Bundesarchiv, Abteilung Personenbezogene Auskünfte: Bearbeitungsdauer und Kosten

  • Hallo,


    ich habe heute beim Bundesarchiv, Abteilung Personenbezogene Auskünfte, 4 Anfragen zu Soldaten (Verwandte von mir, einer 1. WK, drei 2. WK) gestellt. Kann mir jemand aktuelle (*) Erfahrungswerte zu der zu erwartenden durchschnittlichen Bearbeitungsdauer und den durchschnittlichen Kosten mitteilen. Grobe Erfahrungswerte würden mir schon reichen. In den Aufträgen habe ich jeweils ein Limit von 100 Euro angegeben. Reicht das in der Regel?


    (*) Bezüglich des früheren WASt hatte ich vom mehreren Monaten gelesen.


    Gruß

    Martin

  • Guten Abend, ich habe zu zwei Personen Auskunft erhalten, hat 3 Monate gedauert und 30,68 € gekostet. ( 2x 1/2 h Stunde a 15,34€).

    Ich hoffe, das hilft dir ein bißchen, viel Erfolg

  • In den Aufträgen habe ich jeweils ein Limit von 100 Euro angegeben. Reicht das in der Regel?

    Hallo Martin,


    vermutlich wird die Kostensatzung des BA irgendwo online zu finden sein. Es wird meistens ein Wert angegeben "je angefangene 0,5 Std = 15 bis 30 €", der davon abhängt, wer den Antrag bearbeitet hat. Soll bedeuten, ein Archivar im mittleren Dienst ist "preiswerter", braucht aber länger.


    Meine Erfahrung ist, kaum ein Archivar stellt den tatsächlichen Aufwand in Rechnung (Gebührenbescheid). Es werden die Kosten für ca. 1 Std. berechnet und gut ist. Das sind ca. 3-5% von den Kosten, die man tatsächlich hätte verlangen müssen!

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    vielen Dank für die ersten Antworten, vielleicht wollen noch mehr ihre Erfahrungen teilen. Insgesamt stimmt mich das positiver, als ich es vorher erwartet hatte.


    Ich werde hier im Thread auf jeden Fall über den Fortgang berichten.


    Gruß

    Martin

  • grüß euch,


    ich hatte zuletzt beim Bundesarchiv-PA eine Anfrage laufen zu 3 Soldaten (Brüder).

    a) Erstes Ergebnis kam nach 1 Jahr - Kosten wie oben 3 x die 1/2 Stunde = 46,02 €.

    b) Was in dem Fall noch möglich war: Da die 3 Wehrstammbücher vorlagen, hab ich nochmal einen Auftrag für die Kopien erteilt, der vom BArch an die Fa. Selke ging - Dauer knapp 3 Monate - Kosten nochmal rund 32 €. Wehrstammbücher liegen nicht immer vor und die Kopien muss man sich ja nicht machen lassen.

    c) Was noch möglich gewesen wäre, ich dann aber nicht gemacht hab: einen Auftrag ans BArch zur Suche im Krankenbuchlager. Das Ergebnis dazu kann ich nicht abschätzen, vll. = 0, ebenso die Kosten = ?. Kosten für die Suche würden auf jeden Fall anfallen.


    Gefühlsmäßiger Vergleich meiner Erfahrungen DD-WASt - BArch:

    BArch wesentlich schneller, DD-WASt bis zu 2 1/2 Jahre in einem Fall bei mir.

    DD-WASt etwas günstiger in den Kosten, da Kopien gleich mitgemacht wurden.

    Mir war die BArch-Auskunft es wert. Aber muss Jeder für sich entscheiden.


    lg, Waltraud

  • Gefühlsmäßiger Vergleich meiner Erfahrungen DD-WASt - BArch:

    BArch wesentlich schneller, DD-WASt bis zu 2 1/2 Jahre in einem Fall bei mir.

    Hallo Waltraud,


    da ausser Trägerschaft, bzw. Eigentümer sich nichts geändert hat, dürfte es in den Abläufen auch keine Unterschiede geben. Bei behördlichen Anfragen nehmen sich die beiden nichts, schnell und kostenfrei. Finde persönlich auch in Ordnung so. Privat hatte ich das Gefühl, dass WASt wesentlich penibler, wenn auch langsamer recherchierte. Aber das ist nur das Gefühl.

