Freiwilliger Arbeitsdienst im Offenen Lager Prenzlau

  • Guten Tag Gerhard,


    Danke für deinen Post.

    Die beiden oben angeführten Links zu Wikipedia habe ich im Rahmen meiner Recherchen schon zu Rate gezogen, dort gibt es keine Hinweise auf ein Freiwilliges Arbeitslager/ Freiwilligen Arbeitsdienst in Prenzlau.

    Letztendlich wird es so gewesen sein wie OB geschrieben hat, dass die Stadt Prenzlau in Eigenregie ein solches freies Lager geschaffen hat um regional der Arbeitslosikeit entgegen zu wirken. Mein Vater ist dann wohl auf seiner Wanderschaft dort hin gekommen und geblieben. Ich habe gelesen, dass man generell in den Lagern 20 Wochen beschäftigt werden konnte. Nach Ablauf dieser Zeit gab es keine Unterstützung mehr.

    Das passt auch mit den zeitlichen Abläufen zusammen:

    Ab Mitte Juni 1933 war mein Vater in Prenzlau (FAD) und bereits ab .5.12.1933 wieder in Arbeit bei Zeiss in Jena.


    Gruß

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-

    Edited once, last by Stfw68 ().

  • Hallo Harald,


    mein Vater war auch 2 x mal auf Wanderschaft.

    Mehrere tausend Kilometer zu Fuß durch Schlesien, Böhmen, Österreich,

    Bayern, Hessen und durch Thüringen und Sachsen nach Hause in die Oberlausitz.

    Ich vermute, dass es damals nicht um die Weiterbildung im erlernten Beruf ging

    sondern nur darum, den kargen Verhältnissen zu Hause nach der Weltwirtschafts-

    krise zu entkommen.

    Da kam solch eine begrenzte ABM bei freier Kost und Logis sicherlich ganz recht.

    Anschließend dann Grundwehrdienst im 100.000 Mann Heer. Er lag seinen Eltern

    ca. 3 Jahre nicht mehr auf der Tasche.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland,


    danke für deinen Beitrag.

    Ja, da muss man wohl zwischen "Auf der Walz" und Wanderschaft unterscheiden.

    Auf die Walz gingen Gesellen einer eingetragenen, meist handwerklichen Zunft für 3 Jahre, über auch längere Zeitzräume in solch einen Zunftbetrieb

    um sich neues Wissen und handwerkliches Geschick anzueignen und einmal eine Festeinstellung zu bekommen.

    Unser beiden Väter waren auf der Wanderschaft aus dem von dir geschilderten Hintergrund.

    Die Einträge im Wanderbuch waren überwiegend von Herbergen, Caritaseinrichtungen, Fürsorgeämtern, Verpflegungsstationen und Asylheimen.

    Am 3.06.1932 steht folgender Eintrag: Städtisches Fürsogeamt Villingen - 1 Paar getragene Schuhe erhalten-, da hatte er wohl auch schon die ersten 1.000 km hinter sich.


    So nun bin ich vom Thema abgewichen, könnte aber für die nächst jüngere Generation interessant sein.

    Es grüßt ein Ü70ger

    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-