Versorgung des Schwarzmeerhafens Anapa

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,

    im Verlauf meiner Recherche über die 9.ID habe ich die Vermutung,

    dass der Hafen Anapa 1942/43 nicht genügend Güter, für die Truppen im Kaukasus und auf der Taman Halbinsel, umschlagen konnte bzw. zu wenig geliefert wurde.

    Ich fände es interessant einmal die Kräftelage im Schwarzen Meer allgemein (und Kertsch speziell) zu analysieren.

    Ich stelle einmal 5 Fragepunkte spontan zur Diskussion ein.


    1. Die deutsche Rüstungsproduktion geht 1943 mit der Bahn direkt Richtung Kursk, Donezk (Festland), die Krim und Kertsch werden nicht mehr beliefert?

    2. Die russische Schwarzmeerflotte war zu dominant? (Typ II B U Boote wirkungslos)?

    3. Rumänien hat keine brauchbare Handelsflotte mit Geleit ?

    4. Der Bosporus ist für deutsch italienische Geleite und Kriegsschiffe gesperrt.?

    5. Über die Donau konnten keine Hochseeschiffe (Zerstörer, Tanker, Frachter o.ä.) aus dem Reichsgebiet ins Schwarze Meer laufen?


    Ich hoffe auf Eure Motivation , das Forums Gedächtnis zu vergrößern.

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Forum,

    da sich das Interesse in Grenzen hält, wäre ich auch für Literaturhinweise dankbar.

    Da ich selbst keinen Ansatzpunkt für das Kräfteverhältnis "Schwarzes Meer" finde.

    Danke und Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Eumex,

    nein, das kannte ich wirklich nicht.

    ich hoffe das ist ein Aufmacher für dieses Thema.

    Ich selbst blicke überhaupt noch nicht durch.

    Das muss man wieder in Kleinarbeit aufspalten.

    vielen Dank

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph,


    guck doch mal hier:


    zu Frage 2 und dem Kräfteverhältnis, sowie Literaturhinweis:

    https://www.wlb-stuttgart.de/s…telmeer/suedost/fl-sm.htm

    https://www.wikiwand.com/de/Schwarzmeerflotte


    zu Frage 3:

    Hier wird auch die Stärke der rumänischen Flotte angegeben.

    https://www.wlb-stuttgart.de/s…telmeer/suedost/fl-sm.htm


    zu Frage 4:

    Die Durchfahrt von Kriegsschiffen der Achsenmächte durch den Bosporus war nicht möglich.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Montreux


    zu Frage 5:

    Eigentlich selbsterklärend, denn die von Dir genannten Schiffsklassen waren Hochseeschiffe und die Donau ein Binnengewässer. Für größere Pötte war ein Binnengewässer wegen deren Tiefgang und der Schleusengrößen nicht geeignet. Außerdem fehlte damals eine durchgehende "Binnenwasserstraße" wie dem heutigen Rhein-Main-Donau Kanal.


    Guck doch auch hier:

    Wie kam die Kriegsmarine ins Schwarze Meer


    Ich hoffe das hilft Dir schon mal.


    Viele Grüße

    Helmut

  • Hallo Helmut,

    Danke, genau so hatte ich mir das vorgestellt.

    Das die, welche vieles wissen, ein bisschen das Allgemeinwissen vergrößern.

    Und das wesentliche auf einen Punkt bringen.

    Jetzt muss ich nur noch die Kurve nach Anapa bekommen.

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited 4 times, last by Bludau Ostpreußen ().

  • Hallo Ralph,


    für den "großen" Überblick solltest Du zunächst die Akten der Seekriegsleitung (Skl) heranziehen. Sie sind zusammengestellt

    als Bücher (Fernleihe) oder auch im Inernet einsehbar.

    Hier wird auch auf die Schwierigkeiten der Versorgungseinheiten der Marine eingegangen, ebenso auf die Möglichkeiten der

    rumänischen Marine und Handelsflotte.


    Durch die hohen Schiffsverluste im Mittelmeer (Adria, Ägäis) wurden Schiffe der Kriegsmarine zurückgerüstet, die Soldaten

    an Bord fuhren in Zivil aus dem Schwarzen Meer durch den Bosporus in die Ägäis.

    Die Schwierigkeiten mit den Türken war vorhanden, aber nicht sooo groß, da zu der Zeit neutral.


    Über den Vormarsch in den Kaukasus (hier auch Anapa) und den Rückzug sind zahlreiche Kriegstagebücher überliefert, die

    deine Fragen überwiegend beantworten würden.


    Es wäre halt eine Fleißaufaufgabe.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Ralph,


    eigentlich bin ich nicht unbedingt der Typ für Diskussionen, denoch machte ich hier meine Meinung mal einbringen.


