Feldpostnummer 11 238 (+ Ziffer 6 und unleserliche Buchstabenfolge) entschlüsseln = (Armee-Pferde-Park 550)

  • Hallo zusammen,


    ich suche Informationen zur Feldpostnummer 11 238 mit Ziffernfolge 6 + unleserlichen Buchstaben.

    Es existiert ein Feldpostbrief vom 12.01.1945 mit leider unleserlicher Ortsangabe (Kleinbuchstaben ortgr)

    Nach den Einträgen hier im Lexikon soll die FPN zum Armee-Pferde Park 550 gehören.

    Wie kann man herausfinden, welcher Einheit dieser Pferde Park zugeordnet war ?


    Der Soldat wird seit 1945 vermisst, sein o.g. FPB ist sein letztes Lebenszeichen.

    Es gibt ein unscharfes Foto von ihm in Wehrmachts-Uniform.

    Das jüngste existierende Foto des Soldaten zeigt ihn allerdings in einer Rot-Kreuz-Uniform - das macht die Zuordnung noch schwieriger


    Bevor wir eine Suche über RK und WAST initiieren, würden wir gern mehr herausfinden.


    Ein Scann des Feldpostbriefes kann ich erst einstellen, wenn das Format reduziert wurde.


    Danke für jeden hilfreichen Hinweis.

    Gruss

    We-Ru

  • Hallo WeRu


    Willkommen hier im Forum


    Hier kannst Du mal schauen ob er dabei ist - link

    Band: GG, Seite: 49 und 50

    Die Ziffernfolge kann evtl. auch ein C sein, das würde mehr Sinn machen.

    Bei einigen Verschollenen/Vermissten Angaben steht zu 1/1945 wie Ostpreußen, Seehesten, Sensburg, Reuschendorf ...


    Ansonsten kannst Du das Schriftstück hier einstellen, möglicherweise kann dann jemand die Ortsangabe lesen/entziffern.


    Immer alles an vorhandenen Informationen schildern umso eher kann man dann evtl. etwas finden.


    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas, hallo We-Ru,


    bei der Feldpost-Nummer 11238


    (Mobilmachung-1.1.1940) Armee-Pferde-Park 550


    ist nur der Armee-Pferde-Park angegeben. Es erfolgte keine weitere Zuweisung der Nummer an andere Einheiten bis Kriegsende.

    Es ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn ein Kennbuchstabe angegeben wird, da eine Unterteilung wie bei Bataillonen (Stab und Untereinheiten) nicht vorhanden ist.

    Zur Aufklärung sollte der Scan des Feldpostbriefes eingestellt werden.


    Mit freundlichem Gruß aus dem stürmischen Norden

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Hallo Achim,


    Quote

    Es ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn ein Kennbuchstabe angegeben wird,

    doch das macht Sinn weil sich die Parks,naturgemäß, auf vorhandenen Landwirtschaftlichen Strukturen abstützen.

    Schlicht, die Pferde brauchten Ställe und diese konnten schon soweit auseinander liegen das eine Zusatzbuchstabe Sinn macht


    Aber wie immer, das Original lesen und dann urteilen.

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank an euch, Thomas, Achim und Dieter, für die raschen Antworten.


    Scan des Feldpostbriefes folgt in Kürze. Das Format muss noch "zurechtgestutzt" werden, damit es hier hochgeladen werden kann.


    Gruss

    We-Ru

  • Hallo Dieter,


    das wusste ich nicht.


    Die Verteilung der auflaufenden Feldpost erfolgte dann durch die Feldpostämter vor Ort, oder wie ging das vonstatten?

    Und die Zuweisung von Kennbuchstaben erfolgte dann durch wen, wenn diese Kennbuchstaben nicht in der FPN-Übersicht aufgeführt wurden?


    Gruß aus dem stürmischen Norden

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Hallo Achim,


    Quote

    Und die Zuweisung von Kennbuchstaben erfolgte dann durch wen, wenn diese Kennbuchstaben nicht in der FPN-Übersicht aufgeführt wurden?

    durch die Einheit selber, und sortiert durch die zuständige Feldpoststelle also der letzte Punkt bevor die Truppe die Post übernahm.

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,


    vielen Dank für diese Information. Das war mir so nicht bekannt.


