Greigovo

  • 7BD37AB3-8B62-4E91-91A6-F3AC17DEA623.jpegGuten Tag,


    durch Zufall ist uns eine alte Fotokiste vom Großvater meiner Frau in die Hände gefallen.


    Einige Bilder sind sehr erschreckend, leider bin ich geschichtlich nicht sehr bewandert und kann mir daher keine Wertung erlauben.

    Auf der Rückseite der Bilder steht „ein Massengrab in Greigovo“. Ob es die richtige Schreibweise des Ortes kann ich nicht sagen.

    Weiß jemand hier im Forum mehr über ein derartiges Ereignis?


    ich habe noch weitere Photos, aber bin mir nicht sicher ob es wirklich dieselbe Ortsangabe ist, da die Bilder farblich etwas anders aussehen.



    Vielen Dank im Voraus


    Mit freundlichen Grüßen

    Jes

  • Hallo Jes,


    bevor die Gefallenen beerdigt werden konnten, mußten Sie auf dem Schlachtfeld eingesammelt werden.

    Gibt es ein Bild mit einem Sammelgrab? Oder auch mit Grabkreuzen?

    Ist bekannt, in welcher Einheit der Opa gedient hat?

    Stelle die anderen Fotos bitte auch ein.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland, vielen Dank für deine Nachricht.


    Beigefügt habe ich dir noch ein Bild der Grabanlage sowie den Text auf der Rückseite des Bildes. Ob die Bilder zusammengehören weiß ich nicht mit Sicherheit. Zusätzlich noch ein weiteres Bild mit auf der Rückseite Greigovo.

    Ich vermute er war in einer Fernmeldeeinheit, wahrscheinlich 1./448, zeitweise zumindest im Dez. 42 war seine Einheit der 17 Panzerdivision unterstellt.

  • Hallo Jes!


    Greigowo kannst du relativ einfach googeln....Du findest dort einiges an Querverweisen bezüglich der Tötung u. a. kriegsgefangenen deutschen Soldaten.


    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Hall Jes


    Hier mal ein Fund auf google


    Da ist die rede von ca 40 Toten es handelt sich dabei um die 16. Panzerdivision


    Divisions-Gefechts-Stand, den 18. August 1941

    1. Kriegsgerichtsrat Schulz^-Krantz als Richter
    2. Gefreiter Kretschmer als Protokollführer

    In der Ermittlungssache über die Ermordung von 41 in Gefangenschaft gerate- nen Angehörigen des II./Schützen-Regiments . . . vernahm ich heute folgende Zeugen:
    1. Zeuge: Oberfeldarzt Dr. Schaffert.
    Nachdem der Zeuge mit dem Gegenstand seiner Vernehmung vertraut ge- macht, auf die Bedeutung des Eides hingewiesen und zur Wahrheit ermahnt worden war, wurde er in Abwesenheit der später zu hörenden Zeugen wie folgt vernommen:
    Zur Person: Ich heiße Heinrich Schaffert, bin 48 Jahre alt, aktiver Ober- feldarzt, z. Z. Divisions-Arzt der . . . Panzer-Division.
    Zur Sache: Am 16. August 1941, etwa 13.00 Uhr, begab ich mich zusammen mit dem Sonderführer Dr. Voß von der . . . Panzer-Division, zugeteilt der Ab- teilung Ic, und mit Oberarzt Dr. Wengel, Truppenarzt Pz. Pi.-Batl auf
    eranlassung des Konigl. Ungarischen Husaren-Rittmeisters Ottmar Schaurek,
    ‘ ' ' Hu£ >aren-Regiment, in das Gelände nordwestlich des Bahnhofs Greigowo. Don sollten, nach dessen Aussage, von ihm mit seinen Husaren eine größere Anzahl deutscher Gefangener, in wehrlosem Zustand von den Russen umgelegt, au ge unden worden sein. Rittmeister Schaurek begleitete uns im Kraftwagen bis zur ersten Fundstelle, wo im ganzen 16 Leichen, 15 deutsche und ein ungari- scher So dat, im Kreise (Durchmesser etwa 8-10 Meter) beisammenlagen. In einer n ernung von. etwa 20—50 Meter fanden sich noch weitere drei tote Deutsche. Die Toten waren sämtlich vollkommen unbewaffnet, ohne Leibriemen und ohne irgendwelche Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände, außer der ™ °™' dle ,® le auf dem Leibe tru g en - In weiterer Entfernung, bis zu etwa .00 Met « r - a!1 ® m einer Richtung gegen Nordwest, lagen noch weitere vier eichen deutscher Soldaten gleicher Verfassung im Gelände verstreut Die allgemeine Betrachtung der Toten und die Feststellung ihrer Verletzun-
    dehe'VT'T 6rgab einwandfrei - daß es s *h um gefangene Deutsche han- delte, die den Russen in die Hände gefallen und von ihnen an einem bisher

