Oberst Kurt Hesse / Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda im OKW

  • Hallo,


    ein paar gesammelte Daten zu dem Leiter der Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda beim OKW, Oberst Prof. Dr. Kurt Hesse mit einer gekürzten Zusammenfassung seiner Vita (Korrekturen & Ergänzungen bitte erwünscht!).

    Quellen: LdW, Bundesarchiv/Invenio, Lagis Hessen u. Ostfriesische Tageszeitung, Ausg. Leer Nr.59 vom 11.März 1941, Seite 2


    Gruß, J.H.


    Hesse, Kurt, Prof. Dr.phil.

    Konf. Ev.

    * 06.12.1894 in Kiel

    † 19.01.1976 in Bad Homburg

    1913 Abitur in Berlin

    25.02.1913 Eintritt als Fahnenjunker in das Gren.-Rgt. Nr.5 Danzig

    23.06.1914 Leutnant, Kriegsdienst als Offizier in der 7./Gren.-Rgt. Nr.5

    31.10.1929 als Major a.D. aus dem Reichsheer ausgeschieden

    01.07.1934 Wiedereintritt in das Heer, Sturmhauptführer in der SA

    Dozent f. Kriegswirtschaft an der Universität Berlin, Referent f. Schulwesen und Schuloffiziere d. Heeres bei der Heeresbildungsinspektion

    ca. 08.1939 bis 03.1941 Leiter der Abteilung Heerespropaganda innerhalb der Amtsgruppe Wehrmachtspropaganda im Oberkommandos der Wehrmacht

    ...

    1945 in Gefangenschaft

    Auszeichnungen: Hausorden Hohenzollern m. Schwertern, EK I. u. II.Kl. 1914, Hanseatenkreuz Hamburg, Verwundetenabzeichen i. Gold, Ehrenkreuz für Frontkämpfer


    1921 - 1924 Studium d. Volkswirtschaft u. Neueren Geschichte, Universität Berlin

    1924 Promotion zum Dr.phil, Universität Berlin

    1934 Dozent für Kriegswirtschaft, Universität Berlin

    1934 Habilitation

    1940 Außerplanm. Professor an der Universität Berlin

    1946 - 1947 Tätigkeit bei der Historical Division


    Hesse war u.a. Autor des Buches Das Marne-Drama des 15. Juli 1918. Wahrheiten aus der Front (1919)

  • Hallo Johann,


    Hesse war u.a. Autor des Buches Das Marne-Drama des 15. Juli 1918. Wahrheiten aus der Front (1919)

    ergänzend dazu sollen insbesondere auch die Bücher "Soldatendienst im neuen Reich"(1935) sowie "Die soldatische Tradition"(1936) erwähnt werden,welche in den "Richtlinien für den Unterricht im Erziehungs- und Truppenwesen" der Inspektion des Erziehungs- und Bildungswesens des Heeres vom August 1940, als geeignetes Schrifttum für die Ausbildung der jungen Offiziere gelistet sind.

    Zusätzlich dazu sind in den Zusammenstellungen der damaligen Inspektion der Kriegsschulen des Reichskriegsministeriums auch noch weitere seiner Bücher für das Selbststudium jüngerer Offiziere aufgeführt.



    Desweiteren wurden einige seiner Artikel auch im Völkischen Beobachter sowie in der von Alfred Rosenberg herausgegebenen Schriftenreihe "Nationalsozialistische Monatshefte" veröffentlicht.


    Gruss Chris

  • ... ergänzend dazu ...


    Hallo,


    leider war zum weiteren militärischen Werdegang des Oberst Hesse ab 1941 bis zur Gefangenschaft kaum etwas zu finden, auch nicht zu möglichen Auszeichnungen ab 1939 und seinen Nachfolgern in der Leitung der Amtsgruppe Heerespropaganda. Wäre vielleicht auch interessant, ob er nach seiner fünfmaligen Verwundung im 1.Weltkrieg überhaupt noch "fronttauglich" war und ein Truppenkommando übernommen hat?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo zus.

    auf einem schlechten Zeitungsbild von 1940 trägt Oberstleutnant Dr.Heese die Spange 1939 zum EK-II 1939.

    Grüße, ZAG


    Noch einen Nachtrag:

    Eine interessante Person war auch der Ministerialdirigent im Reichspropagandaministerium und Oberst A.J.Berndt, der 1941-42 auch bei Rommel im Stsb war.


    Berndt war mit Oberst, später Generalmajor von Wedel Herausgeber der Buchreihe Deutschland im Kampft die Sept.1939-Juni1944 erschien.

    Diese Buchreihe war früher "sauteuer" und schwer komplett zu habe, heute durch Internetanbieter für erträgliches Geld zu haben.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Dr.Hesse auch da mitgewirkt hat, ohen all die Bände danach abgesucht zu haben....

