Werdegang meines Großvaters

  • Hallo zusammen


    heute kam die Antwort von Ludwigsburg. Leider negativ, keine Informationen vorhanden. Mit dem Hinweis

    „Die regionale Zuständigkeit des Staatsarchives Ludwigsburg erstreckt sich in der fraglichen Zeit grundsätzlich auf Nordwürttemberg.“


    Ich konnte immerhin die Zahl vom „Letzten Truppenteil“ entziffern. Da ich nicht sicher war ob es eine 10 oder 18 ist, da es im Knick des Klebestreifens lag. Die Sonne half bei der Auflösung.
    Es heißt Letztes Truppenteil: Regt.18


    Jetzt hoffe ich noch dass Wien eventuell ein paar Angaben machen kann.


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo Steffi,


    bitte noch mal an das Bundesarchiv Ludwigsburg schreiben, nicht an das Staatsarchiv. Beim Bundesarchiv sind die Unterlagen bzgl. NS-Verbrechen verwahrt.


    Wo hat er nach dem Krieg gelebt? Eine Möglichkeit wären auch noch die Entnazifizierungsakten.


    Gruß Alex

  • Hallo Alex,


    danke für die „Korrekturinfo“. Habe soeben die neue Anfrage losgeschickt.


    Er hat nach dem Krieg in Haltingen, im Landkreis Lörrach gelebt. Zur „Versicherungsabklärung für Rentenansprüche als Bahnbeamter“ hat er eine Eidestattliche Erklärung abgelegt da keine Unterlagen vom Krieg zur Verfügung standen. (Siehe mein Anfangspost).


    Habe keine Unterlagen zur Entnazifizierung vorliegen, vielleicht hat er davon keine Kopie aufbewahrt, sondern nur dem Arbeitgeber das Original zukommen lassen (sonst ist für die ganze Korrespondenz die er je getätigt hat eine Kopie/ Durchschrift da, exakt abgelegt und Beschriftet, typisch für mein Großvater, er war Beamter 😉)


    Wo könnte man diese Unterlagen herbekommen?


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo Steffi,


    sowohl Entnazifizierungsakten, als auch die Bahnbeamtenakten dürften sich um Staatsarchiv Freiburg befinden. Schreib doch mal dorthin, mit den dir bekannten Informationen. In den Findbüchern konnte ich leider nichts finden.


    Gruß Alex

  • Hallo Alex,


    danke für deine Informationen und Hilfe, werde ich gleich machen.


    Gruß Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo zusammen


    Dirk, danke für Deine Antwort, habe erst jetzt gesehen dass du geantwortet hast 🙈. Sorry 😏. Da werde ich auch noch hinschreiben.


    Habe von Ludwigsburg Antwort bekommen. Es liegen 2 Vernehmungen vor, und ein Dokument ohne Aktenzeichen (von der „Schupo“). Mit Glück bekomme ich auch davon eine Kopie, erfahre ich Montag, da der Sachbearbeiter heute nicht da war.
    Ich darf die Dokumente nicht veröffentlichen, laut dem Benutzungsvertrag denn ich ausfüllen muss. Die anderen 2 Pdf’s muss ich nochmal nachfragen da ich sie nicht öffnen kann, scheinen fehlerhafte pdf‘s zu sein. Die brauchen sie auch. (Schutzfristverkützung und besondere Verpflichtungserklärung).


    Werde die neuen Info‘s abtippen, davon stand nichts mit „Verboten, oder nicht erlaubt“ in dem Vertrag den ich ausfüllen muss 😉.


    Neue Frage


    Weiß jemand ob es sich „lohnt“ auf die Jagd nach der 2. Ausgabe von Stefan Klemp „Nicht ermittelt“ zu gehen? Ist ja vergriffen. Sind da viele Ergänzungen im Vergleich zur 1. Auflage gemacht worden?


    Die 1. Auflage habe ich schon.


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo Steffi,

    Dirk, danke für Deine Antwort, habe erst jetzt gesehen dass du geantwortet hast 🙈. Sorry 😏. Da werde ich auch noch hinschreiben.

    gar kein Problem. Halte uns auf dem Laufenden!

    Grüße

    Dirk

  • Hallo zusammen,


    habe neue Antworten bekommen


    Bundesarchiv (Berlin Finckensteinalle): keine neuen „Eingänge“ nur die NSDAP Mitgliederkartei die ich damals schon bekommen habe.