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    nicht festgestellten Ort bereits restlos entwaffnet waren. Sie wurden offenbar von russischen Truppen im Vormarsch gegen Greigowo mitgeführt und sind unzweideutig systematisch ermordet worden. Der beisammenliegende größere Haufen wies in der Mehrzahl schwere Zertrümmerungen teils des Gesichts- schädels, teils des Vorder- oder Hinterhauptes auf, die nach dem festgestellten Befund nur durch Schläge mit schweren, scharfkantigen Instrumenten, wie Spaten, Beil oder Pickel, hervorgerufen sein können. Bestätigt wird diese Fest- stellung in einzelnen Fällen durch den Befund der Zertrümmerung der Arm- knochen, ebenfalls durch Einwirkung scharfkantiger Werkzeuge. Offenbar hatten die Opfer zum Schutz gegen die Schläge den Arm vor den Kopf erhoben. In einzelnen Fällen müssen die mit Spaten usw. geführten Hiebe ihr eigent- liches Ziel, den Schädel, verfehlt haben, denn es fanden sich Leichen, denen durch Einwirkung der bezeichneten Werkzeuge der Hals bis auf die Wirbel- säule durchschlagen, Schulter oder Oberarm zertrümmert waren. Manche Toten zeigten nebenher auch Schußverletzungen durch Nahschüsse in Brust oder Schädel, wobei letztere im Bereich des Ausschusses mitunter zum Platzen des Schädels geführt hatten. Die Leichen waren sämtlich durchsucht und ausgeplun- dert. In den meisten Fällen hing das Futter der geleerten Hosentaschen nach außen. Erkennungsmarken, Papiere, Soldbücher, teilweise auch deutsches Geld waren um die Toten verstreut. Es handelt sich wohl fast durchweg um Ange- hörige des II./Schützen-Regiments. . . Die Stiefel waren den meisten Toten aus- gezogen und in vielen Fällen mitgenommen worden. Bei zahlreichen Leichen hatten die Russen dafür ihr schlechtes Schuhwerk zurückgelassen.
    Bei den aufgefundenen Toten war die Leichenstarre in Lösung begriffen, und der Tod dürfte nach ihrem Zustand und nach den stattgefundenen Gefechts- handlungen vermutlich am Nachmittag des 15. August 1941 stattgefunden haben.
    Am Nachmittag begab ich mich zusammen mit meinem Adjutanten Oberarzt Boerger nochmals hinaus und suchte im weiteren Umkreis das Gelände ab. Da- bei fanden wir weitere 18 Leichen deutscher Soldaten (darunter zwei Leutnante), die ebenfalls völlig unbewaffnet und offensichtlich vom Feind in gleicher hinter- hältiger Weise, in diesen Fällen meist durch Nahschüsse durch den Schade , ermordet waren, und auch sie waren größtenteils ausgeplündert.
    Hiermit ist einwandfrei erwiesen, daß die Russen am 15. August 1941 in der Nähe des Bahnhofs Greigowo in völkerrechtswidriger Weise mindestens 40 Deutsche und einen Ungarn, die als Gefangene von ihnen mitge u r wurden, bestialisch hingeschlachtet und die Leichen ausgeraubt haben. Als Anlage folgt eine Aufstellung, aus der die Art der tödlichen Verletzungen in jedem einzelnen Fall hervorgeht.
    Selbst gelesen, genehmigt und unterschrieben.
    Dr. Schaffert, Oberfeldarzt
    Der Zeuge wurde vorschriftsmäßig vereidigt.


    Quelle: Auswärtiges Amt - Bolschewistische Verbrechen gegen Kriegsrecht und Menschlichkeit, Bd. 2, 1942"


    Gruß Stefan

    Suche alles zu Gerätepark 661 und Sturm-Bataillon AOK 8.

  • Vielen Dank für eure Antworten.

    Ich habe auch auf Google gesucht und war auf die Ereignisse um den Bahnhof in Greigovo gestoßen, hatte die Quelle aber noch nicht ausgewertet.
    Zumindest habe ich jetzt ein Puzzleteil mehr zu den wenigen Bildern des Großvaters meiner Frau. Vielen Dank nochmal


    Gruß Jes

  • Hallo,


    bei Ancestry gibt es die Gräberkarten von etwa 15 Soldaten mit dem Todesort 15. August 1941 Greigowo.


    Folgende Einheiten sind auf den GK genannt:
    - 8./SchtzRgt 79 (angegebene Todesursache: "I.G.-K.")

    - 5./PzRgt 2 ( "A.G.")

    - 8./FlakRgt 43

    - II./AR 16

    - AR 64


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Guten Abend nochmal, gibt es genaue Berichte über das was an Gefechtshandlungen im dem Raum passiert ist?


    Mit freundlichen Grüßen

    Jes

  • Hallo Jes,


    anbei ein Ausschnitt aus der Lagekarte vom 15.8.41.


    Das Schützen Regiment 79 unterstand der 16. Panzer-Division.

    Auch das Art.-Rgt. 16 gehörte dazu.

    Diese griff aus Richtung Nordosten nach Nikolajew an.

    In der Angriffslinie liegt eine Bahnstrecke mit dem Ort Hreihove.


    Dies ist der gesuchte Ort, siehe Ausschnitte der topogr. Karte.


    Gruß Roland

    Files

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Guten Abend Roland, vielen Dank für die Informationen und die Lagekarten.


    Mit freundlichen Grüßen

    Jes

  • Hallo,


    Quote


    Vielleicht kann jemand etwas zu den Bildern sagen.


    ein russischer leichter Panzer, T-50 oder T-127?


    Solche Fotos waren zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion häufig, habe selbst einige davon. Später war es ein gewohnter Anblick.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    Udo v. Alvensleben, Stabsoffizier bei der 16. PD, hat in seinem Buch "Lauter Abschiede" kurz über die Ereignisse um Mitte August 1941 berichtet.


    Gruß

    Dieter

  • N'abend,


    Eumex hat recht... T-34/76


    Grüße Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke