Dienstgrad Stabsfeldwebel in der Wehrmacht

  • Hallo ans Forum,


    wer kann mir zu folgender Frage eine Antwort geben?


    Bei meinen Recherchen zur Dienstzeit meines Vaters bei der Luftwaffe habe ich bisher nur als höchsten Unteroffiziersdienstgrad "Oberfeldwebel" gefunden.

    Ich weiß, daß 1939 in der Wehrmacht der Dienstgrad Stabsfeldwebel für Unteroffiziere mit Potetee eingefühert wurde.

    Ich habe ein einziges mal einen "Spieß" mit dem Dienstgrad Stabsfeldwebel auf einem Foto gesehen.

    Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein um zum Stabsfeldwebel befördert zu werden?


    Gruß

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Hallo Stfw68,


    Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein um zum Stabsfeldwebel befördert zu werden?

    gemäss der L.Dv.76/1a "Bestimmungen über Beförderung und Ergänzung der Unteroffiziere und Mannschaften der Luftwaffe unter besonderem Einsatz" vom 25.1.1941,konnten Feldwebel und Oberfeldwebel nach einer Gesamtdienstzeit von 12 Jahren zum Stabsfeldwebel befördert werden.



    Gruss Chris

  • Guten Abend Chris,


    vielen Dank für deine aufklärende Antwort. Damit ist ja auch die vergleichsweise geringe Anzahl von Stabsfeldwebeln gekärt.

    Von 1933 bis 1945 sind es diese 12 Jahre und ich nehme an, dass die wenigsten diese Voraussetzung erfüllt haben.

    Wurden Dienstzeiten in der Reichswehr ( bis 1935 ) anerkannt/ angerechnet?


    Beste Grüße

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Hallo Harald,


    Wurden Dienstzeiten in der Reichswehr ( bis 1935 ) anerkannt/ angerechnet?

    in der bereits erwähnten Vorschrift heisst es dazu,dass nur die Dienstzeit in der Wehrmacht (einschliesslich alten Wehrmacht,anerkannten früheren Freiwilligenverbänden und Reichswehr)

    als tatsächlich abgeleistete Dienstzeit anerkannt wird.


    Gruss Chris

  • Hallo Chris,

    Ich hatte die von dir angebebene Dv im Netz gefunden, aber soweit war diese nicht lesbar für mich.


    Wieder etwas dazu gelernt.

    Danke!

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Guten Abend Chris,


    auch ich habe eine Frage zum Stabsfeldwebel. Mein Großvater trat 1929 in die Reichswehr ein und wurde schätzungsweise ein halbes Jahr vor seinem Tod zum Stabsfeldwebel befördert. Weder finde ich ihn in irgendwelchen Listen (vermutlich, weil das noch nicht als Offizier gilt und alle schriftlichen Unterlagen der Dienstgrade unter dem Offizier vernichtet wurden), noch wird er als Zugführer oder dergleichen aufgeführt.


    Was waren denn die Aufgaben eines Stabsfeldwebels? Irgendwie meine ich, dass er doch zumindest Zug- oder Kompanieführer gewesen sein müsste? Auch in irgendwelchen Stäben seiner Division finde ich ihn nicht.


    Viele Grüße zum Wochenende


    Wolf

  • Hallo,

    dass er doch zumindest Zug- oder Kompanieführer gewesen sein müsste?

    ZgFhr wohl ja, KpFhr nur wenn er der höchste Dienstgrad in einer Kp war. SF ist ein U, KpFhr ist normalerweise ein O.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Harald,


    Ich weiß, daß 1939 in der Wehrmacht der Dienstgrad Stabsfeldwebel für Unteroffiziere mit Potetee eingefühert wurde.

    der Richtigkeit halber möchte ich noch darauf hinweisen,dass der der Dienstgrad Stabsfeldwebel bereits durch die Verfügung Hitlers vom 14.9.1938 eingeführt wurde (HVBl. 38 A Nr.102).





    Hallo Wolf,


    Was waren denn die Aufgaben eines Stabsfeldwebels? Irgendwie meine ich, dass er doch zumindest Zug- oder Kompanieführer gewesen sein müsste?

    daruf gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort!

    Vielmehr hängen die Aufgaben des Stabsfeldwebels von desssen Verwendung im Truppendienst,Funktionsdienst oder in den Sonderlaufbahnen ab.


    Gruss Chris

  • Hallo,


    mein Großvater Konstantin Hastreiter trat

    - am 8. April 1931 in die Reichswehr ein. Er wurde

    - am 1. Juli 1943 zum Stabsfeldwebel befördert und

    - war Kompanieführer der 6./GR 520.

    Seine kleine Tochter hat damals auf die Frage "Was ist denn Dein Papa?" geantwortet: "Strapsfeldwebel";-).

    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo Rainer, Chris und Bernhard,


    vielen Dank für eure Antworten!


    "Strapsfeldwebel" ist gut!


    Kompanieführer war also auch möglich - wie so vieles, was so nicht in den Verordnungen stand.


    Hoffe ich mal auf Kommissar "Zufall", dass ich irgendwann irgendwo auf seinen Namen stoße. Vielleicht auch in einem Feldpostbrief von einem seiner Kameraden der 32. Infanterie-Division. Im Feldpostbrief-Museum usw. habe ich mich auch schon durchgelesen.


    Seinen älteren Bruder als Wachtmeister und Zugführer habe ich immerhin gefunden.


    Allen einen schönen Samstagabend!


    Grüße

    Wolf

  • Guten Tag Paule,


    vielen Dank für das interessante Schriftstück.


    Demnach wurde mein Großvater im Mai 1941 ein Stabsfeldwebel, ohne finanzielle Aufstockung.


    Das ist wieder ein Puzzlestück mehr.


    Danke!


    Schönen Sonntag wünscht der


    Wolf

  • Guten Morgen @ all,


    ein wahrlich interessantes Fundstück, die Ablehnung der Beförderung des Ofw. F. zum Stfw.

    Angenommen er hätte die Voraussetzung für eine Beförderung, also Verwendung und 12 jährige Dienstzeit, dann auch Dienstjahre in der Reichswehr erfüllt, hätte es der Wehrmacht nur 2 Sterne ( für jedes Schulterstück 1) gekostet.

    Da wurden wohl eher das EK 2 verteilt als befördert?


    Gruß

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Tag allerseits,


    das von Paule zur Verfügung gestellte "Fundstück" bringt zum Ausdruck, dass ein Stabsfeldwebel kein höheres Gehalt bezog als ein Oberfeldwebel. Das stimmt so nicht! Oberfeldwebel waren damals

    nach A7a besoldet, Stabsfeldwebel nach A5b. Die nummerisch niedrigen Zahlen zu "A" waren damals die höheren Gehälter.


    Dazu

    https://www.bgbl.de/xaver/bgbl….pdf%27%5D__1614851458405


    Grüße

    Bert

  • Hallo Bert,


    Das stimmt so nicht! Oberfeldwebel waren damals

    nach A7a besoldet, Stabsfeldwebel nach A5b. Die nummerisch niedrigen Zahlen zu "A" waren damals die höheren Gehälter.

    was haben denn die Regelungen im Bundesgesetzblatt nach dem Kriege mit den Regelungen in der Wehrmacht zu tun?

    Massgebend war dazu doch die bereits erwähnte Verfügung vom 14.9.1938,die nunmal regelte das Stabsfeldwebel die selbe Besoldung wie Oberfeldwebel mit entsprechender Dienstzeit erhielten.


    Allerdings gehörten die Stabsfeldwebel gemäss den Änderungen des Besoldungsgesetzes vom 29.Januar 1940 (RGBl 1940 Seite 303) zur Besoldungsgruppe 19 mit 2 550RM,wobei Oberfeldwebel inklusive Stabsfeldwebel (F) der Besoldungsgruppe 20a mit 2 454RM angehörten.