    Staatsarchiv (Freiburg): keine Entnazifizierungsakten vorhanden. In der französischen Besatzungszone war dies nicht so üblich, wurde wenig wenn überhaupt durchgeführt (hatte im Bundesarchiv Ludwigsburg jemand am Telefon und zufällig mit ihm auch darüber gesprochen).

    Poststelle pa Bundesarchiv: Antwort dürfte wohl länger dauern

    Militärarchiv Bundesarchiv: Antwort dürfte wohl länger dauern


    Bundesarchiv Ludwigsburg: Da liegen mir 13 Seiten von 2 Verhören vor.


    Da ich dies nicht veröffentlichen darf werde ich, sobald ich mir über die Struktur im Klaren bin wie ich es hier darstellen könnte nach und nach einstellen, da es etwas Zeit braucht es hier wiederzugeben (ohne in Teufels Küche zu kommen). Werde beide Verhöre getrennt bearbeiten, wahrscheinlich einfacher. Und versuchen nur das „Wichtigste“ einzustellen.

    Sind doch manche Zeitangaben/ oder Zeitspannen, Materialangaben, Orte, Kommandeure, Majore etc…. (Leider alle ohne Vornahmen angegeben). Persönliche Meinung und Eindrücke.


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo Stesa,


    die Aussage, dass in der französischen Zone "wenig, wenn überhaupt" Entnazifizierung durchgeführt wurde, ist unzutreffend. Die entsprechenden Akten aus Rheinland-Pfalz, das ebenso zur französischen Zone gehörte, finden sich im Landeshauptarchiv Koblenz bzw. im Landesarchiv Speyer..

    Gibt es außer dem Staatsarchiv Freiburg noch andere Archive, die Du deswegen kontaktieren könntest?


    Schöne Pfingsten

    Dieter

  • Hallo Dieter,


    ich habe die oben genannten Archive mit präzisen Fragen angeschrieben und wurde an Freiburg für die Entnazifizierung weitergeleitet, die für ihn zuständig waren, da er in dem Bereich gewohnt hat.


    Ich „brüte“ gerade an der Struktur des nächsten Posts mit den Verhören. Vielleicht gibt es dazu dann weitere Hinweise durch die Angaben.


    Viele Grüße und ebenfalls schöne Pfingsten

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo Steffi,


    ich würde das Staatsarchiv Freiburg noch einmal anschreiben und fragen, wo denn die Entnazifierungs-Akten für Baden-Württemberg archiviert sind. Die Aussage, dass in Freiburg keine vorhanden sind, lässt durchaus den Schluss zu, dass sie woanders sind.

    Es kann nicht sein, dass es in Rheinland-Pfalz diese Akten gibt, aber in Baden-Württemberg nicht. Und dass sie bereits vernichtet wurden, ist ebenso unwahrscheinlich.


    Weiterhin viel Spass bei der Suche.


    Herzlichen Gruß

    Dieter

  • Hallo Dieter,


    leider negativ, habe mit denen telefoniert.

    Es sind alle Unterlagen von BW in Freiburg, die Franzosen haben in den 1950er die Entnazifizierungsunterlagen an Freiburg gegeben.(einige wenige mit ganz hohen Rängen wurden wohl zurückbehalten). Die Akte meines Großvaters muss vor der Rückgabe aus welchen Gründen auch immer abhanden gekommen. Er konnte mir auch nicht weiterhelfen.


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo zusammen,


    ich stelle hier nach und nach die beiden Verhörprotokolle ein.


    In einer Mischung aus Abschrift, Stichpunkten, Zusammenfassung, versuche ich nur die wichtigsten Informationen einzustellen. Ich probiere es übersichtlich zu machen.



    1966

    Beschuldigter: Unbekannt

    Einheit: Stab HSSPF Rußland-Mitte


    1.Zur Person


    Ist in Basel geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen, dann in Lörrach aufs Gymnasium, hat Spediteur gelernt und. 8 Jahre in einer jüdischen Firma in Basel gearbeitet.

    1938 wollte er aus der Schweiz nach Deutschland, da sein Vater in den Ruhestand ging. Er wollte unbedingt in den Staatsdienst, hatte großes Interesse an der Polizei. Es ging aber nicht, da er Auslandsdeutscher war und wurde deshalb von der GESTAPO verhört. Bekam vom Arbeitsamt eine Zuweisung zur Reichsbahn. 8 Tage später kam er zum Arbeitsamt als Schreibkraft.


