Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg

  • Gott zum Gruße,


    heute erhielt ich vom Bundesarchiv die Kopie der Namentlichen Verlustliste, auf der unter dem 11. Januar 1944 mein Schwiegervater Peter Habicht aufgeführt ist. Unterhalb der bereits bekannten Bezeichnung "Erg. Zerstörer Gruppe Braunschweig-Broitzem" wird als Einheit aufgeführt: "Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg". Weiß jemand Näheres zu der Einheit und ihrem Bezug zur Er. Zerstörer Gruppe Braunschweig?


    Beste Grüße Wolf

  • Moien,

    da wurden alle für den Fronteinsatz geeignete (oft nach Lazarettaufenthalten) Flugzeugführer gesammelt und den jeweiligen Fronteinheiten zugeführt.

    h.

  • Ein freundliches Hallo in die Runde!


    Ja, danke schön, der Eintrag im LdW ist mir bekannt. Leider gibt es sonst nicht sehr viel an Informationen über die "Zerst. Eränzungsgruppe Braunschweig-Broitzem". Nach meinen bisherigen Erkenntnissen handelte es sich um eine Schulungseinheit. Das würde insofern gut passen, als Schwiegervater vor dem Krieg Fluglehrer bei der Luftwaffe war. Von einer "Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg" höre ich dagegen zum ersten Mal.


    Beste Grüße


    Wolf

  • Hallo,


    das "gruppe" ist besser unter "stelle" bekannt. Dazu bekommt man dann auch noch weitere Informationen zum Flugplatz Quedlinburg/Quarmbeck.


    Grüße

    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Hallo Wolf,


    ist denn deine Eingangsfrage schon hinreichend beantwortet?

    > Unterhalb der bereits bekannten Bezeichnung "Erg. Zerstörer Gruppe Braunschweig-Broitzem" wird als Einhei
    > aufgeführt: "Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg".


    Die Frontfliegersammelgruppe Quedlinburg war der Ersatztruppenteil (besser: Ersatz-Truppenteil, oder Heimat-Ersatzeinheit). Dies stand bei so ziemlich jedem Flieger genau so in den Personalpapieren, über dessen Verlustunterlagen ich "gestolpert" bin. Und das sind nicht wenige.


    Während längerer Aufenthalt in der Heimat, z.B. nach Verwundungen während der Genesungszeit, war der Ersatztruppenteil in jeder Hinsicht für den Soldaten verantwortlich, auch disziplinarisch. Denn der ursprüngliche Verband lag ja frontnah - und dort hatte man genug zu tun mit den einsatzfähigen Frontsoldaten. Mindestens vorübergehend gehörte der Soldat nicht mehr zum (ursprünglichen) Verband, sondern zum Ersatztruppenteil.


    Das bedeutet keinesfalls, dass alle im Genesungsurlaub (oft Heimaturlaub) befindlichen Flieger sich auf dem Flugplatz Quedlinburg herumtrieben - dann das waren ja Hunderte bis Tausende gleichzeitig. Aber irgendwo musste für den Soldaten ja der Papierkram geregelt werden und die Versetzung zur neuen (oder alten) Einheit nach der Genesung organisiert und die Post (neues Kommando) verschickt werden. Im Luftwaffen-Zentralamt hatte man dies dann nach Quedlinburg delegiert. Mit so lapidaren Dingen fühlte man sich in Berlin unterfordert - also wurde diese Dienststelle in Quedlinburg geschaffen.


    Die Dienstelle wusste auch den aktuellen Aufenthaltsort des Soldaten (Adressverwaltung für Ersatztruppen) - ansonsten hätte der Soldat überall seine augenblickliche Adresse (Lazarett, Heimatadresse, Genesungsheim, bei der Verlobten, ...) hinterlassen müssen - und dort hätte man diese Adress-Sammlung verwalten müssen. Dies geschah nun zentral beim Ersatztruppenteil - sprich in Quedlinburg. Und dort musste der Soldat sich auch melden und deren Anweisungen folgen - ansonsten wäre das "unerlaubte Entfernung" ...


    V. Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."