    Gruß Viktor

  • Hallo Allerseits,

    Vielleicht kann mich hier jemand einen Tipp geben oder auch davon überzeugen endlich einfach nicht weiter zu suchen.
    Ich habe in 2003 eine Anfrage gestellt bei der DD WASt zu den Personaldaten meines Vaters.
    Darauf bekam ich im November 2004 eine Antwort mit viele, aber selbstverständlich für mich zu wenige, Antworte. Ich gehe davon aus das die Antwort damals vollständig und erschöpfend war.

    Inzwischen sind fast 17 Jahre vergangen, und ich frage mich ob vielleicht jetzt Schriftgut erschlossen ist das damals noch nicht erschlossen war, und ob es Sinn hat eine erneute Anfrage zu stellen in der Hoffnung Mehr zu erfahren.
    Bevor ich die ohnehin sehr beschäftigte Mitarbeiter auf eine vielleicht nutzlose Arbeit schicke möchte ich hier eure Meinung fragen ob so eine Anfrage überhaupt Sinn und einige Aussicht auf Erfolg hat.

    Das bringt mich auf eine zweite Frage.
    Der Antwort der BB-WASt lag eine Kopie eines Kriegsgefangenen-Fragebogens der Amerikanischen Gewahrsam bei.
    Hat es sinn in N.A.. in USA nachzufragen ob dort zu diesem Gefangenen noch weitere daten vorliegen? oder haben die das Material, die Buchführung ihrer millionen von Gefangenen vielleicht inzwischen entsorgt?

    Ich bin dankbar für jeden Hinweis oder Komentar.


    J. van Kempen.

  • Hallo Havanak,


    ich habe mich das gleiche gefragt, und habe die ganzen Stellen nach meiner letzten Recherche im Jahr 2002 nochmal angefragt, noch etwas präzisere Fragen zu diversen Einheiten etc…gestellt.

    Es kamen keine weiteren „neuen“ Einträge dazu. Ich habe noch ein paar Tipps bekommen wo ich nach meinen anderen Fragen suchen könnte.


    Einen Versuch ist es wert, vielleicht hast Du ja mehr Glück wie ich.


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo,


    auch wenn das jetzt gefühlt meine tausendste Antwort auf die immer und immer wieder gestellte Frage nach Unterlagen zu den ehem. deutschen Kriegsgefangenen in den USA ist:


    NEIN - die gibt es nicht mehr, weil die bereits in den 1960er Jahren von den USA an die Bundesrepublik Deutschland übergeben wurden!


    Diese Unterlagen befinden sich bei der Deutschen Dienststelle (WASt), mittlerweile Bundesarchiv.


    Benutzt eigentlich noch wer die Suche-Funktion des Forums, vor allem bei Neueinsteigern hier?


    Eine durchaus logische Suche mit "Unterlagen Kriegsgefangene" bringt zwar zunächst etwas unüberschaubare 551 Treffer, aber bereits auf der ersten Seite (vorletzter Eintrag: "1945 - amerikanische Kriegsgefangenschaft im Lager Hohenfurth") einen Thread, der auch einem Forumsneuling durchaus ins Auge fallen könnte ...


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Danke Stesa,
    ich werde nicht weiter nachfragen da nicht anzunehmen ist das da weiteres bei rauskommt.

    Danke Stefan,
    auch wenn du verständlicherweise verärgert bist.

    Das Unterlagen an der BRD übergeben worden waren war mir bekannt, jedoch nicht das es alle Unterlagen waren und somit nichts, auch keine Kopien oder Ähnliches in USA zu finden sein werden. Ich hätte gehofft und gedacht das es zu einer Person mehr Papierkram geben würde als nur eine einziger Fragebogen.
    Ich habe offenbar Pech was das angeht denn auch in den Niederlanden ist nichts dergleichen sogar die "Displaced Persons Card" die ich für alle andere Familienangehörigen hab finden können ist nicht da. Dennoch stimmt die Gesamtzahl da eine Person zwei DP Cards hatte.

