Waffen SS Kaserne Hamburg Langenhorn

  • Hallo Marko,
    vielen Dank für die sehr interessanten, ergänzenden Angaben,
    der Kompaniechef der 1./LSSAH war der SS- Hauptsturmführer Gerd Pleiß, er ist am 17.November 1941 bei Rostow gefallen.


    Die Versetzung zur 5.Kompanie des Ersatz-Bataillons, bereits zum 8.10.1941 genannt, hatte wohl nur „verwaltungstechnische“ Gründe, da er im Lazarett war, hat man ihn „offiziell“ zum Ersatztruppenteil versetzt.


    Bei dem Hstuf. Bels dürfte es sich um den SS-Hauptsturmführer Fritz Belz gehandelt haben, im Juli 1941 noch Chef der 5.Kompanie der LSSAH, dann wohl auch im Ersatztruppenteil.


    Die Erwähnung der 3.Stabkompanie Führungshauptamt spricht für eine Verwendung im SS-Führungshauptamt, vielleicht Wachdienst ?(, in der Stabskompanie wurden die Angehörigen der Waffen-SS in diesem Amt zusammengefasst (klingt seltsam, aber es gab auch Diensttuer im SS-FHA, die n i c h t der Waffen-SS angehörten …). Fechner konnte ich leider nicht klären ...


    Die 8.Kompanie des Ersatz-Bataillons LSSAH im Mai 1944 kann eine Ausbildungs- oder eine Stammkompanie gewesen sein, leider fehlen mir für diesen Zeitraum die Angaben.
    Der Kompaniechef dürfte SS-Obersturmführer Wilhelm Steinke gewesen sein, der wird für den Juni 1944 als Chef der 4.Kompanie des SS-Pz.Gren.A.u.E-Btl 1 genannt.


    Von da an dann SS-Stammkompanie z.b.V., Hstuf. Harms, und schließlich SS-Junkerschule Tölz. Die Angabe von SS-Stubaf. Walter Schmidt spricht eher für die Lehrgruppe B ? ?( später Kdr. SS-Gren.Rgt 96 der Division Nibelungen …


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Abend!


    Super! Der Zufall, etwas Glück und das Internet......


    Nur damit es keine Mißverständnisse gibt, es ist dieser Mann gemeint:


    [Blocked Image: http://i37.tinypic.com/scz3p3.jpg]


    Der Herr mit dem Büchlein war auch bei Schmidt im Regimentsstab von 96.


    Gruß
    Andre

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  • Hallo Andre!
    Ja genau der ist es! Ich hab ein paar mal überlegt wie ich es am besten beschreibe ,aber ich seh es hat geklappt ;-) Seine Frau hat gemeint schade das er das nicht mehr erleben durfte, er hätte sich sicher sehr gefreut. Er hat im Alter etwas den Kontakt zur HIAG und den alten Kameraden gesucht aber sie wollte das nicht und deshalb hat er das abgebrochen. Zum Glück ist sie noch fit, ich hätte ihn nie erkannt da ich ihn nur im Kindesalter als alten Mann kannte und auf dem Foto nur die Hälfte von seinem Gesicht zu sehen ist.


    Hallo Roland,
    du bist ja ein wandelndes Lexikon! Wenn ich mir anschaue in welcher kurzen Zeit du geantwortest hast, mit einer Fülle von neuen Infos, das ist schon bewundernswert. Du hilfst mir echt sehr viel weiter!
    Der Vorteil an der Waffen SS ist ,das es doch noch recht gute Chancen gibt etwas nachzuvollziehen. Leider hab ich da mit meinen beiden Großvätern nicht so viel Glück;-( Die waren bei der Wehrmacht, haben es zum Glück aber auch heil überstanden.
    Viele Grüße
    Marco

  • Guten Abend!


    Ich bereite gerade einen Brief an einen der beiden mir bekannten noch lebenden Vetranen der Stammkompanie z.b.V. vor.
    Dazu habe ich nochmal zu Walter Schneider recherchiert.


    Merkwürdigerweise wird er in dem Buch "12 Jahre 1. Kompanie LAH" nicht genannt. Das macht aber eigentlich auch nichts, weil der 03.07.1941 auch nicht genannt wird. Der Rußlandfeldzug der 1./LAH wird dort erst ab ca. Mitte Juli 1941 beschrieben.


