Wachkommandos

  • Hallo Wehrmachts-Fachleute,


    ich habe als Laie mal wieder eine Frage, bei der Ihr mir hoffentlich helfen könnt.

    Hintergrund: Mein 1945 gefallener Großvater hatte einen Bruder, über den ich bisher nicht viel weiß, außer dass er wohl ebenfalls im Krieg gefallen ist, daher recherchiere ich. Mein Großvater hat in einem Notizbuch, in dem er u.a. Kontaktdaten aufgeschrieben hat, zu seinem Bruder ca. 1940 als Adresse notiert:


    „Wachkommando Rickert über Rendsburg“


    Rickert ist ein kleiner Vorort von Rendsburg im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

    Frage: Was gab es in Rickert zu bewachen? Ich habe ein wenig gegoogelt, kann aber keine Einrichtung und keine wichtige Person in Rickert erkennen, die ein Wachkommando gebraucht haben könnte. Ich vermute daher, dass es um Kriegsgefangene ging; laut Orts-Chronik und laut dieser Liste gab es im Ort ab 1940 ein Lager für 20-30 polnische und serbische Kriegsgefangene, die in der Landwirtschaft des Dorfes arbeiteten.


    Allgemeine Frage: Wie waren Wachkommandos für Kriegsgefangene organisiert? Welche Organisation war für die Bewachung zuständig? Ich habe gelesen, dass es Wachkommandos (je nach Ziel der Bewachung) bei der SS, beim RAD und bei der Polizei gab. Stellte auch die Wehrmacht Wachkommandos (für Kriegsgefangene)? Wenn ja: Gab es dafür spezielle Einheiten? Wie waren die in die Struktur der Truppe eingeordnet?


    Danke vorab für jede Auskunft!

    Harm / Tetris L

    Suche alles zu: ● 22. Inf.-Div. (insbes. Sanitätsdienste) ● 58. Inf. Div. (insbes. Inf./Gren.Reg. 220) ●




  • P.S.: Ich habe gelesen: Lexikon der Wehrmacht - Kriegsgefangenenlager (lexikon-der-wehrmacht.de) und Lexikon der Wehrmacht - Stammlager (lexikon-der-wehrmacht.de).

    Bei Stammlagern auf Reichsgebiet ist als bewachende Einheit oft ein Landesschützen-Bataillon genannt. Wurden diese Bataillone für die Kriegsgefangenenbewachung aus ihrem Regiment herausgelöst und direkt dem Kommandeur der Kriegsgefangenen im jeweiligen Wehrkreis unterstellt oder wurden sie nur "ausgeliehen"?

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  • Grüß Dich Tetris,


    gibt es oberhalb von Rickert einen Hügel?

    Nur Spekulation: Dann könnte es sich auch um einen Holzturm o. ä. mit "Flugwachkommando" gehandelt haben:

    http://spurensuchesh.de/flugwachkommando/

    (Allerdings wäre es von der Weitsicht her besser gewesen, die Flugwache auf der Hochbrücke zu stationieren).


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo zusammen,


    ein "Kommando" ist erst mal eine (Militärische)-Einheit die zu einem bestimmten Zweck, mit einem definierten Auftrag für ein Zeitraum gebildet worden ist.


    Der Zweck ist beschrieben: Wach-, was für Wache stehen, Bewachung oder einfach auf etwas aufpassen stehen kann.


    Der Ort ist in der damaligen Art( z.b.auf Briefen) benannt worden: A-Ort über B-Stadt oder Post über.


    Ein nicht näher bezeichnetes Kommando mit unklarer Herkunft mit einem Wachauftrag ?


    Alles was in den Rahmen passte könnte gemeint sein

    Gruss Dieter

  • Danke Euch für die Hinweise, Bernhard und Dieter!


    Bestimmt gab es bei Rendsburg mehrere Flugwachkommandos, um Bomber von England im Anflug auf Rendsburg und Kiel zu melden. Kann gut sein, dass das gemeint war.

    Erwähnt wird z.B. hier und hier eine Flakscheinwerferstellung bei Rickert, die zum Untergruppenkommando 231 der Marine-Flak gehörte.


    Scheint mir im Nachhinein wahrscheinlicher als die Bewachung von Kriegsgefangenen.


    Nachtrag: Nicco hat seinen Hinweis gepostet, während ich meinen geschrieben habe. :thumbup:

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  • Hallo,

    bei Rendsburg gab es keine Flugwachwachkommandos. Das Flugwachkommando für diesen Bereich hatte seinen Standort in Kiel und wurde von der Marine bedient und zwar von der 2./M 1. Um Rendsburg waren 3 Flugwachen installiert, Kiel18, Kiel 19 und Kiel 20. Die Strukturen im Flugmeldewesen könnte man etwa so beschreiben: eine Flugwache = bestehend aus einen Flugmeldetrupp (1 Führer und 10 Mannschaften), mehrere Flugmeldetrupps bildeten einen Zug. Das Flugwachkommando (Fluko) war die Kompanie und auch deren Sitz.

    Gruß Uwe