Fliegerhorst Liegnitz

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,

    wie viele von Euch habe auch ich auf dem Dachboden meiner Eltern viele Fotos meines Opas gefunden. Er war offensichtlich leidenschaftlicher Hobbyfotograf und hinterließ einige hundert s/w-Negative. Mein Opa gilt als verschollen, eine Anfrage an die WAST habe ich gestellt. Laut meinen Verwandten diente Gerhard Brendel (geb. 14.10.1916 in Liegnitz) zuletzt als OGefr auf dem Fliegerhorst Liegnitz, wo er wohl auch in den letzten Kriegsmonaten gefallen ist. Leider gibt es keinerlei Hinweise wann und in welcher Einheit er gedient hat. Hier sind aber ein paar Fotos – vielleicht kann man anhand dieser Offiziere einen Zeitraum eingrenzen?
    Vielen Dank und schöne Grüße
    Oliver

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  • Hallo Oliver,


    auf Bild 1 und 2 ist Generalfeldmarschall Dr. ing. Wolfram Freiherr v. Richthofen zu sehen.

    Da er am 16.2.1943 zum Dienstgrad befördert wurde, müssen die 2 Bilder später gemacht worden sein.

    Auf Bild 5 ist ein Zollinspektor (2. v.l.) (Reichsfinanzverwaltung/Zollgrenzschutz) zu sehen, Bild 6 zeigt einen Zollassistenten.( auch Zollgrenzschutz).


    Beste Grüsse

    Ingo

  • ... Laut meinen Verwandten diente Gerhard Brendel (geb. 14.10.1916 in Liegnitz) zuletzt als OGefr auf dem Fliegerhorst Liegnitz ...

    Hallo,


    Dein Großvater ist in den Vermisstenbildlisten des DRK im Band LK auf Seite 269 verzeichnet, sein letzter Truppenteil war demnach die Fliegerhorstkommandantur 8/VIII in Liegnitz. In der Gräberdatenbank Volksbund gibt es anscheinend bisher keinen Eintrag für ihn. Hattest Du schon Kontakt mit dem Suchdienst des DRK und den dort bestehenden Suchauftrag erneuert oder einen aktuellen Sachstand angefragt?

    Quelle: Vermisstenbildlisten des DRK


    Gruß, J.H.


    Edit: Aus dem Link ergibt sich eine Verbindung von der Flg.H.Kdtr. 8/VIII über das Flghf.Ber.Kdo. 6/VIII zum genannten Vermisstenort Hirschberg: http://www.ww2.dk/ground/flibo/fk/fka8-8.html

  • Hallo,


    vielen Dank Ingo! Vielen Dank Johann Heinrich! Ich werde das DRK mal anfragen.
    Ich bin beeindruckt, wie schnell ich hier Antworten erhalten habe!

    Danke nochmals


    Oliver

  • … eine Anfrage an die WAST habe ich gestellt ...

    Hallo,


    da die Wartezeit für eine Anfrage im Bundesarchiv erfahrungsgemäß länger sein kann, könntest Du zusätzlich noch in der Abteilung Gräbernachweis des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kassel einen (formlosen) Antrag auf eine Grabnachforschung stellen und dort auch die evtl. bereits bekannten Informationen zu Deinem Großvater (Beschriftung der Erkennungsmarke, letzter Truppenteil, Verbleib/Todesort usw.) erfragen.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Johann Heinrich,


    danke für den Tip, diese Möglichkeit kannte ich noch nicht.


    Viele Grüße


    Oliver

  • Hallo, Oliver, u.a. a.


    einen Teil der Hirschberger Chronik habe ich einst hier eingestellt:

    K. St.; Ohlau, Frühjahr 1945


    Darin steht u.a. :

    Sonnabend, 10.2.45 ...Wegen der Besetzung von Liegnitz durch die Sowjets füllen sich die Flüchtlingslager wieder.