    In der Chronik von Lehmann wird es im Band II auf Seite 27 dann aber genauer. Dort heißt es zum 03.07.1941: "Nach Einnahme von Klewan befinden sich Teile des I. Btl. im Kampf mit einer größeren Einheit versprenter Russen im Wald südwestlich Klewan."
    Ort der Verwundung kann somit Klewan sein, Kiew wird es aber auf keinen Fall gewesen sein.


    Gruß
    Andre

  • Guten Abend!


    Ich habe gerade mit einem Veteranen der Stammkompanie z.b.V. telefoniert. Schneider ist bekannt, man lag in Tölz wahrscheinlich sogar auf einer Stube zusammen. Ich fahre morgen für 14 Tage in den Urlaub. Danach treffe ich mich mit dem Herren und wir wollen über mögliche Details sprechen.


    Gruß
    Andre

  • Hallo Andre,


    ich habe nun folgende Suchanfrage gefunden:


    Wilhelm von der Au, geboren am 5.April 1926 in Genend, kam im Frühjahr 1943 zur 1.Kp./SS-Pi.Ausb.u.Ers.Btl. Nach der infanteristischen und pioniertechnischen Ausbildung wurde er zur 3./SS-Pi.Btl. 2 „Das Reich“ versetzt.
    Am 13.9.1943 erlitt er bei Nowa Iwanowka eine Infanteriegeschossverletzung am rechten Arm und am Gesäß. Über den Hauptverbandsplatz kam er ins SS-Teillazarett Skorochodowo, danach ins Reservelazarett 1 Lemberg/ Universitiätsklinik, weiter mit dem Lazarettzug ins Reservelazarett Schmeckwitz und schließlich ins Reservelazarett Krefeld (Dreifaltigkeit)
    (das ist vielleicht auch für Dich interessant, Jürgen ;) )


    Da ihm der rechte Unterarm amputiert werden musste, war von der Au nicht mehr kv. Laut SS-Stammkarte und Angaben des SS-FHA war er bis zum Ende des Krieges dem SS-Rasse- und Siedlungshauptamt RuSHA unterstellt. Er gehörte zur SS-Stammkompanie z.b.V. Dachau und sein letzter Dienstgrad war SS-Sturmmann, mit dem EK II, dem Panzerkampfabzeichen, dem Verwundetenabzeichen in Silber und dem Kriegsverdienstkreuz mit Schwerten ausgezeichnet. (Aus Rundbrief 2/2008 der Pionierkameradschaft Dresden, S. 18)


    Der Sohn, mit dem ich in Kontakt stehe, und der übrigens auch ein Mitglied dieses Forum ist, sucht nun Kameraden seines Vaters und weitere Angaben zu seiner Verwendung.
    Vielleicht könntest Du, Andre, auch mal nach diesem Namen fragen! ;)


    Herzliche Grüße Dein Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen und wenn auch verspätet ein frohes Neues Jahr! War in letzter Zeit schwer beschäftigt :-(
    Hat denn ein Treffen mit den beiden Veteranen stattgefunden?
    Andre du schreibst "Merkwürdigerweise wird er in dem Buch "12 Jahre 1. Kompanie LAH" nicht genannt." Sind in dem Buch ansonsten alle Namen von Angehörigen der Kompanie genannt? Den zweiten Band der LAH Chronik hab ich momentan nicht mehr greifbar, hatte den aber längere Zeit mal da. Ich mein aber ich hätte da eine Textstelle gesehen die da ganz gut gepasst hat, kann mich aber nicht mehr genau daran erinnern. In den Aufzeichnungen die ich zu Händen hatte stand lediglich Verwundung Rollbahn Nord (oder nördlich) Kiew. Fragen kann man ihn ja leider nicht mehr.
    Gruß
    Marco

  • Januar ´45
    "Genau 8 Wochen sind mir zugestanden, um in Hamburg-Langenborn den mir übergebenen Zug auszubilden. grosse Erwartungen durfte man im Einsatz an ihn nicht stellen, aufgrund der zu geringen Ausbildungsdauer und wegen des "Menschenmaterials": Knaben in Uniform und "Ausgekämmte" aus den Kohlengruben des Ruhrgebietes. Keine Elite: mit sechs Gruppen, bestehend aus 62 Unterführern und Männern, theoretisch Teil einer neuartig gegliederten Panzer-Begleitkompanie.


