Zielfernrohr-Scharfschütze

  • Moin zusammen,


    habe im net beigefügtes Foto gefunden.

    Was mich besonders interessiert:


    Sind wirklich 3 Personen notwendig ( a) Scharfschütze, b) Helfer mit Fernglas c) Helfer mit Fernrohr) ?

    Oder handelt es sich hier um ein propagandistisch aufgemachtes Bild zum Zwecke der Heroisierung ?



    Gruss Walter

  • Hallo Walter,


    Scharfschützen arbeiteten in der Regel zu zweit, ein Schütze und ein Beobachter. Im Bild zu sehen ist ein K98 mit ZF 41. Dies war keine Scharfschützenwaffe im engeren Sinne, es wurde im Kompanieverband an besonders gute Schützen ausgegeben. Das ZF 41 diente als Zielhilfe zur Bekämpfung schwer zu treffender Ziele wie Bunkerscharten usw.


    Die Vergrößerung beim ZF 41, ich habe selbst eins, ist nur 1,5-fach, das nimmt man kaum als Vergrößerung war (vergl. G36 3-fach an der Standartoptik). Der Vorteil liegt eher darin, daß das Ziel nicht immer zur unteren Hälfte verdeckt ist, wie bei der normalen Visierung. Das ZF 41 hat das Absehen 1.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Walter,


    Der "Helfer mit Fernrohr" wird zur normalen Grabenbesatzung gehört haben. Sein "Fernrohr" ist der von der Wehrmacht eher unbekannte Grabenspiegel. Aus dem Ersten Weltkrieg sind sie geläufiger. Sie dienten der Beobachtung aus der Deckung heraus mittels Spiegeln und besaßen keine Vergrößerung, waren also keine Fernrohre.


    Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo,


    siehe auch hier:


    Scharfschützen


    "Anleitung für die Ausbildung und den Einsatz der Scharfschützen" Merkblatt 25/4Anhang 2 zur H. Dv. 1a (Seite 25Lfb. Nr. 4):

    In der Anleitung S. 22: "a) Zusammenarbeit mit einem Beobachter:


    "Dem Scharfschützen wird zweckmäßig ein Beobachter mit Fernglas zugeteilt. Beide müssen sich wie Jäger bewegen....usw."


    Gruß Karl

  • Moin zusammen,


    Thilo, danke für deine Ausführungen.

    Ich wusste nicht, dass die Vergrößerung nur 1,5-fach ist, ich dachte, sie wäre höher.

    Ich hatte im Dienst ein G3-SG1 mit Optik Schmidt&Bender 12x54 PM II, ist natürlich nicht mit ZF 41 zu vergleichen. Wir waren auch nur 2 Mann: Schütze und Beobachter.



    Das ZF 41 hat das Absehen 1.

    Was bedeutet: Absehen 1 ? Diesen Ausdruck kenne ich nicht.



    HiWi,

    danke Thomas für den Hinweis "Spiegel". Was ich jedoch nicht verstehe - der Soldat mit dem Spiegel "operiert" aus der Deckung heraus, während der Scharfschütze und sein Beobachter die Deckung ja verlassen müssen, um einen Schuß abzufeuern und einen evtl. Treffer zu verfolgen. Da widerspricht sich doch die Aufgabe des "Spiegelmannes".


    Karl Grohmann, danke Karl für den Hinweis, dieser war mir nicht bekannt.



    Liebe Grüsse Walter

    Suche alles zu:

    Lw Bau Kp. 80/XI, Lw Bau Batl. 3/XI, Lw Bau Batl. 115/III (K)

  • Hallo Walter,


    Quote


    Was bedeutet: Absehen 1 ? Diesen Ausdruck kenne ich nicht.

    das bezeichnet die Art des Fadenkreuzes, Absehen 1 hat einen Zielstachel.


    Grüße

    Thilo

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  • Moin Thilo,


    danke, alle Unklarheiten beseitigt,



    Gruss Walter

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  • Hallo,


    "In der deutschen Wehrmacht wurden zunächst in Eigenfertigungen der Waffenwerkstätten Zielfernrohre provisorisch auf den K 98 k aufgesetzt, bis diese dann zunächst durch das ZF 39 mit 4 –facher Vergrößerung, später durch das ZF 40 und 41 ersetzt wurden. Letzteres war ca. 16 cm lang und bei einer 1,5 fachen Vergrößerung mit 12 Linsen bestückt, was als zu gering beurteilt wurde. Zudem war es zu lichtschwach.

    Es wurde daraufhin das einfacher herzustellende ZF 42 mit 6 Linsen und 4 – facher Vergrößerung produziert.1943 wurde dann das ZF 4, auch Ziel -Vier genannt, 22 cm lang, 1,3 kg schwer, vierfache Vergrößerung eingeführt, von dem im gleichen Jahr nur 12.941 Stück produziert wurden. 1944 konnten dann von einem Gesamtauftrag über 150.000 Stück 98.608 produziert werden.

    Die ZF hatten üblicherweise eine 50 m variierend verstellbare Optik für eine Distanz von 100 bis 800 m."


    Gruß Karl