    19.6.1939 - 15.2.1940: Wehrdienst als Kraftfahrer im Transportregiment 605/lll.
    Anschließend wieder beim Arbeitsamt. Aufgrund eines Aufrufs meldete er sich für den Polizeidienst

    15.10.1940: Einberufung zum Pol.-Ausb.-Bat. Wien Kagran. Zuteilung zur 1. Kompanie als Schreiber. Dies wunderte ihn, er dachte er kommt zu einer Polizeischule in Deutschland um zu einem regelrechten Polizeivollzugsbeamten ausgebildet zu werden. Mit der Polizeiausbildung in Wien hatte er wenig Berührung. Er wurde sofort als Schreiber eingesetzt. Er war im Komp.-Geschäftszimmer der 1.Kompanie. Sein Dienstgrad war Pwm. Zur Anstellung.

    Bataillonskommandeur war Major FRICK, später wurde NAGEL dessen Nachfolger.

    Adjutant: Leutnant JUNG und dann UHL (jetzige Polizeirat aus Freiburg)

    Zugführer 1. Kompanie Oberleutnant REDECKER, Leutnant GIEBNER aus Wien


    Nachbarkompanie wurde in Wien von Oberleutnant RIEBEL geführt.


    Er betont dass er die Namen noch so gut weiß , weil er sie vor der Entlassung aus der Gefangenschaft dem Untersuchungsausschuss der Engländer im Lager FEISTRITZ, Kärnten angeben musste. Er machte Aufzeichnugen die er heute noch besitzt. Er versuchte in Wien wieder zum Heer zu kommen, da das Pol.Batl m.E. keine Polizei war. Er wurde mit der Bemerkung abgewiesen, dass die Wehrmacht mit der Polizei nichts zu tun haben möchte und musste bleiben.

    Mai/Juni 1941 Das gesamte Bataillon inkl. Nachrichten und K.Staffel wurden verladen, viele Fahrräder wurden mitgenommen. Es ging per Schnellzug nach WARSCHAU - PRAGA. Unterbringung in einer Schule.

    Er wurde Rechnungsführer der 1.Kompanie. Nach dem Beginn des Rußlandfeldzuges wurden sie dem 271.Inf.Rgt. oder Division/Heer unterstellt und hießen dann 5. Kompanie im Polizei und SS-Regiment Mitte.

    Waren einige Zeit dort und rückten dann der kämpfenden Truppe im Mittelabschnitt durch Polen nach Rußland nach.

    Stützpunkte/Standorte: Byalistok, Baranowice, Balowice, Minsk, Mogilew, Smolensk.
    Er war dann im Lazarett in Smolensk (Diphterie)

    ~ Mai 1942 Rückzug des gesamten Bataillon, nach Kattowitz. Die meisten gingen auf Heimaturlaub. Danach wurde die Einheit umgestellt. 5. Kompanie 2.Batl. Im Pol.-Rgt. 5. Kompanie wurde aufgefrischt, neu eingekleidet und auch die Offiziere wurden z.T. andere. In der Folgezeit folgende Miliz. Vorgesetzte

    Regimentskommandeur: Major ORT oder ONT ( verstorben)

    Major HOFFMANN, später SCHWERTENSCHLÄGER

    Bataillonskommandeure: Majore BINDER, SCHÜTZE, und CARSTEN oder so ähnlich


    Meine Kompaniechefs: Hptm. RÜTTING, FRICKE (gefallen), ELZE, MALSCH, HOLZAPFEL und Dr. RITZLER.


    Von Kattowitz aus kamen wir in den Südostabschnitt Oberkrain, Slovenien, Serbien, Montenegro, und Ungarn. Einsatz war reiner Partisaneneinsatz.
    1943 in Montenegro wurde er verwundet anlässlich eines Partisanenangriffes.
    1944 stießen die Russen über Nisch vor. Ab diesem Zeitpunkt regelrechter Fronteinsatz.
    12.5.1945 geriet er in bulgarische Gefangenschaft, sie wussten nicht dass der Krieg aus war. Bulgaren schickten sie nach Hause. In der nächsten Ortschaft, Varadzinwurden sie von Partisaneneinheiten übernommen. Sie flohen und kamen in Etappen in Feistritz an und in das englische Gefangenenlager. Er war Fahrer des Colonel CASE beim englischen Kontigent 4- Mächtebesetzung in Wien. Während dieser Tätigkeit sah er in Wien viele ehemalige Angehörige des Pol.Bat. 322, die wieder Polizeidienst versahen. Er erinnert sich an den ehemaligen Nachrichtenmann O. Und L.

