Die medizinische Versorgung beim RAD; Von der Heilstube zum Lazarett.

  • Morgen,


    anbei ein Fundstück im Hessischen Staatsarchiv, Aussenstelle Marburg, hier Sterbenebenregister der Stadt Braunfels.


    Sterbeurkunde eines Feldwebels, der in einem RAD Krankenhaus verstorben ist.


    Wusste nicht genau wohin damit, deshalb habe ich es erst mal hier eingestellt - falls es nicht passt, bitte verschieben.


    (War überrascht, das der RAD eigene Krankenhäuser besass).


    Schöne Pfingsten


    Claudio

  • Hallo Claudio,



    Quote

    (War überrascht, das der RAD eigene Krankenhäuser besass).

    der RAD besaß auch keine "eigenen" Krankenhäuser, es gab Heilstuben und Vertragsärzte.


    Könnte das R.A.D. für etwas anderes stehen ?

    Gruss Dieter

  • Guten Tag.


    So wie ich bisher die Materie erfasst habe, waren "Heilstuben" meist Hilfskrankenhäuser, untergebracht in besonders geräumigen Villen und Häusern.

    Von einem eigentlichen "Krankenhaus" für RAD-Leute oder in RAD.Besitz habe ich noch nie gehört.

    Aber man soll nie nie sagen....


    Nix für ungut.

    Georg

    Suche alles über die SS-Kaserne Ebelsberg und das Kriegsgefangenen-Lazarett Haid (Oberdonau).

  • Hallo und guten Abend! Der RAD hatte aber eigene Lazarette und ich halte es für sehr gut möglich, dass eines der Lazarette in Braunfels auch die Bezeichnung RAD-Lazarett trug. Wenn man z. B. im www RAD+Lazarett sucht, findet man jede Menge Fotos aus Reichsarbeitsdienst-Lazaretten.

    Schönen Abend, Dirk.

  • der RAD besaß auch keine "eigenen" Krankenhäuser, es gab Heilstuben und Vertragsärzte.


    Könnte das R.A.D. für etwas anderes stehen ?

    Hallo zusammen,


    seltsam !

    Das "R.A.D." ist eindeutig und auch "teminologisch" passt das ganze,

    denn die Anzeige des Todes erfolgte durch einen "Unterfeldmeister".

    Leider kann ich nichts zur Klärung beitragen.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Dirk,


    Quote

    ....Menge Fotos aus Reichsarbeitsdienst-Lazaretten.

    ok dann wäre ich für ein paar Belegfotos.


    Was es gab sind Heilstuben auf Abteilungs-Ebene die Gruppenheilstube beim Gruppenstab vergleichbar den Revieren bei Heereseinheiten


    Aber wenn ich bin lernfähig-

    Gruss Dieter

  • Hallo,


    also, ich bin raus aus der Diskussion, denn dafür reichen meine Kenntnisse bei weitem nicht aus.


    Ich hatte das hier eingestellt, weil ich dachte, es wäre ein weiteres Puzzel Teilchen zum Einsetzen für die Standorte des RAD.


    Ich wäre aber sehr interessiert, was sich hinter dieser festgeschriebenen Aussage verbirgt oder verbergen kann.


    Wäre da ein eigener Thread angebracht ?


    Grüße


    Claudio

  • Nochmals Hallo und guten Abend! Es steht mir nicht zu Fotos die im weltweiten Netz kursieren hier reinzusetzen. Meine Suchmaschine (google) zeigt mir aber einiges an, wenn ich "Reicharbeitsdienst+Lazarett" eingebe und dann auf "Bilder" gehe.

    Desweiteren bitte ich auch mal unter z. B folgender Feldpostnummern nachzuschauen: 46394 (RAD Lazarett 3). Sicher findet sich bei einer ausführlichen Suche noch mehr. Mit freundlichen Grüßen, Dirk.

  • Hallo,


    um hier mal etwas Ordnung ins Thema zu bringen:


    Vorweg, der RAD und die Medizin sind ein interessantes Thema, womit ich mich seit einigen Jahren intensiv beschäftige und das auch in eine größere Publikation münden wird. Vieles was in den letzten Beiträgen geschrieben wurde ist richtig. Ich versuche hier nochmal etwas Ordnung reinzubringen.


    Grundsätzliches zur medizinischen Versorgung von RAD-Angehörigen: Am 28.05.1936 wurde zwischen dem Reichsarbeitsdienst und der kassenärztlichen Vereinigung ein Vertrag geschlossen. Hierin war die ärztliche Versorgung durch entsprechende Vertragsärzte geregelt. Deren Aufgaben waren in diesem Vertrag genau festgelegt. Die Vertragsärzte waren meist Praktizierende, die an der zivilen Grundversorgung teilnahmen und entsprechend auch für z.B. medizinische Probleme bei Arbeitsdienstpflichtigen zuständig waren. Meist in relativer Ortsnähe zu den Lagern. In den Lagern selbst gab es den sogen. Heilgehilfen, der eine Art Sanitäter war.


    Es gab in den einzelnen Arbeitsgauen Gauarbeitsärzte, die vor allem koordinatorische und weltanschauliche Funktionen inne hatten.

