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Hallo,


    Thilo: Danke für Deine Ergänzungen.


    achim: Oberstabsarzt ist so aus dem Zeitungsartikel übernommen; allerdings könnte das eine Ungenauigkeit sein. Es käme sogar Oberstarzt in Frage, da eine Degradierung vielleicht schärfer gewesen wäre.


    Hier die Großeltern der Braut:

    Aoki Shuzo (1844-1914)

    Elisabeth von Rhaden (1849-1931), Heirat 1877

    =>Es handelte sich um den japanischen Gesandten in Berlin und späteren Außenminister

    (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Aoki_Sh%C5%ABz%C5%8D)


    Die Eltern der Braut:

    Alex von Hatzfeld (1877-1953)

    Hanna Elisabeth Aoki (1879-1953)


    Viele Grüße

    Jörg

  • Hi Jörg uaa.,


    nur Kleinigkeiten am Rande.

    Im Artikel von 2017 (Quelle #5) schreibt der Autor vom

    "Oberstabsarzt Reichsgraf Dr. Erwin von Neipperg".


    Graf war v. Neipperg, das blieb er auch, wäre er noch heute;

    Reichsgraf war er auch schon 1945 nicht mehr.

    Bezeugt eine Lücke im Geschichtswissen des Autors;

    dürfte dem "Aufpeppen" des Artikels gedient haben.


    Mit dem Ende des Kaiserreichs gab es zwar noch Grafen,

    Freiherren, Fürsten (dazu noch die einfachen "von" und "zu") -

    jedoch alle ehemaligen Titel nur noch als Namenszusatz.



    Interessant am Rande:

    Österreich hat nach dem Ende der Monarchie jegliche

    Adelstitel abgeschafft.


    Samstagsgrüße,

    Kordula

  • Hallo Kordula,


    den Reichsgrafen hatte ich bewusst weggelassen, aufgrund der von Dir erwähnten Regelungen.


    Ich komme aus Rheinland und dort wurde der Adelsstand bereits 1920 abgeschafft. Allerdings scheinen hier in Baden-Württemberg Reste der Ständegesellschaft erhalten zu sein: So bin ich an einer staatlichen Einrichtung tätig, wo betreffende Personen in offiziellen Dokumenten und Reden noch mit S.K.H. bezeichnet werden ?(.


    Sonnabendliche Grüße


    Jörg

  • Guten Abend Jörg,


    dank Deines Hinweises konnte ich das Gesetz vom 23. Juni 1920 finden.


    Preußische Gesetzsammlung, Jahrgang 1920, Nr. 32:

    Gesetz über die Aufhebung der Standesvorrechte des Adels

    und die Aufhebung der Hausvermögen.


    Wer's nachlesen will, müßte es suchen;

    Verlinkung habe ich nicht hinbekommen.


    Bildungslücke - eine von viel zu vielen - geschlossen.


    Was Du beschreibst - z.B. Anrede nach wie vor als EKH -

    ist immer noch weit verbreitet, frei nach dem Motto:

    Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben. =O


    Grüße, Kordula

  • ist immer noch weit verbreitet, frei nach dem Motto:

    Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben. =O


    Grüße, Kordula

    Hallo Kordula


    Da geht es um Willhelm 1!

    Nicht der letzten Kaiser der auch das Letzte war.



    Gruß Arnd

  • Hi Arnd,


    na sowas aber auch - Spruch gefällt mir trotzdem -

    egal, ob es nun der letzte oder der "alte" KW ist.


    Naja, dank Dir weiß ich's nun genau. :-)


    Grüße, Kordula

  • Naja, dank Dir weiß ich's nun genau. :-)


    Grüße, Kordula

    Hallo Kordula


    Immer wieder gerne;)

    Einen freundlichen Gruß aus der Mitte der Republik in die Zentrale!


    Gruß Arnd