    1947 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. Er kam zur Bahn und versuchte 1951 in Freiburg wieder bei der Polizei eingestellt zu werden. Der Frühere Bataillonsadjutant Uhl ( jetzige Polizeirat ) wies ihn mit der Bemerkung ab, dass er erst mal die eigenen Leute unterbringen muss.


    Fortsetzung folgt……….


    Viele Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo zusammen


    Fortsetzung…


    2. Zur Sache

    Ab Rußlandeinsatz war er Rechnungsführer. in Bialystok hatte er die Schreibstube in einer Kiste auf dem LKW.

    1.Kompanie lag höchstens einige Tage dort, er schlief auf dem Wagen bei der Kompaniekasse. Über Einsätze unserer Kompanie oder anderer ist mir nichts bekannt. War in einzelnen Gruppen eingesetzt. kompaniestab fuhr immer hinterher.

    Hauptmann JÖRKE als Komp. Chef und Gerichtsoffizier des Bataillons, Obltn. REDECKE, Leutnt. GIEBNER gehörten zum Komp. Stab. Verwaltungsleiter beim Bataillon waren Oberinsp. B., S., H oder H., O. ( er wurde von Partisanen ermordet). S. War der Zahlmeister.


    A.B.: Dass in Bialystok ein Gefangenenlager war wusste er nicht, kann auch keine Angaben über angebliche Erschiessungen von Gefangenen oder Juden machen. Über Judenaktionen in Byalistok ist ihm nichts bekannt geworden.


    Zum Fall 4


    Juli 1941: es sollen auf Veranlassung des Eduard Seitner (Kompanie Spieß) 10-12 russ.Funktionäre erschossen worden sein. Hält er für unmöglich da dieser unter dem Befehl von Hptm. JÖRKE stand, dieser hätte eine Eigenmächtigkeit nie geduldet, auch in dieser Hinsicht nicht. Er hätte seinen Spieß sofort erschiessen lassen. Es gab bei JÖRKE kein Pardon und auch keine Ausnahme, er hätte einen einmal gegebenen Befehl auf Einwand eines Untergebenen nie zurückgenommenund auf Gefühle keine Rücksicht genommen. JÖRKE war außerdem unberechenbar. Zwar ist JÖRKE tot aber mein Großvater erlaubt sich dieses Urteil erlauben zu können. Seitner ist im Oktober 1944 in Belgrad gefallen. JÖRKE hat seiner Meinung nach nie selbstständig aus eigenem Antrieb Erschiessungen von Menschen veranlasst oder angeordnet, sondern dürfte lediglich von oben gegebene Befehle ausgeführt haben. Er war ein alter Polizeioffizier und hat m.E. Auch unter diesen Befehlen von oben gelitten.

    A.B. Ich kann mich besonders an die Einsatzräume Baranowice und insbesondere an Bialowice erinnern. In diesem Forstegbiet lag unsere Kompanie auf Stützpunkte verteilt. Er hat erst nachträglich gehört dass dieser Forst das Jagdrevier von GÖRING sei. Ihm ist nich bekannt, dass das Geniet geräumt wurde obwohl ihm öfters Russen mit Panjewagen und Hausrat hin und hergezogen sind. Er hat es auch öfter am Horizont brennen sehen, wusste aber nicht dass es vom niederbrennen der ehemaligen Behausungen der Russen kam. Daher kann er nichts über angebliche Gewalttaten gegen Bewohner dieses Gebietes sagen. Weder hat er etwas von einem Offizier noch von einem Kameraden über mögliche Einsätze bei Exekutionen erfahren.


    Fortsetzung folgt…….


    Grüße

    Steffi

    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo zusammen


    Fortsetzung…..