    Die Ärzte hatten teils weitreichende Kompetenzen in Fragen der sogen. "Erbgesundheit" und konnten hier über Fragen entscheiden, die sonst nur von den sogen. Erbgesundheitsgerichten entschieden wurden.

    Sieht man sich heute Publikationen in medizinischen Periodika der damaligen Zeit an, staunt man, wie oft es Beiträge zu medizinischen Fragen im Arbeitdienst gibt. Diese beginnen schon in Zeiten des FAD, z.B. mit Lagerhygiene, hier war v.a. die Tuberkulose ein großes Thema und es geht bis zu Dingen wie z.B. das Thema "Sauna". Eine Einrichtung worüber einige RAD-Lager verfügten.


    Zu den Heilstuben: Hier gibt es unterschiedliche Begrifflichkeiten, die mit den verschiedenen Größen dieser Einrichtungen zusammenhängen, so z.B. Heilstube, Gruppenheilstube, Großheilstube, Gauheilstube. Der Vergleich mit den Krankenrevieren kommt ganz gut hin. Man muss dazu sagen, dass es zu diesem Thema jedoch an wirklich Quellenbelegen im archivalischen Sinne wirklich nur sehr sehr wenig gibt.


    Einige Krankenhäuser hatten Verträge mit dem RAD (RAD-Vertragskrankenhäuser), hier konnten Personen eingewiesen werden. Wie man sich die interne Organisation vorzustellen hat, kann nur gemutmaßt werden. Ich denke es verhält sich jedoch ähnlich wie mit zivilen Krankenhäusern zu Beginn des Krieges, die teils abgetrennte Teile hatten, in denen verwundete Soldaten behandelt wurden, ohne dass ein ziviles Krankenhaus gleich zum vollständigen Lazarett wurde.


    RAD-Lazarette gab es auch, dies v.a. im Zusammenhang mit der Beteiligung des RAD am Kriegsgeschehen als Bautruppe. Sowohl auf dem Reichsgebiet, als auch z.B. in Frankreich.


    Obwohl v.a. der RADwJ von einigen Historikern als "die am konsequentesten rückwärts gewandte Organisation des NS-Staates" bezeichnet wird, war dies eine der wenigen Organisationen in der es auch für Frauen möglich war, Medizin (und Jura) zu studieren um Ärztin im Arbeitsdienst zu werden. Man warb sogar regelrecht darum. Manche der Ärztinnen im RADwj waren interessanterweise teils Frauen, die ursprünglich aus der Homöopathie und Naturheilkunde kamen.


    Es erscheint insgesamt so, dass man versuchte sich eine eigene Art "Ärztekader" innerhalb des RAD aufzubauen. Sowohl in männlicher, als auch in weiblicher Hinsicht.


    Das Thema Ärzte und RAD wurde bisher in der zeitgeschichtlichen Forschung kaum beachtet, dabei scheinen diese nicht unmaßgeblich gewesen zu sein. So nahmen beispielsweise Ärzte des RAD an den Tagungen der beratenden Ärzte der Wehrmacht teil. Wie es scheint sogar als einzige Angehörige einer Organisation, die nicht direkt Waffengattung der Wehrmacht war.


    Über medizinische Probleme, Forschungen und medizinische Studien, die es im RAD gab, reicht hier der Platz nicht um zu berichten....


    Ein analog interessantes Thema ist auch die gesundheitliche Versorgung der OT-Angehörigen. Hier gab es auch einen kleinen medizinischen "Staat im Staate"


    Beste Grüße


    OB

  • ... Der RAD hatte aber eigene Lazarette ...


    Hallo,


    in Ergänzung zu Dirks Beitrag ein Bestandseintrag aus dem Bundesarchiv:

    Quelle: Bundesarchiv/Invenio


    Gruß, J.H.


    R 77/252

    Wirtschaftliche Betreuung der bei der Wehrmacht eingesetzten RAD-Gliederungen
    Laufzeit: 1941 - 1945
    Enthält u.a. :
    Verpflegungsabrechnungen und Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen dem Luftgaukommando West-Frankreich und dem Höheren RAD-Führer beim Luftgaukommando West-Frankreich
    Einsatz von RAD-Lazaretten im Bereich der Kampftruppen
    Unterlagenart: Sachakte

    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde

  • Augustdieter

    Changed the title of the thread from “Die medizinische Versorgung beim RAD; Von der Heilstube zum Lararett.” to “Die medizinische Versorgung beim RAD; Von der Heilstube zum Lazarett.”.
  • Hallo zusammen,


    Quote

    Wäre da ein eigener Thread angebracht ?

    die Anregung habe ich aufgegriffen, hier geht es um das Thema; "Die medizinische Versorgung beim Reichs-Arbeitsdienst (RAD) "

    Gruss Dieter

  • Hallo und guten Abend! Ich habe folgenden Text mal aus Wikipedia herauskopiert. Hier geht es um die Geschichte des Jagdschloss Sayneck.

    "Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, im Dezember 1944, wurde im Jagdschloss Sayneck ein Lazarett des Reichsarbeitsdienstes eingerichtet."

    Hoffe hiermit etwas geholfen zu haben, aber der RAD ist eigentlich nicht mein Thema.

    Melde mich aber gerne, wenn bei mir wieder etwas auftaucht.

    Herzliche Grüße, Dirk.