    Während der Ausbildungszeit bemühe ich mich, der Mannschaft wirklichkeitsnahe Gefechtsübungen zu stellen, weit entfernt von allem kasernenhofartigen Klischee Und doch - es wäre noch so viel zu erklären, was für einen bevorstehenden Einsatz überlebensnotwendig wäre.
    ...


    Ich habe wieder einmal gegen eine Anordnung gehandelt. Als verantwortlicher "Führer vom Dienst" habe ich nach einem der häufigen Fliegeralarme die Kompanie nicht, wie vorgeschrieben, in den Keller der Kompanieunterkunft, sondern im Laufschritt aus dem riesigen Kasernenhofkomplex hinaus auf die Heide in die bestehenden Schutzgräben geführt. Mir waren die nicht als Luftschutzräume gebauten Keller zu unsicher, war ich doch einmal in München Zeuge geworden, wie man eine ganze Hochzeitsgesellschaft aus einem Keller ertrunken bergen musste.


    Kommandeur des Ersatzbataillons ist ein Standartenführer, den wir nie zu Gesicht bekommen haben. Bei ihm habe ich mich wegen meines Vergehens zum Rapport zu melden.


    "Oberscharführer Brunnegger meldet sich wie befohlen zu Rapport!" Der Kommandeur sitzt im Bademantel (!) hinter seinem Schreibtisch und mustert mich lange: "Sie machen einen durchfrorenen Eindruck - Frieren sie etwa?"
    "Jawohl Standartenführer! Wir dürfen nicht heizen."
    "Na, dann sehen sich doch mich an! Ich friere nicht! Sie haben meine Anordung nicht befolgt und gehen mit dem nächsten Transport an die Front! Wegtreten!"
    Bei meiner Ehrenbezeugung fällt mein Blick auf den Elektro-Heizer unter dem Schreibtisch.
    Damit ändert sich nichts. Ich war ohnedies dazu eingeteilt, Anfang April als Zugführer mit meinem Zug an die Ostfront abzugehen (Divisionsbegleitkompanie der Div. 30. Januar). Das Stammpersonat des Ersatzbataillons von den "Spießen" bis hinauf zum Kommandeur riecht förmlich nach Sesselkleberei - um einen milden Ausdruck zu gebrauchen. Sie werden auch jetzt in letzter Stunden die Stellung halten.

  • Hallo!


    Es wurde aber immer schwieriger "am Sessel zu kleben" und "die Stellung in der Kaserne" zu halten.


    Ende März verlegt das SS-Pz.Gren. A.u.E. Btl. 18 unter ihrem Kommandeur Krämer in den Bremer Raum.


    Bis Ende April hatten sich erneut ca. 400 Soldaten in der Kaserne versammelt bzw. waren da geblieben, die ebenfalls als SS-Pz.Gren. A.u.E. Btl. 18 in den Lauenburger Raum gehen. In der Literatur wird diese Einheit gerne als SS-Pz.Gren. A.u.E. Btl. 18 Nr. 2 bezeichnet.


    Eine Versehrtenkompanie aus der Kaserne zieht Ende April 1945 noch bei Geesthacht gegen die Engländer ins Feld. Löst sich aber schnell auf.


    Und irgendwo müssen noch die Wehrgeologen abgeblieben ein.


    Gruß
    Andre

    Edited once, last by Andre ().

  • Guten Abend!


    Ich habe es immer noch nicht geschafft den mir bekannten Angehörigen der Stammkompanie z.b.V. zu den hier gestellten Fragen zu befragen  :(
    Aber ich bin dran!


    Letzte Woche hörte ich, das mindestens ein Angehöriger der Waffen-SS der an der Elbe (bei Geesthacht) von den Briten gefangen genommen wurde, an die Russen ausgeliefert worden sein soll. ?(


    Das wäre mir völlig neu. Alle mir bekannten einfachen Soldaten und auch Offiziere der Waffen-SS, die an der Elbe von den Briten kassiert wurden, blieben in britischer Gefangeschaft.


    Da der Betroffene vorher wahrscheinlich einige Tage oder mehr in Langenhorn verbracht haben wird, habe ich es hier hinein gestellt.


