Werdegang meines Großvaters

  • Hallo zusammen


    Fortsetzung ….


    2.

    Mir wurden jetzt Fragen aus dem Fragenkatalog des Landespolizeiamtes Niedersachsen nacheinander vorgelesen.


    zu Frage 1

    Von einer Tagesmelding bzw. Erschiessung von 19 Partisanen in Tscherwan ist mir nichts bekannt.


    Zu den Fragen 2-18
    Zu diesem Fragenkomplex kann ich nichts sagen, da ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Rußland war, sondern bereits in JugoSlawen stationiert war. Ich habe weder eigene Wahrnehmungen noch vom Hörensagen irgendetwas mitbekommen. Ich weiß somit auch nicht, welche Deutschen bzw. Hilfswilligen Einheiten an irgendwelchen Aktionen beteiligt waren.

    Kann auch nicht die Stärke der Einheiten, die Bewaffnungen oder die Stationierungszeiten sagen. Ich weiß auch nichts über eingesetzte Einheiten, deren Offiziere und Mannschaft. Wer irgendwelche Aktionen angeordnet oder geleitet hat, ist mir ebenfalls nicht bekannt.


    3.

    Ich war selbst 2-3 Mal bei Einsätzen gegen Partisanen bzw. Banden dabei. Meist war dies der Fall, wenn unsere Verpflegungstrupps überfallen worden sind. Meiner Erinnerung nach muss es in der Zeit zwischen Sommer und Herbst 1941 gewesen sein. Dies dürfte sich zwischen Minsk und Smolensk angespielt haben, genau weiß ich dies aber nicht mehr. Zur Feindberührung kam es jedoch nie, da diese schon weg waren, wenn wir kamen.

    4.

    Zeugen die zum Einen oder anderen Tatgeschehen Angaben machen können kann ich keine nennen. Die meisten sind gefallen, vermißt oder in Gefangenschaft geraten. Ich weiß daher nicht wen ich benennen könnte. Die meisten Namen habe ich mittlerweile auch vergessen.


    5.

    Fotografien aus der damaligen Zeit besitze ich keine, es war lebensgefährlich zu fotografieren, da wir sofort zur Rechenschaft gezogen worden wären, hätten wir dies getan.


    Generell war es so dass in der Kompanie nie über irgendwelche Einsätze geredet wurde, weil wir Angst vor

    SS-Spitzel hatten. Außerdem bestand zwischen er Schreibstube und der Kompanie kein Kontakt. Wir hatten keine kameradschaftliches Verhältnis zur Kompanie.


    Ich möchte noch erwähnen, das in der Schreibstube keinerlei schriftliche Befehle rein kamen und in der Schreibstube keine Dienstbesprechungen der Offiziere stattfanden. Irgendwelche dienstlichen Verhandlungen oder Anordnungen der Offiziere wurden immer außerhalb der Schreibstube durchgeführt.


    Ende des Verhöres


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322