Der Westfeldzug der Wehrmacht und eifrige Befürworter....

  • Tag allerseits,


    manche damaligen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Westfeldzug sind irgendwie in Vergessenheit geraten.


    Die französischen Kommunisten, deren Partei seit Beginn des Krieges verboten war, unterstützten die Deutschen ganz offen. L`Humanité, die kommunistische Untergrundzeitung, gefiel dem deutschen Militärbefehlshaber, dass er die Genehmigung zur öffentlichen Verbreitung gab.


    In der Sowjetunion erklärten sich die Kommunisten in sehr ähnlicher Weise zur Zusammenarbeit mit dem NS-Staat bereit.


    Am 31.10.1939 sagte Molotow, der dabei höchst ungewöhnliche Gefühle für Demokratie und NS-Diktatur bewies: "Es ist ein Verbrechen an einem Krieg teilzunehmen, der unter einem Tarnmantel geführt wird, dass man die Demokratie verteidigen wolle,

    kein anderes Ziel hat als den Nationalsozialismus zu vernichten!"


    Überall bekamen kommunistische Parteien von Moskau Anweisung, den Krieg als einen imperialistischen Krieg zu verdammen.


    Quelle: Len Deighton, Blitzkrieg, S. 333


    Wird fortgesetzt.


    Grüße

    Bert

  • Hallo zusammen,

    Hallo Bert,


    bei Diktaturen, egal welcher couleur, ist es systemimmanent das sie das was ihren und ihren Führen nutzt unterstützt

    und erst mal "gut" finden, wenn es dann "passt" wird der "Freund" ohne mit einer Wimper zu zucken eliminiert


    Opportunismus in seiner widerlichsten Ausprägung ist bei Diktaturen Teil der DNA !!

    Gruss Dieter

  • Grüß Dich Dieter,


    danke für Deinen Hinweis.


    Die Zeitung L´ Humanité konnte aufgrund der vorläufigen Zustimmung des deutschen Militärbefehlshaber nur kurze Zeit offiziell erscheinen. Sie blieb dann während des Krieges verboten

    und erschien nur noch als Untergrundausgabe.


    So lesen wir in L'Humanité vom 4. Juli 1940:


    "In diesen Zeiten des Unglücks ist es besonders tröstlich, viele Pariser Arbeiter zu sehen, die sich mit deutschen Soldaten unterhalten, entweder auf der Straße oder im Bistro an der Ecke. Bravo Genossen, macht weiter, auch wenn es einigen ebenso dummen wie bösen Spießern nicht gefällt! Die Brüderlichkeit der Völker wird nicht immer eine Hoffnung sein, sie wird eine lebendige Realität werden".


    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)


    Grüße

    Bert

  • Lieber Bert,


    die eifrigsten Befürworter wird es im III. Reich selbst gegeben haben. Man wollte eine Revanche für 14/18 und die Versailler Vorortverträge.

    Natürlich hatten auch manche Veteranen die Nase vom Krieg voll und die Begeisterung war nicht so groß wie 1914, aber es gab trotzdem viele Befürworter, deren Zahl sich mit zunehmender Siegesnähe vergrößerte.


    Gruß Karl

  • Lieber Karl,


    Recht hast Du! Hitler war nach dem gewonnenen Westfeldzug auf der Höhe der Macht und er hatte auch einen Beliebtheitsgrad, den er nie wieder erreichte. Selbst stramme ehemalige Sozialdemokraten freuten sich über die Erfolge der Wehrmacht. Noch dazu: Hitler gab sich nach dem Westfeldzug "recht friedlich". Er bot England das Ende des Krieges an. Auch das wirkte sich auf die Begeisterung der damaligen Volksgenossen aus.


    Die Deutschen waren 1940, nach dem erfolgreichen Westfeldzug, wohl mehrheitlich eifrige Befürworter der Wehrmacht und des NS-Staates! Wer heute etwas anderes behauptet, verfälscht die neuere Geschichte!


    Grüße

    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo zusammen,


    auch die Kommunistische Internationale mit Sitz in Moskau war auf die gleiche Linie eingeschwenkt.


    Das stürzte viele kampferprobte Kommunisten und Spanienkämpfer in eine tiefe Sinnkrise.