    Nach Hirschberg ausgewichen: Kommando Flughafenbereich 6 VIII, Versprengtensammelstelle der 17. Flakdiv., Flugbetriebsstoffkolonne 502/XII


    Gruß - Margarete










  • Hallo allerseits,


    hier sind weitere scans aus dem Nachlass meines Opas. Er hat offensichtlich sehr gern Kameraden portraitiert. Vielleicht erkennt/sucht jemand irgendwelche Personen auf den Fotos? Vielleicht erkennt auch irgendjemand anhand der (technischen/architektonischen) Details bzw. Tätigkeiten, wann diese Fotos erstellt wurden? Und welche Einheit führte üblicherweise diese Tätigkeiten aus? Gehört das zum oben erwähnten Kommando Flughafenbereich 6 VIII?


    9.jpeg22..jpeg24..jpeg27..jpeg29.jpeg


    Weitere folgen gleich...


    Vielen Dank und schöne Grüße


    Oliver

    Edited 2 times, last by JimTonic ().

  • Hallo,


    erst mal: sehr schöne Fotos. Vielen Dank fürs Teilen.


    Ich eröffne mal die Antwortrunde, nach ersten schnellen Überfliegen der Beiträge.


    1) einzelne Personen kann ich nicht identifizieren. Die abgebildeten Mannschaftsdienstgrade schafften es selten in die Wochenschau oder in die Heldenmeldungen der Tagespresse. Dieser Personenkreis blieb deshalb überwiegend unbekannt.


    2) Auf mehreren Fotos gut erkennbar ist der Startwagen oder Flugleitungswagen, gekennzeichnet mit einem "F". Heute erkannt man die Flugleitung auf deutschen Flugplätzen an einem großen "C". Die Flugleitung befindet sich - je nach Art des Flugbetriebes - in einem der festen Gebäude, einem "Tower" oder - auch heute üblich, in einem mobilen Startwagen. Je nach Startpunkt und Start-/Landerichtung (immer entgegen der Hauptwindrichtung !) wird der Startwagen vor Beginn des Flugbetriebes in die Nähe des Rollhaltepunktes (neben der Bahn, Wartepunkt vor dem Start zum Einrollen in die Bahn, erfordert Freigabe durch den Flugleiter), den Startpunkt (in der Bahn, Haltepunkt zu Beginn des Starlfaufes, erfordert Freigabe durch den Flugleiter/Controller) und des Landepunktes (neben dem "Lande-T"), gebracht. Die Position ist so gewählt, dass der Flugleiter anfliegenden Verkehr und auf die Startfreigabe wartende Maschinen im Blick hat. Schlimmster Fall: eine Maschine rollt in die Bahn, während eine anfliegende Maschine kurz vor dem Aufsetzen ist. Das gibt meist kapitalen Bruch und Personenschaden.


    3) Der Startwagen ist (auch heute) ein Unikat. Ist aber mit leichten Variationen in ähnlicher Form und Bemalung auch heute zu finden. Die Überdachung schützt gegen Wind und Regen. Per Räder und Deichsel und Zugfahrzeug wird der Startwagen nach Ende des Flugbetriebes in die Garage/Hangar zurückgebracht. Falls der Wind im Laufe des Flugbetriebes wechselt und die Start-/Landrichtung "umgebaut wird", wird der Startwagen an die neue Startposition gebracht (gezogen). Man kann den Wagen natürlich auch schieben.


    5) Der Mann mit den "Fähnchen" übermittelt die Kommandos des Flugleiters an die an- und abfliegenden Maschinen. Auch damals gab es schon Funk und die Kommandoübermittlung erfolgt in der Regel über Funk. Falls aber eine Maschine nicht über Funk verfügt, oder das Gerät ausgefallen ist (Batterie leer), kommen die Fahnen ins Spiel. Daher gehören die Flaggenzeichen in die fliegerische Ausbildung.


    6) Der Obergefreite in Bild 17 trägt ein Segelflug A-Abzeichen. Dies wurde (und wird) nach bestandener A-Prüfung (3-Alleinflüge) verliehen.


    So - das möchte für den Moment genügen.


    Fliegergruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,


    ich erkenne da kein F, nur das Fragment eines Buchstabens.

    Im Bild 7a und 9 sind jeweils halbe Kreisscheiben an der Wand des Wagens angebracht, zusammengesetzt ergibt sich aus den Buchstabenfragmenten ein R.


    Gruß aus dem stürmischen Norden

    Achim

    In Memoriam: Richard Möller *06.06.1907 MIA 16.01.1945 und Wolfgang Möller *04.02.1936 +11.05.2012