    Zu Fall 50 a


    Erschiessung einer Familie (Mutter, 2 Töchter) in der Nähe von Mogilew. Ich glaube den geschilderten Sachverhalt nicht. JÖRKE war zwar befehlstreu aber auch gerecht und dürfte sicherlich wenn die Leute erschossen wurden dafür triftige Gründe gehabt haben oder auf Befehl gehandelt haben. Saval war ein scharfer Vorgesetzter und bei seinen Leuten unbeliebt. Er war teilweise brutal. S. Ist nach Kattowitz von uns weggekommen und soll gefallen sein. Zur Grossaktionnin Mogilev im Oktober 1941 gegen die jüdische Bevölkerung habe ich durch die Schwurgerichtsverfahren gegen Uhl und andere in Freiburg erfahren. Ich weiß dass aber um diese Zeit das ganze Bataillon mit weniger Ausnahmen nachts bzw, im Morgengrauen abgerückt ist. Die K. Staffel lag nicht bei uns im Waldlager.

    Ich kann mich erinnern dass die Kameraden fix und fertig waren , sich erbrachen und seelisch geknickt waren als sie spät abends zurück kehrten.

    A.B.: verantwortlich für diesen Einsatz dürfte die SD gewesen sein. Es ging m.Wissens eine Besprechung der Offiziere beim Bataillon voraus. Ich nehme es an weil es immer so war wenn sich etwas wichtiges ereignete. Über das was sich bei der Aktion ereignete habe ich nichts erfahren. M.Wissens gelangten Geheimbefehle nie bis zur Kompanieschreibstube sondern wurden direkt dem Kompaniechef überbracht.


    Fortsetzung folgt…….


    Gruß

    Steffi



    Ich suche alles über das Polizeibataillon 322

  • Hallo zusammen


    Fortsetzung…


    Fälle 559fff

    Erschiessung von Kriegsgefangenen. ich weiß dass in Smolensk ein Kriegsgefangenenlager war, kann aber nicht sagen ob welche abgehauen sind.

    A.B.: Im Einsatz im Südostraum war JÖRKE nicht mehr mein Komp.Chef.. Die Namen der Offiziere habe ich schon angegeben. Ich sagte schon dass wir in diesem Raum reine Partisanenkämpfe zu bestehen hatten. Der dargestellte Fall, wonach angebliche Partisanen bzw. Einwohner einer Ortschaft, möglicherweise Kankertal, mit Pistolen erschossen worden, die Häuser niedergebrannt worden sein sollen ist mir nicht bekannt. Ich weiß nur dass bei Kankertal schwere Partisaneneinsätze waren und die Einheit Verluste hatte.

    A.B.: Wenn ein gewisser T. Den Hauptmann JÖRKE mit einer Vergeltungsaktion gegen ein Partisanendorf , genannt Kankertal belastet, so meine. Oh auch jetzt noch, dass zu dieser Zeit JÖRKE nicht mehr bei uns war. Für diese Zeit habe ich bereits die genannten Offiziere RÜTTING, FRICKE, ELZE, BINDER, SCHÜTZE und CARSTENS notiert.

    Weitere sachdienliche Angaben kann ich nicht machen. Möglicherweise könnte ich, wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, einiges zusätzliche über die personelle Besetzung und über die einzelnen Personen weitere Angaben machen.


    Ende des Verhöres


    Viele Grüße

    Steffi

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  • Hallo Dieter,


    Es kann nicht sein, dass es in Rheinland-Pfalz diese Akten gibt, aber in Baden-Württemberg nicht.

    Ist im Saarland aber z. B. tatsächlich so: hier weiß kein Mensch, wo die Akten abgeblieben sind :(


    Eine Vermutung ist, dass die Akten nach dem Ende der Besatzungszeit in einem französischen Archiv gelandet sind, aber bislang verliefen die Suchen (auch seitens des Landesarchivs mit Unterstützung der französischen Kolleginnen und Kollegen) negativ.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo zusammen


    nun zum 2. Verhör


    1979

    Beschuldigter: Unbekannt

    Tatort: Tscherwenj (Ghetto Liquidation)



    Zur Person

    In Basel geboren, 4 Jahre lang Volksschule besucht, 3 Jahre das Gymnasium in Lörrach, das letzte Jahr wieder Gymnasium in Basel. Lehre als Spediteur in Basel und danach in einer Lampenfabrik in Basel gearbeitet.

