7. Kp. Infanterie-Regiment 337, Forschung über meinen Urgroßvater

  • Hallo zusammen,

    Ich bin neu hier und hoffe dieses nicht an komplett falscher Stelle zu fragen und bitte um Nachsicht ^^

    Ich habe etwas über meinen Urgroßvater geforscht und kam zu dem Ergebnis dass er zuletzt 1943 im 7. Sturm-Kompanie Infanterie-Regiment 337 aufgeführt wurde. Nun würde ich gerne mehr darüber erfahren wo genau er eingesetzt wurde und warum in seiner Kartei 1972 vom LKA München eine sammelanfrage vermerkt wurde. Es konnte von ihnen aber keine Nachkriegsanschrift gefunden werden. Was ich aus Erzählungen weiß ist, das er recht spät aus russischer Gefangenschaft kam und leider recht früh verstorben ist. Ist so eine Suchanfrage die Norm oder unüblich?

    Ich danke im voraus.

  • Hallo Frank,


    herzlich willkommen im Forum der Wehrmacht.


    Zum Themeneinstieg hier die Einträge zu dem Infanterie-Regiment 337 aus dem Lexikon der Wehrmacht und von Balsi:


    http://lexikon-wehrmacht.de/Gl…rieregimenter/IR337-R.htm,


    https://balsi.de/Weltkrieg/Ein…-Regimenter/337-IR-GR.htm.


    Das Regiment wurde am 26. August 1939 aufgestellt und war der 208. Infanterie-Division unterstellt.


    Das Infanterie-Regiment war hier im Forum der Wehrmacht auch schon einmal Thema:


    Infanterie-Regiment 337 und Infanterie-/ Grenadier-Ersatz Battaillon 337.


    Möglicherweise sind diese Beiträge interessant und hilfreich.


    Viele Grüße

    Nicco

  • wow vielen Dank für die schnelle Antwort =)

    Könntest du dir vorstellen warum die LKA in den 70ern versucht hat ihn ausfindig zu machen?

  • Hallo Frank,


    mit LKA München meinst du doch das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) in München?


    Ich habe leider keine Ahnung, warum das BLKA, als kriminalpolizeiliche Ermittlungsdienststelle in der Strafverfolgung von Kernenergie-, Sprengstoff- und Strahlungsverbrechen, überörtlicher Handel mit Betäubungsmitteln, Geld-, Kreditkarten-, Wertzeichen- und Wertpapierfälschung, Friedensverrat, Hochverrat, Landesverrat und der Gefährdung der äußeren Sicherheit sowie von bedeutenden Straftaten nach Zuweisung durch das Staatsministerium des Innern, eine Anfrage nach dem Werdegang und Verbleib deines Urgroßvaters gestellt hat. Im September 1972 war zwar das Münchner-Olympia-Attentat, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass da ein Bezug zu der genannten Anfrage besteht.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Ja genau die waren gemeint. Fande diesen Aspekt wahnsinnig eigenartig. Zumal er schon Ende der 50er verstorben ist. Hatte schon Bedenken zwecks Kriegsverbrechen. Wobei sich darum ja sicherlich eine andere Organisation gekümmert hat. Trotzdem danke für die schnellen Antworten. =)

  • Ich müsste vielleicht noch erwähnen das er in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone und später DDR gelebt hat. Dürfte die Ermittlungen der "Jungs" aus München eventuell erschwert haben.

  • Hallo Frank ,


    geht es dir nur um die Anfrage des BLKA oder möchtest du mehr über die Kriegszeit deines Urgroßvaters in Erfahrung bringen ?


    Gruß Micha

    Suche alles zur 208.Infanterie-Division

  • Hallo Michael,

    Es wäre alles in allem schön über beide Dinge mehr zu erfahren. Wobei ich diese BLKA Geschichte ehr sonderbar als interessant finde. Ich glaube da kann mir wohl auch leider niemand mehr genaueres sagen, bei seiner militärischen Laufbahn dann schon ehr. Ab 1943 verliert leider die Spur. Weiß nicht genau ob die Akten schlicht weg nicht mehr existieren oder ob ervon dort an in russische Gefangenschaft gekommen ist.

  • Guten Abend Fank,


    über seine Zeit in russischer Gefangenschaft, kannst Du beim DRK-Suchdienst seine Gefangenenakte anfordern,

    https://www.drk-suchdienst.de/…nfrage-zweiter-weltkrieg/


    Schreib bei Grund der Suche

    Benötige die Gefangenenakte zu meinen Urgroßvater XY


    Die Akte kommt als Kopie in russisch, wird also nicht übersetzt, aber es wird sich jemand finden der das kann...


    Diese Auskunft ist für Familienangehörige kostenlos und dauert ca 3-6 Monate


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo Frank ,


    was hast Du denn schon alles an Infos zu deinen Urgroßvater ?

    Wann ist er zur Wehrmacht eingezogen worden ?

    War er immer in der 7./Infanterie-Regiment 337 gewesen ?

    Schreibe bitte mal alles was du in Erfahrung bringen konntest.

    Kannst du mir auch den Namen deines Urgroßvaters nennen, ich würde dann mal in meinen Namenslisten suchen vielleicht finde ich ihn sogar.


    Viele Grüße Micha

    Suche alles zur 208.Infanterie-Division

  • Hallo Michael,

    Erstmal danke für die schnelle Antwort.

    Hier ist die Auflistung die ich habe :

    1940 3. Kompanie Kradschützen Bataillon 1

    1940 4. Kompanie Schützen Ersatz Bataillon 1

    1940 2. Kompanie Kradschützen Ersatz Bataillon 1

    1940 4. Kompanie Kradschützen Ersatz Battallion 1

    1941 Feld Kommandantur 235-240

    1941 4. Kradschützen Ersatz Bataillon 1

    1941 Kompanie Kradschützen Ersatz Bataillon 9

    1942 Landesschützen Bataillon 607

    1942 Feld Kommandantur 235-240

    1943 Landesschützen Bataillon 607

    1943 4. Kompanie Kradschützen Ersatz Bataillon 9

    1943 7. Sturm Kompanie Infanterie Regiment 337

    Sein Name war Erich Dietrich

    Geburtstag 22.1.1915 in Thräna

  • Guten Tag ans Forum,


    ergänzend zum Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) ist noch folgendes zu sagen: Ermittlungen unter erschwerenden Umständen (z.B. wegen der räumlichen Ausdehnung oder wegen besonderer Begehungsumstände) konnten vom BLKA auf Ersuchen der sachbearbeitenden Behörde (z.B. Gerichte, Staatsanwaltschaften) oder auf Anordnung des Staatsministeriums des Innern durchgeführt werden. Diese allgemeine Aufgabenzuweisung kann aufgrund der bisherigen Angaben des Anfragenden derzeit nicht konkretisiert werden. Außerdem gehören Beschuldigte und Zeugen zum Personenkreis von Ermittlungen. Also kann der Herr Urgroßvater des Anfragenden auch schlicht und einfach ein Zeuge gewesen sein. Ob sich die Ermittlungen auf die Kriegs- oder Nachkriegszeit bezogen haben, ist ebenfalls nach derzeitigem Wissensstand rein spekulativ.

    Und wenn es schon um Spekulationen geht, so kann es sich bei den Ermittlungen des BLKA sehr wohl um (ein) Kriegsverbrechen gehandelt haben. Aufenthaltsermittlungen von Personen aus was für einem Grund heraus auch immer, sind Arbeitsalltag bei der Polizei insgesamt. Das betrifft ebenfalls Personenermittlungen von Zeugen und Beschuldigten bei Verbrechen des Nationalismus, den Ermittlungen mit "NS"-Aktenzeichen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Guten Abend Peter,

    Ich danke für die sehr ausführliche Antwort. Ich gehe recht stark davon aus das es sich um die Jahre im Krieg handelt. Er kam soweit ich weiß recht spät nach Hause und hatte danach in seinem Heimatdorf in der Sowjetischen Besatzungszone gelebt. Ist dort dann leider recht früh verstorben so Ende der 50er. Ich denke nicht dass das BLKA München sonderlich Interesse dafür gehabt hätte zumal in der DDR ja eigene Organe für sowas vorhanden waren.

  • Hallo Frank ,


    leider habe ich deinen Urgroßvater nicht in meinen Listen gefunden. Wäre auch zu schön gewesen.

    Ist dir bekannt, in welchen Monat er 1943 zum Grenadier-Regiment 337 gekommen ist und welchen Dienstgrad er hatte ?

    1943 wurde das GR 337 wie die ganze 208.Inf.Div. in schwere Abwehrkämpfe verwickelt. Angefangen mit den Kämpfen im Raum nördlich Shisdra, dann bei Bolchow, die Rückzugkämpfe bis zum Dnjepr bei Kiew und schließlich Rückzugs- und Abwehrkämpfe im Raum Shitomir.


    Gruß Micha

    Suche alles zur 208.Infanterie-Division

  • Guten Abend Michael,

    Das wäre natürlich der absolute Wahnsinn gewesen :tongue:

    Er wurde am 20.7.43 schwer am Bein verwundet. Vielleicht hilft dir diese Information ein wenig. Monate sind ansonsten leider nicht vorhanden. Das Bundesarchiv hat es nur so "trocken " wie ich aufgegliedert mit einer Kopie Personalkarte? Kenne mich da leider nicht so aus, darauf stehen die Verwundungen und der Aufenthalt im Lazarett und am Ende dieser ominöse Eintrag der nachträglich 1972 vom BLKA dort eingetragen wurde.

    Zum Dienstgrad steht auf dem Kärtchen Stabs Gefeiter. Auf privaten Fotos findet sich aber auf einem Bild auf der Rückseite "uffz." Dietrich eingetragen. Bin da also leider auch recht ratlos

  • Hallo Frank ,


    im Juli 1943 lag die 208.Inf.Div., mit ihr das GR 337, nordöstlich von Bolchow.

    Am 11.7.1943 begannen dort die russischen Großangriffe auf den Frontbogen von Orel.

    Die 208.Inf.Div. wurde von diesen Angriffen voll getroffen und hatte schwerste Verluste erlitten.

    Die Reste der Division wurden am 18.7.1943 der 293.Inf.Div. unterstellt, auch das GR 337.

    Leider gibt es für den Monat Juli 1943 kein Kriegstagebuch der 208.Inf.Div. mehr. Daher kann ich nur vermuten wo dein Urgroßvater am 20.7.1943 verwundet wurde.

    Siehe unten den Kartenausschnitt. Irgendwo in diesen Gebiet muß er die Verwundung erlitten haben.

    Es sei den auf der Personalkarte aus dem Bundesarchiv steht eine Ortsangabe, wo er verwundet wurde.


    Viele Grüße Micha

    Files

    • Bolchow.JPG

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    • Bolchow-1.JPG

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