    Gruß Roland


    Quelle: Andreas Petersen "Die Moskauer"

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo zusammen,


    Quote

    Das stürzte viele kampferprobte Kommunisten und Spanienkämpfer in eine tiefe Sinnkrise.

    und die die zu hinterfragen wagten bekamen Besuch vom Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD)

    und mit viel Glück ging es via Lubjanka in den Gulag mit weniger Glück endet der Weg in der Lubjanka

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,


    das wird in dem Buch sehr ausführlich beschrieben. Das NKWD arbeitete mit

    durchschlagendem Erfolg.

    Selbst die Fam. Wolf, der eine Sohn Regisseur, der andere Chef der Aufklärung,

    war davon betroffen und hielt trotzdem bis zum Schluß dem System ala Stalin

    die Treue.

    Das betraf etliche der überlebenden Kommunisten, die Teil der Staatsführung

    der DDR waren.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Tag allerseits,


    Maßgebliche Kommunisten kehrten Deutschland 1933 den Rücken. Viele kamen in der Sowjetunion unter. Sie wohnten meist im Moskauer Hotel Lux. Die Genossen Wehner und Ulbricht

    waren dort u.a. untergebracht. Das waren damals auch für Kommunisten schwierige Zeiten unter Stalin; mancher wurden im Hotel Lux abgeholt und verschwand für immer. Wichtig war damals, schon am

    frühen Morgen die PRAWDA zu lesen, dann wusste man, wie man sich zu verhalten hatte. Ulbricht war äußerst vorsichtig in der Bewertung der Kriegslage um 1940. Mit langweiligen Redensarten äußerte er sich

    meist schriftlich zum damaligen Geschehen. Natürlich waren die plutokratischen Kräfte der Westmächte schuld an diesem Krieg. Und so äußerte sich auch mehrmals Ulbricht in einer etwas vorsichtigen Form.

    Ob der Genosse Wehner ähnliche Äußerungen damals in die Welt setzte, ist weitgehend unbekannt.


    Grüße

    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Tag allerseits,


    als Frankreich geschlagen war, machten die Russen gar kein Hehl über ihre Freude darüber.

    Der deutsche Botschafter meldete nach Berlin: "Molotow ließ mich an diesem Abend in sein Büro bitten, um mir die Glückwünsche der sowjetischen Regierung zu dem überragenden Sieg der deutschen Truppen zu übermitteln."


    Quelle: Len Deighton, Blitzkrieg, S. 333


    Während der Sowjetzeit wurden solche Begebenheiten, über die damals gute Zusammenarbeit mit dem NS-Staat, einfach verschwiegen. Auch das heutige Russland tut sich schwer mit diesem Teil seiner neueren

    Geschichte.


    Die französischen Kommunisten waren natürlich auch "deutschfreundlich" und verbreiteten die Behauptung, dass dieser Krieg nur zum Nutzen der anglo-französischen Hochfinanz geführt werde.


    Nach all diesen positiven Wertungen zum Westfeldzug dürfte selbst Hitler ein wenig überrascht gewesen sein. Es herrschte 1940 ein entspanntes, gutes Verhältnis, auch wirtschaftlicher Art, mit den Sowjets.

    Dass Hitler dann 1941 einen weiteren Kriegsgegner in der Sowjetunion ausmachte, ist eigentlich nicht in vollem Umfange nachvollziehbar.


    Grüße

    Bert

  • Lieber Bert,


    Dass Hitler dann 1941 einen weiteren Kriegsgegner in der Sowjetunion ausmachte, ist eigentlich nicht in vollem Umfange nachvollziehbar.

    Sei bitte so gut............ das war doch voll in seinem Anti - Kommunismus - Programm und der "Raumvergrößerung" drin.( habe es bewusst so ausgedrückt!)


    Grüße von Karl

  • Lieber Karl,


    natürlich sind die damaligen Hirngespinste des "Führers", was die UdSSR betraf, hinreichend bekannt. Aber nachvollziehbar ist das Ganze für normal denkende Menschen jedenfalls auch heute nicht.

