Lesehilfe erbeten - Brief Großonkel

  • Liebe Gemeinschaft,



    ich lese seit einiger Zeit still mit und brauche nun Hilfe bei der Transkription der Briefe meines Großonkels. Ich kann beim besten Willen einige Worte nicht entziffern und habe mittlerweile Knoten im Gehirn. Hier ist das, was ich bereits übertragen habe, an die Stellen an denen ich hänge setze ich xxx.

    Teilweise ergeben die Sätze inhaltlich wenig Sinn, vielleicht lag ich auch falsch.



    Vielleicht hat der oder die eine oder andere ja eine Idee dazu.



    Liebe Grüße und Danke schon mal, Lotti


    "Ratzeburg am 30.04.42


    Liebe Eltern,

    den lieben Brief habe ich erhalten, inzwischen werdet Ihr wohl auch sicher meinen Brief erhalten haben, in dem ich Euch schrieb, dass ich für Paket xxx schon wieder xxx habe. Augenblicklich bei der Lage bin ich nie satt, und darum bitte ich Euch wenn Ihr könnt mal ein Stück xxx oder auch etwas eßbar (?) bei den Bauern zu besorgen. Ich würde auch nicht darum bitten, wenn ich nicht wirklich ausgehungert wäre. Wir kriegen ja unsere Ration, aber ich komme beim besten Willen nicht nicht damit aus, denn wenn man dauernd draußen ist hat man gewaltigen Hunger. Nun xxx aber bitte nicht ich möchte nur etwas (?) haben, wenn Ihr was besorgen könnt. Ihr könnt auch ruhig ein Schwarzbrot mit eingeben (?). Hast Du noch die grauen Stoffhandschuhe? Wenn ja, dann schicke sie bitte mit, auch der eine Ringfinger fehlt, ich hoffe, hier xxx xxx.


    Ihr denkt auch, der Bursche ist auch nicht zufrieden, ach ja, was soll ich machen. Xxx ist aller (allen?) wohl, die xxx Lage läßt natürlich auch zu wünschen übrig, aber der Magen knurrt wirklich (?).


    Morgen fängt die xxx ja auch an zu wirken.


    Ich danke Euch sehr für die Zuschrift von Hermann.


    Xxx ist dann ja auch wohl (?) bei xxx xxx xxx? Xxx die xxx ist ja xxx xxx xxx xxx xxx.


    Xxx Grüße ich Euch xxx xxx und hoffe bald schon von Euch zu hören.


    Euer Düddel. "

  • grüß euch, hallo Lotti,


    meine Version des Textes:

    den lieben Brief habe ich erhalten, inzwischen

    werdet Ihr wohl auch schon wieder meinen

    Brief erhalten haben, in dem ich Euch schrieb, dass

    ich Euer Paket soweit schon wieder verzehrt

    habe. Augenblicklich bei der Lage bin ich nie

    satt, und darum bitte ich Euch wenn Ihr könnt

    mal ein Stück Speck oder auch etwas eßbares

    bei den Bauern zu besorgen. Ich würde Euch

    bestimmt nicht darum bitten, wenn ich nicht

    wirklich ausgehungert wäre. Wir kriegen

    ja unsere Ration, aber ich komme beim besten

    Willen nicht damit aus, denn wenn man

    dauernd draußen ist, hat man gewaltigen

    Hunger. Nun opfert aber bitte nicht, ich möchte

    nur etwas haben, wenn Ihr was besorgen könnt.

    Ihr könnt auch ruhig ein Schwarzbrot mit einpacken.

    Hast Du noch die grauen Stoffhandschuhe?

    Wenn ja, dann schicke sie bitte mit, auch wenn

    der eine Knopf fehlt, ich lasse, hier neu einsetzen.

    Ihr denkt auch, der Bursche ist auch nicht

    zufrieden, na ja, was soll ich machen.

    Sonst ist alles wohl, die finanzielle Lage

    läßt natürlich auch zu wünschen übrig, aber

    der Magen knurrt verflucht.

    Morgen fängt die Lotte denn ja auch

    wieder an zu wirken.

    Ich danke Euch sehr für die Zuschrift

    von Hermann.

    Kriko? ist dann ja doch wohl bei Mau

    gelandet was? Na die Hauptsache ist ja

    das er seinen Spaß hat.

    Nun Grüße ich Euch recht herzlichst

    und hoffe recht bald von Euch zu

    hören.


    Grüße, Waltraud

  • Liebe Waltraud,


    ganz lieben Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast.Das hat mir sehr weitergeholfen.


    Grüße, Lotti

  • Hallo zusammen, hallo Waltraud,


    nun folgt der nächste Brief, den er zum Muttertag 1942 geschrieben hat. Ich hänge an zwei Stellen, die ich in den nicht markieren konnte, da die Dateien sonst zu groß werden. Vielleicht kann noch mal jemand helfen?


    Das habe ich bisher übertragen:




    "Meine liebe Mutter! Ratzeburg am 13.05.42


    Zum Muttertage wünsche ich Dir alles Gute und übersende Dir auf diesem Wege die herzlichsten Glückwünsche. Leider ist es mir nicht möglich trotz allen Bemühungen nach Loit zu kommen. Gerne hätte ich den Muttertag kombiniert mit meinem Geburtstag in der Heimat verbracht. Aber es ist ja eben Krieg, und da muß man ja auf vieles verzichten.


    Liebe Mutter, ich bin Dir besonders dankbar, daß Du uns in diese so große Zeit hineingebracht hast und uns mit viel Mühe und Liebe, wenn es auch noch so knapp war, zu so kräftigen Jungens herangezogen hast. Oft haben wir auch gedacht wenn mal die Rute unser dickes Fell massierte, daß wir mal unrecht was ausgezählt kriegten. Aber wenn man jetzt nachdenkt so hast Du es doch wunderbar verstanden uns die richtige Erziehung zu geben. Wir haben alle das Leben als Kerle entgegen gehen können und haben uns nicht zu scheuen brauchen, das wir mit irgendetwas das uns entgegen xxx nicht hätten fertig werden können.


    Diese alles, liebe Mutter, daß wir keiner haben wir Deiner unermüdlichen Arbeit und Liebe zu verdanken. Und so möchte ich Dich, liebe Mutter xxx für Deine Mühe danken. Du warst uns doch in jeder Hinsicht eine richtige Mutter.


    Und jetzt wo ich auch schon in mancher schwierigen Lage war, kann ich Dir sagen, dass meine Gedanken in den schwersten Stunden bei Dir waren, und man fühlt erst dann was eine Mutter wie Du es bist ist.


    Nun liebe Mutter möchte ich mit meinen Gedanken bei Dir in großer Dankbarkeit schließen und verbleibe mit vielen herzlichen Grüßen und Wünschen,


    Dein Gerhard"



    Liebe Grüße, Lotti

  • Hallo Lotti,


    die beiden fehlenden Stellen lese ich so:

    1) das uns entgegen trat nicht hätten fertig werden können.

    2) liebe Mutter nochmals für Deine Mühe danken.

    und bei:

    Leider ist es mir nicht mögliche

    ist am Ende das e zu viel


    lg, Waltraud

  • Hallo Waltraud,

    vielen lieben Dank (auch an Ludwig für den Hinweis zur Rute). Hintergrund ist, dass ich derzeit die Feldpost/Briefe der drei Brüder, die Korrespondenz, Wehrpässe etc. auswerte. Es waren sechs Geschwister, drei sind gefallen und ich möchte ihre Geschichten aufschreiben.


    Liebe Grüße, Lotti