    Stürmische Grüße

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012

  • Feldpostnummer 11 238 mit Ziffer und Buchstabenfolge entziffern

    Ortangabe im Brief entschlüsseln


    Hallo an alle, die hier bereits hilfreiche Hinweise gegeben haben.

    Hier jetzt der Feldpostumschlag mit dem Original-Feldpoststempel als .pdf und der Text mit dem Absenderort als -jpg, den wir als "ortgr" lesen

    (Namen wurden abgedeckt. Absender war Soldat.......

    Wie die Rot-Kreuz-Uniform zu all dem passt, dazu haben wir noch keine Idee entwickeln können. Die Helfer in den Armee-Pferde Parks waren u.W. nicht vom Roten Kreuz, sondern eher aus dem Veterinärbereich.

    Danke für jeden Hinweis

    Gruss

    Marie (We-Ru)

  • Hallo We.Ru,


    wenn das Probleme macht einfach mir schicken ich machen es passend

    Hallo Dieter, vielen Dank für das Angebot. Die Unterlagen sind derzeit nicht bei mir, sondern bei der Nachlassverwalterin-Deshalb dauern techn. Anpassungen immer ein paar Tage...

    Gruss

    Marie

  • Hallo Marie


    Ich lese es auch als Ortgr. oder Ostgr. das ist ja zunächst keine brauchbare Information.

    Ich lese noch den Namen Frau Kowalevski, gibt es da evtl. eine Verbindung ?


    Walter ? hat Ihr Marken gegeben … ist Paul evtl. der Mann dazu (Frau Kowalevski) ?

    Habe den Brief gedreht, so liest es sich besser.


    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas,

    danke für deine Mühe.


    Leider kennt niemand von uns Nachfahren eine Familie "Kowalevski".


    Regina war seine Tochter, Paul sein ältester Sohn.

    Die Formulierung, dass der Mann von Frau "Kowalevski" auch in "ortgr" liegt und dass er, Hermann, der Briefschreiber, als Soldat (Lebensmittel-)Marken und R(eichs)M(ark) an seine Kinder schicken konnte, ließ uns vermuten, dass er zusammen mit Herrn "Kowalevski" evtl. in einem Lazarett "lag" ??

    Auch dass Frau "Kowalevski" ihren Mann besuchen konnte, scheint uns eher ein Hinweis, dass sein Aufenthaltsort nicht in Frontnähe war, oder ?


    Dieser FPB war sein letztes (und einzig noch vorhandenes) Lebenszeichen. Alle anderen Unterlagen wurden bei dem Bombardement rund um Magdeburg zerstört. Um eine finanzielle Unterstützung (Kriegerwitwen-Rente o.ä.) zu erhalten, ließ ihn seine Frau in 1954 mit Wirkung zum 31.07.1949 für tot erklären.

    Die Sowjetische Besatzungszone war inzwischen zur DDR geworden. In der DDR verliefen sich dann alle weiteren Spuren.


    Von den fünf Kindern des Soldaten Hermann überlebten nur zwei- im Osten die Tochter Regina und im Westen sein Sohn Werner, unser Vater, der in 01/2021 an Covid-19 gestorben ist. Wir haben diesen FPB in seinem Nachlass gefunden.


    Sein Sohn Werner, unser Vater, ist Ende 1944/Anfang 1945 als 15-jähriger geflüchtet, angeblich, um der Verpflichtung zum Volkssturm zu entgehen und ist im Westen geblieben.


    Man kann sich die Abläufe als Enkelgeneration einfach nicht vorstellen- und leider lebt nur noch die Enkelgeneration.


    Wir werden jetzt abschließend noch einmal eine Vermisstensuche beim DRK starten, denn inzwischen hat man ja teilweise mehr Informationen als früher.


    Ich danke allen hier für eure Antworten.


    Gruss

    Marie


    Nachtrag: Das Schriftbild des FPB ist sehr unsauber und teils noch mit Sütterlin-Buchstaben durchsetzt, außerdem mit einer Art Bleistift geschrieben.

    Der Briefschreiber, geb. 1901, hat in der Schule Fraktur/Sütterlin gelernt und musste dann ab 1941 -wie alle Soldaten - die von den Nationalsozialisten eingeführte Lateinische Schrift nutzen.

    Edited once, last by We-Ru: Zusatz ().