    Gruß
    Andre



    P.S. Die Witwe lebt noch, ich werde versuchen sie zu befragen.

  • Hallo Andre,
    mich würde es auch sehr interessieren, wo die Wehrgeologen abgeblieben sind. Wäre schön, wenn Du das herausfinden könntest, ich bin mit meinem Latein am Ende.


    Gruß
    Marc-Oliver

    Suche alles über die 58. Infanterie-Division und das Artillerie-Regiment 158 sowie der Veterinärkompanie 158!

  • Hi Marc-Oliver!


    Ich habe nur Angehörige der Stammkompanie z.b.V. und des A.u.E. Btl. 18 (Nr. 2) befragen können. Ein ehem. Wehrgeologe ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.


    Die britischen Recce-Reports und das Battle-Log des 8th Corps erwähnen KEINE Wehrgeologen. Die haben sich still und heimlich davon gemacht oder sind von einer anderen Einheit geschluckt worden.


    Völlig ahnungslose Grüße
    Andre

  • Hallo Andre,
    ich habe folgendes (sinngemäß) hier schon einmal geschrieben:


    Ich wohne in einem Ort westlich von Bad Oldesloe. In diesem Ort gab es ein Heeres-Remonteamt (später Heeres-Zuchtgestüt) auf dem auch Kriegsgefangene Polen beschäftigt waren. 1941 hat sich dann die SS überlegt, hier ein Lager aufzubauen und dieses auch mit einer Einheit zu versehen. Alte Dorfbewohner können mir nur sagen, dass das eine Einheit war, die in der Ukraine nach Erdöl gesucht hat und das dieses Lager voll war mit teils neuen Ford LKW´s. Könnte also zu Wehrgeologen passen, oder?


    Gruß
    Marc-Oliver

    Suche alles über die 58. Infanterie-Division und das Artillerie-Regiment 158 sowie der Veterinärkompanie 158!

  • Hallo Roland,


    ich bin zufällig in dieses Forum geraten, da ich ebenfalls Informationen zur Geschichte meines
    Vaters und Großvaters suche... darf ich das Geburtsdatum von Johannes Mertig - meinem Vater - korrigieren: es ist der 18. Juli 1923.


    Gruss Elke

  • Hallo Sunnie,


    herzlich Willkommen in diesem Forum :]


    und vielen Dank für den Hinweis,


    hast Du weitere Angaben zu Deinem Vater, wie er zur Stammkompanie z.b.V. kam und was er bis Kriegsende gemacht hat? Er dürfte ja auch eine schwere Verwundung erlitten haben, sonst wäre er ja nicht zu dieser Einheit gekommen ...


    Leider habe i c h darüber keine weiteren Angaben mehr …  :(;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    na sieh mal an welch interessante Einheiten so alles in Hamburg-Langenhorn waren, so
    auch das "Freikorps Danmark":



    Aufgrund Verwandschaft in Hamburg-Langenhorn bin ich schon hunderte Male an
    dieser Kaserne vorbei gefahren und habe schon mehrere Male in dem Restaurant
    gegenüber des Haupttores gegessen, aber die interessante Geschichte war mir
    unbewusst.


    Gruß
    Tobias


    Wilhelm Tieke, "An den Brennpunkten der Ostfront - Die Geschichte des SS-Infanterie-
    Regiments 4 (mot.) "Langemarck" und des Freikorps "Danmark""

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Andre!


    Ich habe eine Frage zu den Bildern des Vorbereitungslehrganges für versehrte Führerbewerber, speziell das Mittlere Bild wäre interessant für mich!
    Hast du dazu auch Namen von den Abgebildeten?


    Mfg Jacky_X

  • Guten Abend!


    Ich kenne nur den Besitzer der Fotos, der auch abgebildet ist. Er kann sich heute noch an die Gesichter erinnern, aber nicht mehr an die Namen. Nur die hier genannten Namen sind mir bekannt.


    Gruß
    Andre

    Edited once, last by Andre ().

  • Hallo!


    Ist ja interessant!
    Es geht nämlich um den Herren auf dem ersten Foto (Seite 2 hier im Forum) -vorderste Reihe 4ter von rechts-kann der Besitzer der Fotos sich noch an das Datum erinnern?


    Lg Jacky_X

    Edited once, last by Jacky_X ().