Volkssturm-Standort-Bataillon Koallick

  • Bezeichnung:

    Volkssturm-Standort-Bataillon Koallick


    Aufstellungsort:

    Pillau, Kreis Samland / Reichsgau Ostpreußen


    Aufstellungszeitpunkt:

    September 1944

    18.Oktober 1944 (Vereidigung)


    Einheitsführer/Offiziere:

    Bataillonsführer:

    Kurt Daeg, Geschäftsführer der Prang Mühlenwerke und Hauptmann d.R.bis Ende 1944
    Paul Koallick, Direktor des Gaswerks und Leiter des zivilen Luftschutz ab Ende 1944


    Zahlmeister: Kurt Tunkel

    Nachrichtenoffizier: Dr. Erich Bieske

    weiterer Stabsangehöriger: Oberleutnant Gels


    Einsatz:

    1944 Aushebung von Flakstellungen und Panzerschutzgräben bei Fischhausen/Tenkitten

    1945 Flüchtlingsbetreuung, Transport von Flüchtlingen von den Notunterkünften zu den Schiffen, Transport- und Beerdigungskommando, Sanitätsstation


    vermutlich im Februar 1945 bei Königsberg


    Besonderheiten / Vermerk:

    Zur Zeit der Aufstellung 4 Kompanien, davon

    2 Kompanien aus Pillau

    1 Kompanie aus Pillau II

    1 Kompanie aus Fischhausen


    Anfang 1945 starke Reduzierung des Personals:


    „Eines Tages (Anfang 45) brachten mir die Männer des Wasserstraßenamtes und anderer Dienststellen ihre Vst. Gewehre und Munition gesammelt zurück mit dem Hinweise, daß sie nun nicht mehr Dienst im Vst. tun könnten, sondern ausschließlich ihrem Werk zur Verfügung stehen müssten“


    “Also mein VSt. Bataillon war wie eine Seifenblase zerplatzt. Darüber war ich nicht traurig, im Gegenteil, ich hatte noch reichlich Beschäftigung als Gaswerk- und Luftschutzleiter“


    Ab Ende Januar oder Anfang Februar Auffang und Zuführung von durchziehenden Flüchtlingen/Volkssturmmännern mit denen die Einheit wieder aufgefüllt wurde:


    „Inzwischen hatte ich 4 Kompanien zusammengestellt. Es kam auch ein bespannter Trupp unter Führung eines Memeler bzw. Großheydekruger VSt.Führers an, bestehend aus etwa 40 – 50 VSt.-Männern mit etwa 30 vierspännigen Leiterwagen“.


    Stärke im Mittel 400 bis 600 Mann


    Quartier: Gaswerk Pillau



    Es besteht gem. der VBL eine mögliche Verbindung zum Vst.-Btl. 25/33, Volkssturm-Bataillon 25/39 oder Volkssturm-Bataillon 25/58.


    VDK-Daten:
    Nachname: Baumgardt

    Vorname: Otto Friedrich

    Dienstgrad: Volkssturmmann

    Geburtsdatum: 14.05.1892

    Geburtsort: Pillau

    Todes-/Vermisstendatum: 22.02.1945

    Todes-/Vermisstenort: Königsberg/Pr.

    Otto Friedrich Baumgardt ruht auf der Kriegsgräberstätte in Kaliningrad - Sammelfriedhof. Endgrablage: Block 14 Reihe 1 Grab 1 - 1245


    Verbleib:

    Abtransport nach Kiel/Flensburg


    Quelle:

    • Pillauer Heimatbrief, „Die letzten Erlebnisse in und um Pillau“, von Paul Koallick, OST-DOK 4, Barch Bayreuth
    • VDK
    • VBL (Band VA 454)

    Edit: Ergänzungen eingefügt / eingefügt (Sven30)

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

    Edited once, last by Sven30 ().

  • Hallo,


    Die Informationen über diese Volkssturmeinheit stammen aus den Erinnerungen von Paul Koallick (1891-1970), der der Einheitsführer dieser Einheit war. Die Aufzeichnungen sind 1961 für die Heimatgemeinschaft Seestadt-Pillau entstanden. Er betont im Nachwort, dass er seine persönlichen Erlebnisse aus der Erinnerung geschildert hat und das es dabei sicher auch einige Ungenauigkeiten gibt.


    Seinem Nachruf (Ostpreussenblatt, Nr. 22, 30.05.1970, Seite 12) ist zu entnehmen, dass die Erinnerungen auch in einem Pillauer Rundbrief erschienen sind.


    Die Kopie, die mir vorliegt stammt aus dem Bundesarchiv Bayreuth aus der Ost-Dok 4. Ich hatte dort vor einigen Jahren Kopien bestellt. Mit dabei war auch dieser Bericht, der irrtümlich mit kopiert worden war. Daher liegt mir hierzu leider keine genaue Signatur vor.


    Grüße,


    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • ... Paul Koallick (1891-1970), der der Einheitsführer dieser Einheit war ...

    Hallo,


    mal kurz geschaut, im BA und weiterführend beim Volksbund ist leider nur ein Johannes Koallick (geb. 1915, verm. Mai 1944) zu finden - vielleicht der Sohn?

    Quellen: Bundesarchiv/Invenio, Sächs. Staatsarchiv u. Verlustlisten 1914/18


    Gruß, J.H.