    In Lörrach zur Probe bei de Bahn beschäftigt, bekam dann beim Arbeitsamt eine Arbeitsstelle, blieb dort bis zum 15.10.1940. In dieser Zeit erledigte ich nur Büroarbeit. Wollte nicht nur Büroarbeiten erledigen und meldete mich aufgrund eines Anschlages (Werbeplakat) zur Schutzpolizei. Bereits zum 16.10.1940 bekam ich einen Stellungsbefehl zum Polizei-Ausbildungs-Bataillon Wien-Kagran/Florisdorf.

    Die genaue Bezeichnung dieses Ausbildungsbataillons weiß ich nicht mehr, aber kann mich erinnern dass ich in der 1.Kompanie war.


    Erwähnen möchte ich noch dass ich in der Zeit vom 04.09.1939 - 12.01.1940 als Kraftfahrer im Polenfeldzug war und dort dem Transportregiment 605/III. Abteilung zugeteilt war. Ich war lediglich nur Kraftfahrer, habe an keinerlei Kampfhandlungen teilgenommen. Feindberührung hatten wir in dieser Zeit nicht.

    In Wien-Kagran bekamen wir theoretischen Polizeiunterricht. Da ich im Polenfeldzug war und vorher auf dem Arbeitsamt in Lörrach, kam ich in die Schreibstube.


    Juni 1941 wurde das gesamt Bataillon nach Warschau und Bialystock verlegt, hauptsächlich zur Sicherung von Eisenbahnlinien, der Lazaretten der eigenen Truppe und des Nachschubs. Über Mogilew und Minsk drangen wir bis Smolensk vor, wo wir überwinterten.


    Bis zum Frühjahr 1942 war ich in Smolensk und Kattowitz und dort teilweise im Lazarett. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte ich dem 1./Pol.-Btl. 322 an.


    Zeitweise war ich in der 1. bzw. 5. Kompanie, jenachdem wie uns vom Bataillon angegeben wurde. Kompaniechef und die Mannschaft blieben jedoch immer die gleiche. Während dieser Zeit versah ich meinen Dienst in der Schreibstube und wurde nur teilweise in Kampfhandlungen eingesetzt.


    Zum Teil war unsere Kompanie der Wehrmacht unterstellt, doch weiß ich heute nicht mehr in welcher Zeit und wo dies war. Ich kann mich jedoch erinnern, dass ich Aufgrund meiner Tätigkeit in der Schreibstube in die Wehrpässe Eintragungen über mitgemachte Gefechte und Einsätze machen musste. Dadurch war mir bekannt, dass wir zeitweise der Wehrmacht unterstellt waren.


    Vom 15.03.1942 bis Oktober 1944 war ich in Jugoslawien eingesetzt. Bis zum Kriegsende war der Rückmarsch, wo wir fast alle in Gefangenschaft gerieten.


    Gruss

    Steffi


    Fortsetzung folgt…

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  • Hallo zusammen


    Fortsetzung……


    Zum Fragenkatalog


    1.

    Juni 1941 bis Frühjahr 1942 gehörte ich der 1. Kompanie Polizeibataillon 322 an. Bis zum 15.08.1941 war ich im Rang eines Wachtmeisters der Schutzpolizei und wurde an diesem Tag zum Oberwachtmeister der Schutzpolizei ernannt. Wie geschildert, war ich hauptsächlich in der Schreibstube eingesetzt und war Rechnungsführer.


    An Unmittelbaren Vorgesetzten hatte ich als Offiziere:

    Major der Schutzpolizei BINDER oder BILGER in Wien

    Major der Schutzpolizei und Bataillonskommandeur NAGEL in Rußland

    Bataillons-Adjutant Leutnant oder Oberleutnant POTSCHEK oder WATSCHEK

    Hauptmann und Kompaniechef und Gerichtsoffizier JÖRKE

    Bataillon Oberleutnant UHL (späterer Polizeirat in Freiburg)

    Oberleutnant REDECKER

    Leutnant GIEBNER

    Leutnant Müller-Benat

    Mein Spieß, Kompaniehauptwachtmeister SEITNER gefallen am 14.10.1944 in Belgrad


    Unsere Einheit war nach dem Abmarsch in Wien zunächst in Warschau und Bialystock und danach im Raum Minsk, Mogilew und Smolensk. In den Städten waren wir weniger, hauptsächlich in den Wäldern und Waldlagern um die Städte herum.


    Gruß

    Steffi


    Fortsetzung folgt……

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