  • Hallo,

    Werdegang:

    • bis 1913 Besuch der humanistischen Gymnasien Magdeburg, Potsdam und Berlin, dort Abitur
    • 1913-1928 aktiver Soldat
    • 1921-1924 Studium der Volkswirtschaft und Neuerer Geschichte an der Universität Berlin
    • 1924 Promotion in Berlin
    • 1934 Dozent für Kriegswirtschaft an der Universität Berlin
    • Mitte der 1930er-Jahre Tätigkeit bei der Heeresbildungsinspektion als Referent für das Schulwesen und die Schuloffiziere des Heeres
    • 1934 Habilitation in Berlin
    • 8.1939-3.1941 Leitung der Abteilung Heerespropaganda innerhalb der Amtsgruppe Wehrmachtspropaganda des Oberkommandos der Wehrmacht
    • 1940 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Berlin
    • 9.1944-10.1945 Wehrmacht und Gefangenschaft
    • 1946-1947 Tätigkeit bei der Historical Division, Untersuchungen über Wehrmachtspropaganda
    • 1947-1949 Mitarbeiter des Badischen Verlags
    • 1949-1951 Leitung des Referats Wirtschaftspolitische Auswirkungen der Gesamtwirtschaftsprogramme im Bundesministerium für Wirtschaft
    • 1951 Dozent der Akademie für Welthandel in Frankfurt am Main
    • 1955 Vorsitzender des Dozentenkollegiums
    • 1956 Vorsitzender der Akademie für Welthandel
    • 1957-1963 Lehrauftrag für Wirtschaftswissenschaften, besonders der Entwicklungsländer an der Universität Marburg
    • 1963-1967 Honorarprofessor in Marburg für Ausländische Wirtschaftsfragen

    Studium:

    • 1921-1924 Studium der Volkswirtschaft und Neuerer Geschichte an der Universität Berlin

    Akademische Qualifikation:

    • 1924 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Berlin, mit einer Studie zu den militärischen Rüstungen der europäischen Mächte
    • 1934 Habilitation an der Universität Berlin, mit der Studie "Die Wechselbeziehungen zwischen operativer und wirtschaftlicher Kriegführung, dargestellt an der Entwicklung der deutschen Ölwirtschaft von Sommer 1916 bis zum Herbst 1917"

    Akademische Vita:

    • Berlin, Universität / Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät / Kriegswirtschaft / Dozent / 1934
    • Berlin, Universität / Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät / Kriegswirtschaft / außerplanmäßiger Professor / 1940
    • Marburg, Universität / Juristische Fakultät / Wirtschaft der islamischen Staaten / Lehrbeauftragter / 1957-1963
    • Marburg, Universität / Juristische Fakultät / Ausländische Wirtschaftsfragen / Honorarprofessor / 1963-1967


    https://www.lagis-hessen.de/de…try/pissin%252C+felicitas


    Ergänzten ein paar Beförderungsdaten:


    Oberstleutnant (E) am 01.10.1938, OKH Inspektion der Kriegsschulen des Heeres (In 1)

    Oberst am 01.10.1941



    ..und gewohnt hat er im Philosophenweg 11 in Bad Homburg.




    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    nur eine winzige Ergänzung:

    1924/25 Weltreise. Bis Dezember 1924 begleitet von Leutnant a.D. Henning von Tresckow (1944 Generalmajor u Chef des Stabes der 2. Armee; Führender Teinehmer des 20. Juli 1944).


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Hallo,

    1926 als Hauptmann a.D. zuletzt im Reichsheer, in der Ehrenrangliste geführt.

    Die meisten Verwundungen erhielt er 1914; er ist 4x in der VL gelistet:

    Hesse, Kurt, Lt.

    19140919

    7./ GR5

    leicht

    Hesse, Kurt, Lt.

    19141003

    7./ GR5

    schwer

    Hesse, Kurt, Lt.

    19141223

    7./ GR5

    leicht

    Hesse, Kurt, Olt u. Adj.

    19180612

    Beim Stab als Reg. Adj.

    leicht verw. b. d. Truppe.

    Ab 06.08. an der Front mit dem Regiment verbrachte er den Krieg bis September 1917 in der 7. Kompanie, ab dann war er als Oberleutnant Adjutant des Regiments wohl bis Kriegsende. Ob er dann mit Kriegsende Hauptmann wurde, oder erst zu Reichswehrzeit kann ich nicht sagen. Jedenfalls hat er an der Erstellung der Regiments-Chronik des Gren Reg 5 als Zuträger von Informationen mitgearbeitet.

    Gruß,

    JR

  • Hallo Johann,


    leider war zum weiteren militärischen Werdegang des Oberst Hesse ab 1941 bis zur Gefangenschaft kaum etwas zu finden

    laut dem vom damaligen Oberst Hesse für die US Army Foreign Military Studies selbst verfassten Bericht "Die Verteidigung von Paris im Sommer 1944", war Hesse

    von Dezember 1942 bis Ende August 1944 Feldkommandant der F.K.758 in St.Cloud.


    Während der Kämpfe um Paris übernahm Oberst Hesse zudem am 26.August 1944 eine Kampfgruppe,welche aus einem Bataillon des Sicherungsregiments 66,einem Versprengten-Bataillon (inklusive einer Kompanie Fallschirmjäger und Pionier-Kompanie/Sicherungsregiment 66), sowie aus 5 leichten Flak-Batterien und einer 8,8cm Flak-Batterie bestand.


    Die Kampfgruppe Hesse war zu diesem Zeitpunkt in kleinere Gefechte verwickelt, bis am 29.August dann das Zurückweichen auf eine Stellung 30km nördlich der Oise durchgeführt wurde.


    Gruss Chris