    Ich bin der Meinung das die sowjetische Schwarzmeerflotte bei Kriegsbeginn im Schwarzen Meer kaum in Erscheinung trat. Die schwereren Einheiten, hier Rede ich von Zerstörern, Kreuzer und Schlachtschiffe waren hauptsächlich bei der Küstenbeschießung und im Geleitdienst im Einsatz. Das Schlachtschiff "Parischskaja Kommuna" lag zwecks Reparatur seit Sommer 1942 in der Werft in Poti. Die Kreuzer lagen wegen beschädigungen in den Werften. Nach der Versenkung von drei sowjetischen Zerstörern Oktober 1943 Verbot sogar Stalin den Einsatz der schweren Überwassereinheiten. Sehr aktiv waren die kleinen Einheiten und die U-Boot-Flotte der Schwarzmeerflotte, die den deutschen Einheiten zu schaffen machten.


    Die deutsche Kriegsmarine war erst ab Herbst 1942 im Schwarzen Meer tätig.


    Mal abgesehen von den ganzen Kriegsschiffen der deutschen Kriegsmarine, wie U-Boote, Schnellboote oder Räumboote usw. die über die Donau in das Schwarze Meer gelangen, wurden auch die sogennanten "Kriegstransporter" (KT) in Linz. Korneuburg bei Wien bzw. Budapest für die deutsche Kriegsmarine Schiffe gebaut, die dann über die Donau in das Schwarze Meer gelangten. Des Weiteren wurden mehrere dieser KT-Schiffe in der Werft in Nikolajew gebaut.


    Von diesen Kriegstransportern gelangen später einige durch den Bosporus in die Ägäis. So zum Beispiel KT 18 als ziviler Frachter "Pelikan" im Mai 1944 oder KT 4, später U-Jäger 109 als ziviler Frachter "Heidelberg" im Juni 1944. Es gab also die Gelegenheit durch den Bosporus mit Schiffen vom Schwarzen Meer in die Ägäis zu entkommen.


    Mal schauen was ich finden lässt :)


    Gruß

    Lothar

  • Hallo Forum,

    Danke Dieter und Lothar,

    jetzt bekomme ich ja doch noch einiges auf dem Silbertablett.

    Ich hätte das Thema anders benennen sollen, da die Einheiten auf dem Schwarze Meer nicht so zahlreich sind

    und man es als Ganzes überschauen kann. (also Alles reinpacken).

    Aber mein Hauptinteresse liegt auf der Taman-Halbinsel (Versorgung aus Richtung Kertsch)

    Und der Herbst 1943 bei den russ. Landungsunternehmen zum Eindrücken des Gotenkopfes.

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited 4 times, last by Bludau Ostpreußen ().

  • Hallo Ralph,


    ich weiß jetzt nicht was Du genau suchst.


    Hast Du schon mal hier reingeschaut?


    https://wwii.germandocsinrussia.org/de/nodes/1-fond-500


    Hier im Findbuch 12453 findest Du Akten für den Raum Schwarz Meer / Rumänien / Donau. Ab der Akte 86 - 90 bzw. ab der Akte 176 - 234. Hier einfach mal reinschauen und durcharbeiten.


    Falls Du sagen magst was Du genau suchst, schau ich mal in meinen vorhandenen KTB.


    Gruß

    Lothar

  • Hallo Lothar,

    NEIN

    Bitte servieren.

    Falls du etwas hast über die Einnahme von Anapa Sept.42 durch die Rumänen hast.

    Ob See Streitkräfte dabei waren, das wäre Super.

    Ich brauche Alles.

    Stelle ein was wichtig ist.

    Ich mache hier nur Allgemeinbildung.

    Also vernetze hier alles was du kennst.

    oder auch nichts.

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Leute,

    ich muss doch noch einmal nachhaken.

    Wenn die 3.rum Armee am 30.8.1942 Anapa einnimmt.

    Da sind doch mit Sicherheit Seestreitkräfte der Kriegsmarine oder rum Seestreitkräfte in Schussweite um den Angriff zu unterstützen.

    Da muss es doch noch Bericht geben?

    Es lässt mir keine Ruhe.

    Ich stelle noch einmal 3 Seiten Kriegstagebuch 17.Armee dazu ein.

    Grüße Ralph

  • Hallo Ralph,


    im KTB "Admiral Schwarzes Meer" habe ich mal zwei Seiten angehängt. Sie betreffen den 01.09.1942. Hier ist auch die Besetzung von Anapa durch die Rumänische Armee erwähnt. Beim Durchschauen habe ich keine artilleristische Unterstützung von Seiten der rumänischen noch von der deutschen Seite gelesen. Ich hoffe ich habe jetzt nichts übersehen :/


    Auf den zwei Seiten sind zumindest 4 Schnellboote der 1. Schnellboots-Flottille sowie 4 italienische Schnellboote erwähnt. Ich muss mal im KTB der 1. Schnellboots-Flottille schauen, ob ich näheres finde.


    Gruß

    Lothar

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    Edited 2 times, last by Albert64: Das Jahr 1941 in 1942 geändert ().

  • Hallo Ralph,

    unten im Anhang einige Seiten aus dem KTB des AOK 17 ab 01.09.1942

    Sie zeigen die teilweise chaotische Versorgunglage des AOK.

    Bei Bedarf kann ich noch mehr hier einstellen.


    Lg Andre


    Quelle: Nara T312, R-710

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    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!