Schulen der Luftwaffe

  • Hallo zusammen,


    mal zum Thema Schulen der Luftwaffe:


    Wenn ich das richtig sehe, dann kommt ein Soldat, nach Ableistung seiner Grundausbildung, zuerst auf eine Flugzeugführerschule A/B. Flugzeugführer für mehrmotorige Maschinen kamen dann auf die Flugzeugführerschule C.

    Offiziere bzw. Offiziersanwärter besuchten die Luftkriegsschule und dann bei Bedarf die Flugzeugführerschule C.


    Nach Abschluss der Luftkriegsschule / Flugzeugführerschule kam der Soldat an eine weiterführende Schule (Jagdfliegerschule, Aufklärungsfliegerschule, Nachtjagdschule).


    Ich hoffe, ich habe das halbwegs korrekt widergegeben. Nun meine Fragen:

    - Wozu gab es Vorschulen (Zerstörervorschule, Sturzkampffliegervorschule)?

    - Wo sind in dem o.g. Schema die Seeflugzeugführerschulen einzuordnen? Als Ersatz der Flugzeugführerschulen A/B oder der Flugzeugführerschulen C?


    Gruß

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    wenn ich das richtig gelesen habe mit den Schulen wurde in der A schon gesiebt ob die Pilotenanwärter für die weiterführenden Schulen geeignet

    waren. Je nach Eignung ging es dann an die weiterführenden Schulen und nach Abschluss der Scheine A-B-C-und einen weiteren( glaube C1und C2 ) zu den weiteren Lehrgängen. Grobe Kurzform wiedergegeben

    Es gab die Scheine für Land und See. Für See war zuerst die Marine zuständig bevor die Luftwaffe es mit übernahm. Ich muss mal schauen ob ich noch

    was darüber habe.

    Bei meinen Vater war nach Abschluss C der Lehrgang dann in Grosseto ( Italien- Torpedo )


    Gruß Burkhard

  • Hallo Andreas,


    in dem Werk von Sven Carlsen und Michael Meyer, Die Flugzeugführerausbildung der Deutschen Luftwaffe 1935-1945, Bd. 2 ist folgendes zu lesen:


    Zerstörervorschule (S. 224)

    "Auch innerhalb der Zerstörerausbildung hatte man im März 1942 zur Entlastung der Zerstörerschule eine Vorschule installiert. Die Ausbildungsinhalte waren ähnlich wie die der Zerstörerschule."


    Und weiter:

    "Die Vorschulung begann auf der He 51 mit Einfliegen, Verbandsflug- und Luftkampfübungen sowie Höhenflug und Luftschießen. Anschließend folgte die Schulung auf der Bf 110 mit dem gleichen Flugprogramm. Für Navigationsflüge setzte man die Fw 58 und Bf 110 ein. Die Lehrgänge hatten Anfang 1941 eine Dauer von sechs Wochen, die aber Mitte des Jahres auf vier Wochen gekürzt wurde."


    Stukavorschule (S. 303)

    Wie bei den Jagdfliegerausbildungsverbänden wurden 1941 zwei Vorschulen zur Stuka-Ausbildung aufgestellt. Die StVS 1 hatte 1942 durchschnittlich 100 Schüler in der Ausbildung und war mit Ar 66, W 34 und Ju 87 A ausgestattet. Die Stukavorschulen wurden am 14.11.1942 (StVS 1) und am 18.11.1942 (StVS 2) aufgelöst und zur Auffüllung von Fehlstellen der Stukaschulen 1 und 2 herangezogen."


    Insgesamt alles sehr dürftig, aber vielleicht hilft es dennoch.


    Zur Seefliegerausbildung enthält der Bd. 2 immerhin 4 allgemeine Seiten. Wenn Du möchtest kann ich den das gerne Einscanen und zukommen lassen. Vorab schon mal soviel kurz zusammengefasst:


    "Die erste Ausbildungsstätte für Seeluftstreitkräfte war die DVS-Filiale Warnemünde, die neben der zivilen auch die militärische Seeflugausbildung betrieb.Die DVS (See) Warnemünde wurde am 01.05.1935 in eine FFS (See) umgewandelt und betrieb bis zur Auflösung die kombinierte Land- uns Seeausbildung einer FFS A/B."


    Und weiter:

    "Die FFS (See) bildeten die Flugschüler auf A2, B1 und B2 Flugzeugen auf dem Land aus. nach der Erlangungs des B1-Scheines begann zusätzlich die Seeausbildung auf B2 Flugzeugen."


    Inwieweit bei den FFS (See) eine C-Ausbildung stattfand geht nicht eindeutig hervor.


    Aber im Bd. 1 ist zu C-Ausbildung folgendes zu lesen:

    "Ursprünglich eine FFS mit See- und Landausbildung, wurde die FFS (See) 2 am 01.01.1941 in FFS C 17 umbenannt. Vermutlich im Mai 1943 gab die Schule die Seeausbildungsgruppe an die FlWS (See) 5 ab."


    Mehr hab ich leider nicht. Ich hoffe das wenige hilft trotzdem.


    Viele Grüße

    Helmut

  • Hallo Andreas,


    ich hab da noch einen Nachbrenner. Laut nachfolgender Quellen führten die FFS (See) auch die C Ausbildung durch. Das macht ja auch Sinn, denn die Seefliegerverbände hatten ja auch in der Anfangszeit "große Brummer" wie z.B. die He 59 und die Do 18, deren Gewicht über 5.000 kg lag, was ja die Klassifierzung des C Flugscheines war.


    Quellen:

    Karl Ries, Deutsche Flugzeugführerschulen und ihre Maschinen 1919 - 1945, Seite 180

    Karl.Ries, Luftwaffen Story 1935 - 1939, Seite 50


    Viele Grüße

    Helmut