Jäger im Fallschirm-Artillerie-Regiment 1 (10. Batterie) Ostfront Herbst 1942/ Winter 1943

  • Hallo zusammen


    Am 15.04.1942 bekam mein Vater die Einberufung als Fallschirmjäger. Zur Ausbildung zum Fallschirmjäger kam er nach Stendal und Wittstock an der Dosse.

    Danach kam er in das Fallschirm-Artillerie-Regiment 1, das im Herbst 1942 nach Russland in den Raum Witebsk-Smolensk verlegt wurde. Der Einsatz meines Vaters endete Mitte Februar auf Grund seiner Verletzung.

    Soweit ich aus den Erzählungen meines Vaters weiß, wurde er als Funker bei einer Fernmeldeeinheit eingesetzt. In ihren weißen Schneeanzügen mussten die Soldaten stundenlang im Schnee liegen, die Gegend kontrollieren und Meldungen machen. Der Winter war eisig und zu essen hatten sie nur noch gefrorene Kartoffeln und Wasser vom Schnee.


    Beiträge dazu:


    I. Fallschirmjäger Artillerie Regiment 1


    Sprengpatronen




    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

  • Hallo zusammen,


    obwohl es schon Beträge zu der Einheit/Person gibt soll hier speziell und die Umstände im Winter 1942/43

    genau 12.2.1943 bei Ostrowa gehen. Gib es weiterführende Infos um das Datum in dem Raum.

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    eigentlich geht es darum, meine Posts aus dem Beitrag Sprengpatronen herauszunehmen, da sie dort nicht gut aufgehoben sind. Aber anscheinend geht das nun doch nicht.

    Ich habe die Beiträge deswegen kopiert:

    Nun zu meinen Fragen:


    Nach der Wende hat mein Vater Kriegsopferrente beantragt. Er musste beweisen, dass seine Verletzungen auf Grund einer Kriegsverletzung entstanden sind, also fast 50 Jahre danach, denn in der DDR gab es so eine Kriegsopferrente nicht. Dazu forderte er von der WAST die Wehrmachtsunterlagen und des Krankenbuchlagers Berlin (die kenne ich nicht) an. Und auf diese bezogen sich die Gerichte.

    Und die verschiedenen Gerichte sprechen immer von: Granatsplitterverletzungen. Verlust des linken Auges, Narben an der rechten Kinnseite, an der linken Ohrmuschel sowie der vorderen Halsseite. Narben am linken Unterarm, Brustbereich. Granatsplitterverletzung des linken Fußes mit multiplen Stecksplittern. Deformierung der Fußwurzel und Bewegungseinschränkung der Zehen.

    Ein Punkt war dabei lange Zeit strittig. Die Hörschädigung infolge einer „Granatsplitterverletzung“. Es wurde behauptet, mein Vater sei aufgrund seines Alters schwerhörig, dagegen hat mein Vater geklagt. Es kam zu mehreren Gerichtsverhandlungen durch einige Instanzen, in der immer von einer Granaten-Explosion, Granateinschlag und einem Schallwellentrauma usw. gesprochen wurde. Einmal sogar von einer Bombenexplosion.

    Verschiedene Gutachter,

    (ein Professor, der die Koryphäe im Bereich HNO war, ein Professor der Charité, ein Professor der Uni-Augenklinik Freiburg, ein Professor des Lehrstuhls für Physik Weihenstephan der TU Münster, der Professor und Hochschullehrer für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Direktor der Universitäts-HNO-Klinik in Würzburg, einen Fachmann für Schallwellen)

    erstellten Gutachten, dass solch ein Knalltrauma von einer Granaten-Explosion den Hörschaden verursacht hatte.

    Nach 7 Jahren wurde auch die Hörschädigung voll anerkannt.

    „… bei Kenntnis der üblichen Schalldruckintensitäten logisch nicht nachvollziehbar sei, dass nur die Hörfähigkeit eines Ohres beeinträchtigt werde, während das kontralaterale Ohr ungeschädigt bleibe.“

    Diese Gerichtsurteile habe ich hier. Die Unterlagen der WAST (Bundesarchiv) hatte mein Vater an die Gerichte gegeben, ich kannte sie nicht. Ich habe sie erst neu angefordert und jetzt erst bekommen. Ich war sehr überrascht, dass dort Unfall und Sprengpatrone steht.

    Mein Vater erzählte von der Explosion einer Granate, damals war er 18 Jahre alt. Dass er gerade noch seinen linken Arm schützend vor das Gesicht halten konnte. So blieben die Splitter in seinem linken Unterarm und das rechte Auge war dadurch unverletzt. Die Hörschädigung ist auf seinem rechten Ohr schwächer gewesen, also kontralateral (auf der entgegengesetzten Körperseite). Die Explosion, womit auch immer, muss sich also links von ihm ereignet haben.

    Deshalb meine Fragen zu Granaten und Sprengpatronen. Wie kann denn so ein Unfall passiert sein? Hat vielleicht irgendjemand mit einer Sprengpatrone hantiert und damit eine Granate ausgelöst? Wenn mein Vater das selbst gewesen wäre, hätte er doch zumindest auch Verletzungen an den Händen haben müssen? Wie schätzt Ihr das ein?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten