Deutsche Kriegsgefangene in Frankreich (1945 -1949)

  • Tag allerseit,

    das war wohl in der Vergangenheit ein etwas sensibles Thema, mit der sich Historiker beider Länder kaum befassten. Neuerdings wird dieser Teil der gemeinsamen Geschichte beider Länder versucht aufzuarbeiten.

    Nach Kriegsende waren wohl etwas über eine Million deutsche Soldaten in französischer Kriegsgefangenschaft. Runde 70 % stammten aus amerikanischen Lagern und wurden den französischen Behörden übergeben. Die ersten Monate in französischen

    Lagern waren wohl nicht die besten.

    Ausgiebig befasst sich mit dieser Problematik der Historiker Fabien Théofilakis, der an der Sorbonne-Universität lehrt.

    Dazu

    https://www.dw.com/de/bespuckt-un…eich/a-53359162

    Frankreich sah 1945 keine Möglichkeit, für die erlittenen Kriegsverluste Geldforderungen an Deutschland zu richten. Sie setzten deshalb die Kriegsgefangenen in Wirtschaftsbetrieben, der Landwirtschaft und auch zu Sonderaufgaben, wie beispielsweise

    das Minensuchen, ein. Ursprünglich wollten die französischen Behörden sogar die doppelte Menge an deutschen Kriegsgefangenen (2 Millionen) in Lagern aufnehmen. Diese Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht.

    Wird fortgesetzt!

    Grüße

    Bert

  • Tag allerseits,

    Arbeit war nicht die einzige Verwendung, die Frankreich für die Gefangenen hatte. Auch ihre militärische Erfahrung wurde genutzt, und viele junge Deutsche ließen sich für die französische Fremdenlegion anwerben. Zwar bekannte eine amtliche deutsche Stelle, die Anzahl ehemaliger Wehrmachtsangehöriger in der Fremdenlegion nicht genau berechnen zu können, doch deutete ihr Bericht den Hintergrund an: „Nach Heimkehrer-Aussagen sollen hauptsächlich SS-Leute in die Legion eingetreten sein." Zweifellos sahen viele der deutschen Rekruten in der Legion den besten temporären Schutz vor einer möglichen Bestrafung aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur SS. In dieser Situation liegt eine gewisse Ironie, wenn man bedenkt, dass Frankreich später gegen SS-Einheiten und einzelne SS-Angehörige Anklagen wegen Kriegsverbrechen erhob. Die Rekrutierung für die Legion geschah während der Jahre 1945 und 1946, indes gab die französische Regierung über dieses Thema keine Nachrichten frei. Das Wenige, was bekannt wurde, beruhte auf mündlichen Erzählungen und auf Meldungen der ausländischen Presse. Als Beginn der Anwerbung deutscher Kriegsgefangener für die Legion war November 1945 vermutet worden, aber viele Deutsche dienten bereits seit dem Sommer 1945 in der Legion. Da die Legion - vielleicht 15000 Mann - an sich keine starke Truppe war, stellten die annähernd 10 000 deutschen Rekruten einen bedeutsamen Zuwachs dar. Es gibt Hinweise darauf, das die französischen Militärbehörden jedem der neuen Rekruten am Beginn seiner fünfjährigen Dienstverpflichtung eine ordentliche Bescheinigung seiner Entlassung aus der Gefangenschaft ausstellten. Obwohl sich die Deutschen sehr um ihre Gefangenen und Vermissten bemühten, blieb die Anwerbung zur Fremdenlegion der Öffentlichkeit relativ unbekannt. Erst 1948 konnten sich verschiedene kirchliche Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände präzise Informationen verschaffen. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele der freiwilligen Legionäre bereits mehrere Jahre im französischen Indochinakrieg gedient.

    Quelle: https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_1_4_smith.pdf

    Grüße

    Bert

  • Hallo Bert!

    Ich weiß noch aus der Erzählung meines mittlerweile - leider - verstorbenen Nachbarn der ´44 in franz. Gefangenschaft kam, das die Erlebnisse sehr unterschiedlich waren.

    Bereits in Bayern vor dem Krieg Knecht, kam er in Gefangenschaft in die Landwirtschaft. Beim ersten "Patron" wurde er schlechter als ein Hund behandelt. Irgendwie kam er dann zu einem Nachbarhof, dort war - nach anfänglichem Misstrauen - fast ein normales Arbeitsverhältnis. Obwohl später dann entlassen, blieb er noch ein paar Jahre auf diesem Hof, man hielt sogar nach seiner Rückkehr in die Heimat noch Kontakt.

    Man hatte halt Glück oder Pech....

    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Grüß Dich Stephan,

    ein weitschichtiger Verwandter, der bei der SS war, kam in franz. Gefangenschaft und wurde noch 1945 Legionär mit Kampfeinsätzen in Indochina. Er ging eine jahrelange Verpflichtung ein und wurde nach dem

    Ende seiner Dienstzeit ehrenhaft aus der Legion entlassen, danach bezog er sogar Pensionsbezüge vom französischen Staat.

    Vor einigen Jahren traf ich in Frankreich einen deutschen Veteran (Jahrgang 1927), der 1945 in US-Gefangenschaft geriet und an die Franzosen ausgeliefert wurde. Er arbeitete dann auf einem Bauernhof.

    Er wurde vom ersten Tag seines Einsatzes gut behandelt. Er hatte Vorteile, weil er die französische Sprache einigermaßen beherrschte. Erst 1947 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen. Die Kontakte

    nach Frankreich hielt er aufrecht.

    1974 in den französischen Pyrenäen kam ich mit einem Dorfschmid in Kontakt, der erzählte mir von seinen "guten Jahren in Frankfurt", er war dort als Fachkraft in einem Rüstungsbetrieb eingesetzt.

    Diese Beispiele zeigen uns, dass die Kriegsgefangenen auf beiden Seiten nicht nur schlechte Erfahrungen machten.

    Grüße

    Bert

  • Hallo zusammen,


    zum Thema Kriegsgefangene in Frankreich ist auch das Buch „Spurensuche am Atlantik“ von Karin Scherf interessant. Dort veröffentlicht sie die Briefe von Wolfram Knöchel aus seiner Zeit des Minenräumens.

    Falls noch nicht bekannt kann ich es nur empfehlen.


    Grüße

    Alex

  • Grüß Dich Alex,

    danke für Deine Ergänzung!

    Im Jahre 1947 waren noch immer deutsche Kriegsgefangene in Frankreich. Die USA forderten damals von Frankreich die baldige Entlassung der Kriegsgefangenen. Es dauerte noch bis weit in das Jahr 1948, bis die

    letzten deutschen Kriegsgefangenen Frankreich verlassen konnten.

    Frankreich bot den Soldaten gegen Bezahlung an, in Frankreich weiterzuarbeiten. Fast 137.000 Deutsche, viele aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, erhielten so den Status als zivile Arbeiter.

    Noch in den 1950er Jahren leben 30.000 bis 40.000 ehemalige Wehrmachtssoldaten in Frankreich. Der einstige "Erbfeind" ist ihnen zur zweiten Heimat geworden - viele haben eine binationale Familie gegründet und Kinder.

    Der Historiker Fabien Théofilakis ist überzeugt, dass die Massenerfahrung der Kriegsgefangenschaft langfristige Wirkung entfaltet hat: "Das Beste, was die Franzosen angeboten haben, war die Erfahrung, unter Franzosen zu leben. Die Deutschen konnten im Alltag sehen, dass die Propaganda des NS-Regimes über die Franzosen nichts mit der Realität zu tun hatte."

    Quelle: https://www.dw.com/de/bespuckt-un…eich/a-53359162

    Grüße

    Bert

  • Hallo zusammen,

    den KGF, die beim Minenräumen gestorben sind, wurden wohl auch Denkmäler gesetzt.

    siehe hier

    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Servus Bert und alle anderen Mitleser,

    bei meinen Recherchen zu den Soldaten, die im II. Weltkrieg eingesetzt wurden, kamen einige natürlich auch in Französische Gefangenschaft. Befragungen der betroffenen Soldaten und Literaturrecherchen geben folgendes Bild.

    Insgesamt waren knapp über 1 Mio Kriegsgefangene in Frankreich in 120 Lagern, dort „Depots“ genannt, davon 907 000 Deutsche. Dabei wurden lediglich 237 000 von der französischen Armee selbst gefangen genommen, die anderen 740 000 aus amerikanischem Gewahrsam übernommen. Das machte 80% der Gefangenen in Frankreich aus. Für die US-Militärs war das eine Erleichterung, da sie nicht mit so vielen Gefangenen gerechnet hatten und damit überfordert waren. Auch von den Briten direkt erhielten die Franzosen 25 000 Soldaten. Die 100 000 von den Briten in Norwegen gefangen genommenen deutschen Soldaten, die sich in relativ guter körperlicher Verfassung befanden, wurden sofort den Franzosen übergeben. Zu dieser Tatsache gibt es schon eine Beitragsreihe hier im FDW (Wie kamen die Wehrmachtssoldaten aus Norwegen nach Frankreich in die Gefangenschaft ? vom 18. Nov. 2008).

    Frankreich forderte nämlich fast 2 Mio deutsche Gefangene zur Wiedergutmachung der Kriegsschäden mittels Arbeitskraft. Andere Länder forderten Reparationsleistungen in Geld oder demontierten Industrieanlagen.

    In einer Übereinkunft vom Dezember 1944 gestanden die Alliierten Frankreich diese Zahl dann zu, um über genügend Arbeitskräfte zur Behebung der wirtschaftlichen Not zu verfügen. Im Februar 1945 begannen die Übergaben. Mit dieser Menge war das Land aber in der Versorgung und Betreuung überfordert. Es gab schon mit den bisherigen 1 Mio Gefangenen Probleme: Katastrophale Ernährungslage, mangelnde hygienische Verhältnisse, schlechte medizinische Versorgung und unzureichende Unterkünfte kennzeichneten die Situation der Kriegsgefangenen. Deswegen gab es auch ernste Zerwürfnisse mit den Amerikanern, die eine Rückführung in ihre Obhut forderten. Folglich stoppte die US-Armee im Herbst 1945 die Überführung weiterer Kriegsgefangener nach Frankreich und forderte, Kranke und Nichtarbeitsfähige zu entlassen. Dadurch wurde die geforderte Zahl von diesen fast 2 Mio Mio Gefangener zum Arbeitseinsatz nicht erreicht. Im Oktober 1945 übergaben die Amerikaner Lieferungen an Lebensmitteln und Kleidung über das IKRK, um das Leben der schweren Fälle wegen der lebensbedrohlichen Unterversorgung zu retten. Es war damals von 150 000 bis 200 000 betroffenen Gefangenen die Rede.

    Bedingt waren die gravierenden Versorgungsprobleme weniger durch Absicht oder Hass auf die Deutschen, als vielmehr durch die schlechte Versorgungslage der eigenen Bevölkerung aufgrund der Kriegseinwirkungen. Die französische Regierung war primär mit der Lösung der Nöte ihrer eigenen Leute beschäftigt. Die schlechte Versorgungslage und Stimmung nutzten die Rekrutierer der Fremdenlegion. Durch ihr gepflegtes Auftreten, ihre Versprechungen und Aussichten auf ein neues angenehmeres Leben mit neuer Identität konnten sie bis zu 10 000 deutsche Gefangene zum Dienst in der Fremdenlegion bewegen. Besonders interessiert zeigten sie sich an Angehörigen der Waffen-SS.

    Erst 1947 attestierte das IKRK den Gefangenen eine normale Ernährungslage.

    Der größte Teil der Gefangenen lebte nicht in den Depots, denen sie zugeteilt waren, sondern in kleinen Arbeitskommandos bei der Arbeitsstätte, z.B. in der Industrie, im Bergbau und bevorzugt in der Landwirtschaft. Im letzt genannten Wirtschaftsbereich waren mehr als die Hälfte der Gefangenen tätig. Nach der Erzählung eiens Kriegsgefangenen, ging es ihm auf dem landwirtschaftlichen Hof gut. Er war in die Familie eingebunden und wurde auch normal behandelt.


    Die in den Lagern hatten das schlechtere Los gezogen. Ein befragter Kriegsgefangener musste mit

    anderen Gefangenen Bäume fällen, für den Transport bereitzumachen und auch zu Sterholz zu verarbeiten. Grundsätzlich war die Essensversorgung knapp. Als er wieder einmal zur Essensausgabe anstand, versagte sein Kreislauf und er brach zusammen. Die knappen Rationen bei schwerer körperlicher Arbeit zeigten hier ihre Wirkung. Bei Märschen durch Dörfer und Städte kam es immer wieder zu Übergriffen der Bevölkerung. Besonders ältere Franzosen und auch ethnische Minderheiten taten sich durch Schläge und Stockhiebe auf die Gefangenen hervor. Das Wachpersonal griff nicht ein und die Gefangenen mussten diese Demütigungen über sich ergehen lassen.

    Etwa 50 000 Gefangene wurden aber auch zum völkerrechtswidrigen und hochriskanten Minenräumen gezwungen.

    Bis zum 13. Dezember 1948 waren alle deutschen Kriegsgefangenen wieder in die Heimat entlassen worden. Ausgenommen waren Kriegsverbrecher, Soldaten der SS und der Organisationen, die in den Nürnberger Prozessen für verbrecherisch erklärt worden waren. Der Zeitpunkt der Rückführung ergab sich nach der Einteilung in 16 verschiedene Kategorien, die hauptsächlich das Alter, die Familienverhältnisse und die Nützlichkeit der Gefangenen als Arbeitskraft zugrunde legten.

    Die französische Regierung bot auch einjährige Verträge als freie Zivilarbeiter an. Dies war besonders für Internierte interessant, die keine Hoffnung hatten, innerhalb eines Jahres frei zu kommen. Die Gefangenen wurden offiziell aus dem Gefangenenstatus entlassen und in ein freies Beschäftigungsverhältnis mit gleichem Lohn und gleichen Rechten wie ein französischer Arbeiter überführt. Diese Option nutzten nahezu 138 000 Deutsche. Etwa 20% blieben dann für immer in Frankreich. Ein Gefangener aus meiner Ortschaft kam erst 1950 zurück und konsultierte seine Famile wegen einer Übersiedlung nach Frankreich. Sie lehnten aber ab, so dass er in Deutschland blieb.

    Diese Zusammenfassung enthät auch teilweise schon Gesagtes in obigen Beiträgen und bestätigt die Feststellungen.

    Gruß

    Hans

  • Tag allerseits,

    danke an Roland, Hans und Dominik für die interessanten Ergänzungen.

    In den ersten Jahren in französischer Kriegsgefangenschaft war das Leben in den Lagern nicht gerade angenehm.

    Es gab bis 1947 kaum Entlassungen von gesunden und arbeitsfähigen deutschen Kriegsgefangenen.

    Gelegentlich entließ Frankreich einen deutschen Gefangenen aus außergewöhnlichen Gründen (worüber dann meist die Zeitungen ausführlich berichteten). Einer erhielt zum Beispiel seine Freiheit, weil seine Frau von einem alliierten Soldaten getötet worden war, ein anderer, weil er einem alliierten Flieger das Leben gerettet hatte35. Aber solche Fälle waren selten. Es ist nicht überraschend, dass die langsame französische Rückführung zu einer steigenden Anzahl von Fluchtversuchen führte. Bis Mitte 1947 ging die Zahl der erfolgreichen Versuche in die Zehntausende. Viele der deutschen Gefangenen flohen nach Holland oder Belgien, wenn sie es nicht in ihre Heimat schaffen konnten. Diejenigen, denen es gelang, die amerikanische Zone zu erreichen, wurden oftmals festgenommen (von der deutschen Polizei auf amerikanischen Befehl) und französischen Verbindungsoffizieren übergeben. Dies schreckte allerdings nur wenige ab; die Zahl der Gefangenen, die trotz der vielen Risiken weiterhin flüchteten, nahm kaum ab, und das Problem blieb das ganze Jahr 1947 über bestehen.

    Quelle: https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_1_4_smith.pdf

    Grüße

    Bert

  • Servus Bert,

    auch zu den Geflohenen habe ich noch Ergänzungen.;)

    Von den neun in französischer Gefangenschaft gewesenen Soldaten aus meiner Ortschaft gelang dreien die Flucht bis nach Hause!

    Es ist anzumerken, dass Frankreich die höchste Zahl an geflohenen Kriegsgefangenen aufwies. Da Deutschland direkt angrenzte, verleitete dieser Umstand zu vermehrten Fluchtversuchen. 171 000 Deutsche flohen, davon wurden aber 89 500 wieder gefasst. Dies führte dann zu individueller Bestrafung, wie 30 Tage Arrest, kahlgeschorener Kopf und spätere Entlassung, als auch zu kollektiven Maßnahmen für das ganze Lager.

    Hier noch etwas zur Herkunft der deutschen Gefangenen.

    Wie schon erwähnt, bekam Frankreich einen Großteil der Gefangenen von den Amerikanern. Besonders in den letzten Kriegswochen wurden die Amerikaner von unerwartet vielen deutschen Kapitulationsgefangenen überschwemmt und waren damit überfordert. Das führte zur Notlösung die Gefangenen auf den Rheinwiesen, also auf dem freien Feld einzupferchen. Aus diesen "Wire-in-fields-enclosures" wurden die meisten an Frankreich übergeben. Einige Lager fielen direkt in die Verwaltung der Franzosen.

    Gruß

    Hans

  • Grüß Dich Hans,

    Frankreich hatte nach Kriegsende erhebliche Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung.

    Schon in den ersten Wochen nach Kriegsende zeigte sich: Frankreich ist mit der Masse an Gefangenen überfordert. "Die Lebensmittelversorgung im Land war zu dieser Zeit katastrophal", analysiert Historiker Théofilakis. Die Kolonialmacht Frankreich, die zu diesem Zeitpunkt wieder als Mitglied im Konzert der Großmächte mitentscheiden will, kann 1945 noch nicht einmal die eigene Bevölkerung versorgen. Für die Kriegsgefangenen gibt es noch weniger Nahrung und Kleidung - schätzungsweise 40.000 Soldaten sterben in der Gefangenschaft.

    Die Kriegsgefangenen mussten vielfach körperlich schwere Arbeiten verrichten, wurden aber miserabel verpflegt.

    Alfred Misselhorn (Geburtsjahr 1928) führte während der Kriegsgefangenschaft in Frankreich ein Tagebuch. Interessant sind seine Eintragungen zur mangelhaften Verpflegung während der Jahre 1945 und 1946.

    Die Brotrationen waren in den Gefangenlagern noch niedriger als damals in Deutschland. Schwerarbeiter (darunter fielen vielfach die Arbeiten der Kriegsgefangenen) erhielten 1945/46 in Deutschland weit höhere

    Rationen. Die unzureichende Ernährung führte zwangsläufig zu erheblichen Todesfällen während der Gefangenschaft.

    Dazu

    https://www.hdg.de/lemo/zeitzeuge…t-bis-1948.html

    Grüße

    Bert

  • Hallo Bert!

    Weil du die SS erwähnt hast. Mein "Opa" (so nannten wir unseren Nachbarn unter der Hand) hatte ein größeres Muttermal an der damals dämlichsten Stelle, unter dem Arm. Bei den ihn gefangen nehmenden Partisanen überlebte er nur, weil eine - Krankenschwester o.ä. - für ihn einsprach und diese (die Partisanen)überzeugte, das dies nicht eine Blutgruppe war. Muss ziemlich knapp gewesen sein. Einige Kameraden wurden wohl aussortiert und von ihm nicht mehr gesehen.

    Wenn sie herausbekommen hätten das er als Scharfschütze auf die Jagd nach ihnen eingesetzt wurde, hätte er wohl auch nicht überlebt. Tja, Schicksal eben.

    Hat bei uns abends bei einem gemütlichen Bier oft beim Erzählen Tränen verdrückt - nach so langer Zeit.

    War eine feiner Mann, vermisse ihn wirklich.

    Gruß Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • Grüß Dich Stephan,

    ich hatte in den 50er-Jahren Kontakt zu einem ehemaligen SS-Soldaten. Er geriet bei Kriegsende in US-Gefangenschaft. Zuvor hatte er sich mit einer Rasierklinge mehrere Verletzung am Arm beigebracht und

    dabei auch die eintätowierte Blutgruppe entfernt. Er kam damit durch und war nur kurze Zeit in Gefangenschaft.

    Deutsche SS-Soldaten in französischer Kriegsgefangenschaft waren wohl erstaunt, wie man mit ihnen umging. Bereits kurz nach Kriegsende konnte sie ihre "soldatische Laufbahn" bei der Legion fortsetzen.

    Die in ihrer Größe auch damals überschaubare Légion Étrangère wurde in den ersten Jahren nach dem Krieg zielstrebig mit ehemaligen SS-Soldaten aufgefüllt. Die Franzosen waren ganz offensichtlich von

    der Schlagkraft der SS und deren Soldaten überzeugt.

    Grüße

    Bert

  • Hallo,

    ein kleines Fundstück zum Tod des Grenadiers Adolf Ruegenberg, der in franz. Kriegsgefangenschaft während eines Einsatzes beim Minenräumen starb. Die Erstgrablage befand sich lt. Traueranzeige in Vattetot-sur-Mer; ergänzend der Eintrag beim Denkmalprojekt: http://www.denkmalprojekt.org/2017/olpe-sold…pe_wk2-nrw.html

    Quellen: Gräberdatenbank Volksbund u. Amtl. Bekanntmachungen f. d. Kreis Olpe Nr.38 vom 17.September 1946, Seite 4

    Gruß, J.H.

    Name: Ruegenberg

    Vorname: Adolf

    Dienstgrad: Grenadier

    Geburtsdatum: 11.02.1926

    Geburtsort: Olpe

    Todes-/Vermisstendatum: 08.09.1945

    Adolf Ruegenberg ruht auf der Kriegsgräberstätte in Champigny-St. André. Endgrablage: Block 14 Reihe 32 Grab 1919

  • Grüß Dich Silvio,

    in Polen waren nach Kriegsende rund 50.000 deutsche Kriegsgefangene im Arbeitseinsatz. Sie arbeiteten vor allem im Kohlenbergbau und in der polnischen Bau- und Landwirtschaft. Im Übrigen arbeiteten Gefangenen auch

    direkt für militärische Stellen. Ob deutsche Kriegsgefangene auch zum Minenräumen eingesetzt wurden, das ist jedenfalls nicht eindeutig zu klären.

    Dazu

    https://www.sehepunkte.de/2004/06/5872.html


    Grüße

    Bert