    Vielleicht erlaubst du mir kurz über den Hintergrund der Nachfrage ein paar Worte zu verlieren. An anderer Stelle in diesem Forum habe ich mal über die Kapitulation meines Vaters als Mitglied der KG Saller in Tschechien gegenüber der Sowjet Armee berichtet, und dort bemerkt das seine Story zwar plausibel ist, aber der gültigen Geschichtsschreibung, die von Kapitulation gegenüber die US Armee spricht, widerspricht.

    Mein Vater berichtete er nach wenigen Monaten von den Sowjets an die Amerikaner übergeben worden zu sein. (Meine Vermutung ist das er möglicherweise im Tauschkontingent gegen den Wlassow-Russengewesen ist. Ist das eine plausible Möglichkeit?
    Der Fragebogen sagt dazu nichts aus, und auch Im Archiv in Moskau konnten keine Daten über mein Vater gefunden werden. Deshalb hatte ich noch leichte Hoffnung dass es vielleicht doch noch irgendwo Dokumenten geben könnte die hier etwas Licht im Dunkeln bringen könnten.
    Ich werde jetzt auch diese Suche einstellen, und mich zufrieden geben mit das was ich habe.

    Vielen Dank für deine Antwort und Geduld mit mir .

    Hans

  • N'Abend Hans,


    herzlichen Dank für Deine Rückmeldung und sorry für meine harsche Reaktion auf Deine Frage nach weiteren, in den USA noch vorhandenen Kriegsgefangenenunterlagen.


    Nach dem, was Du geschrieben hast, hast Du ja bereits einige Vorabeit geleistet, bevor Du hier um Hilfe bittest - und genau dafür ist das Forum ja auch da: Hilfe zur Selbsthilfe!


    Leider kann man das nicht von allen Neulingen sagen, die hier mittlerweile aufschlagen. Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass bei vielen neuen Anfragen erst einmal gefragt wird, bevor eigene Sucharbeit geleistet wird. Symptomatisch sind Anfragen nach im Netz zu findenden Listen zu allem Möglichen, angefangen von Listen aller (!) SS-Angehörigen bis hin zu Auflistungen aller (!) Wehrmachtseinheiten mit ihren Einsatzorten während des Krieges!


    Deine Suche nach weiteren Unterlagen als denen, die heute im Bundesarchiv lagern, ist für mich durchaus verständlich und nachvollziehbar; aber wenn man bedenkt, dass sich alleine gut 3 Mio. Wehrmachtssoldaten in amerikanischem Gewahrsam befanden (-> Wiki - wobei es hierzu definitiv keine eaxkten Zahlen gibt; s. dazu auch die DRK-Dokumentation "Zur Geschichte der Kriegsgefangenen im Westen", Bonn 1962, S. 23-30), dann wird schnell klar, dass hier nicht zu jedem einzelnen Gefangenen ein dicker Leitz-Ordner mit Informationen angelegt werden konnte. Mehr als eine Art Erfassungsbogen und vielleicht noch eine Laufkarte mit den durchlaufenen Lagern war da nicht drin, um den Verwaltungsaufwand gering zu halten. Und die sogenannten Kapitulationsgefangenen (SEP) ab dem Mai 1945 wurden ja schon gar nicht mehr registriert.


    Nochmals sorry für meine verärgerte Reaktion von heute Mittag - ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Suche.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo, Hans!


    "Ich werde jetzt auch diese Suche einstellen, und mich zufrieden geben mit das was ich habe." ... Wer wird denn so schnell aufgeben? ;)


    Die Frage "Inzwischen sind fast 17 Jahre vergangen, und ich frage mich ob vielleicht jetzt Schriftgut erschlossen ist das damals noch nicht erschlossen war, und ob es Sinn hat eine erneute Anfrage zu stellen in der Hoffnung Mehr zu erfahren." würde ich mit "ja" beantworten. Seit 2004 sind meines Erachtens noch Unterlagen in der ehemaligen WASt eingegangen (Zentralnachweisstelle, Krankenbuchlager...)


    Die Frage nach den Kriegsgefangenenunterlagen lässt sich so pauschal nicht beantworten.