    Gruss Chris

  • Hallo,

    nach dem ich den Link von Bert gelesen habe, hat sich mir auch die Frage über den Zusammenhang gestellt. Hatte dann aber angenommen das die Angaben über die Besoldung von Ofw. und Stfw. sich auf eine Art Nachversicherungsbeiträge nach 1945 bis zur Gesetzesänderung beziehen.

    Ich gehe mal davon aus, dass sich die Höhe des Solds auf ein Kalenderjahr/12 Monate, bzw. auf die Gesamtanzahl von Jahreswochen beziehen?


    Gruß

    Harald

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Hallo Bert,

    ich merke es immer wieder, dass ich in diesem Forum nichts zu suchen habe, es gibt soviel

    schlaue Köpfe hier. Nach 14 Jahren Lesezeit habe eigentlich nichts begegriffen.

    ...und die Soldaten an der Front hatten eh` keine Ahnung.

    Beste Grüße Paule

  • Lieber Paule,


    in keiner Weise will hier jemand negativ über Deine Kenntnisse argumentieren. Es geht ja nur darum, dass ein Stabsfeldwebel nach der Beförderung nicht mehr verdienen sollte. Welches Konstrukt es damals gab, das weiß ich natürlich auch nicht. Mein Vater wurde während seiner Offiziersausbildung noch Stabsfeldwebel. Was ich von

    ihm weiß ist ebenfalls kurios. Er sagte mir, nach seiner Beförderung zum Leutnant waren seine Nettobezüge niedriger. Er soll also als Stabsfeldwebel mehr verdient haben.

    Leider interessierte mich das damals nicht besonders. Heute kann ich meinen Vater leider nicht mehr fragen....

    Manche Dinge kann man aufgrund der Kriegswirren im Nachhinein wohl nicht mehr klären.


    Solche ähnliche Kuriositäten gab es auch in der Jetztzeit im öffentlichen Dienst, dass man nach einer Beförderung fast gleiche Bezüge bekam. .

    Man wurde bei bestimmten Rängen einfach in der Gehaltsstufe zurückgestuft, damit die Erhöhung möglichst gering ausfiel. Aber das ist Vergangenheit.


    Herzliche Grüße

    Bert

  • Lieber Paule,


    ich möchte dir ausdrücklich dafür danken das du das Fundstück hier eingestellt hast.

    Allein die 7 Antworten beweisen das Interesse an deinem Beitrag. Ich habe aus all diesen Beiträgen etwas mitgenommen und dazu gelernt.

    Die Antworten veranlassten mich tiefer in die Materie einzusteigen. Auch wenn Bert sein Beitrag nicht passgenau geschriebenn hat, so sind aber all die anderen daraus entstandenen Fragen und Antworten wertvoll gewesen.

    Ich danke allen für ihre Antworten.

    Paule ich nehem einmal an, dass du Jahrgang 1943 bist?

    Da sollte dich deine Lebenserfahrung und die 13 Jahre aktiv im Forum doch nicht aus dem Gleichschritt bringen.

    Das schreibt dir einer, der 1976 nach 8 Dienstjahren in der NVA zum Stabsfeldwebel befördert wurde und dann noch weitere 2 Jahre geblieben ist, oder auch der Sohn eines Oberfeldwebels der Luftwaffe.


    Herzliche Grüße

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

  • Guten Abend Harald, Bert, Chris und Paule,


    auch ich danke euch allen für das Bemühen, etwas mehr Licht in das Tun eines Stabsfeldwebels zu bekommen. Jedes Stückchen Wissen bringt uns alle weiter; zeigt uns doch dies alles, dass dieses Thema keinesfalls einfach zu erleuchten ist. Dies hat schon Chris in #8 angedeutet.


    Ich bin sehr gespannt, was da noch alles herauskommt!


    Allen ein schönes Wochenende!


    Grüße

    Wolf