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir jetzt den Brief, aber auch die zugehörigen Vermißtenbildliste genauer angeschaut. Das heißt nicht "Ortgr. oder Ostgr.", sondern "Ostpr.", also Ostpreußen. Und genau dort muß sich ein Teil des Armeepferdeparks aufgehalten haben. Und zwar zwischen Seehesten (heute Szestno) und Reuschendorf (heute Ruska Wies).


    Unweit davon liegt Rastenburg. Eine Hochburg der ostpreußischen Warmblutzucht mit Landgestüt.


    Beste Grüße


    edit: Gut möglich, daß die Wehrmacht dort Pferde im Landgestüt und Umgebung untergebracht hatte.

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Und zwar zwischen Seehesten (heute Szestno) und Reuschendorf (heute Ruska Wies)

    und die liegen ca. 8 km N von der Kreisstadt Sensburg (heute Mrągowo) entfernt. Die beiden Orte liegen ca 3 km auseinander

    und bieten gute Strukturen, in beiden Orten gab es einen Gutshof, zum unterziehen eine solchen Einheit gut geeignet

  • Hallo Marie, hallo Zusammen


    Die Formulierung, dass der Mann von Frau "Kowalevski" auch in "ortgr" liegt und dass er, Hermann, der Briefschreiber, als Soldat (Lebensmittel-)Marken und R(eichs)M(ark) an seine Kinder schicken konnte, ließ uns vermuten, dass er zusammen mit Herrn "Kowalevski" evtl. in einem Lazarett "lag" ??

    Auch dass Frau "Kowalevski" ihren Mann besuchen konnte, scheint uns eher ein Hinweis, dass sein Aufenthaltsort nicht in Frontnähe war, oder ?

    ... so in etwa war mein Gedanke falls der Name bekannt gewesen wäre.


    Diana, Ostpreußen passt natürlich :thumbsup:


    Ich habe mir die Karten vom Januar 45 angesehen. Im Raum Sensburg wurden u.a. auch Aufstellungen gemacht.

    Was war den eine z.B. 10. Radf. Jg. Br. (10. Radfahr - Jäger-Brigade) ?

    Ich hänge es mal unten mit an vllt. hat jemand eine Idee dazu (12.1. und 13.1.1945).

    Für mich ist eigentlich klar dass man alles mobil gemacht hat um die RA aufzuhalten.

    Es sind Einheiten herangezogen worden (was man teilweise belegen kann) aber bei der Weiterverteilung ist meistens nichts mehr zufinden.


    Grüße Thomas


    Nachtrag: Habe es gefunden - Radfahr-Jäger-Brigade 10

    Files

    Edited once, last by korpowo ().

  • Hallo zusammen,


    Thomas hatte zwar eine besser Kopie der Lage Ost 10.01.1945 deshalb habe ich versucht Entfernungen deutlicher zu machen




    Edit:


    Quote

    Ich habe mir die Karten vom Januar 45 angesehen. Im Raum Sensburg wurden u.a. auch Aufstellungen gemacht.

    wenn ich das feldpostalisch nachvollziehe hat es der Armee-Pferde Park 550 vom 13.04.45 bis Mai 1945 in den Raum Stettin,

    Mecklenburg, Elbe, Ludwigslust "geschaft" und ging dort in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

  • Moin zusammen,


    die Angabe hinter der FPN 11238 - wirklich lesbar ist ja nur die 6 - könnte ein Hinweis auf den 6. Zug sein, denn die Armeepferdeparks gliederten sich laut LdW in die Züge 1-6.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo an Alle hier,


    einfach toll, was ihr hier rausgefunden habt.


    Das wird eine immense Hilfe für die Vermisstensuche sein.


    Danke, danke, danke

    Gruss

    Marie.


  • Hallo Augustdieter, woher hast du diese detaillierten feldpostalischen Informationen zum Rückzug der Abteilung ?

    Basiert das auf dem vielzitierten Werk von Kannapin ?


    Woher weiß man, dass der Pferde Park 550 in Ludwigslust in amerikanische Gefangenschaft ging ?

    In Ludwigslust trafen ja Amerikaner und die RA aufeinander und die Amis haben den Ort dann absprachegemäß an die Russen übergeben.


    Gruss aus Düsseldorf

    Marie