    Ich will nicht die Frage stellen, wie hätte sich das Jahr 1941 und die Folgejahre für Deutschland entwickelt, wenn es den Feldzug im Osten nicht gegeben hätte! Aber Gedanken darüber kann man sich

    durchaus machen. Hitler machte eben vielfach Dinge, "die er noch nicht zu Ende gedacht hatte" - so argumentierte er bei einem vertraulichen Gespräch mit Admiral Raeder. Hitler war in dieser "sonderbaren

    Denkweise" historisch wohl kein Einzelfall. Ein Napoleon hatte mitunter eine vergleichbare Vorgehensweise. Politiker der Jetztzeit mit gleichen Denkweisen: Darüber schweige ich besser.


    Herzliche Grüße

    Bert

  • Hallo Zusammen,


    auch nach dem Westfeldzug 1940 waren das Deutsche Reich und die Sowjetunion ja offiziell so etwas wie "ziemlich beste Freunde" und über den Nichtangriffspakt sowie den Grenz- und Freundschaftsvertrag (beide von 1939) nach außen hin verbunden. Da wundern solch Töne aus Moskau natürlich nicht. Und Stalin gab ja nun auch den Ton im gesamten kommunistischen Lager an.


    Gruß Tilo

    Ehre die Toten

  • Tag allerseits,


    Tilo hat wohl Recht, diese beiden Diktaturen waren geradezu "freundschaftlich verbunden". Für Hitler war diese "Verbundenheit" keine ehrliche Angelegenheit, er wollte Krieg im Osten.

    Nur der sonst so schlitzohrige Stalin glaubte daran, dass nun länger Frieden zwischen Deutschland und der UdSSR herrschen wird.


    Nach heutigen Erkenntnissen hatte Sowjetrussland durchaus Hinweise über einen bevorstehenden Angriff der Deutschen Wehrmacht und zwar schon seit Januar 1941. Die Sowjetunion verfügte damals über einen gut organisierten Geheimdienst mit Informanten in Paris, Berlin und Brüssel – um nur Beispiele zu nennen. In Tokio saß der beste Mann des Moskauer militärischen Geheimdienstes, nämlich Dr. Richard Sorge, Presseberater der deutschen Botschaft.

    Die eingehenden Hiobsbotschaften nahm Stalin wohl nicht ernst. Stalin war damals noch recht misstrauisch gegenüber den Westmächten. Er argumentierte: „Der kapitalistische Westen will mich in die Gegnerschaft zu Hitler hineinoperieren!“

    Im April 1941 bestätigte ein tschechischer Agent namens Schkwor, dass deutsche Truppen in der CSR zusammengezogen werden und die Skoda-Werke Anweisung hätten, sowjetische Aufträge nicht mehr anzunehmen.

    Stalin schrieb mit roter Tinte auf den Bericht des Agenten: „Diese Information ist eine englische Provokation. Herausfinden, von wem diese Provokation stammt. und ihn bestrafen!“

    Lange geheim gehaltene Dokumente der Moskauer Auslandsaufklärung zeigen, wie umfassend Stalin über Hitlers Angriffspläne informiert war und wie früh. Deutsche Topquellen riskierten ihr Leben, russische Agenten waren verzweifelt - doch der Diktator spielte auf Zeit.


    Siehe hierzu: http://einestages.spiegel.de/s…_l_l_e_informationen.html


    Heute kann man wohl die Aussage treffen, dass die Anfangserfolge, der Deutschen Wehrmacht so nicht eingetreten wären, wenn Stalin und seine engsten Mitarbeiter den Agentenberichten Rechnung getragen hätten und das höhere Offizierskorps aufgrund der Säuberungen Stalins nicht derart ausgedünnt gewesen wäre, wie das 1941 der Fall war. Die Schuld am Versagen der Roten Armee trifft also nicht den sowjetischen Geheimdienst, wie Marschall Jeremenko behauptete, sondern Stalin selbst!


    Grüße

    Bert

  • Hallo Bert,


    von den Säuberungen war nicht nur das Offizierskorps betroffen.

    Auch der Geheimdienst verlor bewährte Genossen. Diese wurden

    vielfach durch gleichgeschaltete unerfahren Jungkader ersetzt.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Grüß Dich Roland,


    danke für Deine Ergänzung.

    Wir haben uns ein klein wenig vom eigentlichen Thema entfernt. Mir ging es dabei darum, dass der sonst so schlaue Stalin glaubte, der "Führer" sein nun so etwas wie ein Verbündeter der UdSSR.

    Das war ein totaler Irrglaube!


    Grüße

    Bert