    Paul Koallick, geb. 17.06.1891 in Frankenstein/Schlesien (abweichend wird als Geburtsort weiter auch noch Zwenkau/Sachsen genannt). Gasanstalts-Inspektor bei der Thür. Gasgesellschaft Leipzig u. Geschäftsführer in Pillau/Ostpreußen, eingestellt am 25.04.1905 nach Zwenkau.


    Utffz. Koallick, Paul - Zwenkau, Leipzig - leicht verw., Inf.-Rgt. Nr.107

    Liste Sachsen Nr.189

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 2 times, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo Sven,


    ich habe mich auch gefragt, wieso es zu dieser außergewöhnlichen Bezeichnung gekommen ist. In den Aufzeichnungen steht es exakt so: Volkssturm-Standort-Bataillon-Koallick


    Unter dem ersten Bataillonsführer hieß es sicher anders, im Text steht folgendes:


    „Gegen Ende des Jahres 1944 erhielt ich vom Bataillonsführer Daeg die fernmündliche Mitteilung, dass er zur Front abberufen worden sei und ich das Bataillon mit den drei Pillauer Kompanien führen solle. Der Name des Bataillons lautete für die Folge: „Volkssturm-Standort-Bataillon-Koallick, Pillau“.


    Wie das Volkssturm-Bataillon vorher hieß, geht aus dem Bericht leider nicht hervor.


    Übrigens wird noch erwähnt, dass ab ca. Februar 1945 noch zwei weitere Bataillone in Pillau aufgestellt worden sind. Eines war in der Kaserne „Himmelreich“ und das andere in der Siedlung Camsigall stationiert. Hier gibt es leider keine weitere Bezeichnung.


    Grüße,

    Ralf

    Suche Informationen zur 1. Infanteriedivision (IR 1, IR 22, IR 43)

  • Hallo!

    In den Aufzeichnungen steht es exakt so: Volkssturm-Standort-Bataillon-Koallick

    ... danke, dann werde ich es so übernehmen! :thumbsup:


    Übrigens wird noch erwähnt, dass ab ca. Februar 1945 noch zwei weitere Bataillone in Pillau aufgestellt worden sind. Eines war in der Kaserne „Himmelreich“ und das andere in der Siedlung Camsigall stationiert. Hier gibt es leider keine weitere Bezeichnung.

    ... wir sammeln noch, denke man irgenwann haben wir eine Verbindung?! ;)


    Grüße

    Sven

  • Hallo!


    Anbei noch ein paar weitere Infos zu dem o.g. Vst.-Btl.:


    Einsatz:

    vermutlich im Februar 1945 bei Königsberg


    Besonderheiten / Vermerk:

    Es besteht gem. der VBL eine mögliche Verbindung zum Vst.-Btl. 25/33, Volkssturm-Bataillon 25/39 oder Volkssturm-Bataillon 25/58.


    VDK-Daten:
    Nachname: Baumgardt
    Vorname: Otto Friedrich
    Dienstgrad: Volkssturmmann
    Geburtsdatum: 14.05.1892
    Geburtsort: Pillau
    Todes-/Vermisstendatum: 22.02.1945
    Todes-/Vermisstenort: Königsberg/Pr.

    Otto Friedrich Baumgardt ruht auf der Kriegsgräberstätte in Kaliningrad - Sammelfriedhof. Endgrablage: Block 14 Reihe 1 Grab 1 - 1245


    Quelle:

    • VDK
    • VBL (Band VA 454)

    Grüße

    Sven

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Standort-Bataillon-Koallick” to “Volkssturm-Standort-Bataillon Koallick”.
  • Hallo!

    Kurt Daeg, Geschäftsführer der Prang Mühlenwerke und Hauptmann d.R.bis Ende 1944

    ... habe da was gefunden und sehe aufgrund der nahen Örtlichkeit (Gaffken - Pillau ca. 16 km) ggf. einen Zusammenhang:


    "Lehrer i. R Gustav Prang und seine Ehefrau Lydia Prang, geb. Reschke, aus Gaffken bei Fischhausen, jetzt in (20a) Heisede über Hildesheim feiern am 26. Mai 1957, ihre Goldene Hochzeit. Der Jubilar wirkte 46 Jahre im Samland. Den Zweiten Weltkrieg machte er freiwillig als Hauptmann d. R. mit; bei den schweren Kämpfen im Samland vor dem Zusammenbruch stand er führend im Volkssturm. Fünf Kinder, zehn Großkinder und ein Urenkel werden dem Jubelpaar gratulieren. Der jüngste Sohn starb 1943 über London den Fliegertod."


    Quelle: Ostpreußenblatt vom 30.03.1957


    Vielleicht ein Puzzelteil und vielleicht übernahm er etwas später das Vst.-Btl. nach Koallick?! :/


    Grüße

    Sven

  • Hallo,


    hier etwas zu dem Lehrer:


    Gustav Emil Prang

    *10.11.1879

    evangelisch

    04.09.1899: Erste Lehrerprüfung, Hohenstein

    16.05.1903: Zweite Lehrerprüfung, Hohenstein

    xx.xx.1903: Endgültig angestellt

    16.05.1907: Lehrer an der evangelischen Volksschule in Gaffken, Kreis Fischhausen

    Gegenwärtige Stellung: I. Lehrer

    Quelle: Preußische Volksschullehrerkartei, Regierungsbezirk Königsberg


    Gruß

    Jörg