Kriegsgerücht: Fallschirmabsprung von Liliputanern Sommer 1940

  • Guten Tag zusammen,

    wie vielleicht einige von Euch wissen, sammele ich Kriegsgerüchte - dabei stieß ich dieer Tage auf etwas kurioses: Im Kreisarchiv Warendorf (Münsterland) gibt es einen Bericht vom Juli 1940 über Absprünge von Liliputanern, die Sabotage verursachen sollten. Meine Frau erinnerte sich, dass nach dem Krieg davon erzählt wurde, dass auch im Kreis Steinfurt Liliputaner aus britischen Flugzeugen abgesetzt worden seien.

    Kennt jemand solche Stories auch aus anderen Gegenden.


    Beste Grüße

    Euer

    Gebhard Aders

  • Hallo Gebhard,


    vielleicht hier mal nachfragen:


    Archivsignatur: R 55/20470

    Laufzeit: 1936 - 1945

    Bandnummer:v2
    Enthält u.a. : Einsatz von Liliputanertruppen

    Aktenzeichen: T 6621
    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur: VBS 6/R55-3280
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde


    Archivsignatur: R 55/20473

    Titel: Einsatz im Krieg

    Laufzeit: 1944 - 1945

    Bandnummer: 3
    Enthält u.a. : Einsatz von Liliputanern, 1944-1945
    Aktenzeichen: 6622

    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur: VBS 6/R55-3283
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde

    Grüße

    Dirk

  • Hallo zusammen,


    Quote

    wie vielleicht einige von Euch wissen, sammele ich Kriegsgerüchte



    ......Juli 1940 über Absprünge von Liliputanern, die Sabotage verursachen sollten.

    Liliputanern, ein Begriff aus der Literatur ( Gulivers Reisen) gemeint ist der Kleinwuchs, Kleinwüchsigkeit oder Mikrosomie.

    Neben den den Einschränkungen wg. der Größe alleine haben kleinwüchsig häufiger sekundär Erkrankungen die den Mobilität

    einschränkt.


    Warum diese Erklärung; Welchen militärischen Zweck soll der Einsatz von Menschen haben einen minder Wuchs haben ?

    Gruss Dieter

  • Hallo,


    Quote


    Enthält u.a. : Einsatz von Liliputanertruppen

    unter Liliputanertruppen verstand man Gruppen kleinwüchsiger Menschen, die z.B. auf Jahrmärkten als Musikgruppen auftraten. Das war in der NS-Zeit zwar nicht mehr gewünscht, andererseits wären die Leute ohne diese Einkommensquelle Fürsorgeempfänger geworden. Wie alle Randgruppen "genossen" auch diese den Argwohn ihrer Zeitgenossen.


    Das mit den Fallschirmen dürfte ins Reich der Gerüchte gehören, von denen es viele gab.


    Grüße

    Thilo

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    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Zusammen,


    zumindest in Gras Roman/Schlöndorffs Film "Die Blechtrommel" gibts eine Liliputaner-Propagandatruppe.

    Aber das ist ja nun ein Roman/Film.


    Gruß Tilo

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    Ehre die Toten

  • Danke für die Informationen!

    Aber die Akte aus dem Bundesarchiv stammt aus dem Bestand Ministerium für Volksaufklärung usw und betrifft den Einsatz von Liliputanern bei Fronttheatern (siehe Blechtrommel)

    Beste Grüße

    Euer

    Gebhard Aders

  • Hallo, laut Dirks - siehe Beitrag #2- hat es in der Laufzeit 1936 - 1945 aktenreife Vorgänge über den Einsatz von Liliputanern gegeben.

    Ein mir glaubhaftes Merkmal von "Menschenmaterial" ist die Körpergrösse.

    Kleinwüchsige Menschen brauchte man z.B. beim Bau und der Wartung von Rohranlagen.


    Ein WW II - Frontsoldat behauptete, Panzerbesatzungen hätten nicht grösser als 1,80 m sein dürfen.

    Plausibel, die Körpergrösse der Panzerfahrer bestimmt die Dimensionierung der Einstiegs-Luken und der Kriechgänge.

    1961 hörte ich bei der Voruntersuchung für den Einsatz in Strahlflugzeugen, dass ich

    mit einer Körpergrösse von 1,81 m noch tauglich sei.

    Auch die Dimensionen des Schleudersitzes sind auf eine maximale Körpergrösse abgestimmt.

    Das versteht man auch, wenn sich in das Cockpit eines Alpha-Jets reinquetschen muss.

    Noch enger geht es im Cockpit der MiG 21 zu.

    Gruss jostdieter.

  • Hallo Karl,


    Es ist lustig, weil die Franzosen gleichzeitig die deutschen Soldaten die Kartoffelkäfer nannten


    Gruss Olivier

  • Guten Abend,


    es könnte sich auch um Fallschirmpuppen handeln.

    Die Wehrmacht setzte welche bei der Besetzung Belgiens 1940 ein.

    Bekannt sein dürfte der Einsatz von Fallschirmpuppen während der Landung in der Normandie.


    Quelle: Wikipedia

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • So, Kollegen,

    ich habe heute die Akte des Kreisarchivs Warendorf zu Gesicht bekommen - hier ist die Story, die der Schreiber der Kriegschronik "für derart unsinnig" hielt, "das sie der Nachwelt überliefert werden muss".

    Also: In der Nacht zum 28. Juli seien 5 Liliputaner aus einem Flugzeug abgesprungen, 3 dieser "Kerlchen" (so!) seien von der Polizei festgenommen worden. Sie seien um die 1,10 M groß gewesen und hätten auffallend dicke, wulstige Lippen gehabt. Sie seien mit überaus grell leuchtenden Taschenlampen ausgerüstet gewesen, mit denen sie Blinksignale an britische Flugzeuge geben sollten, wie einer von ihnen gestand, um die Bomber auf militärisch und wirtschaftliche Ziele hinzuweisen. Es seien eine ganze Menge dieser "Artgenossen" über Deutschland abgesprungen.


    Dieses Gerücht fehlt in meiner Sammlung - bisher kannte ich nur, dass Kommunisten aus Dachluken, Zigeuner aus ihren Wagen, Polen und Kriegsgefangenen solche Blinkzeichen gegeben haben sollen.


    Beste Grüße

    Euer

    Gebhard Aders

  • Hallo Hr. Aders,


    Quote

    Also: In der Nacht zum 28. Juli seien 5 Liliputaner aus einem Flugzeug abgesprungen, 3 dieser "Kerlchen" (so!)......

    ....worüber ich jetzt nachdenke, wo blieben die zwei andern "Agenten" oder noch zugespitzter welchen Einfluss hat die Zwei auf die

    Durchschrittgröße des gemeinen Warendorfer´s und hatte das Einfluss auf den Kriegsverlauf :/;)

    Gruss Dieter

  • Tja, Dieter,

    der Einsatz dieer Mini-Agenten war so geheim., dass sie nicht mal in den Meldungen aus dem Reich erwähnt werden. Aber vielleicht haben sie sich Oskar Matzerath angeschlossen?

    Alles Gute

    G. A.