    - wenn in der Auskunft von 2004 steht, dass über den Aufenthalt des Soldaten in der Gefangenschaft keine weiteren Unterlagen vorliegen, lohnt sich eine erneute Anfrage nicht.

    - ist in der damaligen Auskunft der Beginn und das Ende der Kriegsgefangenschaft aufgeführt, würde ich beim Bundesarchiv, Abteilung PA, um einen Scan der Unterlagen bitten.


    Gruß

    Dinah

  • Hi Stefan,


    No sweat, ich war über 40 Jahre in der Gas- und Ölbohrindustrie. Da wird manchmal signifikant harscher aufgetreten. Sowas vergiss und vergebe ich sofort.


    Hi Dinah,


    Hmmmm vielleicht. Versuchen schadet nicht und vielleicht hast du recht. Ich glaube ich rufe dort mal an und erfrage meine Chancen bevor ich sie an die Arbeit schicke.


    Schöne grüße aus Vechta.

    Hans

  • Hallo,


    meine im Eingangspost erwähnten Anfragen habe ich am 3.5.2021, also vor rund 10 Wochen, per Briefpost gestellt. Daraufhin habe ich keinerlei Reaktion erhalten, auch keine Eingangsbestätigung. Ich weiß also noch nicht einmal, ob meine Anfragen bearbeitet werden. Ist es sinnvoll


    - die Anfragen noch einmal per Mail zu schicken und um Eingangsbestätigung zu bitten oder


    - telefonisch oder per Brief nachzufragen, ob die Anfragen eingegangen sind, von wem sie bearbeitet werden und wie lange das voraussichtlich dauern wird?


    Oder sind solche Nachfragen kontraproduktiv?


    Gruß

    Martin

  • grüß dich Martin,


    dass deine Anfrage per Briefpost verloren ging, ist sehr unwahrscheinlich. Ob man bei schriftlichen Anfragen überhaupt eine Eingangsbestätigung bekommt, weiß ich nicht. Bei Anfragen per mail gibts eine standartisierte mail vom System.

    Wenn du sicher gehen willst, dass dein Brief dort angekommen ist, und du nachfragen willst, rate ich dir zu einer email. Das stört die Leute vll. am wenigsten. Die Antwort kann aber auch mehrere Wochen auf sich warten lassen.

    Ansonsten wird dir im Vorraus keiner sagen können, wie lange die Bearbeitung deiner Anfrage vom Mai 2021 dauert. Jeder Fall liegt ja etwas anders. Du wirst da wohl noch etwas Geduld haben müssen.

    Hast du den Benutzungsantrag auch gleich ausgefüllt?


    Grüße, Waltraud

  • Hallo Martin, Waltraud,


    ich habe seinerzeit die Anfrage am 26.09.2003 gestellt. Eine Antwort bekam ich am 04.11.2004.

    Das Aufkommen an Anfragen hat, so verstehe ich, in den letzten Jahren eher zugenommen.

    Geduld ist angesagt, es kann etwas dauern.


    Schöne Grüßen,

    Hans

  • grüß dich Martin,


    ...

    Hast du den Benutzungsantrag auch gleich ausgefüllt?


    Grüße, Waltraud

    Hallo Waltraud,


    ich musste nochmal nachsehen. Ich habe 4 Aufträge fur eine personenbezogene Recherche gestellt und auch den Benutzungsantrag ausgefüllt mitgeschickt.


    Danke and Dich und die anderen Teilnehmer im Thread für die Einschätzungen und Tipps.


    Gruß

    Martin

  • Hallo,


    heute habe ich (ohne dass ich noch einmal nachgefragt hatte) eine Mail von Bundesarchiv erhalten.


    Somit weiß ich zumindest, dass meine Aufträge eingegangen sind und nun nach 3 Monaten mit deren Bearbeitung begonnen wird. Mal schauen, wie lange es dauert.


    Gruß

    Martin

  • grüß euch zusammen,


    danke, Martin, für deine Rückmeldung.

    Hoffentlich dann bald Weiteres und aufschlussreiche Ergebnisse.


    Grüße, Waltraud